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Neologismen in der Science Fiction

Eine Untersuchung ihrer Übersetzung vom Englischen ins Deutsche

von Anja Schüler (Autor:in)
Dissertation XIV, 259 Seiten

Zusammenfassung

Neologismen erfüllen in Science-Fiction-Texten eine genrekonstituierende Funktion und stellen den Übersetzer vor eine besondere Herausforderung. Die Autorin untersucht die bei der Übersetzung von Neologismen angewandten Verfahren sowie für die Übersetzung relevante Besonderheiten von Neologismen. Die statistische Auswertung einer Sammlung von über 4700 Belegen liefert allgemeine Erkenntnisse über das Vorgehen der Übersetzer. Die Analyse von Einzelbeispielen wiederum zeigt weitere Aspekte der Übersetzung von Neologismen auf. Somit ermöglicht das Buch eine umfassende Darstellung dieses bislang wenig beachteten Übersetzungsproblems.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorbemerkung
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • 1. Einleitung
  • 1.1 Zum Zusammenhang von Neologismen, Science Fiction und Übersetzung
  • 1.2 Untersuchungsziele der vorliegenden Arbeit
  • 1.3 Struktur der Arbeit
  • 2. Neologismen als Untersuchungsgegenstand der Linguistik
  • 2.1 Begriffsbestimmung Neologismus
  • 2.1.1 Lexikographische und lexikologische Sichtweisen in der Neologismusdefinition
  • 2.1.2 Okkasionalismen als Untergruppe von oder Gegensatz zu Neologismen
  • 2.1.3 Der Neuheitswert von Neologismen als Abgrenzungskriterium
  • 2.1.4 Bildungsverfahren als Abgrenzungskriterium in der Neologismusdefinition
  • 2.1.5 Anwendung auf eine translatologische Neologismusdefinition
  • 2.2 Verfahren zur Bildung von Neologismen
  • 2.2.1 Bildung von Neologismen durch Urschöpfung
  • 2.2.2 Bildung von Neosemantismen
  • 2.2.3 Bildung von Neologismen durch Entlehnung aus anderen Sprachen
  • 2.2.4 Bildung von Neologismen durch Wortbildungsverfahren
  • 2.2.4.1 Wortbildung durch Komposition
  • 2.2.4.2 Wortbildung durch Derivation
  • 2.2.4.3 Kurzwortbildung
  • 2.2.4.4 Bildung von Wortkreuzungen
  • 2.2.4.5 Sonstige Wortbildungsverfahren
  • 2.2.4.6 Auffällige Wortbildungsprodukte
  • 2.3 Das Auftreten von Neologismen in der Sprache
  • 2.3.1 Gründe für die Entstehung von Neologismen
  • 2.3.2 Die Verwendung von Neologismen
  • 2.3.3 Verständnis und Rezeption von Neologismen
  • 2.3.4 Neologismen im Sprachsystem
  • 3. Übersetzungswissenschaftliche Grundlagen der Untersuchung übersetzter Neologismen
  • 3.1 Typologien lexikalischer Übersetzungsverfahren
  • 3.2 Zur Bewertung und Kritik der Übersetzung von Neologismen
  • 4. Methodisches Vorgehen bei der Untersuchung übersetzter Neologismen
  • 4.1 Vorüberlegungen zur Erstellung der Belegsammlung
  • 4.2 Erarbeitung einer Typologie von Übersetzungsverfahren für Neologismen
  • 4.3 Möglichkeiten der Bewertung und Kritik übersetzter Neologismen
  • 5. Übersetzte Neologismen in der Science Fiction
  • 5.1 Struktur der für die Belegsammlung ausgewerteten Texte
  • 5.2 Zuordnung der vorgefundenen ausgangssprachlichen Neologismen zu den möglichen Bildungsverfahren
  • 5.3 Zuordnung der vorgefundenen zielsprachlichen Entsprechungen zu den Übersetzungsverfahren
  • 5.4 Einzelaspekte der Übersetzung von Neologismen
  • 5.4.1 Einzelaspekte auf Wortebene
  • 5.4.1.1 Anpassung von in den Zieltext übernommenen Neologismen
  • 5.4.1.2 Auswirkungen zielsprachlicher Neologismen auf den Textfluss
  • 5.4.1.3 Berücksichtigung erkennbarer und vermeintlich erkennbarer Morpheme und Konnotationen bei der Übersetzung
  • 5.4.1.4 Aus Drittsprachen oder der Zielsprache entlehnte Neologismen
  • 5.4.1.5 Neologistische Wortspiele und Anspielungen
  • 5.4.1.6 Von anderen Autoren aufgegriffene Neologismen
  • 5.4.1.7 Möglichkeiten der Markierung und Erläuterung von Neologismen im Ausgangs- und im Zieltext
  • 5.4.1.8 Auslassung als Übersetzungsstrategie für Neologismen
  • 5.4.2 Einzelaspekte auf Textebene
  • 5.4.2.1 Unterschiede zwischen Hard Science Fiction und Soft Science Fiction bei der Verwendung von Neologismen
  • 5.4.2.2 Fiktive Fachsprache als Stilelement in Ausgangs- und Zieltext
  • 5.4.2.3 Neologismen als Lexik von Kunstsprachen
  • 5.4.2.4 Abwesenheit von Neologismen als Textmerkmal
  • 5.4.2.5 Wiedergabe von Wortbildungsnestern im Zieltext
  • 5.4.2.6 Sprachliche Neuerungen jenseits der Wortebene in der Übersetzung
  • 5.4.3 Sprachebene – Der Einfluss des Englischen auf das Deutsche
  • 5.4.4 Auswirkung der Rezeption von Science Fiction in Deutschland auf die Übersetzung von Neologismen
  • 6. Zusammenfassung und Ausblick
  • 7. Literaturverzeichnis
  • 7.1 Für die Belegsammlung ausgewertete Literatur
  • 7.2 Sonstige verwendete Literatur

← X | XI →

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zeitlicher Abstand in Jahren zwischen Erscheinungsjahr der englischsprachigen Erstausgabe und Erstausgabe der ältesten deutschen Übersetzung der für die Belegsammlung ausgewerteten Werke nach Jahrzehnt des Erscheinens der englischsprachigen Erstausgabe

Abbildung 2: Zahl der erschienen englischsprachigen Erstausgaben und Erstausgaben aller für die Belegsammlung ausgewerteten Übersetzungen nach Jahrzehnt

Abbildung 3: Anteil der Bildungsverfahren an den ausgangssprachlichen Neologismen der Belegsammlung

Abbildung 4: Anteil der Bildungsverfahren der ausgangssprachlichen Neologismen an den Belegen (Neologismen mit mehreren zielsprachlichen Entsprechungen durch Neuübersetzung oder überarbeitete Übersetzung gehen mehrfach ein)

Abbildung 5: Anteil der Übersetzungsverfahren an den zielsprachlichen Entsprechungen der Belegsammlung

Abbildung 6: Anzahl der den Übersetzungsverfahren zugeordneten zielsprachlichen Belege in Abhängigkeit von den Bildungsverfahren der entsprechenden ausgangssprachlichen Neologismen

Abbildung 7: Relativer Anteil (in Prozent) der Übersetzungsverfahren an der Gesamtzahl der Belege, deren ausgangssprachlicher Neologismus mit dem jeweiligen Bildungsverfahren gebildet wurde

Abbildung 8: Typographische Gestaltung telepathischer Kommunikation in Best1953A (ebd.:24)

Abbildung 9: Typographische Gestaltung telepathischer Kommunikation in Best1979Z (ebd.:28) ← XI | XII →

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Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Typologie von Übersetzungsverfahren für Neologismen

Tabelle 2: Anteil der Bildungsverfahren an den ausgangssprachlichen Neologismen der Belegsammlung

Tabelle 3: Anteil der Bildungsverfahren an den in Algeo (1980:273–276) untersuchten Neologismen

Tabelle 4: Anteil der Bildungsverfahren der ausgangssprachlichen Neologismen an den Belegen (Neologismen mit mehreren zielsprachlichen Entsprechungen durch Neuübersetzung oder überarbeitete Übersetzung gehen mehrfach ein)

Tabelle 5: Anteil der Übersetzungsverfahren an den zielsprachlichen Entsprechungen der Belegsammlung

Tabelle 6: Anzahl der den Übersetzungsverfahren zugeordneten zielsprachlichen Belege in Abhängigkeit von den Bildungsverfahren der entsprechenden ausgangssprachlichen Neologismen (Gesamtzahl der Belege: 4711)

Tabelle 7: Relativer Anteil (in Prozent) der Übersetzungsverfahren an der Gesamtzahl der Belege, deren ausgangssprachlicher Neologismus mit dem jeweiligen Bildungsverfahren gebildet wurde (Zeilensumme entspricht 100 %)

Tabelle 8: Anzahl der den Übersetzungsverfahren zugeordneten zielsprachlichen Belege in Abhängigkeit von den Bildungsverfahren der entsprechenden ausgangssprachlichen Neologismen, unterteilt nach Phasen (Gesamtzahl der Belege: 4711)

Tabelle 9: Relativer Anteil (in Prozent) der Übersetzungsverfahren an der Gesamtzahl der Belege der einzelnen Phasen, deren ausgangssprachlicher Neologismus mit dem jeweiligen Bildungsverfahren gebildet wurde (Zeilensumme entspricht 100 %)

Tabelle 10: Relativer Anteil (in Prozent) der Übersetzungsverfahren an der Gesamtzahl der Belege der einzelnen Phasen, deren ausgangssprachlicher Neologismus mit dem jeweiligen Bildungsverfahren gebildet wurde, ohne im Zieltext ausgelassene Neologismen (Zeilensumme entspricht 100 %) ← XIII | XIV →

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1.   Einleitung

Die Linguistik kann der Übersetzungswissenschaft dabei behilflich sein, „das Allgemeine, sich Wiederholende hinter den Einzelfällen zu erkennen“ (Diller/Kornelius 1978:VII), mit denen der Übersetzer bei seiner Arbeit konfrontiert wird. Dabei erhofft sich die linguistische Übersetzungswissenschaft aus der Untersuchung von sprachlichen Einzelphänomenen neue Erkenntnisse hinsichtlich der Lösung von Übersetzungsproblemen und der differenzierteren Bewertung von Übersetzungen im Rahmen der Übersetzungskritik (vgl. Koller 2004:125f.). Ein solches sprachliches Einzelphänomen sind Neologismen, neu geschaffene oder zumindest von der Sprachgemeinschaft als neu empfundene Wörter, die einerseits ein wesentlicher Bestandteil einer lebenden und sich entwickelnden Sprache, andererseits aber immer wieder Anlass für Sprachkritik und Auslöser sprachpuristischer Bemühungen sind.

Auch in der Übersetzung muss die Wirkung von ausgangssprachlichen Neologismen bei ihrer Wiedergabe im Zieltext bedacht werden. So sieht es bereits Schleiermacher in seiner 1813 verlesenen Abhandlung „Ueber die verschiedenen Methoden des Uebersezens“ als Aufgabe des Übersetzers an, die „bezeichnende Kraft“ (Schleiermacher 1963:52) der Wörter, die dem Leser des Ausgangstextes „noch in dem ersten Glanz der Neuheit erscheinen“ (ebd.), mit eben dieser Wirkung in der Übersetzung wiederzugeben, und macht auf die damit einhergehenden Probleme aufmerksam, denn

[…] wie oft wird einem neuen Worte der Urschrift gerade ein altes und verbrauchtes in unserer Sprache am besten entsprechen, so daß der Uebersezer, wenn er auch da das sprachbildende des Werks zeigen wollte, einen fremden Inhalt an die Stelle sezen und also in das Gebiet der Nachbildung ausweichen müßte! Wie oft, wenn er auch neues durch neues wiedergeben kann, wird doch das der Zusammensezung und Abstammung nach ähnlichste Wort nicht den Sinn am treusten wiedergeben, und er also doch andere Anklänge aufregen müssen, wenn er den unmittelbaren Zusammenhang nicht verlezen will! (ebd.)

Trotz dieser bereits von Schleiermacher festgestellten Schwierigkeiten wurde das Vorgehen bei der Übersetzung von im Ausgangstext vorgefundenen Neologismen bis heute nicht umfassend untersucht. Die wenigen Veröffentlichungen, die auf dieses besondere Übersetzungsproblem eingehen (beispielsweise Newmark 1988; Delabastita 2004), haben häufig präskriptiven Charakter und basieren ihre Ausführungen nicht auf Beispielen übersetzter Neologismen, welche eine Untersuchung des tatsächlichen Vorgehens der Übersetzer bei ihrer Arbeit ← 1 | 2 → ermöglichen würden (vgl. Newmark 1986:38). Lediglich im Rahmen von Untersuchungen zur Übersetzung von Wortspielen wird in einigen Fällen auch auf die Übersetzung von neologistischen Wortspielen eingegangen (vgl. beispielsweise Tęcza 1997; Heibert 1993; vgl. auch Bernal/Sinner 2013:482).

Von besonderer Bedeutung sind Neologismen in der Science-Fiction-Literatur. Hier besteht, bedingt durch die Abweichung der Thematik von der außersprachlichen Realität, ein erhöhter Benennungsbedarf, eine „übergewichtige[…] Anhäufung neuer Information“ (Kalverkämper 1987:313), die das Genre zu einem der typischen Entstehungsbereiche von Neologismen macht (vgl. ebd.). Umgekehrt zählen Neologismen auch zu den typischen Merkmalen des Genres Science Fiction (vgl. beispielsweise Stockwell 2000:115). Somit eignen sich einerseits Science-Fiction-Texte, um die Übersetzung von Neologismen zu untersuchen, andererseits ist es aber auch möglich, anhand der Übersetzung von Neologismen Erkenntnisse über die Übersetzung von Science Fiction zu gewinnen. Zudem wird bei der Untersuchung von Neologismen in der Science Fiction die Forderung erfüllt, dass bei selektiven Vergleichen einzelner Elemente von Ausgangstext und Zieltext „die ausgewählten Elemente für die jeweils zu vergleichenden Texte auch relevant seien“ (Reiß 1981:317).

Das Problem der Übersetzung von Neologismen wurde bereits in Schüler (2006) betrachtet. Als Grundlage dienten dort zwei Werke der phantastischen Literatur, von denen eines aus dem Englischen ins Deutsche, das andere aus dem Deutschen ins Englische übersetzt worden war. So sollten Unterschiede bei der Neologismenübersetzung in Abhängigkeit von der Übersetzungsrichtung aufgezeigt werden. Die Untersuchung der vorgefundenen Neologismen zeigte neben Gemeinsamkeiten auch Unterschiede zwischen den ausgangssprachlichen Neologismen sowie die große Bandbreite der verschiedenen Aspekte, die schon bei den Neologismen eines einzelnen Werkes betrachtet werden müssen. Für eine wirklich umfassende Untersuchung der Übersetzung von Neologismen ist es also nötig, eine Belegsammlung auf der Grundlage verschiedener Werke und Autoren zu erstellen, um einen möglichst repräsentativen Querschnitt an Neologismen und mit ihnen in Zusammenhang stehenden Übersetzungsproblemen zu erhalten. Dies leistet die vorliegende Arbeit, beschränkt sich dabei aber im Gegensatz zu Schüler (2006) auf die Übersetzungsrichtung Englisch-Deutsch.

Im Folgenden wird zunächst näher auf den Zusammenhang zwischen der Verwendung von Neologismen, dem Genre Science Fiction und der Übersetzung von Neologismen eingegangen, um die enge Verbindung zwischen den drei zentralen Begriffen der vorliegenden Arbeit – Neologismus, Übersetzung und Science Fiction – herauszustellen (1.1). Anschließend werden die ← 2 | 3 → Untersuchungsziele der Arbeit konkretisiert (1.2). In Kapitel 1.3 wird die Struktur der Arbeit kurz erläutert.

1.1   Zum Zusammenhang von Neologismen, Science Fiction und Übersetzung

Für das literarische Genre Science Fiction finden sich verschiedene, einander teilweise widersprechende Definitionen (vgl. Jehmlich 1980:5f.; Suerbaum et al. 1981:8). Diese Definitionsversuche drücken in den meisten Fällen aus, was Science Fiction sein sollte, und nicht, was diese tatsächlich ist (vgl. ebd.). So definiert Suvin (1976:58) Science Fiction zur Abgrenzung von anderen Formen der Literatur als “the literature of cognitive estrangement” (Hervorhebung im Original):

[Science fiction] is, then, a literary genre whose necessary and sufficient conditions are the presence and interaction of estrangement and cognition, and whose main formal device is an imaginative framework alternative to the author’s empirical environment. (Suvin 1979:7f.; identisch auch Suvin 1976:62)

Die Unterschiede zur realen Welt bestehen laut Amis (1975:18) in “some innovation in science or technology, or pseudo-science or pseudo-technology” (vgl. auch Friedrich 1995:4). Aldiss/Wingrove (2001:4), die die Ursprünge der Science Fiction in der Gothic fiction sehen, definieren das Genre hingegen als “the search for a definition of mankind and his status in the universe which will stand in our advanced but confused state of knowledge (science)”.

Todorov (1972:53) sieht in der Science Fiction eine Form der fantastischen Literatur, die „das Übernatürliche auf rationale Weise erklärt, aber anhand von Gesetzen, die die gegenwärtige Naturwissenschaft nicht anerkennt“. Eco (1991:218) schließt ausdrücklich auch die Geistes- und Sozialwissenschaften in die Science Fiction ein und definiert diese wie folgt:

Science Fiction als autonome Gattung liegt vor, wenn die kontrafaktische Spekulation über eine strukturell mögliche Welt dadurch erfolgt, daß schon die Möglichkeit der künftigen Welt aus bestimmten Tendenzen der wirklichen Welt extrapoliert wird. Oder anders gesagt, Science Fiction nimmt stets die Form einer Antizipation an, und die Antizipation kleidet sich stets in die Form einer Konjektur, die anhand realer Tendenzen der wirklichen Welt formuliert wird. (ebd.; Hervorhebung im Original)

Ähnlich definieren auch Suerbaum et al. (1981:10) Science Fiction als

[…] die Gesamtheit jener fiktiven Geschichten, in denen Zustände und Handlungen geschildert werden, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht möglich und daher nicht glaubhaft darstellbar wären, weil sie Veränderungen und Entwicklungen der ← 3 | 4 → Wissenschaft, der Technik, der politischen und gesellschaftlichen Strukturen oder gar der Menschen selbst voraussetzen.

Neben den Versuchen, Science Fiction als Literaturgattung zu definieren, wird andererseits auch deren Charakter als Unterhaltungsliteratur, die marktwirtschaftlichen Überlegungen unterworfen ist, betont (vgl. Barmeyer 1972:9; Gottwald 1990:16; Hasselblatt 1980:44; Suerbaum et al. 1981:62).

Die Definitionen von Suerbaum et al. und von Eco erscheinen am besten geeignet, um repräsentative Vertreter des Genres auszumachen, die nicht vor allem einer Wunschvorstellung dessen, was Science Fiction sein sollte, entsprechen. Da es die Definition von Suerbaum et al. aufgrund ihrer Allgemeinverständlichkeit ermöglicht, Science-Fiction-Texte unmittelbar und ohne eine ausführliche Analyse zu identifizieren, wird sie als Grundlage für die Verwendung der Genrebezeichnung Science Fiction in der vorliegenden Arbeit angesehen.

Biographische Angaben

Anja Schüler (Autor:in)

Anja Schüler studierte Übersetzen und Informatik an der Universität Leipzig und ist als Diplom-Übersetzerin für Englisch und Portugiesisch tätig.

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Titel: Neologismen in der Science Fiction