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Beiträge zum 29. Forum Junge Romanistik

von Teresa Hiergeist (Band-Herausgeber:in) Laura Linzmeier (Band-Herausgeber:in) Eva Gillhuber (Band-Herausgeber:in) Sabine Zubarik (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 456 Seiten
Reihe: Forum Junge Romanistik, Band 20

Zusammenfassung

Der Sammelband legt seinen Fokus auf Körper und Korpora der Romania. Er schlägt somit eine Brücke zwischen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem menschlichen Leib in seiner kulturellen sowie literarischen Relevanz und der Untersuchung von Textsammlungen und Aufnahmen, die die sprachliche Diversität des Kulturraums inkarnieren. Er behandelt den Körper in Aufführungskontexten, im Rahmen der Identitätskonstruktion, im Spannungsfeld machtpolitischer Interessen sowie in Hinblick auf die Historizität seiner Bewertung und er lotet die Möglichkeiten der Korpusanalyse und -planung aus. Mit Beiträgen aus der hispanistischen, galloromanistischen, italianistischen, katalanistischen und rumänistischen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhalt
  • Von Körpern und Korpora: Einleitung
  • 1. Leiblichkeit und Verkörperung
  • 1.1 Körper in Aktion
  • Pathos-Formel Körper. Schmerz-Gestalten in postmodernen Operninszenierungen von Monteverdi bis Mozart
  • Corps et esprit en performance. Jacques Delille et les salons de l’Ancien Régime
  • „Gime, bandoneón, tu tango gris“ – Verkörperungen von Trauer im Tango Argentino
  • Körperliches Schreiben und sinnliches Lesen in Mircea Cărtărescus Corpul (2002)
  • 1.2 Korporale Identitäts(de-)konstruktionen
  • Körper, Identität und desengaño bei María de Zayas y Sotomayor
  • Die Entleerung des Körpers. Zur Semiotisierung der Frau im siglo de oro
  • Zum Strafvollzug am dekadenten Körper – Nationalismus als Antidekadenz bei Maurice Barrès und Jaume Massó i Torrents
  • Die Leerstelle der Identität. Figurierungen der niños desaparecidos zwischen Familie, Diktatur und symbolischer Stellvertretung
  • Von Körper-Bildern und Zerstückelungen: Zu thematisch-poetologischen Text-Bild-Beziehungen in Michel Houellebecqs La carte et le territoire und zur Autofiktion als Aktionskunst
  • 1.3 Diskurs Macht Körper
  • (De-)Konstruktionen schwarzer W/Leiblichkeit: Körperdiskurse an der Schnittstelle von Rasse und Geschlecht
  • Die machtstaatliche Emblematik des Körpers und seine poetische Fragmentierung: Jean Genet als Journalist für Esquire
  • Vom Leib des Patriarchen zur Inszenierung der Bio-Macht – Transformationen von Körperdiskursen und Diktaturdarstellungen im lateinamerikanischen Roman und Film der Gegenwart
  • „Levanten la mano quienes sepan qué hacer con sus culos“ – Genderqueere Positionen und Aspekte des Körperlichen im Gedicht „La mujer celestial y el dragón“ von Ariel Devincenzo
  • Negociaciones de cuerpos en la ciencia ficción de Angélica Gorodischer
  • 1.4 Körperideale
  • Die Auferstehung des Fleisches – der Körper im „Libro“ des Uguccione da Lodi
  • Die Verkörperung des Sakralen im Corpus-Christi-Spiel an der Schwelle zum Siglo de las Luces: Francisco Antonio Bances Candamo
  • Metamorphosen des Heldenkörpers in Pierre Corneilles Dramen Le Cid und Horace
  • Erotisierende Entblößung und diskrete Verhüllung: Zur Darstellung des weiblichen Körpers bei Zola und Pérez Galdós
  • Paul Valéry: Genese und poietische Inszenierung seines Corps-Esprit-Monde-Theorems
  • La Estrella oder der Schwarze Wal – exorbitante Körperlichkeit in Guillermo Cabrera Infantes Tres tristes tigres
  • 2. Den Körper besprechen und sprechen lassen
  • 2.1 Körper und Sprache
  • Le ‚trou du cul du monde‘ à la bouche des français – Versprachlichungsstrategien des Konzeptes ‚Provinz‘ im Französischen
  • Versprachlichte Körperlichkeit. Eine Fallstudie zur HIV/AIDS-Prävention in der Dominikanischen Republik
  • Der Körper im Babelturm. Language Embodiment in romanischen und angelsächsischen Sprachräumen
  • 2.2 Arbeit am Korpus
  • Estilos en las redes sociales en línea: un estudio basado en corpora
  • Français? Anglais? Franglais? Englische Substantive in einem Korpus des akadischen Französisch (Baie Sainte-Marie, Neuschottland/Kanada)
  • Fremdsprachliches Schreiben auf Abiturniveau? Ein Lernersprachenkorpus gibt Auskunft
  • Korpusplanung am Beispiel des Sassaresischen: erste Kodifizierungsschritte im Bereich der Orthographie, der Grammatik und des Lexikons
  • Index nominum
  • Index rerum
  • Verzeichnis der Autoren

Teresa Hiergeist/Laura Linzmeier

Von Körpern und Korpora: Einleitung

Der lateinische Begriff ‚corpus‘ bezeichnet in erster Linie die materielle Dimension eines Organismus in Opposition zum Geist. Er meint metaphorisch verstanden aber auch den Zusammenschluss mehrerer Teile zu einem organisierten Ganzen (cf. DHLF 2010, 540), was sich in aktuell gebräuchlichen Bezeichnungen wie „corps d’armée“, „corporazione“ oder „cuerpo de baile“ niederschlägt. Er beschränkt sich somit nicht nur auf den Körper eines Individuums, der in sprachlichen Äußerungen, kulturellen Aushandlungsprozessen und literarischen Texten zutage tritt, zur Anschauung kommt und in Szene gesetzt wird; auch mehrere Subjekte können sich – so heterogen sie sein mögen – zu einem ‚corpus‘ vereinen. Dementsprechend heißt es im Tesoro de la lengua castellana o española: „[el cuerpo] se compone de partes distintas cada una por sí que hacen un cuerpo o comunidad, como una república“ (Covarrubias 2006, 648).

„Distintos cada uno por sí“ waren auch die Beiträge des 29. Forums Junge Romanistik, das vom 13.-16.3.2013 53 Nachwuchsforscher unterschiedlicher disziplinärer (Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Fachdidaktik), sprachlicher (französisch, spanisch, italienisch, rumänisch) und methodischer Provenienz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu einem wissenschaftlichen Austausch zusammenführte. Nichtsdestotrotz bildete sich unter dem gemeinsamen signum der Romanistik eine Körperschaft, die das Thema ‚Corpus‘ nach eigenen Maßstäben konturierte. Die Frucht dieser Konferenz stellt der vorliegende Sammelband dar.

In Zentrum der Beiträge steht der menschliche Körper und seine kulturelle sowie literarische Semiotisierung und Relevanz. Fokussiert wird er in Aufführungskontexten, im Rahmen der Identitätskonstruktion, im Spannungsfeld machtpolitischer Interessen sowie in Hinblick auf die Historizität seiner Bewertung. Doch das Potenzial des ‚Corpus‘ für die Romanistik erschöpft sich hierin nicht. Schließlich sind auch Textsammlungen oder Sprachaufnahmen gleichsam Körper oder tragen zumindest ähnliche Eigenschaften: Ein Untersuchungskorpus besteht aus Einzelteilen, die als Einheit verstanden als bedeutungsträchtiges Konstrukt zutage treten. Es ist somit gewissermaßen der Leib, den der Wissenschaftler mit Ergebnissen bekleidet. Aufgrund dieser etymologischen Verwandtschaft ist auch ihm im vorliegenden Band ein Abschnitt gewidmet. ← 9 | 10 →

1.  Leiblichkeit und Verkörperung

Die Beschäftigung mit dem Körper ist gewissermaßen die logische Konsequenz der geisteswissenschaftlichen Paradigmenwechsel der vergangenen Dekaden. Während die Forschung bis in die 1970er und 1980er Jahre dominant sprach- und textfokussiert verfuhr, sind seither Tendenzen „weg von der Vorherrschaft der Repräsentation, der bloßen Selbstreferenzialität und der ‚Grammatik‘ des Verhaltens“ (Bachmann-Medick 22006, 8) spürbar. Die performative und emotionale Wende haben eine Dynamisierung und Öffnung des Wissenschaftsdiskurses sowie eine Privilegierung körperorientierter Formen des Umgangs mit Literatur, Sprache und Kultur bewirkt, indem sie die Prozessualität, Materialität und Unmittelbarkeit ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Der Körper fügt sich in diesen dynamischen Kontext nahtlos ein, zumal er auf der Grenze von „Ich und Nicht-Ich“ (Meyer-Drawe 2010, 219), von Materialität und Sinn (cf. Mersch 2004, 59) sowie von Kulturalität und Lebendigkeit (cf. Eagleton 2009, 131–145) eine stets liminale und oszillierende Position einnimmt. Diese Synchronität divergenter Bedeutungen beschreibt Maurice Merleau-Ponty in Phénoménologie de la perception:

L’usage qu’un homme fera de son corps est transcendant à l’égard de ce corps comme être simplement biologique. Il n’est pas plus naturel ou pas moins conventionnel de crier dans la colère ou d’embrasser dans l’amour que d’appeler table une table. Les sentiments et les conduites passionnelles sont inventés comme les mots. Même ceux qui, comme la paternité, paraissent inscrits dans le corps humain sont en réalité des institutions. Il est impossible de superposer chez l’homme une première couche de comportements que l’on appellerait ‚naturels‘ et un monde culturel ou spirituel fabriqué. Tout est fabriqué et tout est naturel chez l’homme. (Merleau-Ponty 1945, 220)

Überdies generiert die Dopplung von ‚Körperhaben‘ und ‚Leibsein‘ in der Selbstwahrnehmung eine Simultaneität von Äußer- und Innerlichkeit, von Objektivität und Subjektivität (cf. Plessner 1975, 294). Das Individuum ist sich einerseits der Form- und Kontrollierbarkeit seines Körpers sowie dessen Expressivität bewusst und setzt spezifische Techniken, Routinen und Fertigkeiten willentlich zum Ausdruck seiner Identität und zur Gestaltung seiner Umwelt ein (cf. Müller/Soeffner 2011, 8s.). Diese Autoreflexivität schafft die Basis für die Intersubjektivität und das emphatische Hineinversetzen in die Mitmenschen und ermöglicht dadurch die Herausbildung von Körperkodes und Körperwissen (cf. Keller/Meuser 2011, 9s.). Gleichzeitig impliziert dieser instrumentelle Charakter die Gefahr der Manipulation von außen in Form physischer und symbolischer Machtausübung, die umso erfolgreicher ist, als sie häufig versteckt unter dem Deckmantel eines Natürlichkeitsdiskurses erfolgt. ← 10 | 11 →

Andererseits erlebt das Individuum seinen Körper als zu ihm gehörig und spürt sich durch ihn selbst. Als „Nullpunkt der Orientierung“ und „Wahrnehmungorgan“ lässt er sich in seiner Ganzheit nicht objektivieren, da er stets zugleich Gegenstand und Medium der Erfahrung ist (cf. Alloa/Bedorf/Grüny 2012, 2s.). Insofern ist er nicht auf seine Funktion als Austragungsort der Semiotisierung und Überformung beschränkt, sondern er geht als spürender jeglicher Bedeutung stets voraus. Er bestimmt in seiner phänomenologischen Verfasstheit die kulturellen Praktiken, die auf und mit ihm vollzogen werden, entscheidend mit, wodurch ihm ein widerständiges Potenzial eignen kann. Zwischen diesen Polen verorten sich auch die Artikel des Sammelbands, die die Rolle des Körpers in literarischen und kulturellen Zusammenhängen sondieren.

1.1  Körper in Aktion

In Aufführungskontexten fungiert der menschliche Leib nicht nur als Einschreibungsfläche externer Intentionen, sondern tritt als Agens mit spezifischen Ausdrucksmöglichkeiten in Erscheinung, das in die gesellschaftliche Praxis eingreift und sie gestaltet (cf. Wulf 2002, 207). So gesehen weist er über eine sinnorientierte Welterfahrung hinaus und eröffnet eine Präsenzdimension (cf. Gumbrecht 2004, 100). Zu dem Ergebnis, dass der Körper die Fähigkeit zur Überwindung des Primats des Texts in den Philologien besitzt, gelangt auch der Beitrag von Tanja Schwan: Sie zeigt in „Pathos-Formel Körper“ die Oszillation postmoderner Inszenierungen von Monteverdi- und Mozart-Opern zwischen Gefühlsüberschwang und Ironie auf. Dabei hebt sie auf die Gleichzeitigkeit der ungleichzeitigen Emotionskodes ab, die sich aus der Reibung von textuellen und performativen Bestandteilen ergeben. Isabelle Chariatte analysiert in „Corps et esprit en performance“ den Aufführungskontext der Lyrik in den Salons des Ancien Régime am Beispiel von Jacques Delille. In der Verknüpfung historischer und literarischer Quellen rekonstruiert sie die Relevanz des Dichterkörpers, der die Wirkung des verfassten Texts entscheidend mitbestimmt. Sabine Zubarik eröffnet in „Gime, bandoneón, tu tango gris“ eine Doppelperspektive auf den argentinischen Tango: Während auf der Bedeutungsebene die Trauer als dominante Emotion rangiert, rücken auf dem Niveau des körperlichen Ausdrucks, wie mittels einer empirischen Studie belegt wird, Konzentration und Freude in den Vordergrund, so dass sich auch hier eine Diskrepanz zwischen Sinn und Performanz auftut. Heidi Flagner widmet sich in „Körperliches Schreiben und sinnliches Lesen in Mircea Cărtărescus Corpul (2002)“ der Überwindung des Logos an einem Roman: Indem sie den polysemen und dekonstruktivistischen ← 11 | 12 → Charakter des Werks des rumänischen Autors und seine Offenheit für die aktive Mitgestaltung des Rezipienten herausstreicht, betont sie die Relevanz der Aufführung für Erzähltexte nebst ihrer Bedeutungsdimension.

1.2  Korporale Identitäts(de-)konstruktionen

Eine Konstante der kulturellen Praxis bildet die Dienstbarmachung des Körpers zum Ausdruck von Identität. Als Indikator gesellschaftlicher Werte fungiert dieser unablässig als Austragungsort semiotischer Prozesse und materialisiert sich in vielfältigen Praktiken und Repräsentationen (cf. Butler 1993, 27–31). Er tritt somit selten unmittelbar in Erscheinung sondern ist stets zum Bild oder Konzept kodiert und kristallisiert, das in engem Zusammenhang mit Denksystemen und Wissensformationen steht und in das identitäre Wertigkeiten eingeschrieben sind (cf. Vogel 2005, 50).

Anne Rolfes arbeitet in „Körper, Identität und desengaño bei María de Zayas y Sotomayor“ heraus, inwiefern die junge spanische novela-Tradition dem weiblichen Selbstverständnis eine Bühne zur Darstellung bietet. Dabei dienen die Bekleidung des Frauenkörpers und dessen Entäußerung in der Erzählung der Überwindung eines gesellschaftlichen Gesichtsverlusts. Dorothea Kraus untersucht in „Die Entleerung des Körpers“ den Zusammenhang zwischen der Verletzung korporaler Grenzen durch die Praktik des Aderlasses in der spanischen comedia vor dem Hintergrund des Validitätsverlusts des Ehrkonzepts im siglo de oro. Sie demonstriert am weiblichen Körper ein beginnendes Auseinanderfallen von Signifikant und Signifikat. Stephanie Langs „Zum Strafvollzug am dekadenten Körper“ interpretiert die Gewalt und Brutalität in katalanischen Werken von Maurice Barrès und Jaume Massó i Torrents gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Möglichkeit zur Legitimierung eines nationalistischen Diskurses. Der Körper wird zu einer Machtdemonstration missbraucht, die sich nicht nur inhaltlich, sondern auch auf der Ebene des Textkörpers niederschlägt. F. Gesine Brede verhandelt in „Die Leerstelle der Identität“ die literarische Inszenierung der Selbstdefinition der Kinder, deren Eltern während der argentinischen Militärdiktatur deportiert wurden und die in fremden Familien aufgewachsen sind. In einer kulturwissenschaftlichen Analyse pointiert sie, inwiefern deren diffuse Identität eine poetische Entsprechung in der Offenheit der Texte findet. Mit einer postmodernen Form der Körpererfahrung setzt sich schließlich Betül Dilmac in „Von Körper-Bildern und Zerstückelungen“ auseinander. Anhand von Michel Houellebecqs La carte et le territoire untersucht sie den Zusammenhang zwischen Körperlichkeit und autofiktionalem Erzählen unter besonderer ← 12 | 13 → Berücksichtigung des ludischen, selbstironischen und transgressiven Gestus des Romans.

1.3  Diskurs Macht Körper

Da der Körper soziale Normen inkarniert, bewegt er sich stets auch in einem machtpolitischen Kontext. Er gilt, weil sich in ihm Natürlichkeit und Kulturalität überkreuzen, als privilegiertes Objekt der Ideologisierung und Unterdrückung. Michel Foucault spricht in diesem Zusammenhang von einer „omniprésence du pouvoir [qui] se produit à chaque instant“ und die „vient d’en bas“ (Foucault 1976, 122; 124). Gleichzeitig liegt in dieser wertmäßigen Aufladung gerade auch die Chance des bewussten Einsatzes des Körpers zum Unterlaufen offizieller Diskurse und Herrschaftsstrukturen (cf. Schlichter 2005, 151s.). Hierbei steht häufig das Geschlecht als zentrales Ausdrucksmittel kultureller Identität und sein Einsatz zur Zementierung als auch zur Intervention in dichotome Hierarchien im Fokus der Aufmerksamkeit. Beate Kerpen zeichnet mit „(De-)Konstruktionen schwarzer W/Leiblichkeit“ die Entwicklung der Körpertheorie von Simone de Beauvoir, über Frantz Fanon bis Michel Foucault und Judith Butler nach und kontrastiert diese mit den Positionen schwarzer Feministinnen wie Kimberlé Crenshaw oder Patricia Hill Collins. Damit pointiert sie die Spezifika und Probleme der aktuellen gender-Debatten. In „Die machtstaatliche Emblematik des Körpers und seine poetische Fragmentierung“ behandelt Sara Izzo Jean Genets Artikel „Les membres de l’Assemblée“ als politisches Mittel zur Dekonstruktion des Habitus der Dominanz, wobei sie erotische und groteske Darstellungsweisen sowie das Spiel mit Gattungstraditionen als oppositionelle Schreibstrategien sichtbar macht. Benjamin Loy illustriert in „Vom Leib des Patriarchen zur Inszenierung der Bio-Macht“ an ausgewählten lateinamerikanischen Romanen und Filmen die Transformation von Körperdiskursen und Diktaturdarstellungen in den vergangenen 40 Jahren: Er zeichnet die Entwicklung von einer machtzementierenden zu einer anarchistischen Inszenierung nach. Ein queeres Schlaglicht auf „La mujer celestial y el dragón“ von Ariel Devincenzo wirft Sandra Hettmann in „Levanten la mano quienes sepan qué hacer con sus culos“. Der Artikel konstatiert die Auflösung klarer geschlechtsidentitärer Grenzen nicht nur auf der inhaltlichen, sondern auf einer materiellen und performativen Ebene des Texts. Zuletzt eröffnet Jeanette Kördel über einen ökokritischen Ansatz einen neuen Blick auf ausgewählte Science-Fiction-Erzählungen von Angélica Gorodischer. Das Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang der unkonventionellen Körperinszenierung, die als kritische Auseinandersetzung mit den Wertvorstellungen der Realität interpretiert wird. ← 13 | 14 →

1.4  Körperideale

Der Mensch ist ein „panischer Bildermacher“, so Dietmar Kamper: Die europäische Zivilisation tendiere zur Spiritualisierung und Vergeistigung des Körpers, so dass dieser als solcher gar nicht mehr wahrgenommen werde, sondern stets als Repräsentation (cf. Kamper 2002, 167). Die Vorstellung von ihm variiert somit je nach geschichtlichem und situationalem Kontext (cf. Funk/Brück 1999, 8). Der Abschnitt ‚Körperideale‘ beschäftigt sich mit der Historizität der Körperdarstellung, indem sie die Widerspiegelung literarischer und gesellschaftlicher Normen an ihr verfolgt.

Einen der langdauerndsten und einflussreichsten Diskurse stellt in diesem Zusammenhang der christliche Körper-Leib-Dualismus dar, den beispielsweise „Die Auferstehung des Fleisches“ von Matthias Bürgel anhand des „Libro“ des Uguccione da Lodi reflektiert. Der Artikel argumentiert, dass die Außergewöhnlichkeit des Texts gerade in der partiellen und punktuellen Absetzung von der klassischen Dichotomie besteht. Marina Ortrud M. Hertrampf untersucht „Die Verkörperung des Sakralen im Corpus-Christi-Spiel an der Schwelle zum Siglo de las Luces“, wobei sie anhand von El primer duelo del mundo von Francisco Antonio Bances Candamo eine Poetik der Körperlichkeit demonstriert und als Ausdruck der literaturgeschichtlichen Oszillation des Autors zwischen dem siglo de oro und seiner Überwindung in der contrarreforma wertet. Jakob Willis veranschaulicht in „Metamorphosen des Heldenkörpers in Pierre Corneilles Dramen Le Cid und Horace“ eine Entwicklung des Corneilleschen Schreibens von einer körperlichen zu einer geistigen Auffassung des Heldentums und liest diese vor dem Hintergrund der zunehmend cartesianischen Färbung der Mentalität im 17. Jahrhundert. In „Erotisierende Entblößung und diskrete Verhüllung“ behandelt Anne-Kathrin Tomaszewski die Darstellung des weiblichen Körpers bei Pérez Galdós und Zola. In einem close reading arbeitet sie hieran die länderspezifischen Ausprägungen des spanischen und französischen Naturalismus heraus. Eine Überwindung des Leib-Seele-Dualismus in einer phänomenologisch geprägten Einheit des Ichs mit sich selbst und seiner Umwelt akzentuiert Susanna Hübschmanns „Paul Valéry. Genese und poietische Inszenierung seines Corps-Esprit-Monde-Theorems“. Die Verfasserin legt dar, inwiefern der Dreiklang von Körper, Geist und Welt ein Schlüsselkonzept der Poetik des modernen Schriftstellers bildet. Ein transgressives Spiel mit bestehenden Körperidealen führt schließlich „La Estrella oder der schwarze Wal“ von Regina Kauschat vor. Der Artikel behandelt die Groteske und Monstrosität des Körpers der Protagonistin sowie ihr Echo auf der Ebene der sprachlichen Experimentierfreudigkeit. ← 14 | 15 →

2.  Den Körper besprechen und sprechen lassen

Das Rahmenthema ‚Corpus‘ eröffnet auch für die Sprachwissenschaft und Fachdidaktik vielfältige Möglichkeiten der Beschäftigung. Die in diesem Band versammelten Beiträge nähern sich der Thematik daher auf recht unterschiedliche Weise: Der ‚Corpus‘ – in Form des Zeichenkörpers sowie des menschlichen Körpers – kann ein zentrales Thema des Sprechens sein sowie selbst auf etwas verweisen und somit in gewisser Weise „kommunizieren“. ‚Corpus‘ – als geordnete Sammlung sprachlichen Materials begriffen – vermag als Grundlage empirischer Arbeiten zu dienen: Mithilfe korpusbasierter Studien werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse erbracht, Hypothesen überprüft oder auch aufgeworfen. Es kann jedoch ebenfalls als die interne Struktur einer Sprache verstanden werden. Am Korpus arbeiten bedeutet in diesem Kontext, aktiv u.a. in die Orthographie, die Grammatik und das Lexikon einer Sprache einzugreifen. Dies kann insbesondere im Falle nicht kodifizierter und an Vitalität verlierender Idiome, deren Form und Struktur durch Modifikation und Erneuerung gesichert, wiederhergestellt oder modernisiert werden sollen, von zentraler Bedeutung sein.

2.1  Körper und Sprache

Ein Großteil der aktuellen sprachwissenschaftlichen Analysen konzentriert sich auf den Zeicheninhalt. Entgegen diesem Trend bot das Forum Gelegenheit, den Zeichenkörper einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Das Augenmerk sollte hierbei auf Phänomenen der Motiviertheit und Transparenz sprachlicher Zeichen (Onomatopoesie, Lautsymbolik etc.) liegen. Mit seinem an der Schnittstelle von Sprach- und Kulturwissenschaften angesiedelten Beitrag „Le ‚trou du cul du monde‘ à la bouche des français – Versprachlichungsstrategien des Konzeptes ‚Provinz‘ im Französischen“ befasst sich Nelson Puccio mit konstruierbaren, nicht lexikalisierten Redewendungen und Toponymen rund um den (meist negativ konnotierten) Sinnkomplex ‚Provinz‘. Im Vordergrund der Analyse steht der innovative, sprachspielerische sowie kreativ-expressive Charakter möglicher Benennungs- und Versprachlichungsmethoden, die in Bezug auf ihre figurative, morphologische und phonetische Motiviertheit analysiert werden.

Dass der kulturelle Hintergrund die Versprachlichung bestimmter Konzepte und Handlungsvorgänge entscheidend beeinflussen kann, wird auch deutlich, wenn ‚Corpus‘ – als menschlicher Körper verstanden – selbst als Gesprächsgegenstand in den Fokus rückt: Ein Körper kann „besprochen“ werden (cf. Herwig 2005, 7). Das Sich-Äußern über ihn unterliegt jedoch spezifischen Versprachlichungsstrategien, ← 15 | 16 → die kulturell variieren können. In ihrem Artikel „Versprachlichte Körperlichkeit. Eine Fallstudie zur HIV/AIDS-Prävention in der Dominikanischen Republik“ untersucht Ramona Pech ausgehend von theoretischen Vorüberlegungen zur Tabuisierung der Krankheit anhand von Aufklärungsgesprächen sprachlich-kommunikative Strategien, die im Umgang mit tabuisierten Themen wie Sexualität, Krankheit und Tod genutzt werden. Auf Basis eines Sprachkorpus aus Santo Domingo entwickelt sie hierbei die These, dass der sprachliche Umgang mit gewissen körperbezogenen Themen teilweise Enttabuisierungstendenzen unterliegt, die aus der brisanten Notwendigkeit des Sprechens über die Erkrankung resultieren. Während das Thematisieren von subjektiver Empfindung und persönlicher Sexualität weiterhin tabubehaftet bleibt, scheint das öffentliche Sprechen über biomedizinische Bereiche der Körperlichkeit mittlerweile routiniert.

Doch nicht nur über den Körper, sondern auch mit dem Körper bzw. mit dessen Unterstützung kann „gesprochen“ werden: Hierfür stehen nonverbale Mittel wie Mimik, Gestik, Körpersprache (z.B. Haltung und Bewegung) und Blickkontakt zur Verfügung. Nonverbales (sowie auch parasprachliches) Verhalten kann somit sprachliche Äußerungen unterstützen, verdeutlichen, vorbereiten oder sogar ersetzen (cf. Linke et al. 52004, 309). Der Körper begleitet und beeinflusst jeden Kommunikationsvorgang, so dass es uns im Grunde unmöglich ist, uns nicht auf irgendeine Art und Weise zu äußern („[…] one cannot not communicate“, Watzlawick et al. 1967, 49; Herv i.O.). Kommunizieren wir, so veranlassen wir ein

[…] komplexe[s] Zusammenspiel unterschiedlichster Aktivitäten des Körpers, die gleichzeitig bzw. in Verschränkung mit der verbalen Lautsprache eine im wahrsten Sinne des Wortes bedeutende Rolle für die Kommunikation spielen. (Sager/Bührig 2005, 5)

Galina Putjata beschäftigt sich in ihrem Beitrag „Der Körper im Babelturm. Language Embodiment in romanischen und angelsächsischen Sprachräumen“ mit Gestik als einem wesentlichen Bestanteil der Sprache. Gesten werden hierbei als nonverbale Elemente verstanden, die verbale Äußerungen begleiten und von der kulturellen Prägung beeinflusst sind. Ausgehend von der These der embodied language untersucht die Autorin am Beispiel der Proxemik, inwieweit nonverbales Verhalten mit dem Konzept der Privatsphäre zusammenhängt und kulturspezifisch variiert.

2.2  Arbeit am Korpus

Die sprachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Corpus‘ bietet sich auch im Bereich der Korpuslinguistik an. Unter Korpuslinguistik versteht man primär ← 16 | 17 →

[…] die Beschreibung von Äußerungen natürlicher Sprachen, ihrer Elemente und Strukturen, und die darauf aufbauende Theoriebildung auf der Grundlage von Analysen authentischer Texte, die in Korpora zusammengefasst sind. Korpuslinguistik ist eine wissenschaftliche Tätigkeit, d.h. sie muss wissenschaftlichen Prinzipien folgen und wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. (Lemnitzer/Zinsmeister 22010, 10)

In den letzten 30 Jahren hat die Korpuslinguistik vermehrt an Einfluss gewonnen (cf. Endruschat/Ferreira 2011, 4). Mithilfe korpusbasierter Studien werden einerseits bestehende Hypothesen überprüfbar oder neue Fragestellungen aufgeworfen bzw. neue Erkenntnisse erbracht. Grundlage eines jeden Korpus ist die Sammlung authentischen Sprachmaterials, das heißt, Gegenstand der Korpuslinguistik sind „echte (d.h. nicht erfundene) Sprachdaten“ (Teubert 2006). Korpora können aus Texten verschiedenster Art und Länge bestehen sowie der gesprochenen Sprache entnommen sein. In heutiger Zeit spielt insbesondere auch das World Wide Web als Lieferant von Sprachdaten eine wichtige Rolle (cf. Scherer 2006, 74s.). Im Idealfall sind Korpora in elektronischer Form vorhanden und computerlesbar. Sie sind zweckgebunden und variieren daher je nach Untersuchungsgegenstand hinsichtlich ihrer Art und Größe (cf. ibid., 4s.). Entscheidend ist, dass das Sprachmaterial „[…] bewusst nach bestimmten sprachwissenschaftlichen Kriterien ausgewählt und geordnet“ (ibid., 3) wird, um somit als eine valide Stichprobe, d.h. als ein Ausschnitt des tatsächlichen Sprachgebrauchs, analysiert werden zu können (cf. Perkuhn et al. 2012, 45). Charakteristisch für linguistische Korpora ist, dass sie neben den Primärdaten (Sammlung von Texten bzw. Äußerungen) und Metadaten (Zusatzinformationen, z.B. zu Herkunft und Umfang der Primärdaten) auch linguistische Annotationen enthalten (cf. ibid., 45s.; Lemnitzer/Zinsmeister 22010, 64).

Linguistische Datenzusammenstellungen dieser Art bilden die empirische Grundlage der Sprachwissenschaft und werden je nach Forschungsdesign einer quantitativen oder qualitativen Analyse unterzogen. Sprachbeschreibungen, die aus Korpusanalysen hervorgehen, können dabei mehreren Zwecken dienen: der Erforschung struktureller Merkmale einer Sprache oder Varietät (cf. Scherer 2006, 10), dem Sprachunterricht, der Sprachdokumentation, der Lexikographie oder der maschinellen Sprachverarbeitung (cf. Lemnitzer/Zinsmeister 22010, 10).

Die zahlreichen Möglichkeiten, die die Korpuslinguistik für die Sprachwissenschaften eröffnet, werden auch im Rahmen mehrerer in diesem Band versammelter Beiträge greifbar. Die Verfasser geben in ihren Artikeln Einblicke in unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Erstellung von Datensammlungen und präsentieren anschließend die aktuellen Ergebnisse ihrer Korpusstudien.

Nadine Chariatte befasst sich in ihrem Artikel „Estilos en las redes sociales en línea: un estudio basado en corpora“ mit einer näheren Analyse der Sprache ← 17 | 18 → von Usern der Social-Networking-Sites Facebook und Tuenti. Im Rahmen ihrer Studie werden insbesondere nicht-standardsprachliche Merkmale im Vergleich mit dem mündlichen Sprachgebrauch auf der Grundlage eines Datenkorpus von Usern aus drei Zonen Málagas analysiert. Im Vordergrund steht hierbei die Untersuchung der phonetischen Variation anhand verschiedener Variablen (wie z.B. Alter, Geschlecht, Empfänger). Die Autorin interpretiert die virtuelle Kommunikation auf Facebook und Tuenti als Stil, der der Äußerung einer spezifischen sprachlichen Identität dient.

Stefanie Fritzenkötter legt ihrer Studie ein jugendsprachliches Gesprächskorpus zugrunde. In ihrem Beitrag „Français? Anglais? Franglais? Englische Substantive in einem Korpus des akadischen Französisch (Baie Sainte-Marie, Neuschottland/Kanada)“ befasst sie sich mit der akadischen Varietät des Französischen im Südwesten der kanadischen Provinz Neuschottlands vor dem Hintergrund des Sprachkontaktes mit dem Englischen. Anhand eines eigens erstellten Datenkorpus untersucht die Verfasserin die Sprache junger Sprecher im Alter von 14 bis 26 Jahren hinsichtlich zunehmender Verdrängungstendenzen durch das Englische. Nach Darstellung der soziodemographischen Ausgangslage, die auf eine zunehmend geringe Verwendung des Französischen seitens der Sprecher schließen lässt, geht die Autorin zunächst auf die Methode zur Erstellung des Datenkorpus und auf die Rolle des Französischen im Schulsystem ein. Anschließend widmet sie sich der Integration spezifischer englischer Substantive in die akadische Matrixsprache.

In der Fremdsprachendidaktik hat sich in den letzten Jahrzehnten ein auf Performanz hin orientierter Paradigmenwechsel vollzogen. Unter anderem gilt das Interesse linguistischen Textkorpora als Lernerkorpora. Bei einem Lernerkorpus handelt es sich um eine Sammlung von Äußerungen der geschriebenen oder gesprochenen Sprachen von Fremdsprachenlernern (Interimssprachen, interlanguage). Hierbei werden unter anderem typische Lernerfehler annotiert und aus Fehlertypologien neue Erkenntnisse für den Sprachunterricht und die Spracherwerbsforschung abgeleitet (cf. Lemnitzer/Zinsmeister 22010, 86; 189). Dass die fremdsprachendidaktische Analyse derartiger Datenzusammenstellungen für die Sprachlehre äußerst aufschlussreich ist, zeigt Linda Pelchat mit ihrem Beitrag „Fremdsprachliches Schreiben auf Abiturniveau? Ein Lernersprachenkorpus gibt Auskunft“. Die Grundlage hierfür bildet eine Datensammlung, die mithilfe eines deskriptiven Textanalyseinstruments sprachdidaktisch untersucht wird. Auf der Basis französischer Zusammenfassungen im Rahmen der Abiturprüfung versucht die Verfasserin zu zeigen, welche Relevanz in der korpusbasierten Untersuchung fremdsprachlichen Schreibens für die Erforschung des Sprachniveaus im schriftsprachlichen Bereich steckt. ← 18 | 19 →

Arbeit am Korpus kann jedoch auch Arbeit an der Struktur einer Sprache selbst, d.h. u.a. an der Orthographie, der Grammatik und dem Lexikon, bedeuten: Insbesondere im Rahmen sprachplanerischer Aktivitäten kommt daher der sogenannten ‚Korpusplanung‘, die auf die Kodifikation und Elaboration einer Sprache abzielt, eine entscheidende Rolle zu. Hierbei wird primär versucht, die Form bzw. Struktur einer Sprache – „the shape or the corpus“ (Kloss 1969, 81) – zu verändern. Laura Linzmeier widmet sich dieser Thematik in ihrem Beitrag „Korpusplanung am Beispiel des Sassaresischen: erste Kodifizierungsschritte im Bereich der Orthographie, der Grammatik und des Lexikons“. Sie beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit sprachplanerische Initiativen zur Normierung der im Nordwesten Sardiniens gesprochenen Minderheitensprache unternommen worden sind und erstellt auf Grundlage des Sprachplanungsmodells Haugens (1987) zur Status- und Korpusplanung einen Überblick zu den vorhandenen Kodifizierungsversuchen. Die Autorin kann hierbei eine nicht unwesentliche Anzahl an korpusplanerischen Initiativen feststellen, die jedoch aufgrund des Fehlens offizieller Normierungsinstitutionen in ihrer Ausarbeitung und Zielsetzung stark variieren. Sie analysiert die bislang mäßigen Erfolge der Kodifizierungsversuche ebenso vor dem Hintergrund der Präsenz des Italienischen als Prestigesprache und der Frage nach einem gefestigten Sprachbewusstsein und dem Willen zu Sprachplanung und -erhalt seitens der Sprachgemeinschaft.

Die Organisation und Durchführung des 29. Forums Junge Romanistik sowie die anschließende Publikation der Beiträge im Rahmen des vorliegenden Tagungsbands wären ohne die Unterstützung zahlreicher Institutionen und Einzelpersonen nicht möglich gewesen. Für die finanzielle Förderung möchten wir uns beim Deutschen Romanistenverband, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Dr. German Schweiger-Stiftung sowie der Dr. Alfred Vinzl-Stiftung bedanken. Unser besonderer Dank gilt der Mitorganisatorin Dagmar Seck sowie den studentischen Hilfskräften Kristin Thiel, Lisa Reuter, Inna Volovik und Katja Wintergerst.

Literatur

Alloa, Emmanuel/Bedorf, Thomas/Grüny, Christian (2012): „Einleitung“, in: id. (edd.): Leiblichkeit, Tübingen, Mohr.

Bachmann-Medick, Doris (22006): Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, Reinbek, Rowohlt. ← 19 | 20 →

Butler, Judith (1993): Bodies that matter. On the Discursive Limits of ‚Sex‘, New York/London, Routledge.

Covarrubias Horozco, Sebastián de (2006): Tesoro de la lengua castellana o española, Madrid, Iberoamericana.

Eagleton, Terry (2009): Was ist Kultur? Eine Einführung, München, Beck.

Endruschat, Annette/Ferreira, Vera (2011): „Dokumentationslinguistik – ein Forschungsüberblick“, in: id. (edd.): Sprachdokumentation und Korpuslinguistik – Forschungsstand und Anwendung, München, Meidenbauer, 1–30.

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Details

Seiten
456
ISBN (PDF)
9783653045963
ISBN (ePUB)
9783653982541
ISBN (MOBI)
9783653982534
ISBN (Hardcover)
9783631653784
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2014 (September)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. 456 S., 8 s/w Abb., 14 Tab., 8 Graf.

Biographische Angaben

Teresa Hiergeist (Band-Herausgeber:in) Laura Linzmeier (Band-Herausgeber:in) Eva Gillhuber (Band-Herausgeber:in) Sabine Zubarik (Band-Herausgeber:in)

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Titel: Corpus