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Sanfter Paternalismus

Entstehung, Geschichte und Gegenwart des Sozial- und Interventionsstaates in Australien

von Peter L. Münch-Heubner (Autor:in)
©2017 Habilitationsschrift 378 Seiten

Zusammenfassung

Diese Studie widmet sich der Entwicklung des modernen Sozial- und Interventionsstaates im Australien des 20. Jahrhunderts. Sie zeigt, dass der australische Sozialstaat unterschiedliche historische Einflüsse amalgamiert. Die Steuerfinanzierung von Sozialleistungen, das Versicherungsprinzip und die Sozialsteuer konstituieren bis heute das interessante «Mischmodell» Australien. Sozialpolitik in ihrer australischen Definition beschränkte sich nie nur auf staatliche finanzielle Leistungen an die Bürger. Die Löhne wurden bis in die jüngste Vergangenheit im «Wohlfahrtsstaat des Lohnempfängers» von sogenannten «Schiedsgerichten» und «-kommissionen» festgesetzt. Dazu kam das System der Schutzzölle, die australische Arbeitsplätze sichern und beim Aufbau einer nationalen Automobilindustrie helfen sollten, die sich am PKW-Modell «Holden» als dem (Status-)Symbol des sozialen Aufstiegs festmachen lässt.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Summary
  • Résumé
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • Einleitung
  • Der Forschungsgegenstand
  • Herangehensweise, Fragestellungen und Zielsetzungen
  • I. Die Entstehung der „Festung Australien“ im 19. Jahrhundert: Die ökonomischen, politischen und geistesgeschichtlichen Wurzeln des australischen „State Socialism“
  • I.1. Die Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft in der Phase des ersten Kolonisation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
  • I.1.1. Protektionismus und Freihandelsbefürwortung in den Gründerjahren: Das amerikanische Experiment und sein Scheitern
  • I.1.2. Der ökonomische Sieg des Protektionismus: Der demographische Faktor und die „Britannisierung“ des fünften Kontinents
  • I.1.3. Die Landesnatur als Faktor für die Entstehung des starken Staates in Australien
  • I.1.4. “Land question” und “protection”
  • I.2. Die Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Gesellschaft im Kontext der ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen der Kolonisation Australiens
  • I.2.1. Die Begründung parlamentarischer Institutionen nach 1854 und der politische Siegeszug protektionistischer Parteien und Allianzen seit 1864
  • I.2.2. Die „Colonial Depression“ und der starke Staat
  • I.2.3. Kolonialismus und Pauperismus: Die Unruhen von 1890 bis 1893 und die Entstehung der Sozialgesetzgebung und des Schiedsgerichtssystems
  • I.2.3.1. Bevölkerungspolitik, Massenarmut und der „große Streik“
  • I.2.3.2. Die Sozialgesetzgebung der 1890er Jahre und die Entstehung des Schiedsgerichtssystems
  • I.2.4. Die sozialchartistische Konsenskultur und der Parteienbildungsprozess
  • I.3. Der australische „State Socialism“ und seine mitteleuropäischen Wurzeln
  • I.3.1. Der australische und der Bismarck´ sche „Staatssozialismus“
  • I.3.2. Ökonomischer Nationalismus in Deutschland und Australien
  • I.3.3. Friedrich Lists australische Schüler?
  • I.3.4. Der australische „State Socialism“: Adaption, Eklektizismus oder autochthones Modell?
  • II. Die drei Säulen der „Festung Australien“: Das australische Wirtschafts- und Sozialsystem von der Gründung des Commonwealth of Australia im Jahre 1901 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
  • II.1. Staat, Wirtschaft und ökonomischer Nationalismus: Der Staat als Protektor der nationalen Volkswirtschaft und das Instrument des Schutzzolls
  • II.1.1. Die Errichtung der propagierten Schutzzoll-„Festung“
  • II.1.1.1. Die Politik der „New Protection“ als parteiübergreifender Konsens in den Jahren der Wehrpflichtdebatte im Ersten Weltkrieg
  • II.1.1.2. Einfuhrzölle und Einfuhrrestriktionen unter der Regierung Scullin.
  • II.1.1.3. Die Institutionalisierung der australischen Schutzzollpolitik: Der Tariff Board of Australia
  • II.1.2. Das Problem der „uneffektiven Industrien“: Erste Ansätze der Kritik
  • II.1.2.1. Schutzzollpolitik und Agraropposition
  • II.1.2.2. Die Politik der „New Protection“ und die australische Landwirtschaft
  • II.1.3. Die Politik der „New Protection“ und der Mythos der „insulated economy“
  • II.1.4. Der Zoll in Australien von 1901 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Schutzzoll oder Finanzzoll?
  • II.1.4.1. Zollpolitik und Handelsüberschüsse
  • II.1.4.2. „New Protection“ und „developmentalism“: Industrialisierung als Erfolg von Protektion?
  • II.1.4.3. Der australische Schutzzoll im Vergleich: Schutz-, Prohibitiv- und Finanzzölle
  • II.2. Das australische Schiedsgerichtssystem – der Staat als „dritte Partei“ in den sozialpartnerschaftlichen Beziehungen
  • II.2.1. Die Einrichtung des Bundesschiedsgerichts und die Regulierungsgesetzgebung des Jahres 1904
  • II.2.2. Das „Harvester Judgement“
  • II.2.3. Das Schiedsgerichtssystem im föderalstaatlichen Aufbau des fünften Kontinents
  • II.2.4. Die Lohnfestsetzung am Bundesschiedsgericht und die richterliche Unabhängigkeit
  • II.2.5. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Auswirkungen der zentralen Lohnfestsetzung auf die Struktur der Interessenverbände
  • II.2.6. Die Fähigkeit des australischen Schiedsgerichtssystems zur Sanktionierung seiner Urteile
  • II.2.7. Der „Nutzen“ der zentralen Lohnfestsetzung für Staat, Unternehmer und Gewerkschaften
  • II.2.8. Das Schiedsgerichtssystem, der soziale Frieden und der Lebensstandard in Australien
  • II.2.9. Lohnentwicklungen in regulierten und offenen Systemen und der „Nutzen“ der zentralen Lohnregulierung für den Arbeitnehmer
  • II.2.10. Das Modell des „Rechts auf Arbeit“ und die Arbeitslosigkeit
  • II.2.11. Das Schiedsgerichtssystem als Mittel der Streikprävention?
  • II.2.12. „Wage fixation“ und Wohlstand?
  • II.2.13. Staatliche Zwangsschlichtung in Australien und in der Weimarer Republik
  • II.3. Der australische Wohlfahrtsstaat von 1901 bis 1939: Sozialpolitik im föderalen Trennsystem
  • II.3.1. Die australische Bundessozialgesetzgebung im Korsett der föderalen Kompetenzverteilung innerhalb des Staatenbundes Australien
  • II.3.2. Sozialpolitik als Domäne der Bundesstaaten
  • II.3.2.1. Das Sozialversicherungsexperiment von Queensland
  • II.3.2.2. Sozialpolitik in New South Wales: Das Sozialsteuermodell als Sozialversicherungssubstitut?
  • II.3.2.3. Sozialkonservative Sozialstaatlichkeit und die Sanierung der Wohlfahrtsstaaten in New South Wales und Queensland
  • II.3.3. Sozialsteuer und Versicherungsprinzip
  • II.3.4. Die Krise der einzelstaatlichen Sozialpolitik
  • II.3.5. Die Bilanz der Sozialpolitik der Einzelstaaten: Vom Wohlfahrtsstaat zum Armenfürsorgestaat
  • II.3.6. Vom Trenn- zum Verbundsystem: Kooperativer Föderalismus und Aufgabenteilung im Gesundheitssystem
  • II.3.7. Das Wohlfahrtssystem des Commonwealth
  • II.3.8. Der leistungsschwache Wohlfahrtsstaat in der Zwischenkriegszeit: Ein Vergleich zwischen Australien, den USA, Großbritannien und Deutschland: „Überforderter“ Sozialstaat oder politisch gewolltes Fürsorgemodell?
  • II.3.9. Auf dem Wege zur Unitarisierung
  • III. Wirtschafts- und Sozialpolitik von 1945 bis 1983
  • III.1. Die australische Zollpolitik vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Beginn der Reform-Ära in den 1980er Jahren
  • III.1.1. Australien und der Zweite Weltkrieg
  • III.1.2. Die Stunde der „Planer“
  • III.1.3. Die „War-time Industrialization“ Australiens
  • III.1.4. Der Protektionismus der 1950er Jahre
  • III.1.5. „Tariff Protection“ in den 1960er Jahren
  • III.1.6. Kosten und Gewinne der Protektion
  • III.1.7. Der australische ökonomische Nationalismus und sein Prestigeprojekt Holden
  • III.1.8. Die ALP und die erste Abkehr von der Schutzzollphilosophie
  • III.2. Das System der zentralen Lohnregulierung in den Jahren von 1945 bis zum Beginn der Reformära: Der Ausbau des Interventionsstaates
  • III.2.1. Vom „Vorposten“ des Empire zur australischen Nation
  • III.2.2. Die Reform des Schiedsgerichtssystems
  • III.2.3. Gough Whitlam und das Modell der Tarifautonomie
  • III.2.4. Die Arbeit der Kommissionen bis zum Beginn der Reformära
  • III.2.5. Der Nutzen der zentralen Lohnfestsetzung für Unternehmer, Arbeitnehmer und den Staat
  • III.2.6. Das Schiedsgerichtssystem und die Struktur der australischen Interessenverbände
  • III.2.7 Die `Vorteile´ des Schiedsgerichtssystems für die Arbeitnehmer: Die Entwicklungen der Löhne in Australien im Vergleich zu den USA
  • III.2.8. Arbeitslosigkeit in der zentralen Lohnregulierung und in einem offenen System
  • III.2.9. Streiks in einem regulierten und in einem offenen System
  • III.2.10. Die Streikkultur in Australien und deren volkswirtschaftliche Auswirkungen
  • III.2.11. Auf dem Weg zur Reform
  • III.3. Der bundesweite Sozialstaat des Commonwealth of Australia von 1942 bis 1983
  • III.3.1. Die Unitarisierung des australischen Staatswesens
  • III.3.2. Die Errichtung des bundesweiten Wohlfahrtsstaates unter den Regierungen Curtin, Chifley und Menzies
  • III.3.2.1. Die Sozialgesetzgebung des Jahres 1945: Vom Bismarck-Modell zum „tax-funded welfare state“
  • III.3.2.2. Konservative Sozialpolitik in den 1950er und 1960er Jahren: Der Abschied von Bismarck
  • III.3.2.3. Informelle liberal-konservative Sozialpolitik, der Ausbau der Wohlfahrtssysteme, fiskale Wohlfahrt und die Anfänge des australischen „Mischsystems“
  • III.3.3. Kosten und Grenzen des steuerfinanzierten Sozialstaates
  • III.3.4. Der „überforderte“ steuerfinanzierte Wohlfahrtsstaat in der Krise
  • III.3.5. Die Transformation des Wohlfahrtsstaates: Ein erster Versuch
  • IV. Das „Australien der neuen Generation“
  • IV.1. Der Abbau der Schutzzollprotektion
  • IV.1.1. Malcolm Frasers gescheiterte Rückkehr zum Altbewährten
  • IV.1.2. Die Öffnung des fünften Kontinents
  • IV.1.3. Die programmatische und personelle Entwicklung der ALP von 1976 bis 1983
  • IV.1.4. “Economic Rationalism” – das theoretische Grundgerüst des “economic and social restructuring”
  • IV.1.5. Das „Accord“- System
  • IV.1.6. Zollpolitik und Strukturwandel in der australischen Industrie: Der Holden am „Ende der Straße“976
  • IV.1.7. Die Zollpolitik in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre und die Aussöhnung mit GATT
  • IV.1.8. Die Reform der Institutionen
  • IV.1.9. Die Ergebnisse der „Öffnungspolitik“: Australien als erfolgreiche Exportnation
  • IV.2. Die Deregulierung der sozialpartnerschaftlichen Beziehungen
  • IV.2.1. „Renewal of corporatism“ oder „evolution of collective bargaining“
  • IV.2.2. Die Rolle der Schiedsgerichte am Beginn des 21. Jahrhunderts: Die Grenzen der Reformierbarkeit einer mit der Geschichte gewachsenen Tradition
  • IV.2.3. Von der AIRC zur Fair Work Commission heute: Zwischen Reform und Persistenz. Die Rückkehr des starken Staates im Australien der Gegenwart?
  • IV.2.4. Reform und Tradition
  • IV.3. Der Umbau des Sozialstaates in Australien
  • IV.3.1. Gesundheits- und Rentenreform in Australien unter ALP und LPA/NP nach 1984
  • IV.3.2. Das australische System der Altersversorgung und sein Modellcharakter heute
  • IV.3.3. Reform und Tradition, Reform und Neuanfang
  • IV.3.4. Der alte steuerfinanzierte Wohlfahrtsstaat und seine Eingliederung in den neuen Sozialstaat
  • IV. 3.5. Sozialpolitik und die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen, von europäischen Australiern und Ureinwohnern: Der männliche und weiße Sozialstaat
  • IV.3.5.1. Der australische Sozialstaat als patriarchalische Institution?
  • IV.3.5.2. Der australische Sozialstaat der Europäer und der fünfte Kontinent der ursprünglichen Australier
  • IV.3.6. Das Ende des Sozialstaats?
  • Schlussanalyse
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Archive:
  • Parlaments- und Regierungsunterlagen, offizielle Dokumente und Veröffentlichungen, darin enthalten auch Gesetzestexte und Kommissionsberichte
  • Quellentexte
  • Quelleneditionen
  • Zeitungen
  • Dokumente australischer Parteien (Mitchell Library, La Trobe University Archives, National Library Archives)
  • Sonstige Quellenmaterialien
  • Statistiken, Jahrbücher, Länderberichte, Periodika
  • Internet
  • Literatur
  • A) Zur australischen Geschichte allgemein:
  • B) Themenbezogene Literatur, Bücher, Monographien
  • C) Wissenschaftliche Beiträge, Aufsätze und Abhandlungen

Peter L. Münch-Heubner

Sanfter Paternalismus

Entstehung, Geschichte und Gegenwart
des Sozial- und Interventionsstaates
in Australien

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Autorenangaben

Peter L. Münch-Heubner ist Privatdozent an der Universität Augsburg und Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr in München/Neubiberg. Er habilitierte sich in Augsburg und ist Verfasser mehrerer Studien zur Geschichte Australiens sowie auch zu der Kanadas und Indonesiens. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit heute sind neben dem fünften Kontinent der Nahe und der Mittlere Osten, die Islamwissenschaften, die Geschichte Tschechiens und die Integration der Vertriebenen nach 1945.

Über das Buch

Diese Studie widmet sich der Entwicklung des modernen Sozial- und Interventionsstaates im Australien des 20. Jahrhunderts. Sie zeigt, dass der australische Sozialstaat unterschiedliche historische Einflüsse amalgamiert. Die Steuerfinanzierung von Sozialleistungen, das Versicherungsprinzip und die Sozialsteuer konstituieren bis heute das interessante «Mischmodell» Australien. Sozialpolitik in ihrer australischen Definition beschränkte sich nie nur auf staatliche finanzielle Leistungen an die Bürger. Die Löhne wurden bis in die jüngste Vergangenheit im «Wohlfahrtsstaat des Lohnempfängers» von sogenannten «Schiedsgerichten» und «-kommissionen» festgesetzt. Dazu kam das System der Schutzzölle, die australische Arbeitsplätze sichern und beim Aufbau einer nationalen Automobilindustrie helfen sollten, die sich am PKW-Modell «Holden» als dem (Status-)Symbol des sozialen Aufstiegs festmachen lässt.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Summary

The development of the Australian welfare state is an integrated part of European history. Australian social legislation was often ahead of its European counterparts and became impulse generator for social laws like the Old Age Pensions Act in Great Britain in 1908.

Factory legislation in the colonies forced back child labour, when this form of exploitation of young people was still a normality in countries like Germany. Working conditions for industrial labourers were significantly ameliorated before the Commonwealth of Australia was founded in 1901. But this progress could not wipe out poverty throughout the fifth continent for a long time.

In the 1920s, the process of adoption and transfer of ideas and models between Europe and Australia took place in the reverse direction. The State of Queensland for example adopted Bismarcks conception of social insurance, when a general unemployment support was created in 1921.

Today, once again, Australia has become a source of inspiration for social reformers in Europe. Especially the Australian three-tier system of retirement provisions – tax funded pensions, superannuation insurance and private care, protected by the state  – is often discussed in the context of the discourse about the future of greying societies in the industrial nations of the western world.

But social intervention by the state, as defined by Australian politicians at the beginning of the twentieth century, was not only limited to transfer payments to the citizen, but also included government intervention in the field of industrial relations and the protection of national industries. In Australia, there was no nation-wide competitive bargaining until the 1980s/1990s. Wages were determined by Arbitration Courts and Commissions. Tariff walls and import restrictions should protect Australian industries from international competition, should guarantee Australian workplaces and the development of a national car industry with the famous Holden as the flagship of this national development policy.←5 | 6→

Résumé

L’Australie est un pionnier de la politique sociale depuis le 19ième siècle. Pour la première fois dans le monde, des lois pour la protection des ouvriers dans les usines du pays étaient promulguées dans ce pays. Le fondement de l’État social australien était posé vers la fin du 19ième siècle, quand des premières pensions pour des personnes âgées et dans le besoin avaient été introduit.

Aujourdhui, Australie est encore une fois un exemple pour des réformateurs sociaux dans lEurope. Cest par exemple le système de prévoyance retraite, partagé en trois pilleurs et consistant dune rente dassurance pour la vieillesse, dune pension financé par des impôts et dun régime de providence privé, mais protégé par létat, qui est discuté comme modèle dans plusieurs pays de lOccident.

La définition australienne pour politique sociale nétait pas limitée aux paiements de létat aux citoyens.

LÉtat en Australie était et est le régulateur des relations entre les partenaires sociaux. Jusqua la période des reformes des années 80 et 90, les salaries étaient fixés par des Cours darbitrage et de conciliation. Jusquaujourdhui des commissions pour des relations industrielles peuvent interdire des grèves.

Des tarifs protecteurs avaient le bût dassurer le développement dune industrie nationale et indépendante et – en conséquence – des lieux de travail australiens. Lindustrie automobile devait – comme vaisseau amiral de cette politique de renforcement étatique dindustrialisation du pays – signifier lavancement socio-économique dAustralie et le « Holden » devenait comme « notre » voiture australienne le symbole de lascension sociale de chaque citoyen.←6 | 7→

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

I. Die Entstehung der „Festung Australien“ im 19. Jahrhundert: Die ökonomischen, politischen und geistesgeschichtlichen Wurzeln des australischen „State Socialism“

I.1. Die Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft in der Phase des ersten Kolonisation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

I.1.1. Protektionismus und Freihandelsbefürwortung in den Gründerjahren: Das amerikanische Experiment und sein Scheitern

I.1.2. Der ökonomische Sieg des Protektionismus: Der demographische Faktor und die „Britannisierung“ des fünften Kontinents

I.1.3. Die Landesnatur als Faktor für die Entstehung des starken Staates in Australien

I.1.4. “Land question” und “protection”

I.2. Die Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Gesellschaft im Kontext der ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen der Kolonisation Australiens

I.2.1. Die Begründung parlamentarischer Institutionen nach 1854 und der politische Siegeszug protektionistischer Parteien und Allianzen seit 1864

I.2.2. Die „Colonial Depression“ und der starke Staat

I.2.3. Kolonialismus und Pauperismus: Die Unruhen von 1890 bis 1893 und die Entstehung der Sozialgesetzgebung und des Schiedsgerichtssystems

I.2.3.1. Bevölkerungspolitik, Massenarmut und der „große Streik“

I.2.3.2. Die Sozialgesetzgebung der 1890er Jahre und die Entstehung des Schiedsgerichtssystems

I.2.4. Die sozialchartistische Konsenskultur und der Parteienbildungsprozess ←7 | 8→

I.3. Der australische „State Socialism“ und seine mitteleuropäischen Wurzeln

I.3.1. Der australische und der Bismarck´ sche „Staatssozialismus“

I.3.2. Ökonomischer Nationalismus in Deutschland und Australien

I.3.3. Friedrich Lists australische Schüler?

I.3.4. Der australische „State Socialism“- Adaption, Eklektizismus oder autochthones Modell?

II. Die drei Säulen der „Festung Australien“: Das australische Wirtschafts- und Sozialsystem von der Gründung des Commonwealth of Australia im Jahre 1901 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges

II.1. Staat, Wirtschaft und ökonomischer Nationalismus: Der Staat als Protektor der nationalen Volkswirtschaft und das Instrument des Schutzzolls

II.1.1. Die Errichtung der propagierten Schutzzoll-„Festung“

II.1.1.1. Die Politik der „New Protection“ als parteiübergreifender Konsens in den Jahren der Wehrpflichtdebatte im Ersten Weltkrieg

II.1.1.2. Einfuhrzölle und Einfuhrrestriktionen unter der Regierung Scullin

II.1.1.3. Die Institutionalisierung der australischen Schutzzollpolitik: Der Tariff Board of Australia

II.1.2. Das Problem der „uneffektiven Industrien“: Erste Ansätze der Kritik

II.1.2.1. Schutzzollpolitik und Agraropposition

II.1.2.2. Die Politik der „New Protection“ und die australische Landwirtschaft

II.1.3. Die Politik der „New Protection“ und der Mythos der „insulated economy“

II.1.4. Der Zoll in Australien von 1901 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Schutzzoll oder Finanzzoll?

II.1.4.1. Zollpolitik und Handelsüberschüsse

II.1.4.2. „New Protection“ und „developmentalism“: Industrialisierung als Erfolg von Protektion?

II.1.4.3. Der australische Schutzzoll im Vergleich: Schutz-, Prohibitiv- und Finanzzölle←8 | 9→

II.2. Das australische Schiedsgerichtssystem – der Staat als „dritte Partei“ in den sozialpartnerschaftlichen Beziehungen

II.2.1. Die Einrichtung des Bundesschiedsgerichts und die Regulierungsgesetzgebung des Jahres 1904

II.2.2. Das „Harvester Judgement“

II.2.3. Das Schiedsgerichtssystem im föderalstaatlichen Aufbau des fünften Kontinents

II.2.4. Die Lohnfestsetzung am Bundesschiedsgericht und die richterliche Unabhängigkeit

II.2.5. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Auswirkungen der zentralen Lohnfestsetzung auf die Struktur der Interessenverbände

II.2.6. Die Fähigkeit des australischen Schiedsgerichtssystems
zur Sanktionierung seiner Urteile

II.2.7. Der „Nutzen“ der zentralen Lohnfestsetzung für Staat, Unternehmer und Gewerkschaften

II.2.8. Das Schiedsgerichtssystem, der soziale Frieden und der Lebensstandard in Australien

II.2.9. Lohnentwicklungen in regulierten und offenen Systemen und der „Nutzen“ der zentralen Lohnregulierung für den Arbeitnehmer

II.2.10. Das Modell des „Rechts auf Arbeit“ und die Arbeitslosigkeit

II.2.11. Das Schiedsgerichtssystem als Mittel der Streikprävention?

II.2.12. „Wage fixation“ und Wohlstand?

II.2.13. Staatliche Zwangsschlichtung in Australien und in der Weimarer Republik

II.3. Der australische Wohlfahrtsstaat von 1901 bis 1939: Sozialpolitik im föderalen Trennsystem

II.3.1. Die australische Bundessozialgesetzgebung im Korsett der föderalen Kompetenzverteilung innerhalb des Staatenbundes Australien

II.3.2. Sozialpolitik als Domäne der Bundesstaaten

II.3.2.1. Das Sozialversicherungsexperiment von Queensland

II.3.2.2. Sozialpolitik in New South Wales: Das Sozialsteuermodell als Sozialversicherungssubstitut?

II.3.2.3. Sozialkonservative Sozialstaatlichkeit und die Sanierung der Wohlfahrtsstaaten in New South Wales und Queensland←9 | 10→

II.3.3. Sozialsteuer und Versicherungsprinzip

Details

Seiten
378
Jahr
2017
ISBN (ePUB)
9783631705070
ISBN (PDF)
9783653069815
ISBN (MOBI)
9783631705087
ISBN (Hardcover)
9783631678596
DOI
10.3726/978-3-653-06981-5
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2017 (November)
Schlagworte
Fünfter Kontinent Sozialstaat/Sozialgeschichte Wirtschaftspolitik Staatliches Eingreifen Altersvorsorge/Vorbild Sozialreform/Umstrukturierung
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2017. 378 S.

Biographische Angaben

Peter L. Münch-Heubner (Autor:in)

Peter L. Münch-Heubner ist Privatdozent an der Universität Augsburg und Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr in München/Neubiberg. Er habilitierte sich in Augsburg und ist Verfasser mehrerer Studien zur Geschichte Australiens sowie auch zu der Kanadas und Indonesiens. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit heute sind neben dem fünften Kontinent der Nahe und der Mittlere Osten, die Islamwissenschaften, die Geschichte Tschechiens und die Integration der Vertriebenen nach 1945.

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Titel: Sanfter Paternalismus