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Motive der Literatur der Renaissance und die Renaissance als literarisches Motiv

von Wolfgang Beutin (Autor:in)
Monographie 532 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort
  • Danksagung:
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einführung
  • Lucrez, Poggio und andere
  • Die „wundermächt’ge Zauberin“
  • Humanismus
  • Der antike Humanismus
  • Der Dritte Humanismus
  • Spezifische Forschungsfragen
  • Die Nobilitierung, die Bibliothek, die Individualität
  • Exkurs: Disparitäten in der Antike-Rezeption der Renaissance
  • Eine Epoche von extremer Zwiespältigkeit
  • Renaissance-Literatur (außerhalb Deutschlands)
  • Zur Problematik
  • Italien
  • Die „tre corone“
  • Erörternde Schriften
  • Lyrik
  • Novellen und Facetien
  • Volkssprachliche Epik112
  • Westeuropa
  • Maurenerzählungen
  • Die Macht des Schicksals – oder der Venus?
  • Cervantes
  • Camões
  • Frankreich
  • Erasmus von Rotterdam
  • England
  • Shakespeare
  • Renaissance-Literatur in Deutschland und in der Schweiz
  • … im Vergleich mit der italienischen
  • „Der Ackermann aus Böhmen“
  • Wanderhumanisten
  • Humanisten als Übersetzer
  • Lyrik
  • Das Humanistendrama
  • Epik
  • Versdichtung
  • Prosa
  • Autobiographie
  • Fachdisziplinen und Varia
  • Renaissance als literarisches Motiv
  • Revokation oder Renaissance der Renaissance?
  • „Immer heißt es vorwärtsschreiten auf dem Weg der Tugend“
  • Von der Aufklärung zur Klassik
  • Renaissance-Rezeption in der Romantik
  • Ludwig Tieck
  • Jüngere Romantiker
  • Die angefochtene und die gefeierte Renaissance: 19. Jahrhundert
  • Literaturforscher, Philosophen, Historiker
  • Vom Schwimmen im „Himmelsäther“
  • Venedig, Nürnberg und andere
  • Conrad Ferdinand Meyer
  • Ablehnung und Affirmation: 20. Jahrhundert
  • Denken, aber auch reiten und zuschlagen
  • Nachwort
  • Literaturverzeichnis
  • Personenregister
  • Reihenübersicht

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Einführung

Lucrez, Poggio und andere

Der Renaissance-Begriff kam in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Umlauf1. Maßgebend dafür waren zwei schriftstellerische Werke:

von Jules Michelet (1798–1874) der 7. Teil seiner „Histoire de France“ u. d. T. „Histoire de France au seizième siècle“ (1855), der den Untertitel führt: „Renaissance“. Wie die Zeitangabe verrät, setzte der Verfasser den Akzent aufs 16. Jahrhundert, mit Bezug auf die in diesem und in den Folgedekaden gelingenden naturwissenschaftlichen Entdeckungen am Boden und am Himmel (Columbus, Kopernikus, Galilei) sowie auf die Erforschung des menschlichen Wesens, wofür er, der französische Autor, herausragende französische Autoren nominierte, darunter Rabelais und Montaigne, außerdem aber auch Shakespeare und Cervantes, allesamt Dichter, welche eingedrungen seien in den „mystère moral“ des Menschen;2

von Jacob Burckhardt (1818–1897) seine historische Schrift „Die Kultur der Renaissance in Italien“ (1860). Sie gilt bis heute als das wirkungsmächtigste Buch der Renaissanceforschung; es „beeinflußte entscheidend sowohl die Geschichtswissenschaft als auch das heutige Allgemeinverständnis für jene Zeit. Zwar focht die Geschichtswissenschaft des 20. Jh.s einige Einzelinterpretationen B.s an, das von ihm geprägte Renaissancebild konnte sich jedoch im Ganzen behaupten.“ (Rachum, S. 85)3 Burckhardt versäumte nicht, sich mit seinen Ausführungen der Linie Michelets anzuschließen, wie das z. B. der berühmte 4. Abschnitt seiner Darstellung erweist, den er unter die Überschrift stellte: „Die Entdeckung der Welt und des Menschen“ (S. 261–331).

Seit der Veröffentlichung dieser Werke kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts riß die Forschung über denselben Gegenstand nicht mehr ab. Auffällig blieben jedoch die vielfachen Unsicherheiten in der Einschätzung des ←15 | 16→Phänomens Renaissance: Sollte man sie als einen Kunststil im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit würdigen, oder eignete sich „Renaissance“ zur Bezeichnung für eben jene geschichtliche Spanne des Übergangs? Fand man hierin also einen historischen oder Epochenbegriff (von wann bis wann wäre die Epoche zu datieren?) oder benutzte man ihn besser als typologischen, der dann in der Geschichte auftretende Ereignisse oder Ereignisfolgen mit stets denselben oder ähnlichen Grundzügen meinen konnte (antike Renaissance, karolingische Renaissance, Renaissance des 12. Jahrhunderts usw.)? Vor allem entstanden immerfort Unterschiede in der Bewertung der Renaissance, darunter selbst die gravierendsten. Die Skala reichte auf der einen Seite von der Klassifizierung der Renaissance als einer gloriosen Epoche oder auch der Rühmung eines prachtvollen Kunststils (Malerei, Skulptur, Architektur, Literatur) bis hin auf der anderen zu pauschaler Schmähung, nicht selten mit nationalistischer Färbung: die Renaissancebewegung wäre z. B. in Deutschland identisch gewesen mit der Auslöschung einer altbewährten Volkskultur, mit Einschluß ihrer Dichtung, und erweise sich als verhängnisvolle Etablierung der Vorherrschaft eines dünkelhaften, volksfeindlichen Kunststils. Krasse Bewertungsunterschiede dieser Art zeigten sich in der deutschsprachigen Literatur in zwei voneinander abhängigen, allerdings trennbaren Traditionen: in der Forschungsgeschichte, worin die Renaissance, wie erwähnt, einmal als grandioses Kulturphänomen gedeutet wurde, das andere Mal konträr als schmählicher gewalttätiger Einbruch von außen; ferner in einer verbreiteten Belletristik mit Renaissancemotiven (Romane, Novellistik, Filme), die von der Epoche entweder ein positives oder negatives Bild entwerfen (dann: Zeitalter mörderischer Machenschaften, erotischer Orgien).

Es scheint, als entwickle sich im aktuellen, dem zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts eine innovative, nunmehr wiederum affirmative Betrachtung in der Forschungsliteratur, wofür sich Beiträge im deutschsprachigen Bereich und außerhalb seiner als Belege anführen lassen. Im Jahre 2011 veröffentlichte der US-amerikanische Historiker, Renaissance-Kenner und Shakespeare-Spezialist Stephen Greenblatt sein Buch: „The Swerve. How the World Became Modern“; die erste deutschsprachige Ausgabe erschien 2012 unter dem Titel: „Die Wende. Wie die Renaissance begann“. Der Originaltitel „Swerve“ bedeutet ‚Seitenbewegung, Abschweifung‘ und ist keinesfalls mit dem deutschen Lexem „Wende“ wiedergegeben. „Wende“ stünde doch wohl für ‚Zeitenwende‘, für die Beendigung des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit. Um den englischen Titel zu verstehen, muß man wissen, daß Greenblatts Darstellung einen (literarischen) Helden hat: den italienischen Renaissance-Humanisten Poggio Bracciolini (1380–1459). Poggio ist bis heute u. a. bekannt als Entdecker ←16 | 17→wichtiger Handschriften von antiken Texten. Darunter sind zwölf Komödien des Plautus und Quintilians Lehrwerk der Redekunst („Institutio oratoria“). Er weilte während des 2. Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts in Deutschland und nahm am Konzil von Konstanz teil. Dort wurde er 1416 Zeuge der grausamen Hinmordung des böhmischen Gelehrten Hieronymus von Prag, eines Begleiters von Hus, des tschechischen Reformators, den die Konzilsväter in Konstanz 1415 auf dem Scheiterhaufen ums Leben gebracht hatten; der genaue Bericht, den Poggio darüber verfaßte, ist erhalten (auch verdeutscht von dem Übersetzer-Humanisten Niclas von Wyle). Auf der Suche nach weiteren Handschriften, begab sich Poggio von Konstanz aus auf Reisen. Greenblatts Wort „swerve“ legt nahe, daß es sich um eine Exkursion ‚am Rande‘ einer anderen Tätigkeit gehandelt habe, der Teilnahme am Konzil. Im Jahre 1417 kam er dabei womöglich nach Fulda – nach Greenblatt jedenfalls am wahrscheinlíchsten ˗, um im dortigen Kloster nach den sehr begehrten Schätzen, den Handschriften, zu suchen. Was er auffand, war ein Manuskript der philosophischen Dichtung „De rerum natura“ des Lucrez.

Greenblatt schreibt, Poggio hatte Hieronymus von Prag nicht retten können. Was er vollbringen konnte, war die Befreiung des Lucrez aus der klösterlichen Klause: „Er befreite ein Buch, das zu gegebener Zeit mit dazu beitragen würde, seine gesamte Welt zum Einsturz zu bringen.“ (Greenblatt, S. 59) Der deutsche Titel suggeriert den Effekt: Es führte „die Wende“ mit herauf, das ist: das Ende des Mittelalters, um durch den „Einsturz“ der mittelalterlichen Welt die neuzeitliche einzuläuten. Ein exorbitantes Buch: zeigend, „wie die Dinge wirklich sind“. „De rerum natura ist dergestalt etwas äußerst Seltenes: ein großes Werk der Philosophie und zugleich ein großartiges Gedicht.“ (Ebd., S. 208) Vergleichbar urteilte Ernst Günther Schmidt: „De rerum natura, eine Darstellung der epikur[eischen] Physik (Atomlehre), bezeugt in einzigartiger Weise das Wirken fortschrittlicher griech[ischer] Denktraditionen in Rom und erfüllt als eine der großartigsten lat[einischen] Dichtungen bes[onders] rein, unter Abstreifung des spieler[isch]-artist[ischen] Elements hellenist[ischer] Poesie, die Idee der Lehrdichtung.“4 Jedoch ist das Epos des Lucrez mehr als die Wiedergabe der Atomistik, mehr als ein physikalisches Lehrwerk, weil zudem – mit einem neueren Terminus – eine religionskritische Schrift, auch eine ethisch-moralphilosophische, und in diesen Bereichen ebenso wie in der naturwissenschaftlichen Argumentation dem Denken Epikurs verpflichtet. Mit dem Fund der Lucrez-Handschrift gelang es Poggio, die weltanschauliche Diskussion der Ära ←17 | 18→entschieden zu bereichern, indem fortan, vermittelt durch die Dichtung des Römers, die Philosophie Epikurs in sich stetig verbreiterndem Strome in die Gedankenwelt des ausgehenden Mittelalters und der anbrechenden Neuzeit einfloß. Schon Panofsky hatte geurteilt, Poggios Fund, 1473 gedruckt, sei eine „für die Naturphilosophie, Wissenschaft und Dichtung entscheidend wichtige Wiederentdeckung“ gewesen, wenngleich nicht für die bildende Kunst vor dem Ende des 15. Jahrhunderts (Die Renaissancen, S. 194). Und mit der Philosophie Epikurs, deren Entfernung vom Christentum und dessen Glaubenslehre ersichtlich groß war, gelangte ein bedeutendes Quantum heidnischer Weltanschauung – in der Forschung dafür oftmals: „Paganismus“ – in die Gedankenwelt des christlichen Europas. Greenblatt erklärt: „Lebensfreude durch Genuss, dies ist vielleicht der Schlüssel zum Verständnis der mächtigen Wirkung der epikureischen Philosophie.“ (S. 84) Den gedanklichen Impetus derselben Philosophie hob aber Bernd Roeck heraus: „Die Ursachen der Dinge erkennen, ohne Angst vor rächenden Göttern die Welt betrachten, wie sie ist: dieses Programm wurde über Lukrez ins neuzeitliche Europa getragen.“ (S. 519)

Da Greenblatt in seinem Buch dem Protagonisten Poggio eine unvergleichliche Bedeutung einräumt, kann die Leserschaft als Tendenz des Werks empfinden, er möchte die Entstehung der Renaissance aus der Aktivität dieses einen Humanisten ableiten. Es ist ja der „Bücherjäger“, dem der Autor das Verdienst zuschreibt, am Rande des Konzils von Konstanz den entscheidenden Fund gemacht zu haben. Der Fund ist die Handschrift des Epos von Lucrez, und weil Greenblatts Buch im Konnex mit dem Humanisten Poggio dessen Fund, diese einzige Schrift im Zentrum hat, kann es auch den Eindruck erzeugen, daß der Verfasser die Entstehung der Renaissance aus der Einwirkung einer Schrift behaupten möchte, nämlich „De rerum natura“. Ist jedoch eine Schrift das zentrale Movens zur Zeit der Entstehung der Renaissance, und ist die Schrift, ist das Epos zugleich als dichterischer Beitrag ein philosophischer, ein weltanschaulicher, so darf als Intention des Autors Greenblatt vermutet werden, das Emporkommen der Renaissance als Wende in der Philosophie zu verstehen, als weltanschaulichen Paradigmenwechsel. Damit steht Greenblatts Leserschaft vor der Frage, ob der Autor als ein Charakteristikum der Renaissance eine auffallende Weltlichkeit – epikuräischer Provenienz – behaupten will. In Jacob Burckhardts Worten: „Die Weltlichkeit, durch welche die Renaissance einen ausgesprochenen Gegensatz zum Mittelalter zu bilden scheint …“ Und Burckhardt vermeldet als eine Ursache: „… es stehen nämlich in Italien Epikureer auf.“ Allerdings fehlte damals, wie in der Antike bereits, wegen des Verlusts des Großteils der Schriften des griechischen Philosophen die vollständige Kenntnis seiner Lehre, doch war ersatzweise die „Gestalt des Epikureismus“ vorhanden, ←18 | 19→wie sie Lucrez und Cicero übermitteln (S. 466; mit zu beachten: Burckhardts Verbum „scheint“!).

Im gegenwärtigen Jahrzehnt des jetzigen Jahrhunderts erschien auch das vermutlich umfänglichste Werk über die Renaissance, welches der historischen Forschung zu verdanken ist: Bernd Roecks Buch „Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance“ (1306 S.). Der Verfasser plante nicht, in der Tradition Burckhardts und seiner jüngeren Nachfolger einen Überblick zu bieten. Er meinte, mit ihren Verfahren keine innovierenden Einsichten vermitteln zu können, und bemühte sich stattdessen, „Lateineuropas Renaissance in eine vergleichende Perspektive zu rücken, um auf diese Weise ihre welthistorische Bedeutung sichtbar werden zu lassen“ (S. 1178). Wo Greenblatt die Renaissance im wesentlichen aus dem Tun eines einzigen Humanisten, aus praktisch einer einzigen von diesem gefundenen Handschrift und dem auf ihr niedergeschriebenen Poem der römischen Antike, wie diese durch die griechische befruchtet wurde, emporwachsen ließ, versetzte Roeck das Phänomen, das, wie er will, auch die „große Renaissance“ heißt (S. 343), in die Mitte eines bunten Umkreises unterschiedlicher Renaissancen, von Renaissancen mehrerer Zeitalter, von Renaissancen diverser Regionen, von Renaissancen disparater gegenständlicher Ressorts. Des Verfassers vergleichende Perspektive verführte ihn nämlich dazu, eine förmliche Inflation der Renaissancen zu inszenieren:

Als „wohl erste ‚Renaissance‘ der europäischen Geschichte“ vermutet er „die von Kleinasien ausgehende ‚zweite Sophistik‘ zwischen etwa 60 und 230 n. Chr.“, für die er als einen wichtigen Repräsentanten Lukian nominiert (S.75 f.). Für bedeutungslos – allerdings für dennoch erwähnenswert – hält er gelegentlich „aufflackernde heidnische Renaissancen“ (S. 85). Im Frühmittelalter sei eine „northumbrische Renaissance“ entstanden (S. 115).5 Zuweilen genannt werde ebenso die „buyidische Renaissance“ (S.124).6 Der Autor wirft die Frage auf, ob eine „makedonische Renaissance“ existierte, äußert indes Zweifel (S. 173 ff.). Während der „Herrschaft der Makedonen-Dynastie“ in Byzanz (867–1056) kam es zu einem merklichen Aufschwung der Wissenschaften und Künste, doch konnte von einer Wiederbelebung antiker (enger: griechischer) Kultur nicht die Rede sein, weshalb? Weil sie hier überhaupt nicht erloschen ←19 | 20→war. Gewohnte Diskussionsthemen in der deutschen Kulturgeschichte waren seit einem Jahrhundert schon die „karolingische“, die „ottonische“ sowie die Renaissance des 12. Jahrhunderts. Während Roeck sich mit der karolingischen befaßte (S. 129–135), wendet er sich dagegen, eine ottonische zu proklamieren (S. 168 ff.). Ein spartenspezifisches Ereignis müßte die vom Autor so titulierte „wichtigste Renaissance vor der Renaissance“ gewesen sein (S. 253). Er möchte darunter die Rezeption des römischen Rechts in Italien und Frankreich verstehen (12./13. Jahrh.). Erhebliche Bedeutung mißt Roeck der Renaissance des 12. Jahrhunderts bei (S. 286–289). Ein Höhepunkt dieser Renaissance, die mit dem 12. Jahrhundert begonnen hatte, wäre Dantes „Göttliche Komödie“ gewesen (S. 357). Gemäß Roecks Konzept ließe sich sogar eine Linie ziehen von der Renaissance des 12. Jahrhunderts bis zur Aufklärung: „Die Kontinuitäten reichen von der Wissenschaftslust, der Antikenbegeisterung und Weltlichkeit des 12. Jahrhunderts bis ins aufgeklärte, klassizistische 18. Jahrhundert.“ (S. 1168) Immerhin läßt Roeck es im Ungewissen, ob der Zeitraum seit dem 12. Jahrhundert bereits den Anfang der großen Renaissance gesehen hätte oder nur deren Vorgeschichte. Er sinniert: „Die im 12. Jahrhundert rasch zunehmende Kumulation antiker Überlieferung liefert das stärkste Argument dafür, die Vorgeschichte der Renaissance spätestens zu dieser Zeit beginnen zu lassen. Die überragende Bedeutung, die der ‚wiederbelebten‘ Tradition für Wissenschaften, Technik und kulturelle Produktion im weitesten Sinn zukam, rechtfertigt, den vieldiskutierten Begriff [Renaissance] als Überschrift nicht nur für einen Kunststil, sondern als Epochenbezeichnung zu nehmen.“ (S. 1166) Welche Bedeutung der Verfasser dem 12. Jahrhundert zumißt, läßt sich auch an seiner Bemerkung ablesen, es seien darin die „Wege, die später in die vier weltumstürzenden neuzeitlichen Revolutionen münden würden – die Revolution der Medien, die wissenschaftliche, die industrielle und die politische – … ein gutes Stück weit beschritten“ worden (S. 343). Für Roeck gibt es ein übergeordnetes Kriterium, das es erlaubt, von der vollendeten Renaissance zu sprechen: die Antike-Rezeption, wenn sie denn vollständig geglückt war, und dies Glücken fiel ihm in eins mit der Hochrenaissance: „Bramante, Raffael und Michelangelo waren die Konstrukteure der römischen ‚Hochrenaissance‘. Der Begriff sollte nicht bedeuten, daß nun ein Gipfel, Schönstes und Vollkommenstes, erreicht worden sei. Wie alle Stil- oder Epochenbezeichnungen ist er eine Hilfskonstruktion. Am ehesten dürfte er handhabbar sein, wenn mit ihm ausgedrückt wird, daß eine Elite der Künstler, Literaten und Gelehrten inzwischen über Vokabular, Grammatik und Wissen der Antike so gut wie vollständig verfügte. … Der Vorgang der Wiedergeburt war abgeschlossen.“ (S. 675 f.) Dem Mittelalter gehörte neben den aufgezählten Renaissancen überdies „Siziliens ←20 | 21→Renaissance“ an (S. 305–308). In späterer Zeit eine „bizarre Renaissance“, im Mittelpunkt Còla di Rienzo (Volkstribun 1347; S. 387). Im Zusammenhang mit dem Tridentinum spricht Roeck vom „Geist katholischer Renaissance“ (S. 847). Eine recht selten vernommene Erscheinung dürfte die „amerikanische Renaissance“ sein (S. 904–912). Innerhalb ihrer gedenkt Roeck eines partiellen Vorkommnisses, eines Falls von ‚hybrider Renaissance‘ (S. 905). Er konstatiert fernerhin eine „Wende der Renaissance“ oder auch „Gegenrenaissance“ (S. 938). Eine doch eingeschränkte, da fachspezifisch sich manifestierende Renaissance ist sicherlich die „Renaissance der altehrwürdigen Mnemotechnik, der Kunst des Erinnerns“ (S. 948). Mehrmals befaßt Roeck sich dazu mit der Problematik der „chinesischen Renaissance“ (S. 1160 u. ö.). Beim Blick auf die Ära um 1900 konstatiert er die damalige Mode des „Renaissancismus“, die „hysterische Renaissance“, als die „eiskalten Machtmenschen“ ihren „ungeheuren Traum“ träumten (S. 345 u. 1172; s. u.!).

Aus dem Vergleich mit der chinesischen Renaissance gewann Roeck den Maßstab für seine Bewertung des europäischen Renaissance-Ereignisses. Wenn Stephen Greenblatt dessen Heraufkunft mit der Wiederauffindung einer Philosophie verbinden wollte, eines Dokuments des griechischen Materialismus der Antike, den Urquell der Renaissance also im Denken Epikurs witternd, wie es Lucrez vor Augen führte, sah Roeck ebenfalls den Hauptfaktor in der europäischen Gedankenwelt, aber nicht hervorgehend aus einer einzigen Linie der Philosophiegeschichte, sondern im – wissenschaftlichen – Denken überhaupt, wie es die griechische Antike entwickelte. Insofern habe „die europäische Variante“ der (großen) Renaissance „eine völlig andere Dimension“. Einmal schon, weil sie lange währte. Jedoch: „Wichtigstes Merkmal dieser Renaissance, Kern ihrer Identität, war die ungeheure Spannweite ihres Denkens. Nirgendwo sonst auf der Welt gab es Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die eine ähnlich große Zahl an Disziplinen beherbergten … Entgegen älteren Anschauungen hatte das Mittelalter – das Ockhams, selbst das der Aristoteliker – die kritischen, skeptischen Ansätze der Antike weitergedacht, weitergereicht an die Neuzeit. … Letztlich erweisen sich die großen Durchbrüche als Resultat der großen Zahl an Versuchen, Probleme zu lösen. … Antike nicht allein zu kopieren, ihre Hinterlassenschaft vielmehr weiterzuentwickeln – diese Absicht prägte die kulturelle Produktion der europäischen Renaissance von Anfang an.“ (S. 1161 f.) Zwar in der Renaissance vereinigten sich Zuflüsse aus diversen Kulturen – Roeck benannt hier die Römer (Recht; Ingenieurskunst; Rationalismus; Staatskunst), Byzanz (Theologie; Ikonen; Manuskripte), die Araber (Philosophie; Übersetzungsleistungen; Medizin; Mathematik; Astronomie), Chinesen (Papier) ˗, zuerst indessen den Griechen, „der seinerseits reiche Hinterlassenschaften des ←21 | 22→Orients bewahrte und Europa einen noch für dessen moderne Wissenschaft unverzichtbaren Denkstil näherbrachte“ (S. 1150).7

Zu den Denkinhalten gesellt sich somit der Stil des Denkens (seine Methodologie). Schließlich schrieb Roeck es dem Renaissance-Humanismus zu, daß er die kritische Philosophie des antiken Hellas rezipierte und damit sich selber zu einer außerordentlichen Wirksamkeit verhalf: „Was den Humanismus jedoch zu einer Bewegung mit am Ende systemsprengender Wirkung machte, war die Erschließung der kritischen Philosophie der Griechen.“ (S. 353) Roecks Interpretation der Rolle der Antike für die Renaissance ist mit Burckhardts Darlegung zu vergleichen. Burckhardt spricht von der Renaissance als dem „Gesamtereignis“, welches darin bestehe, „daß neben der Kirche, die bisher (und nicht mehr für lange) das Abendland zusammenhielt, ein neues geistiges Medium entsteht, welches von Italien her sich ausbreitend, zur Lebensatmosphäre für alle höher gebildeten Europäer wird.“ (S. 162) Wo Burckhardt den Terminus „Medium“ heranführt, sieht Roeck die Antike als Schlüsselbegriff gegeben, als „Code“ nämlich: „‚Antike‘ bot offenbar einen kulturellen Code, der dem republikanischen Geist ebenso wie dem imperialen Selbstbewußtsein der Eliten Ausdruck verlieh.“ (S. 453)

Die Ausführungen Roecks berühren sich in noch anderen Fragen mit Burckhardts Erläuterungen. In dessen Buch ist oftmals der 2. Abschnitt: „Entwicklung des Individuums“ zum Streitgegenstand geworden. Im Zusammenhang mit dem Humanismus greift Roeck das Problem abermals auf. Es heißt bei ihm: „Das Ich blickte in den Spiegel und dachte über sich nach.“ (Ebd.) Als einen Beleg nennt er Boccaccios Roman „Fiammetta“: „Mit seiner ‚Fiammetta‘ gewinnt Burckhardts These, die italienische Renaissance habe das Individuum entdeckt, ein weiteres Argument. Ist jemals zuvor die Selbstbefragung einer Bürgerin, die verheiratet ist, sich aber vor sehnsüchtiger Liebe nach einem anderen verzehrt, ähnlich nuanciert geschildert worden?“ (S. 412) In der europäischen Renaissance sieht Roeck vor allem auch den „Aufbruch der Europäerin“ (S. 436). Als symbolisch dafür betrachtet er Chaucers Novelle „The Tale of the Wyf of Bath“8 mit dem Prolog, der eine Proklamation der Freiheit der Frau darstellt. Jenseits der Sphäre der Dichtung, in der historischen Realität des Zeitalters benennt Roeck die erste namentlich bekannte feministische ←22 | 23→Schriftstellerin: „Mit Christine de Pizan (1365- um 1430), einer gebürtigen Italienerin, die es nach Paris verschlagen hatte, fand der Feminismus seine ‚heilige Patronin‘.“ (S. 436)

Roeck kam auch auf die Materie zu sprechen, die Burckhardt in seinem 1. Abschnitt unter dem Titel „Der Staats als Kunstwerk“ abhandelte. Er schrieb, es sei die Geschichte der Renaissance zugleich die Geschichte „der Entstehung des frühmodernen Staates“. Dieser ging in nicht wenigen Fällen auf das Eingreifen der – unleugbar höchst problematischen – Condottieri zurück: „Tatsächlich waren Condottieri vom Schlage Carmagnolas Konstrukteure frühmoderner Staatlichkeit.“ (S. 497)9 Es habe einen „Möglichkeitsraum“ Europa zur Zeit der Renaissance gegeben, der manches erlaubte: „Selbst demokratische Ideen fanden Einlaß. Die Praxis der [griechischen] Polis und der römischen Republik hatte Vorbilder geliefert“, und Elemente der dazugehörigen Theorie konnte man aus Platon, Aristoteles, Thukydides und Cicero erfahren. „Auch das Modell der Volksherrschaft war mit dem Spätmittelalter wieder in der Welt und nicht mehr aus ihr zu vertreiben.“ Es existiere selbst, so Roeck, ein enger Zusammenhang zwischen der Tradition von politischen Erwägungen des Renaissance-Humanismus und der „Ideenwelt der englischen und der amerikanischen Revolutionen und damit des modernen Nationalstaats westlichen Zuschnitts“ (S. 1164 f.).

Dreißig Jahre vor Roecks stupendem Werk erschien der konzise Grundriß des Renaissance-Forschers Peter Burke, eine Schrift, die schon mit ihrem Umfang von ca. 100 Seiten einen auffälligen Kontrast zu Roecks voluminösem Buch bildet, mit dem simplen Titel: „Die Renaissance“ (1987; deutsch 1990). Im Vergleich lassen sich gut wichtige Übereinstimmungen zwischen ihr und den jüngeren Texten von Greenblatt und Roeck ermitteln, aber auch die Differenzen, relevante Punkte, die über lange Zeiträume hinweg strittig blieben und vermutlich bleiben. In Anlehnung an Gombrich möchte Burke die Renaissance „eher als ‚Bewegung‘ denn als ‚Epoche‘ “ betrachten (S. 99). Zur zeitlichen Ausdehnung der Renaissance bietet Burke eine spezifische Überlegung. Setzte Roeck die Renaissance im Zeitraum von der Renaissance des 12. Jahrhunderts bis zur Aufklärung an, so operierte Burke noch kühner mit der Anzahl von nicht weniger als acht Jahrhunderten. Wie er angibt, erwiesen diese sich als der umfassende Zeitraum, innerhalb dessen die florentiner, gesamtitalienische und europäische Renaissance eine Sonderspanne von etwa drei Jahrhunderten beansprucht hätten: Mit anderen Forschern bemühe der Autor sich, so schreibt er, „die Ereignisse im Florenz des vierzehnten, im Italien des fünfzehnten und ←23 | 24→im Europa des sechzehnten Jahrhunderts in eine Sequenz von miteinander verknüpften Veränderungen zu stellen, die etwa vom Jahr 1000 bis zum Jahr 1800 reicht.“ (S. 102) Solchermaßen bekam er es mit zwei Zeitspannen zu tun, der ausgedehnten Sequenz, worin zur Neuzeit hinführende Veränderungen überhaupt vorfielen – diese schon im Mittelalter auch! –, und einer darin eingebetteten kürzeren Sequenz, in welcher gleichfalls Veränderungen vorfielen, aber nun spezifische, die ihm als die eigentliche Renaissance gelten. Die meisten Historiker, vermerkt Burke, sähen das Ende der Renaissance, ihre „Auflösung“ in den 20er und 30er Jahren des 17. Jahrhunderts gekommen (S. 97; d. h. also etwa mit dem Dreißigjährigen Krieg). In Burkes Sicht wäre als Hindernis der Ausbreitung der italienischen Renaissance die Reformation aufgetreten (S. 65). Davon abweichend Roeck, der seine Überzeugung äußert, daß weder „Savonarolas frommer Putsch“ noch „Luthers Reformation“ das Epochenende markiert hätten (S. 1168). Auch müßte eine sorgfältige Deutung der Reformation vorangehen, will man ihr Verhältnis zur Renaissance verläßlich feststellen. Aussagen wie Burkes gehen fehl, wenn die Reformation immerhin eine Teiloperation der Renaissance oder eine ihrer Varianten gewesen sein sollte, selber also Renaissance. So legt es z. B. Heinrich Heines Aussage nahe, wenn er eine Tendenz der Reformation „die evangelische Renaissance“ nennen möchte.10 Hält Roeck an Burckhardts These von der Herausbildung des Individuums und Entstehung des Individualismus fest, zweifelte Burke gerade diese an, sie wäre „relativ unklar“ (S. 99). Generell meinte Burke, Burckhardt habe einen Renaissance-„Mythos“ geschaffen, indem er „der alten Formel von der Erneuerung der Künste und der Wiederbelebung der klassischen Antike einige neue Begriffe wie den des Individualismus, des Realismus und der Moderne“ hinzugefügt habe (S. 12). Vor allem versicherte er vehement, „wir“ betrachteten „heute Jacob Burckhardts These von der Renaissance als dem Anbruch der ‚Moderne‘ für unannehmbar“ (S. 97). Die gegenteilige Ansicht wiederum bekundete Greenblatt, der seinem Buch den Untertitel gab: „How the World Became Modern“, nämlich in der Renaissance und mit dem Fund Poggios. Bei alledem will Burke den Renaissance-Begriff nicht völlig eliminieren, sondern ihn relativierend ←24 | 25→bewahren: „Wenn wir jedoch, eingedenk der Errungenschaften des Mittelalters oder der außereuropäischen Welt, unter ‚Renaissance‘ ein Ensemble von Veränderungen in der abendländischen Kultur verstehen, so scheint mir der Ausdruck als Ordnungsbegriff nach wie vor von gewissem Nutzen.“ (S. 15) Mit der Annahme einer kontinuierlichen Folge von Veränderungen kann Burke es vermeiden, die Renaissance mit einer Revolution – sei es auch einer geistigen oder Kulturrevolution – in eins zu setzen oder als „Bruch“ zu deuten: „Wir sollten die Bewegung der Renaissance daher nicht als eine kulturelle ‚Revolution‘ im Sinn eines plötzlichen Bruchs mit der Vergangenheit betrachten, sondern als eine graduelle Entwicklung, in deren Verlauf sich mehr und mehr Individuen von einzelnen Elementen der spätmittelalterlichen Kultur abgrenzten und der klassischen Vergangenheit zuwandten.“ Hier ist dann die Stelle, wo Burke den Renaissance-Begriff statuiert: „Jene Zeit, in der die Nachahmung der Klassik häufiger, gründlicher und bewußter betrieben wurde, als zuvor, bezeichnen wir als ‚Renaissance‘ …“ (S. 42 f.)

In Übereinstimmung mit mehreren anderen Forschern erklärte Burke, daß im Mittelalter „mehrere ‚Renaissancen‘ “ auftraten, in erster Linie die karolingische und die des 12. Jahrhunderts (S. 14). Zudem konzediert er, von ressortgebundenen Renaissancen zu sprechen: „Renaissance“ der Mathematik, der Naturwissenschaften, sogar der Magie (S. 30). Auch für ihn verbleibt es bei der Einteilung der (großen) Renaissance nach Stufen, zumal der „Hochrenaissance“, für die er die folgende Begründung, freilich „leicht überspitzt“, vorschlägt: „daß eine (zumindest in den Augen mancher scholastischen Philosophen) ursprünglich subversive Bewegung um 1500 zum Bestandteil der herrschenden Kultur geworden war.“ (S. 47) Für die Schlußphase diskutierte er die Begriffe „Manierismus“ und „Spätrenaissance“ (S. 90). Von der Frührenaissance, die in verschiedenen Forschungsarbeiten als erste Phase der Renaissance untersucht und die nicht zuletzt vom Terminus „Hochrenaissance“ her gefordert wird, schweigt er in seiner Schrift.

Wie in der Tradition von Burckhardt bis Roeck, läßt auch Burke Licht auf die politischen Verhältnisse besonders im Italien der Renaissance-Jahrhunderte fallen, wobei nicht zuletzt der „humanistische Republikanismus“ Erwähnung findet (S. 70).

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Die „wundermächt’ge Zauberin“

Eine Generation nach dem Erscheinen der fortwirkenden Schriften von Michelet und Burckhardt zeigte sich im deutschsprachigen Bereich, wie sehr der Begriff der „Renaissance“ bereits eingebürgert war.

Um ein beliebiges Beispiel zu wählen: Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts präsentierte „Meyers Konversations = Lexikon“ einen Artikel „Renaissance11. Darin wird die Renaissance primär als Kunststil gewürdigt. Schon erscheint die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätrenaissance. Von der Bedeutung der Antike-Rezeption und ihrer Einwirkung über die Künste hinaus allgemein auf das Leben, die Gesellschaft, die Wissenschaften ist die Rede:

Renaissance (franz., … ‚Wiedergeburt‘), in der Kunstgeschichte Bezeichnung der seit Anfang des 15. Jahrh[underts] aufgekommenen Kunstrichtung, welche die Wiedergeburt der alten Kunst im Anschluß an ihre Überreste, besonders der Baudenkmäler, anstrebte. Brunelleschi, Ghiberti und Donatello waren die Bahnbrecher dieser Richtung, welche jedoch schon im 13. und 14. Jahrh[undert] in den Pisani, in Giotto u. a. Vorläufer gehabt hatte (Protorenaissance). Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrh[undert] das Wiedererwachen des Naturgefühls, welches ein mächtiges Moment in der Entwickelungsgeschichte (!) der R[enaissance] ausmacht. Ihren ersten Abschnitt in der italienischen Kunstgeschichte nennt man Frührenaissance (etwa bis 1500). Die Zeit von ca. 1500–60 bezeichnet man als Hochrenaissance und die folgende, etwa bis 1600 reichende Periode als Spätrenaissance, die allmählich bereits in den Barockstil übergeht. In Frankreich und Deutschland vermischte sich der antike Stil mit nationalen Elementen, welche in der ersten Epoche der R[enaissance], naturgemäß stärker hervortraten als in der zweiten Periode, der Spätrenaissance, welche die antiken Formen üppiger und kräftiger ausbildete und so allmählich zum Barockstil führte. … Im weitern Sinne nennt man R[enaissance] die Wiedergeburt des klassischen Altertums in seinem Einfluß auf die Wissenschaft, die Litteratur, die Gesellschaft, das Leben der vornehmen Kreise und die Entwickelung (!) der Menschen zu individueller Freiheit im Gegensatz zu dem Ständewesen des Mittelalters.“

In dem Artikel sind es also wesentlich die kunsthistorischen Neuerungen, die hervorgehoben werden. Deren Summe versteht man dann als Renaissance im engeren Sinne. Es ist die Geschichte der bildenden Künste des Zeitalters, die nach Epochen gegliedert wird, und ihre Abfolge ergibt das chronologische ←26 | 27→Schema von der Proto- über die Früh- und Hoch- bis zur Spätrenaissance. (Allerdings sind in der Forschung und Historiographie die „chronologischen Abgrenzungen und Unterteilungen“ der Renaissance „niemals streng definiert worden“ [Rachum, S. 443].) Verständig wird der Renaissance-Begriff im „weitern Sinne“ auf die gesamte Kultur der Epoche bezogen, auf die Menschen des Zeitalters, die menschliche Gesellschaft und das Leben zumindest der privilegierten Klassen. Nicht anders der größere Teil der modernen Forschung, worin der Bezug zur Antike als vornehmstes Merkmal der Renaissance gilt. Vermißt man in demselben Artikel vielleicht das Stichwort: „(Renaissance-)Humanismus“, sollte man zurückblättern zu dem Stichwort „Humanismus und Humanisten12. Hier findet sich die Formulierung: „Humanismus und Humanisten des Zeitalters der Renaissance. Als Pfleger wahrer Humanität (s. d.) und der studia humaniora nannten die Gelehrten zur Zeit der sogen[annten] Wiedergeburt der Künste und Wissenschaften (rinascimento) oder des Wiederauflebens der klassischen, griechisch = römischen Kultur sich Humanisten (Gräzisten, Latinisten, Poeten, Oratoren).“ Über den Zusammenhang der Renaissance und des Humanismus ist seither eine Fülle von Forschungen entstanden.

Ein Hinweis auf ein Kuriosum: Dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entstammt ebenfalls ein Werk der Unterhaltungsliteratur, welches eine Art Hommage für die Renaissance und Renaissancekunst bildet: „Renata“ (1891), mit der Gattungsbezeichnung „Eine Dichtung“, von Julius Wolff (1834–1910). Es ist eine Versdichtung, mit Versen aus jeweils 4 Trochäen. Schon den Namen der Titelheldin soll die Leserschaft symbolisch verstehen, er spielt ebenso wie der Begriff der Renaissance auf die Wiedergeburt an. In einem Gespräch mehrerer Personen erklärt der Domherr dem Mädchen Renata: „Weißt Du, was das heißt? – die Wieder = / Oder Neugeborne heißt es, / Und so machst Du Deinem Namen / Muthig mit der That auch Ehre, / Wenn Du dieser neugebornen / Alten Kunst Dich fleißig annimmst.“ Und er verweist darauf, daß es auf allerlei anderen Gebieten „In den Köpfen spukt und umgeht. / Lehre, Wissenschaft, Erkenntniß / Streiten heftig mit einander, / Weltweisheit und Schriftenkunde / Schöpfen wieder aus den Quellen …“ (Renata, S. 117) Eines der Kapitel des Buchs trägt die Überschrift „Die neue Kunst“. Unter dieser wird zunächst die Kunstausübung im Handwerk verstanden, nachdem die alte „Jetzt zu Ende geht und aus ist. / Nichts von Türmchen mehr und Kreuzen, / Spitzen Bögen, Maß- und Stabwerk, / Nichts von Heil’gen und Madonnen …“ Was indessen kommt nun herauf? „Aeltre noch, viel ältre Formen! / All der Reiz und all das ←27 | 28→Bildwerk, / Womit Griechen einst und Römer / Ihre Säulen, Kapitäle, / Tempel, Vasen, Sarkophage / Schön umkleideten und schmückten, / Das lebt wieder auf von Neuem / … / Und weil’s von den Alten herstammt, / Nennt man diese Kunst antikisch.“ (Ebd., S. 64 f.) Die Personen der Dichtung erörtern auch die Herkunft der neuen Kunst aus Florenz und überhaupt Italien, und in Deutschland werde schwer zu kämpfen haben, wer dem Althergebrachten aufkündigt. „… doch endlich/ Wird der Sieg dem Neuen bleiben.“ (Ebd., S. 112 f.) Die neue Kunst sei eine „wundermächt’ge / Zauberin / …/ Diese neuen Formen sind es, / Die mit ihrer hohen Schönheit / Siegreich euch gefangen nehmen.“ (Ebd., S, 358) Als Folie der Renaissance eruiert Wolff eine apollinisch-freudig rezipierte Antike: „Freiheitshauch und frohe Weisheit / Aus der heitern Welt der Griechen, / Ew’ge Jugend, göttlich Lachen / Der unsterblichen Olympier, / Satyrlust, Bacchantentaumel / Weht und webt um diese Formen …“ (ebd., S. 361)

Renata ist die Wiedergeborene, „rinascimento“ oder Renaissance ist die „Wiedergeburt“, und ein ganzes Zeitalter als das der Wiedergeburt zu bezeichnen, war eine Einmaligkeit und erstaunlich. Burckhardt grenzte sie entscheidend von der bloß partiellen Imitation ab: „Die Renaissance ist aber nicht stückweise Nachahmung und Aufsammlung, sondern Wiedergeburt“, und er wollte eine solche bereits in den mittelalterlichen „Carmina burana“ realisiert finden; allerdings in einem umfassenden Sinne doch am ehesten in Italien. Dort jedenfalls erst seit der Ära Dantes: „Die große, allgemeine Parteinahme der Italiener für das Altertum aber beginnt erst mit dem 14. Jahrhundert.“ Sie bildete sich sekundär heraus. Vorangegangen war eine historisch-gesellschaftliche Veränderung: „eine Entwicklung des städtischen Lebens …, wie sie nur in Italien und erst jetzt vorkam: Zusammenwohnen und tatsächliche Gleichheit von Adeligen und Bürgern; Bildung einer allgemeinen Gesellschaft, die sich bildungsbedürftig fühlte und Muße und Mittel übrig hatte. Die Bildung aber, sobald sie sich von der Phantasiewelt des Mittelalters losmachen wollte, konnte nicht plötzlich durch bloße Empirie zur Erkenntnis durchdringen …“ Wessen sie bedurfte, war die Anleitung. Nämlich „sie bedurfte eines Führers, und als solchen bot sich das klassische Altertum dar mit seiner Fülle objektiver, evidenter Wahrheit in allen Gebieten des Geistes.“ (S. 165)

Und doch, monierte Burckhardt, sei die „Wiedergeburt“ des Altertums „in einseitiger Weise zum Gesamtnamen des Zeitraums überhaupt geworden“. Zwar die historisch-gesellschaftlichen Veränderungen wären auch ohne sie eingetreten, aber immerhin seien sie alle „von der Einwirkung der antiken Welt mannigfach gefärbt“ worden, weil die Antike in den Wandlungsprozessen die „Äußerungsweise im Leben“ war. Und was bezwang nun tatsächlich „die abendländische Welt“ energisch? Keineswegs allein die in Italien ←28 | 29→aufgekommene Renaissance, „sondern ihr enges Bündnis mit dem neben ihr vorhandenen italienischen Volksgeist“ (ebd., S. 161)13. Insofern entspreche es der historischen Realität nicht, die Erscheinungsformen der Renaissance in Italien und außerhalb Italiens zu identifizieren: „Anders aber als im Norden wacht das Altertum in Italien wieder auf. Sobald hier die Barbarei aufhört, meldet sich bei dem noch halb antiken Volk die Erkenntnis seiner Vorzeit; es feiert sie und wünscht sie zu reproduzieren. Außerhalb Italiens handelt es sich um eine gelehrte, reflektierte Benutzung einzelner Elemente der Antike, in Italien um eine gelehrte und zugleich populäre sachliche Parteinahme für das Altertum überhaupt, weil dieses die Erinnerung an die eigene Größe ist.“ (Ebd., S. 163)

Für „Äußerungsweise“ kennt Burckhardt noch einen zweiten Terminus. Die Renaissance ist ein „Gesamtereignis“ insofern, als „ein neues geistiges Medium entsteht“ (ebd., S. 162; s.o.), welches einen ganzen Zeitraum charakterisierte, dessen Signum es bildete – das ist Burckhardts Sicht. Indem er diesen Zeitraum als Totum schilderte, hielt er „die geistigen Umrisse einer Kulturepoche“ fest, wie er im ersten Absatz der Einleitung seines Buches schrieb (ebd., S. 3). Im Anschluß daran sprach er von einer „Zivilisation“, so ebenda, indem er eine Steigerung vornahm und erklärte: „wenn es sich vollends um eine Zivilisation handelt, welche als nächstes Muster der unsrigen noch jetzt fortwirkt“ („als nächstes Muster“ heißt: ‚das als letztes vorangegangene Dessin bzw. Modell‘). Mit dem Ausdruck „Zivilisation“ faßte er die Renaissance begrifflich im weitesten Sinne.

Ein gutes Jahrhundert später ging der Historiker Michael Seidlmayer bei Beschreibung der Renaissance ebenfalls von einer komplexen Bewegung aus, praktisch einem Zivilisationsschub, indes ohne den Terminus „Zivilisation“ zu verwenden:

Die gleichen Jahrhunderte, deren politische Geschichte ein Bild äußerster Zerrissenheit widerspiegelt, haben einer staunenerregenden Entfaltung aller menschlichen Kulturbetätigung die Bahn gebrochen. Wie in eben diesen wirren, chaotischen Zeiten – und gerade in den am stärksten geschüttelten Landschaften – nicht nur diese und jene Einzelgebiete der Kultur Fortschritte erzielten, sondern die gesamte menschliche Existenz in allen ihren Lebensbeziehungen eine ungeahnte Erhöhung und Ausweitung erlebte und eine mächtige Verbreiterung ihrer physischen und geistigen Daseinsbedingungen erfuhr, dies wird immer zu den denkwürdigen Erscheinungen geschichtlichen Lebens überhaupt gehören.

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Dieser gewaltige Umbruch des gesamten Denkens und Fühlens hat sich in den Republiken Toskanas und an den Fürstenhöfen Oberitaliens vollzogen … Florenz geht dabei, vor allem was die Kunst anlangt, mit mächtigen Schritten bahnbrechend voraus. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts tritt den oberitalienischen Kreisen Rom und auch noch der aragonesische Königshof von Neapel … an die Seite. So wird die typische Welt der ober- und mittelitalienischen Stadtstaaten zum Ursprungs- und Heimatland der Renaissancebewegung.

Überblicken wir die charakteristischen Erscheinungsformen des Zeitalters in ihrer ganzen Breite, so fügen sich alle Teilbereiche zu einer grundlegenden Erkenntnis zusammen: diese Epoche des Humanismus und der Renaissance gehört primär der Lebensgeschichte und der Seelengeschichte des abendländischen Menschen an … Das Erbe, das sie der Neuzeit überlassen hat … ist ein neues Lebensverständnis, ein neues Lebensgefühl (oder auch eine neue Art des Lebenswillens). (Geschichte Italiens, S. 256 f. u. 283)

Die „Renaissancebewegung“ erscheint in Seidlmayers Beschreibung als übergreifendes lebens- und seelengeschichtliches Ereignis – in dem einzelnen Menschen wie im Kollektiv, der Menschengattung, als veritabler „Umbruch“, welcher „die gesamte menschliche Existenz in allen ihren Lebensbeziehungen“ erfaßte und das Lebensverständnis, Lebensgefühl und den Lebenswillen revolutionierte.

Erreichte das Ansehen der Renaissance-Epoche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nicht zuletzt mit Burckhardts Buch, einen hohen Gipfel, wurde ihr Ruhm doch von Zeit zu Zeit gemindert, weil er Angriffen verschiedener Provenienz ausgesetzt war, bis hin zu Versuchen, die Renaissance als geschichtliche Periode zu bestreiten. In seinem Hauptwerk „Die Renaissancen der europäischen Kunst“ (zuerst 1960, deutsch 1979) hielt Erwin Panofsky (1892–1968) fest, es sei „im letzten halben Jahrhundert das ‚Renaissance-Problem‘ einer der am heftigsten diskutierten Gegenstände der neueren Geschichtsschreibung.“ Er beklagte, daß etliche Autoren daran dächten, die Erinnerung an sie gänzlich auszulöschen, englisch: „to deperiodize“. So klingt es bei ihm an, wenn er schrieb: „Die Hauptzielscheibe derer, die man, um ein Kompliment zurückzugeben, Epochenskeptiker (‚deperiodizer‘) nennen könnte, ist die Renaissance …“ (S. 20 f.). Seither, in dem folgenden halben Jahrhundert bis heute, ist die Kontroverse zwar erheblich abgeflaut, doch sind ihre Nachwirkungen nicht erloschen.

Burckhardt benannte zwei Eigenschaften der Renaissance, die spürbar dazu beigetragen hatten, diese heftiger Kritik auszusetzen. Erstens: Der „schärfste Tadel“, den man über sie „aussprechen kann, ist der der Unvolkstümlichkeit, der erst jetzt notwendig eintretenden Scheidung von Gebildeten und ←30 | 31→Ungebildeten in ganz Europa. Dieser Tadel ist aber ganz wertlos, sobald man eingestehen muß, daß die Sache noch heute, obwohl klar erkannt, doch nicht beseitigt werden kann.“ Zweitens: die Schädigung seit alters vorhandener nationaler Kulturen durch das Eindringen der „wundermächt’gen Zauberin“: „Das übrige Abendland mochte zusehen, wie es den großen, aus Italien kommenden Antrieb abwehrte oder sich halb oder ganz aneignete; wo letzteres geschah, sollte man sich die Klagen über den frühzeitigen Untergang unserer mittelalterlichen Kulturformen und Vorstellungen ersparen. Hätten sie sich wehren können, so würden sie noch leben.“ (S. 162)

Eine Fachdisziplin, die sich lange darin gefiel, die Renaissance und den Renaissance-Humanismus über die Maßen in Verruf zu bringen, war seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts die Literaturgeschichtsschreibung in Deutschland. Weshalb ausgerechnet sie? Weil ihre Repräsentanten in der Regel sich dem Nationalismus verpflichtet wähnten. Diesem erschien als bevorzugtes Feindbild das Romanische (‚Welsche‘), und darunter fielen ihm auch die Renaissance und der Renaissance-Humanismus. Um nur wenige Beispiele herauszugreifen:

Als Urheber der „Klagen über den frühzeitigen Untergang unserer mittelalterlichen Kulturformen und Vorstellungen“, den Burckhardt dabei im Auge hatte, käme August Friedrich Christian Vilmar (1800–1868) in Betracht. Dieser Literaturhistoriker hatte 1845 seine „Geschichte der Deutschen National = Litteratur“ veröffentlicht (im Original Doppel-„t“), die es binnen eines halben Jahrhunderts (bis 1894) auf 24 Auflagen brachte (neuere noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts). Er prangerte an: Im 15. Jahrhundert habe „das sogenannte Wiedererwachen der Wissenschaften“14 stattgefunden. „Jetzt war es vollends um unsere vaterländische Poesie, es war um unser Nationalgefühl, um unser Nationalbewußtsein geschehen.“ (S. 208) In Wirklichkeit lief dies Lamento ins Leere, weil die Mehrzahl der hier erwähnten Errungenschaften im 15. Jahrhundert gar nicht existierte. Und ungeachtet der Feststellung, daß bereits im 15. Jahrhundert jenes Nationalbewußtsein „vollends“ liquidiert gewesen wäre, nimmt der Verfasser dieselbe abermals auf, mit den Worten: es sei im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert „die noch kaum auflodernde Flamme des alten poetischen Nationalbewußtseins gänzlich ausgelöscht“ worden (S. 245). „Der Feind vielmehr, welcher uns auf diesem Gebiete der deutschen National = Litteratur zunächst und so entschieden entgegentritt, daß wir alle übrigen Gegner (wie namentlich die theologische Streitgelehrsamkeit) nur als Verbündete dieses Hauptfeindes anzusehen haben – ein Gegner, welcher uns schon in der ←31 | 32→vorigen Periode als ein gefährlicher erschienen ist, jetzt als ein siegender, übermütiger, vernichtender Feind über den Trümmern der nationalen deutschen Poesie fast hohnlachend stehet – dieser Feind ist die sogenannte klassische Gelehrsamkeit, die griechisch = römische Philologie.“ (S. 247) Sie hätte sich als eine „energische, imperatorische, und wenn man so will, despotische Einführung despotisch herrschender fremder Stoffe“ geriert (S. 249).15 Insgesamt wären die „Nachteile dieser antiken Gelehrsamkeit“ einzukalkulieren, „wenn wir den Untergang alles echt deutschen, nationalen Gefühls und Bewußtseins begreifen wollen“ (250).

Zusammenfassung

Ein erster Untersuchungsgegenstand dieses Buches sind die Vorstellungen, was die Renaissance sei, wie sie von Autoren des Zeitalters selber stammen und aus der späteren Forschung. Außerdem wird eine Übersicht über die dominierenden Motive angelegt, die sich im Renaissance-Schrifttum nachweisen lassen. Der Abschnitt „die Renaissance als literarisches Motiv" ist der Renaissance-Rezeption vom 17. bis zum 20. Jahrhundert gewidmet, dessen Kennzeichen der Gegensatz der affirmierenden und der negierenden Renaissance-Rezeption ist. Die ‚Revolutionen des Geistes‘ und ihnen verwandte Bewegungen erklärten sich gern zu Erben der Renaissance, wohingegen die Verfechter des Konservatismus aller Art sich der Renaissance entgegenstemmten und in Ablehnung der mit ihr aufgekommenen Ansichten einander überboten.

Details

Seiten
532
ISBN (PDF)
9783631848081
ISBN (ePUB)
9783631848098
ISBN (MOBI)
9783631848104
ISBN (Hardcover)
9783631840580
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
Tugendadelsideologem Fortuna-Kult Übersetzerhumanisten Dunkelmännerbriefe Bildungsbewegung
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2021. 532 S.

Biographische Angaben

Wolfgang Beutin (Autor:in)

Wolfgang Beutin studierte Germanistik und Geschichte in Hamburg und Saarbrücken. Er war Universitätsdozent an der Universität Hamburg und ist Privatdozent an der Universität Bremen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht er auch belletristische Werke.

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Titel: Motive der Literatur der Renaissance und die Renaissance als literarisches Motiv