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Strategien der Lehrerbildung / Strategies for Teacher Training

Zur Steigerung von Lehrkompetenzen und Unterrichtsqualität / Concepts for Improving Skills and Quality of Teaching

von Gerd-Bodo von Carlsburg (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 657 Seiten

Zusammenfassung

Der Band dokumentiert eine Reihe von Beiträgen der XX. Internationalen wissenschaftlichen Konferenz Bildungsreform und Lehrerausbildung, die vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Litauen, der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften in Vilnius (LEU) und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg – University of Education gemeinsam veranstaltet wurde. Das Hauptthema der Konferenz waren Bildungs- und Qualitätsstandards der Hochschul- und Schulbildung. Dieses Qualitätsmanagement setzt den Erwerb interaktiver Kompetenzen im Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsbereich voraus, gewissermaßen als innere Kräfte für Basiskompetenzen, die die Befähigung zu Identität ermöglichen im Hinblick auf die Herausforderungen der Gesellschaft des kommenden Jahrzehnts.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhalt
  • Vorwort des Herausgebers
  • Grußwort
  • Grußwort
  • Lietuvos edukologijos universitetui 80-mečio proga Zum 80-jährigen Bestehen der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften
  • Lehrerbildung statt Lehrerausbildung
  • On the Past, Present and Future of the University
  • Zum Problem der wissenschaftlichen Verwendbarkeit von Erkenntnisquellen für die Lehrerbildung83
  • Lehrerbildung institutionell weiterentwickeln – Exemplarische Anmerkungen zur „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“
  • Übergänge in eine sich wandelnde Arbeitsgesellschaftals pädagogische Herausforderung
  • Theoretical Aspects of Teacher Training
  • Developing a Democratic School as an Educational Responsibility
  • Schulstruktur, Lehrerbildung und Lehrerversorgung
  • Jean-Joseph Jacotot – eine historische Lektion über das Lehren und Lernen
  • Ganzheitliche Lehrerbildung als Ermutigung
  • Lehr-Lern-Prozess in der Weiterbildung als wissenschaftlichen Arbeitsprozess gestalten
  • Studieren als brotlose Kunst?
  • Embedded Learning als Dialogkultur (ELaD): Zur Herausbildung von Berufsfähigkeit im Verlauf des bildungswissenschaftlichen Studiums
  • Kultureller Fortschritt – mehr als eine Ideologie?
  • Theologische Reflexionen zum Artikel von Sigvard Clasen: Kultureller Fortschritt – mehr als eine Ideologie?
  • Schoolchildren’s Destructive Behaviour at School: Causes and Possibilities to Change It
  • Scientific Pedagogy as Research on Practices
  • A Teacher of the Lithuanian Language and Literature: Analysis of Students’ Expectations
  • Lehrerprofessionalität im Spannungsfeld inklusiver Bildung: Theoretische Modellierung eines erweiterten Kompetenzmodells als Grundlage für didaktisches Handeln von Lehrkräften
  • Bridging the Gap between Theory and Practice in Developing Teachers’ Intercultural Communicative Competence
  • Teaching Flexibility of Thinking
  • Über verschiedene Möglichkeiten auf dem Weg zum Verstehen des Lernstils als Konstrukt
  • Teacher’s Professional Competences in the Context of Classical Paradigm and Paradigm of New Education
  • Open Space als Methode des forschenden Lernens in der LehrerInnenausbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg – University of Education
  • „Humor als Merkmal von Lehrerprofessionalisierung?“
  • Subculture of Teenagers at School as a Pedagogical Problem
  • Erziehung zur Lebens-Liebe angesichts der Herausforderung terroristischer Todessehnsucht
  • Zum Problem der Entwicklungsperspektiven der Fremdsprachlernforschung
  • Entrepreneurship Education of 11th–12th Graders: Case of Lithuania and Germany
  • Configuration of Values as Expression of the Paradigm of Spirituality: Theoretical and Empirical Aspects
  • Teachers of General Education and Their Training during the Period of “Reconstruction” of the Education System of Lithuania (1941–1944)
  • Handlungsorientierte praktische Rhetorik in der Hochschullehrerausbildung: ein Spiel oder die Herausforderung der Zeit
  • Traditionelle Methoden der Sprachvermittlung im Deutschunterricht und in der Deutschlehrerausbildung
  • Students’ Self-determined Motivation for Becoming a Physical Education Teacher
  • Developing Speciality-Related Language of Pre-service Educators: Experience, Challenges and Future Prospects
  • Kultur im Strom unserer Zeit
  • Training in Teaching Skills through Microteaching
  • The Blinding: an Image of Samson in the Old Testament and the Fine Arts
  • Transformation of Disability into Symbols: Blindness is a Symbol
  • Possibilities of Popular Music Application Enhancing Music Education in the Context of School Learners’ Socialisation
  • The Growth of Educational Researchers at Lithuanian University of Educational Sciences in 1990–2014
  • Autoren

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Vorwort des Herausgebers

Abstract

This volume presents a series of contributions from the XXth International Scientific Conference on >The Reform of Education and Teacher’s Training< on the topic >Strategies for Teacher Training: Concepts for Improving Skills and Quality of Teaching<, which was conceived and organized by the Ministry of Education and Science of the Republic of Lithuania, Lithuanian University of Educational Sciences (LEU) and Heidelberg University of Education (Germany). The main topics of the conference were educational quality standards of Higher and Secondary Education. This kind of quality management relies on the acquisition of interactive competence in socialization and the educational sector. The development of these basic skills is a prerequisite for achieving an identity in order to meet the challenges of our society in the coming decade.

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Der vorliegende Band dokumentiert eine Reihe von Beiträgen der XX. Internationalen wissenschaftlichen Konferenz (The 20th International Conference/XX-oji tarptautinė mokslinė konferencija) zur Bildungsreform und Lehrerbildung (The Reform of Education and Teacher’s Training/Švietimo reforma ir mokytojų rengimas) im Oktober 2014 in Vilnius mit der Thematik: Strategien der Lehrerbildung: Zur Steigerung von Lehrkompetenzen und Unterrichtsqualität (Strategies for Teacher Training: Concepts for Improving Skills and Quality of Teaching), die vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Litauen, der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften (Lithuanian University of Educational Sciences/Lietuvos edukologijos universitetas – LEU) in Vilnius und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Heidelberg University of Education), einer bildungswissenschaftlichen Hochschule mit universitärem Status, gemeinsam konzipiert und veranstaltet wurde. Zwischen beiden Institutionen wurde der seit 5. Oktober 1995 bestehende Kooperationsvertrag im Oktober 2013 erneuert und aktualisiert.

Der Band 31 veröffentlicht als Auswahl aus den vielen Grußwörtern seitens der Präsidentin der Republik Litauen Dalia Grybauskaitė, litauischen akademischen und wissenschaftlichen Bildungsinstitutionen und Lehrerweiterbildungsseminaren sowie Parlament, Ministerium für Bildung und Wissenschaft etc., das Grußwort der deutschen Botschafterin in der Republik Litauen, I.E. Jutta Schmitz, sowie das Grußwort der Pädagogischen Hochschule Heidelberg als auch ein im Namen der Ehrendoktoren verfasstes litauisches Grußwort anlässlich des 80-jährigen Bestehens (80th Anniversary Celebration of Lithuanian University of Educational Sciences/Lietuvos edukologinio universiteto 80-osios įkūrimo metinės) der Lehrerausbildung ← 13 | 14 → in Vilnius, das in einem Festakt der Universität am 16. Oktober 2015 in der Großherzoglichen Residenz seine Würdigung durch den Rektor und Mitglied der litauischen Akademie der Wissenschaften Algirdas Gaižutis, u.a. Ehrendoktor der Heidelberg University of Education, im Beisein der litauischen Bildungs- und Wissenschaftsministerin Audronė Pitrėnienė sowie ihres Vizeministers, zahlreicher Abgeordneter des Seimas, Vertreter des Wissenschaftsrates und verschiedener Bildungsinstitutionen des Landes, nicht zu vergessen die Anwesenheit der Rektoren von litauischen Universitäten – im Talar –, erfuhr. Ebenso waren Rektoren oder deren Vertreter von Universitäten, mit denen Kooperationen bestehen, anwesend.

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Umrahmt wurde der Festakt durch die vorab am Morgen des 15. Oktober 2015 stattfindende Nationale wissenschaftliche Konferenz (National Scientific Conference „Challenges of Time to Education of Lithuania“/Nacionalinė mokslinė konferencija „Laiko iššūkiai Lietuvos švietimui“. Auch diese Beiträge sind in diesem Band in Auswahl enthalten.

Die jährlich stattfindenden Tagungen in Form eines gemeinsamen Diskurses und mehrerer Workshops unter der besagten Prämisse Bildungsreform und Lehrerbildung, die vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Litauen, der LEU und der Heidelberg University of Education gemeinsam seit 2003 konzipiert werden, stellen die Verknüpfung der Hochschul- und Schulbildung unter Rekurs der von Humanismus geprägten Tradierungen im Hinblick einer reflexiv-modernen Bildungswissenschaft in den Fokus, will sagen: wie gestaltet sich eine humane differenzierte handlungsorientierte Schulbildung im Hinblick auf die Herausforderungen der Gesellschaft des kommenden Jahrzehnts (Perspektivenwechsel im Bildungs- und Erziehungssektor). Zu dieser Thematik diskutieren in Vilnius Wissenschaftler, praktizierende Pädagogen und Mitglieder von internationalen Bildungsorganisationen. Behandelt wurden im letzten Jahr die wichtigsten aktuell anstehenden Fragen, so die fortschreitende Reformierung des Studiums und die Formulierung von Bildungsstandards, Lehrkompetenzen und Fragen der Unterrichtsqualität im Hinblick auf besagte Neuorientierung sowie die Umstrukturierung des Studiums an die Anforderungen internationaler Qualifikationen, z.B. Baccalauret, Bachelor, Magister, Master, Promotion. So hat auch der ehemalige Senatsbeauftragte (1995–2012) und Herausgeber dieses Bandes bis dato eine große Anzahl von Magisterarbeiten, Promotionen und Habilitationen begutachtet sowie eigene Doktoranden bis dato betreut. ← 14 | 15 →

Die Entwicklungsstrategie der LEU bis zum Jahre 2020 sieht als ‚Vision‛ eine Ausbildung von wissenschaftlichen Kompetenzen, die den internationalen Bildungs- und Qualitäts-Standards entsprechen, d.h. die Absolventen/innen in den Studiengängen Baccalaureus/Bachelor, Magister/Master und Promotion durchlaufen Module, die der Gestaltung der (Zivil-)Gesellschaft sowie dem Schaffen und Verbreiten von wissenschaftlichen Kenntnissen und Kulturwerten geschuldet sind, zugleich aber auch – damit verknüpft – Persönlichkeitsentwicklung im Sinne von impliziter als auch expliziter Identitätsbildung implizieren. Dieses Qualitätsmanagement setzt somit den Erwerb interaktiver Kompetenzen im Bildungs-, Erziehungs-, Enkulturations- und Sozialisationsbereich voraus.

Leitziel ist die Heranbildung einer urteilskräftigen, divergierend sowie konkludent denkfähigen, vielschichtig qualifizierten, den globalen Standards entsprechenden jungen Generation im Bereich Bildung, Wissenschaft, Kultur…, das kritisch-konstruktive Gestalten und Disseminieren dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse und Kulturwerte, die im Keuppschen Diktum (2005) letztlich zur ‚reflexiv-modernen’ Bildung und Erziehung sowie Enkulturation als Fundament sozialer Kompetenz, Persönlichkeitsfindung und ‚fluiden’ Soziabilisierung einer auf Erfahrung sich wandelnden Gesellschaft nachhaltig führen.

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Um dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht zu werden, bemüht sich die LEU durch konkrete Aktivitäten und mithilfe verschiedener Foren das gesetzte Ziel zu erreichen. Als ein wichtiger Schritt für die Erreichung dieser hochgesteckten Eckpunkte dienen besagte internationale Konferenzen in allen Fakultäten, deren Teilnehmer ihre Bemühungen als Spurensuche für eine Vervollkommnung der Lehrerbildung und des ganzen Bildungssystems in Litauen verstehen.

Die LEU und ihre ausländischen Kooperationspartner haben auf beiden Konferenzen die Bildungswissenschaftler und Erziehungspraktiker zur Meinungsbildung der aktuell anstehenden Probleme aufgerufen: Verknüpfung der Hochschul-/Schulbildung im Hinblick auf die Anforderungen der Zivilgesellschaft, Tradition und Perspektivenwechsel sowie die Diskussion von hochschul- und schuldidaktischen Arbeitsformen.

Auf den früheren Konferenzen, die gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Litauen und den ausländischen Partnern veranstaltet wurden, hat man bereits intensiv aktuell anstehender Fragen zugewandt, wie Humanismus, Demokratie und Zivilgesellschaft, Autonomie von Universität ← 15 | 16 → und Schule, Erziehungswandel, Perspektivenwechsel, Wissenschaft – Studium – Schule, Bildungsstandards, Heranbildung einer Informationsgesellschaft/moderne Technologien, Kultur-, Qualitäts- und Bildungsmanagement.

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Die Ergebnisse der Konferenzen wurden stets in umfangreichem Maße publiziert, u.a. in der litauischen Zeitschrift Pedagogika, im Internet und besonders interessierende Forschungsergebnisse seit 1999 in der Reihe „Baltische Studien zur Erziehungs- und Sozialwissenschaft“, wobei die lettischen Kollegen/innen bisher keine eigenen Bände herausgegeben haben.

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Die XX. Internationale Konferenz war auch den Fragen der Effektivität und Perspektiven gemeinsamer Zusammenarbeit gewidmet, d.h. im vorliegenden Band wird wiederum das Ziel verfolgt, die Überlegungen und Gedanken litauischer Wissenschaftler und Pädagogen den ausländischen, insbesondere deutschen Erziehungswissenschaftlern diskursiv näher zu bringen und somit die internationalen Bemühungen in Ost und West zu aktivieren, um die Effektivität der Lehrerbildung und die Qualitätsstandards zu steigern, aber auch den Kooperationspartnern erfahrungswissenschaftliche Anregungen mit auf den Weg zu geben. Eine Symbiose lebt nur auf der Grundlage gegenseitigen Gebens und Nehmens. ← 16 | 17 →

Vermittlungsqualität von Bildung hängt zuvörderst von der Professionalisierung der Pädagogen/innen ab, von ihrer Befähigung, nicht nur Weisheit als Kardinaltugend im aristotelischen Duktus zu vermitteln, sondern auch sittlich-kulturelle Reife zur Unterstützung der Identitätsförderung und -entwicklung, der Soziabilisierung des Bürgers/der Bürgerin in einem modernen demokratischen Staatsgefüge. Dies basiert auf historischem Hintergrund und dient der Bildungsinnovation gegenwärtiger Forschung, der Umsetzung von internationalen Erfahrungen in einem Land, das neue Wege beschreitet und globale Reputation erwirbt.

Saulius Ikamas: Vilnenser Türme (1992). Lithographie. Archiv: von Carlsburg

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Ansicht von Vilnius. Stahlstich (19. Jahrhundert). Archiv: von Carlsburg

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Der Erfolg der Lehrerbildung ist mit der Einstellung der zukünftigen Lehrer/innen zu ihrem Studium unter dem Blickpunkt unterschiedlicher Aspekte verknüpft. Es werden Veränderungen in der Lebensweise der Studierenden beobachtet. Da die Lebenseinstellung und die Gesundheit eines Individuums gedeihlicher Bestandteil der ganzen Gesellschaft ist, wurde auf der Konferenz im Dezember 2014 auch akzentuiert, dass der Sport-/Gesundheits-/Freizeitpädagogik mehr Aufmerksamkeit und Zeit zuteil werden sollte, nicht nur der Körperkultur, die allein an der LEU Beachtung findet.

Folgende Wokshops verdienen Erwähnung unter dem breiten Angebot von Vorträgen im Hinblick auf die Thematik dieses Bandes:

  1. Faktoren, die die Bildungsqualität beeinflussen: gesellschaftliche und bildungspolitische Probleme und reale Veränderungsmöglichkeiten.
  2. Probleme der Sozialisierung: Lösungsmöglichkeiten in der gegenwärtigen Bildungslandschaft und Gesellschaft.
  3. Qualifizierung und Kompetenzen der Hochschullehrer (Wesen, Standard, Struktur, Kriterien, Weiterbildung).
  4. Studieninhalt und -qualität in der Lehrerbildung.
  5. Probleme der universitären Didaktik und Suche nach Lösungen.
  6. Erziehungstheorie und -praxis.
  7. Erziehungsinhalte im Bereich spezieller und (Fach-)Didaktik/-wissenschaft (Sprache, Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Kunst, Technologien) und Lehrerbildung.
  8. Stellenwert der modernen Technologien im Bildungssystem.
  9. Erziehungsprinzipien und -werte, das psychische Milieu der Schulgemeinschaft, Zusammenwirken von Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten für eine zukünftige Bildungsplanung.

Im Zentrum aller Bildungskonzepte, die die Idee der menschlichen Freiheit widerspiegeln, steht die Stärkung der Persönlichkeitseigenschaften, darunter auch die der Selbstständigkeit, Denk-/Urteilskraft, der Hinführung zu Autonomie.

Folgende Fragestellungen wurden in den Vorträgen vertieft: Internalisierung der Geistes- und Kulturwerte von Jugendlichen und die Verbreitung dieser Werte; Einfluss ethno-kultureller Kenntnisse und Fähigkeiten auf die sozio- und multikulturelle Inklusion der Schüler/innen (insbesondere in den MOE-Staaten); Bildungsgehalt und Erziehungsinhalt sowie didaktische Konzeption der einzelnen Unterrichtssequenzen (Voraussetzungen der sozio-kulturellen Integration im Unterricht, Wandel des Erziehungsprozesses…).

Es wurde akzentuiert, dass nicht nur allein die fachwissenschaftliche Gelehrsamkeit einen sogenannten ‚guten’ Lehrer auszeichnet, sondern gerade die Lehrkunst, die optimale Vermittlung und Aufbereitung des Stoffes nach reflexiv-modernen Lehrstrategien. Ein weiterer Schwerpunkt war der Professionalisierung des Lehrberufs aller Bildungsinstitutionen gewidmet. ← 18 | 19 →

Lithuanian University of Educational Sciences – Lietuvos edukologijos universitetas (LEU)

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Vilnenser Schloss (Rekonstruktion 2009), Kasimir-Kapelle der Kathedrale St. Stanislaus & St. Ladislaus (Neubau im Klassizismus 1801). Archiv: von Carlsburg

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Alle Referenten/innen aus der Wissenschaft, Fachdidaktik und Praxis unternahmen den Versuch, aus ihrer Sichtweise das Thema Zur Steigerung von Lehrkompetenzen und Unterrichtsqualität im Kontext des Heranwachsens einer Bürgergesellschaft zu erörtern.

Vilnius, Mitte Hintergrund: Aušros vartai (1514), Tor der Morgenröte, weltbekanntes katholisches Heiligtum mit dem wundertätigen Bild der Barmherzigen Muttergottes (um 1600–1625) – die Madonna von Vilnius – in der Torkapelle, errichtet als Stadttor zusammen mit der Stadtmauer (1503–1522), Vordergrund links: Kirche St. Theresa (1633–1650) und das Kloster der Unbeschuhten Karmeliten (1621–1627), die Bierbrauer und Kerzengießer waren. Archiv: von Carlsburg

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„Wahre Contrafactur der Chủrfürstlichen Statt Heidelberg, vnd wie dieselbige von General [Graf Johann T’Serclaes von] Tillÿ Belägert vnd eingenohmen worden Anno 1622.“ Schloss Heidelberg war die Residenz des Pfalzgrafen Friedrich V., Kupferstich (ca. 1630) von Matthäus Merian d.Ä. (1593–1650), erstmals 1635 im Theatrum Europaeum, Legende: „Designation der ziffern. 1. Das Schloß. 2. de Newe Garten. 3. Heÿlig Geyst Kirch. (…) 17. der Marstall. (…) 19. der Tillischen General=Sturm. (…)“, Ziffern 1–20. Archiv: von Carlsburg

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Alle genannten Aspekte sind wichtiger Bestandteil zur Vervollkommnung der Lehrerbildung und Weiterentwicklung der Bildungsreform auch im Hinblick einer Entdeckung von Prosperität und Lebensqualität.

Gewünscht wurde hierbei der intensive Gedankenaustausch an Erfahrungen mit ausländischen Kollegen, aufgeworfen wurde zudem die Frage der eng mit dem Strategieprozess verwobenen Soziabilisierung der Hochschullehrer/innen als auch der Studenten/innen durch Studienaufenthalte an ausländischen Universitäten.

Der Erziehungserfolg hängt zum großen Teil vom Engagement und Berufsethos der Pädagogen/innen als auch von den Erfahrungen im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und der Gesellschaft ab, wie TIMSS, PISA und IGLU eindeutig bestätigen. Auch Litauen hat sich dieser Kriterien angenommen und die PISA-Ergebnisse, die auch Erörterungsbasis waren, verbessert. ← 21 | 22 →

Blick auf das Heidelberger Schloss. Archiv: von Carlsburg

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Heidelberger Schloss von Osten, „SCENOGRAPHIA HORTVS PALATINVS A FREDERICO V. ELECTORE PALATINO HEIDELBERGÆ EXSTRVCTVS. 1620.“ (Wenzel Hollar [1607–1677] um 1690), Radierung nach Matthäus Merian d.Ä. (1620), aus: Braun, Georg u.a. (1657). Urbium totius Germaniae superioris (…), Amstelodami apud Johannem Janssonium, Architekt: Salomon de Caus nach Jacques Fouquières vor 1620, 4 Platten, verbunden als Faltblatt, hier: „PROSPECT Des Churfürstlichen Pfältzischen RESIDENT Schlosses und Lústgartens zú Heidelberg.“ Archiv: von Carlsburg

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Reform der Lehrerbildung

Die Reformierung der Lehrerbildung bleibt gerade im Hinblick auf neue Studienkonzepte nicht nur in mittel- und osteuropäischen Ländern, sondern auch in der Bundesrepublik Deutschland ein aktuelles Thema, hält man in diesem Bundesstaat immer noch an der zweiphasigen Lehrerbildung fest, was für Litauen undenkbar scheint – zusammen mit Österreich eine eigene europäische Spezies. Ein Erfahrungsaustausch mit mehreren Vertretern/innen westeuropäischer Universitäten und Lehrerbildungseinrichtungen fand als „hidden curriculum“ am Rande der Tagung statt, angestoßen durch den Bologna-Prozess mit den Bachelor-/Masterstudiengängen, die auch ein Umdenken in der bisherigen Lehrerausbildung Litauens erforderlich machten. Auf besonderes Interesse stieß der Masterstudiengang in Bildungswissenschaften.

In der Konferenz wurden auch neuere Forschungsergebnisse vorgestellt, die verschiedene Lehr-/Lernetappen sowie soziologische als auch sozial-psychologische Kompetenzen tangieren. Im Kontext der litauischen Bildungsreform sind besagte Forschungsbeiträge zum Bildungsmanagement sowie Sozialpsychologie als auch empirischer Bildungsforschung und deren Auswirkungen auf die Jugend von nicht zu vernachlässigender Bedeutung.

Matthäus Merian d.Ä. (1645). – „Das ChủrFủrstliche Pfältzische Schloß vnd Gartten, Zu Haӱdelberg. ủon Mitternacht an zủsehen.“ Erstmals in: Zeiller, Martin/Merian, Matthäus (Hrsg.) (1645). Topographia Palatinatus Rheni et vicinarum Regionum, Frankfurt a.M., verlegt von Matthäus Merian d.Ä. (ca. 1672). Archiv: von Carlsburg

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So erprobte man in Litauen zwei Modelle der universitären Ausbildung und entschloss sich letztlich für das zweite Modell:

  1. ein Aufbaumodell, d.h. die Studenten/innen erwerben zuerst Fachkenntnisse – und erst dann erfolgt das Studium der pädagogischen und psychologischen Fachrichtungen;
  2. ein Parallelmodell, das der langjährigen Tradition der Lehrerbildung in Litauen entspricht, wobei der Erwerb der Fachkenntnisse gleichzeitig mit dem Studium der pädagogischen und psychologischen Fächer verläuft.

Die Auswahl kann nur einen facettenhaften Überblick vermitteln und motivieren, an der jährlich stattfindenden Internationalen Konferenz selbst aktiv teilzunehmen, um aus eigener Perspektive den politischen und erziehungswissenschaftlichen Paradigmenwechsel aus globaler Sichtweise zu erörtern.

Es bleibt zu hoffen, dass diese und auch weiterführende Gedankengänge in den dargebotenen Beiträgen Anstöße zum Weiterentwickeln von Konzepten und Bildungsprozessen leisten, dass der Band auch Neues an Informationen geben wird. Das Spektrum der insbesondere von litauischen Autoren gewählten Themen gestaltet sich sehr mannigfaltig: Es reicht von Fragen des Managements bis hin zu Forschungsberichten unter erziehungswissenschaftlichen, psychologischen und soziologischen Aspekten; aber insbesondere wurden auch Probleme der Qualitätsstandards erfasst. Die meisten vorgestellten litauischen Beiträge analysieren Probleme, die für einen Paradigmenwechsel Litauens aktuell sind.

Seit Mai 1994 besteht besagter Transfer in der Lehrerbildung zwischen Heidelberg und Vilnius, wobei am 6. Oktober 1995 in Vilnius der Kooperationsvertrag geschlossen wurde, der den Austausch von Dozenten und Studenten beinhaltet und die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen bis hin zum Promotionsstudium.

Heidelberg University of Education (Altbau um 1915). Archiv: von Carlsburg

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Somit entwickelte sich die Kooperation mit Heidelberg für litauische Lehrende und Studierende nicht nur als beliebtes touristisches Ziel, sondern die Alma mater paedagogensis wurde zu einem sehr begehrten Studienort. Es sind insbesondere die Praktika an den litauischen Schulen bei den Heidelberger Studierenden sehr begehrt; hier war über 20 Jahre die Nachfrage stets größer als von Seiten der litauischen Praktikanten. Umgekehrt gestaltete sich das Verhältnis bei den Erasmus-Studierenden.

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Durch den interkulturellen Transfer auf der Mikroebene sind Menschen in persönlicher und dienstlicher Sphäre zusammengeführt worden; wertvolle Freundschaften entstanden, die weiter vertieft wurden, und neue Bindungen beruflich und privat sind schon ein Stück Alltag geworden.

Die XX. Internationale Tagung wurde vorbereitet durch folgende Komitees:

Präsidium/Conference chairs
Vorsitzende des Präsidiums:

Akademiker Algirdas Gaižutis, Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Rektor der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften
Mitglied der Litauischen Akademie der Wissenschaften

Gerd-Bodo von Carlsburg, Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Pädagogische Hochschule Heidelberg – University of Education
Institut für Erziehungswissenschaft ← 25 | 26 →

Wissenschaftliches Komitee/Scientific Committee

Vorsitzende/Chairperson:

Marijona Barkauskaitė, Prof. Dr.,
Vorsitzende des Promotionsausschusses
Litauische Universität für Bildungswissenschaften
Institut für Bildungswissenschaft

Stellvertretende Vorsitzende/Deputy Chairs:
Thomas Vogel, Prof. Dr.
Päd. Hochschule Heidelberg – University of Education
Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft
Senatsbeauftragter für die Kooperation mit der Litauen

Ona Monkevičienė, Prof. Dr.
Litauische Universität für Bildungswissenschaften
Dekanin der Fakultät für Pädagogik und Psychologie
Institut für Erziehungswissenschaft
Lehrstuhl für Frühe Kindheit ← 26 | 27 →

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„SERENISS·POTENTISS·PRINCIPI·FRIDERICO·BOHEM·REGI·COM·PAL·RHEN·S·ROM·IMP· ELECT·DUCI·BAVA·MAR·MOR·SILESiT (…) Matthaeus Merianus. 1620“ (Kupferstich), Nr. 1. Schloss, 11. Heiliggeistkirche, 20. Churfürstlicher Marstall, 34. Dominikanerkirche. Ansicht der Stadt Heidelberg von Norden. Archiv: von Carlsburg

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Heidelberg, im Mai 2016
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I.E. Jutta Schmitz

Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Litauen

Grußwort zum 80-jährigen Bestehen der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften

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Die Beziehungen zwischen Deutschland und Litauen gründen auf festen, historischen Fundamenten und sind daher auch heute in allen Bereichen – seien es Politik, Wirtschaft/Handel oder Kultur/Bildung – ausgesprochen eng, vertrauensvoll und konstruktiv.

Dies gilt in besonderem Maße für die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Sie profitiert nicht alleine von der heutigen engen Partnerschaft beider Staaten in der Europäischen Union, sondern v.a. auch von den aktiven Kooperationsprogrammen zahlreicher Schulen und Hochschulen, die über die Jahre hinweg in gemeinsamem Engagement entstanden sind und sukzessive weiter vorangetrieben und ausgebaut werden.

Die Kooperation zwischen der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg – University of Education steht exemplarisch für diesen gemeinsamen Ansatz, der kaum größere Aktualität und Relevanz besitzen könnte. Gerade die Herausforderungen der Globalisierung machen den Erfahrungsaustausch und die praxisorientierte Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbarer und notwendiger denn je. Es gilt, junge Menschen bereit zu machen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit seinen globalen Märkten und seiner Kommunikation in Echtzeit. Hierzu leisten auch die „Baltischen Studien zur Erziehungs- und Sozialwissenschaft“ ihren Beitrag.

Der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften zu ihrem 80-jährigen Jubiläum und den Herausgebern der Reihe sowie Festschrift, stellvertretend Prof. von Carlsburg, möchte ich vor diesem Hintergrund meine tiefempfundene Hochachtung und Gratulation aussprechen. Dem Jubiläumsband selbst wünsche ich ebenso aufmerksame wie sachkundige Leser. ← 29 | 30 →

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Prof. Dr. Hans-Werner Huneke
Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg – University of Education

Prof. Dr. Thomas Vogel
Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft

Grußwort zum 80. Jubiläum der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften

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Zum 80. Jahrestag der Gründung gratulieren wir als Partneruniversität der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften ganz herzlich. Unsere Grüße sind mit dem tiefen Wunsch verbunden, dass die Partnerschaft zwischen unseren beiden Hochschulen auch in Zukunft ein wichtiger Baustein in der gemeinsamen Arbeit bleibt. Unsere Hochschulen verbindet mittlerweile eine lange Zeit der wissenschaftlichen Zusammenarbeit, des Studentenaustauschs, der Kooperation in wissenschaftlichen Projekten und bei Publikationen bis hin zu persönlichen Freundschaften einzelner Mitarbeiter. Betrachtet man die 80-jährige Geschichte der Universität für Bildungswissenschaften, so begleitet uns die Zusammenarbeit mittlerweile genau ein Viertel dieser Zeit und hat ebenfalls ein Jubiläum zu feiern. Vor 20 Jahren, am 6. Oktober 1995, haben Rektor Pakerys und Rektor Schwinger den ersten Kooperationsvertrag zwischen beiden Universitäten unterzeichnet. Die Partnerschaft mit der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften hier in Vilnius ist für die Pädagogische Hochschule Heidelberg eine der aktivsten internationalen Kooperationen, die wir auch in Zukunft aufrechterhalten und ausbauen wollen.

Jubiläen sind oft ein geeigneter Anlass, auf die Geschichte einer Institution und einer Partnerschaft zurückzublicken und in die Zukunft zu schauen. Während ihrer ← 31 | 32 → 80-jährigen Existenz hat die Litauische Universität für Bildungswissenschaften unter Kriegen gelitten, hat Zeiten der Besetzung und der Unterdrückung durchlebt und an den vielfältigen Umbrüchen bis hin zur Wende im Jahre 1990 teilgenommen. Die akademische Gemeinschaft dieser Universität hat die Entwicklung des pädagogischen Denkens allen Widernissen zum Trotz in diesen Zeiten ständig und nachhaltig gefördert.

Ihre Universität wurde 1935 gegründet, in einer Zeit, als Deutschland von den Nationalsozialisten regiert wurde und die Gedanken und das Wirken von uns Deutschen nicht auf Kooperation sondern auf Konfrontation gerichtet war. Wir Deutschen tragen eine große Schuld daran, dass Europa den größten Teil des 20. Jahrhunderts Kriege geführt hat und geteilt gewesen ist. Kooperationen zwischen einzelnen Institutionen der beiden Blöcke in Ost und West waren in den Jahren der Ost-West-Konfrontation nicht oder nur unter schwierigsten Umständen möglich. Wie glücklich können wir uns deshalb heute schätzen, dass wir diese tragische Zeit hinter uns haben? Wir sollten diese Epoche niemals vergessen und sie immer wieder als Auftrag für die Zukunft betrachten. Der Austausch zwischen Institutionen, die Begegnung der Menschen und deren Zusammenarbeit, wie sie unsere beiden Universitäten verbindet, ist eine wichtige Voraussetzung für Völkerverständigung und dafür, dass Kriege verhindert und Konfrontationen, wenn sie dann entstehen, möglichst schnell überwunden werden. Deshalb geht es, wenn wir an die Zukunft der Kooperation unserer beiden Universitäten denken, immer auch um einen Beitrag zum Erhalt des Friedens.

Erlauben Sie mir auch einen kurzen Blick in eine mögliche Zukunft unserer Kooperation. Die Arbeit der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften konzentriert sich heute darauf, junge Menschen auf ihre Berufstätigkeit vorzubereiten und sie zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu erziehen. Wenn man sich die Frage stellt, welche Funktion hierbei die Kooperation unserer Universitäten übernehmen kann, so stößt man sehr schnell auf das Stichwort „Globalisierung“. Eine zunehmende Globalisierung der Lebenswelt der Lernsubjekte verändert und prägt die Bedingungen des Aufwachsens von Menschen und verlangt nach einem neuen bildungstheoretischen Diskurs. In nahezu allen Praxisfeldern erwachsen der Erziehungswissenschaft deshalb heute im Spannungsfeld der Globalisierung vielfältige Aufgaben. Gegenwärtig dominieren in vielen nationalen Bildungsdebatten um die Globalisierung solche Anstrengungen, die Menschen und Curricula auf den globalen ökonomischen Konkurrenzkampf vorzubereiten und die Bildungssysteme neoliberalen Marktmechanismen zu unterwerfen. Aber wir dürfen der Ökonomie nicht in allen Feldern menschlichen Zusammenlebens die Gestaltungsmacht überlassen. Vielmehr müssen die Erziehungswissenschaften auch an der Entwicklung tragfähiger Prinzipien, Strukturen und Praktiken zur Überwindung der globalen sozialen und ökologischen Probleme mitwirken. Um auf diesen Gebieten Fortschritte zu erwirken, sollten wir unsere forschungsorientierte Kooperation weiterentwickeln. Insbesondere sollten wir weiterhin daran arbeiten, die Anzahl der Personen (Lehrende, Studierende und Graduierte) zu steigern, die aktiv an unserer Kooperation teilnehmen. Der persönliche Kontakt zwischen Menschen kann durch nichts ← 32 | 33 → ersetzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Qualität der Kooperation zwischen Institutionen mit der Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen steht und fällt.

Heute gibt es aber zusätzlich zum persönlichen Kontakt durch das Internet technische Kommunikationsmöglichkeiten, die eine internationale Kooperation unterstützen können. Die nachwachsende Studentengeneration kommuniziert heute über soziale Netzwerke und andere Plattformen. Wir sollten in Zukunft verstärkt darüber nachdenken, wie wir elektronische Medien künftig für die Kooperation unserer Universitäten noch besser nutzen können. Auch die Herausgabe einer wissenschaftlichen Online-Zeitschrift zur Publikation erziehungs- und sozialwissenschaftlicher Beiträge beider Hochschulen wäre eine Möglichkeit, unsere Kooperation auf wissenschaftlichem Gebiet weiter zu vertiefen.

Es gibt also noch reichlich zu tun. Und es gibt sehr gute Gründe, dabei weiter gemeinsam vorzugehen und zu kooperieren – im Interesse und zum Wohl von Studierenden, von wissenschaftlichen Nachwuchskräften, von Lehrenden und Forschenden in Vilnius und in Heidelberg. ← 33 | 34 →

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Gerd-Bodo von Carlsburg

Universiteto garbės daktaras

Details

Seiten
657
ISBN (ePUB)
9783631693254
ISBN (PDF)
9783653067057
ISBN (MOBI)
9783631693261
ISBN (Hardcover)
9783631673942
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (August)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 657 S., 117 s/w Abb., 19 Tab.

Biographische Angaben

Gerd-Bodo von Carlsburg (Band-Herausgeber:in)

Gerd-Bodo von Carlsburg ist Professor für Pädagogik in Heidelberg und mehrjähriger Gastprofessor in Vilnius (Litauen). Er veröffentlicht zu Allgemeiner Pädagogik, Schulalltag, Schultheorie sowie Geschichte der Pädagogik und ist Ehrendoktor der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften in Vilnius und der Universität Tallinn (Estland).

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Titel: Strategien der Lehrerbildung / Strategies for Teacher Training