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Vom Wort zum Gebrauch

Wortbedeutung und ihre Eingebundenheit in Diskurse

von Pawel Bąk (Band-Herausgeber:in) Boguslawa Rolek (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 348 Seiten

Zusammenfassung

Die Beiträge dieses Buches untersuchen die Vielfalt der Herangehensweisen an die diversen Erscheinungsformen von Sprache, an das Wort und die Wortsemantik sowie an den Gebrauch von Sprache. Der Band enthält Arbeiten, die linguistische Fragestellungen zu sprachsystematischen Aspekten der Wort-, Satz-, Text- und Diskursebene behandeln sowie Perspektiven eröffnen, um diverse Aspekte von Sprache in einem über diese Domänen hinausgehenden Rahmen zu betrachten. Die Beiträger diskutieren Fragen der lexikalischen Semantik, Pragmalinguistik, Morphologie und der Lexikographie. Das Buch setzt seine Schwerpunkte neben der Wortsemantik auf die Eingebundenheit lexikalischer Bedeutungen in registerspezifische Diskursmuster, öffentliche, interpersonelle und geschäftlich-beruflich orientierte Diskurse.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Herausgeberangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Geleitwort (Andreas Musolff)
  • Einleitung
  • I. Wort
  • Die Wortsemantik – kontextabhängig oder kontextstiftend? Unter besonderer Berücksichtigung der Modalverbsemantik (Michail L. Kotin)
  • Bedeutung und Sinn von Adjektiven. Eine gebrauchstheoretisch und frame-semantisch fundierte Analyse von neu (Georg Weidacher)
  • Axiologische Wissensformanten bei der Erkenntnis- und Übersetzungsarbeit. Empirische Belege zur Wertungsfähigkeit und -arbeit bei der Konstitution der ‚byzantinischen‘ Fachneologismen (Grzegorz Pawłowski)
  • The semantics of the verbal prefix o(b)- in Croatian, and challenges of a corpus-based study (Ljiljana Šarić)
  • II. Wort in Relationen
  • Kommunikativ-kulturelle Praktiken im postdigitalen Zeitalter (Ewa Żebrowska)
  • Stereotype Aussagemuster und ihre semantische Analyse anhand frühneuzeitlicher Hexenverhörprotokolle aus Grünberg in Niederschlesien (Jarochna Dąbrowska-Burkhardt)
  • Gerichtsurteil als Text oder vom Wort zum Gerichtsurteil (Alena Ďuricová)
  • Kollokationen in einem mehrsprachigen Fachwörterbuch. Dargestellt am Beispiel des Wörterbuches der Fußballsprache (Kornelia Kołupajło, Janusz Taborek)
  • Ausgewählte deutsche Individualbezeichnungen für bekannte Personen im Lichte ihrer Kollokabilität (Marcelina Kałasznik)
  • Vom Wort zur Wortverbindung. Das Konzept Armut im öffentlichen Diskurs (Bogusława Rolek)
  • III. Wort im Gebrauch. Spezifika der Diskurse
  • Sagen Gesten mehr als Worte? Partnerorientierung im aggressiven Miteinander zwischen Adressatenzuschnitt und Akkommodationsprozessen (Silvia Bonacchi)
  • Firmen im deutschen Mediendiskurs. Eine diskurslinguistische Analyse am Beispiel von Lidl (Roberta V. Rada)
  • Die Sprechenden und Angesprochenen. Zur Strategie der Hinwendung in asymmetrischen Diskursen (Paweł Bąk)
  • Symbolisches Gleichgewicht und internationales Beziehungsmanagement. Eine linguistische Analyse des Briefes der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe aus dem Jahre 1965 (Waldemar Czachur)
  • Conceptual metaphors structuring the process of ‘business communication’ (Marcin Grygiel)
  • Zur Beziehungsgestaltung in den deutschen Absageschreiben auf Bewerbungen (Joanna Szczęk)
  • Vom Sprechdenken zum Vortragen. Wissenschaftstheoretische Grundlagen von Sprechdenkprozessen und die rhetorische Redepraxis in der Fremdsprache Deutsch (Beata Grzeszczakowska-Pawlikowska)
  • Selbstdarstellungstechniken im Pressediskurs. Eine kontrastive Analyse anhand der Tageszeitungen BILD-Zeitung und FAKT (Kinga Zielińska)
  • Autorinnen und Autoren
  • Reihenübersicht

Paweł Bąk / Bogusława Rolek (Hrsg.)

Vom Wort zum Gebrauch

Wortbedeutung und ihre Eingebundenheit
in Diskurse

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Herausgeberangaben

Paweł Bąk forscht und lehrt an der Universität Rzeszów. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kontrastive Linguistik, Diskursanalyse, Pragmalinguistik und Translatorik.

Bogusława Rolek forscht und lehrt an der Universität Rzeszów. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Fachsprachenlinguistik, Kontrastive Textlinguistik, Diskursanalyse, Translatorik.

Über das Buch

Die Beiträge dieses Buches untersuchen die Vielfalt der Herangehensweisen an die diversen Erscheinungsformen von Sprache, an das Wort und die Wortsemantik sowie an den Gebrauch von Sprache. Der Band enthält Arbeiten, die linguistische Fragestellungen zu sprachsystematischen Aspekten der Wort-, Satz-, Text- und Diskursebene behandeln sowie Perspektiven eröffnen, um diverse Aspekte von Sprache in einem über diese Domänen hinausgehenden Rahmen zu betrachten. Die Beiträger diskutieren Fragen der lexikalischen Semantik, Pragmalinguistik, Morphologie und der Lexikographie. Das Buch setzt seine Schwerpunkte neben der Wortsemantik auf die Eingebundenheit lexikalischer Bedeutungen in registerspezifische Diskursmuster, öffentliche, interpersonelle und geschäftlich-beruflich orientierte Diskurse.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Inhaltsverzeichnis

Andreas Musolff

Geleitwort

Einleitung

I. Wort

Michail L. Kotin

Die Wortsemantik – kontextabhängig oder kontextstiftend? Unter besonderer Berücksichtigung der Modalverbsemantik

Georg Weidacher

Bedeutung und Sinn von Adjektiven. Eine gebrauchstheoretisch und frame-semantisch fundierte Analyse von neu

Grzegorz Pawłowski

Axiologische Wissensformanten bei der Erkenntnis- und Übersetzungsarbeit. Empirische Belege zur Wertungsfähigkeit und -arbeit bei der Konstitution der ‚byzantinischen‘ Fachneologismen

Ljiljana Šarić

The semantics of the verbal prefix o(b)- in Croatian, and challenges of a corpus-based study

II. Wort in Relationen

Ewa Żebrowska

Kommunikativ-kulturelle Praktiken im postdigitalen Zeitalter

Jarochna Dąbrowska-Burkhardt

Stereotype Aussagemuster und ihre semantische Analyse anhand frühneuzeitlicher Hexenverhörprotokolle aus Grünberg in Niederschlesien

Alena Ďuricová

Gerichtsurteil als Text oder vom Wort zum Gerichtsurteil←5 | 6→

Kornelia Kołupajło, Janusz Taborek

Kollokationen in einem mehrsprachigen Fachwörterbuch. Dargestellt am Beispiel des Wörterbuches der Fußballsprache

Marcelina Kałasznik

Ausgewählte deutsche Individualbezeichnungen für bekannte Personen im Lichte ihrer Kollokabilität

Bogusława Rolek

Vom Wort zur Wortverbindung. Das Konzept Armut im öffentlichen Diskurs

III. Wort im Gebrauch. Spezifika der Diskurse

Silvia Bonacchi

Sagen Gesten mehr als Worte? Partnerorientierung im aggressiven Miteinander zwischen Adressatenzuschnitt und Akkommodationsprozessen

Roberta V. Rada

Firmen im deutschen Mediendiskurs. Eine diskurslinguistische Analyse am Beispiel von Lidl

Paweł Bąk

Die Sprechenden und Angesprochenen. Zur Strategie der Hinwendung in asymmetrischen Diskursen

Waldemar Czachur

Symbolisches Gleichgewicht und internationales Beziehungsmanagement. Eine linguistische Analyse des Briefes der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe aus dem Jahre 1965

Marcin Grygiel

Conceptual metaphors structuring the process of ‘business communication’

Joanna Szczęk

Zur Beziehungsgestaltung in den deutschen Absageschreiben auf Bewerbungen←6 | 7→

Beata Grzeszczakowska-Pawlikowska

Vom Sprechdenken zum Vortragen. Wissenschaftstheoretische Grundlagen von Sprechdenkprozessen und die rhetorische Redepraxis in der Fremdsprache Deutsch

Kinga Zielińska

Selbstdarstellungstechniken im Pressediskurs. Eine kontrastive Analyse anhand der Tageszeitungen BILD-Zeitung und FAKT

Autorinnen und Autoren

←7 | 8→ ←8 | 9→

Andreas Musolff
University of East Anglia, Norwich (UK)

Geleitwort

„Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes „Bedeutung” – wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung – dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.“ (Philosophische Untersuchungen, § 41). Ludwig Wittgensteins berühmtes Diktum könnte als Motto des vorliegenden Bandes dienen, der das Verhältnis von Wort und Gebrauch von drei thematischen Hauptperspektiven, in verschiedenen Sprachen/Sprachvergleichen (mit dem Hauptfokus auf das Deutsche und den deutsch-polnischen Sprachvergleich) und mit einer Vielzahl von Methoden umkreist. Der erste Schwerpunkt ist die Wortsemantik: bereits hier wird deutlich, dass es nicht mehr nur die Umsetzung von pragmatischen Einsichten in die Kontextbedingtheit von Wortbedeutungen geht, sondern auch um die kontextstiftende Funktion (M. Kotin) letzterer, speziell von Modalverben, Adjektiven, Neologismen und Präfixen als Teil von semantischen Netzwerken. In den Beiträgen zum zweiten Schwerpunkt wird diese Sichtweise vertieft durch die detaillierte Untersuchung der Eingebundenheit lexikalischer Bedeutungen in registerspezifische Diskursmuster, z. B. in juristischen Textsorten (Verhör, Urteil), in Kollokations- und Kookkurenzmustern sowie in internetbasierten neuen sozialen Kommunikationsmedien (Stichwort: „Web.2“). Im dritten Teil stehen öffentliche, interpersonelle und geschäftlich-beruflich orientierte Diskurse im Vordergrund, wobei der Methoden- und Theorierahmen sich auch für Wissenschaftstraditionen außerhalb der Sprachwissenschaft im engeren Sinn öffnet. So werden soziologische und sozialpsychologische Konzepte wie rituelles Gleichgewicht, asymmetrische soziale Rollen, Höflichkeits- und Aggressionsstrategien verwendet und ihre sprachlich-translatorische, diskursiv-akkommodierende und multimodale Umsetzung aufgezeigt, z. B.

in historisch wichtigen deutsch-polnischen Versöhnungsdiskursen katholischer Bischöfe (1965 und 2009);

in multimodalen interpersonellen Aggressivitäts- und Submissivitäts-Strategien und in der Verwendung von Höflichkeitsformeln zur Abschwächung gesichtsbedrohender Effekte von Absageschreiben;←9 | 10→

im Einsatz von Firmennamen, Metaphern und Selbstinszenierungsstrategien von Unternehmen und Presseorganen in der öffentlichen Kommunikation und im Marketing;

in kommunikativ-rhetorischer Sprechdenk-Übung im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht.

Mit seiner breitgefächerten Themen- und Methodenkombination demonstriert der Band das enorme Erkenntnispotential, das durch die Theorieperspektive „vom Wort zum Gebrauch“ eröffnet wird, sowohl in der linguistischen und kommunikativen Analyse als auch in praktischen Anwendungen, insbesondere in der Sprachdidaktik, in Übersetzung und Lexikografie/Terminologie.

Bibliographie

Wittgenstein, Ludwig (1977): Philosophische Untersuchungen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.←10 | 11→

Einleitung

Der Band enthält Arbeiten, die linguistische Fragestellungen zu sprachsystematischen Aspekten der Wort-, Satz- und Textebene behandeln sowie Perspektiven eröffnen, um diverse Aspekte von Sprache in einem über diese Domänen hinausgehenden Rahmen (Sprache im Gebrauch) zu betrachten.

Für eine konstruktive Betrachtung von sprachlichen Phänomenen und Kategorien ist die Anwendung von Ansätzen und methodologischen Zugängen aufschlussreich, die der Relevanz von untersuchten Charakteristika und den Zielsetzungen der jeweiligen Arbeit entsprechen. Neben sprachsystematischen Bereichen sind in den vorliegenden Beiträgen daher auch pragma- und soziolinguistische Blickwinkel vertreten. Letztere betreffen die Vielfalt an Modalitäten der Präsenz von sprachlichen Erscheinungen in Diskursen, ihre Realisierung sowie Probleme der metalinguistischen Verortung. Die Beiträge sind somit einem breiten Spektrum von Themen auf dem Gebiet der Linguistik, auch der sprachtheoretischen Reflexion gewidmet.

Das Konzept der Veröffentlichung entspringt der Erfahrung einer Vielfalt von Herangehensweisen an die Sprache, in deren Rahmen die Sprache auf diverse Weisen definiert wird. In Abhängigkeit von der linguistischen Tradition werden verschiedene sprachliche Erscheinungsformen mit dem Terminus Sprache bezeichnet.

In sprachsystematisch angelegten Beiträgen wird nach der Bedeutung von Wörtern in den einzelnen lexikalischen Einheiten, auf morphologischen, syntaktischen und textuellen Ebenen und in Verbindung von lexikalischen Einheiten zu größeren Komplexen gesucht, die fernerhin in lexikographischen Werken erfasst werden. Andere Forscher richten ihr Augenmerk auf die Text- und Diskursebene und beobachten, wie „Wortbedeutungen in Wortsinn, Sätze in Äußerungen und Texte in Sprechakte umgewandelt [werden].“ (M. Kotin in diesem Band)←11 | 12→

Im Band soll der Vielfalt von Herangehensweisen an die unterschiedlich wahrgenommenen Erscheinungsformen von Sprache, an das Wort und die Wortsemantik sowie an den bewussten Gebrauch von Sprache Rechnung getragen werden. Es werden daher Fragen der lexikalischen Semantik, Morphologie, Lexikographie, der sprechhandlungstheoretisch orientierten Text- und Diskurslinguistik sowie der Schnittstelle Semantik und Pragmalinguistik diskutiert.

Im Zusammenhang mit der Schnittstelle der Pragmalinguistik, der Sprechhandlungstheorie und der Semantik sind hierbei Aspekte der epistemischen Semantik von Busse (2012) zu berücksichtigen und der Schwerpunkt auf die Kategorie der Erfahrung von Sprechhandlungen zu legen, denn gebrauchte Wörter, Wendungen, Sätze sind als Äußerungen Gegenstand der jeweiligen Erfahrung der Sprachbenutzer.

Der Einladung zum Mitwirken am vorliegenden Band folgten Linguisten aus Norwegen, Österreich, Polen, der Slowakei und Ungarn. Die diversen Berührungspunkte der untersuchten Sachverhalte und Disziplinen sollen in weiteren Veröffentlichungen im Rahmen der Fortsetzung des Projektes angesprochen werden.

Paweł Bąk

Bogusława Rolek

Bibliographie

Busse, Dietrich (2012): Frame-Semantik. Ein Kompendium. Berlin / Boston: de Gruyter.←12 | 13→

Biographische Angaben

Pawel Bąk (Band-Herausgeber:in) Boguslawa Rolek (Band-Herausgeber:in)

Paweł Bąk forscht und lehrt an der Universität Rzeszów. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kontrastive Linguistik, Diskursanalyse, Pragmalinguistik und Translatorik. Bogusława Rolek forscht und lehrt an der Universität Rzeszów. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Fachsprachenlinguistik, Kontrastive Textlinguistik, Diskursanalyse, Translatorik.

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Titel: Vom Wort zum Gebrauch