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Medienwechsel und Medienwandel in der Überlieferung der Taulerpredigten

von Ann-Kristin Badel (Autor:in)
Dissertation XVI, 440 Seiten

Zusammenfassung

Die Autorin untersucht die Predigten Johannes Taulers in Bezug auf konzeptionelle Mündlichkeit und unter Berücksichtigung der handschriftlichen Überlieferungen seit dem 14. bis zu den Drucken aus dem frühen 17. Jahrhundert. Ihre Ergebnisse zeigen, dass konzeptionelle Schriftlichkeit das Ergebnis prozesshaften Wandels ist. Dieser findet Ausdruck in dem zunehmenden Versuch, durch Sprachverwendung, Text- und Buchgestaltung das situative Defizit von Schrift auszugleichen. So kann die Autorin aufzeigen, dass der Übergang zur Drucklegung im Verschriftlichungsprozess der Predigten Taulers als weiterer Schritt der Ablösung vom sprechenden Körper reflektiert wurde, und dass der Prediger dabei umso stärker auf verschiedenen Ebenen in den Text zurückkehrt.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autoren-/Herausgeberangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • 1 Einleitung
  • 2 Mündlichkeit und Schriftlichkeit als linguistische Kategorien
  • 2.1 Kommunikative und systemlinguistische Unterschiede
  • 2.2 Das Nähe-/Distanz-Modell nach Peter Koch und Wulf Oesterreicher
  • 2.2.1 Medium, Konzeption und konzeptionelles Kontinuum
  • 2.2.2 Nähe/Distanz und das Diasystem historischer Einzelsprachen
  • 2.2.3 Universale Merkmale prototypischer Mündlich- und Schriftlichkeit
  • 2.3 Kritik und Modifizierung des Modells
  • 3 Sprechen, Schreiben, Drucken
  • 3.1 Medientheoretische Grundlagen
  • 3.2 Von der Rede zur Schrift
  • 3.3 Von der Schrift zum Druck
  • 4 Die Predigt Johannes Taulers als historische Textsorte
  • 4.1 Zur Analyse historischer Textsorten
  • 4.1.1 Historisch-empirischer Textsortenbegriff
  • 4.1.2 Historische Textsorten und Sprachhistoriographie
  • 4.1.3 Textsorten als Prototypen
  • 4.2 Die Predigt im Mittelalter
  • 4.2.1 Ereignis und Schriftstück
  • 4.2.2 Predigttheorie und -geschichte
  • 4.2.3 Gebrauch und Überlieferung
  • 4.2.4 ‚Mündlichkeit‘ von Predigt und Predigtbuch
  • 4.3 Die Predigten Johannes Taulers
  • 4.3.1 Biographische Skizze eines Mystikers
  • 4.3.2 Taulers Predigtweise
  • 5 Die schriftliche Überlieferung der Taulerpredigten
  • 5.1 Beschreibung der handschriftlichen Überlieferungsträger
  • 5.1.1 Universitätsbibliothek Freiburg i. Br.: Hs. 41
  • 5.1.2 Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 37.25 Aug. 2°
  • 5.1.3 Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. oct. 68
  • 5.1.4 Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. qu. 166
  • 5.1.5 Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 17.12 Aug. 4°
  • 5.1.6 Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1257
  • 5.2 Beschreibung der gedruckten Überlieferungsträger
  • 5.2.1 Leipziger Taulerdruck
  • 5.2.2 Augsburger Taulerdruck
  • 5.2.3 Basler Taulerdrucke
  • 5.2.4 Kölner Taulerdruck
  • 5.2.5 Hamburger Taulerdruck
  • 5.2.6 Frankfurter Taulerdruck
  • 5.3 Ausgewählte Predigten
  • 5.3.1 Dixit Jhesus discipulis suis, qui non intrat per hostium
  • 5.3.2 Duo homines ascenderunt ut orarent
  • 5.3.3 An dem zwlften tage usser Ysaias epistele
  • 6 Die Sprachverwendung im Überlieferungsprozess
  • 6.1 Untersuchungsreihe A
  • 6.1.1 Die handschriftlichen Überlieferungen: Von F 1 zu Wo 1
  • 6.1.2 Übergang zur Drucklegung: Die Leipziger und Augsburger Ausgabe
  • 6.1.3 Die Drucküberlieferungen des 16. Jahrhunderts: AT bis KT
  • 6.1.4 Von der Kölner zur Frankfurter Ausgabe
  • 6.2 Untersuchungsreihen B und C – im Vergleich zu A
  • 6.2.1 Ausbau des Satzes
  • 6.2.2 Mehrgliedrigkeit durch komplexe Nominal- und Verbgruppen
  • 6.2.3 Kohäsion: Rekurrenz vs. Referenz
  • 6.2.4 Differenzierung und Varianz
  • 6.2.5 Mehrteilige Wortgruppen und kombinatorische Begriffsbildung
  • 6.2.6 Emphase
  • 6.2.7 Rezipientenanrede
  • 6.2.8 Situationsgebundenheit und -entbundenheit
  • 6.2.9 Generalisierung statt Spezifität
  • 7 Textpräsentation, -überlieferung und -rezeption
  • 7.1 Das Schriftbild in der Fläche
  • 7.1.1 Schriftart, -größe, -schnitt und -farbe
  • 7.1.2 Abstände, Textsatz und -menge, Schriftmischung
  • 7.1.3 Abbreviaturen, Interpunktion, Groß- und Kleinschreibung
  • 7.2 Organisation des Texts
  • 7.2.1 Gliederung
  • 7.2.2 Visuelle Akzentsetzung
  • 7.2.3 Informationsverteilung
  • 7.3 Aufbau der Textsammlungen
  • 7.4 Marginalien als Gebrauchsspuren
  • 7.4.1 Handschriften
  • 7.4.2 Drucke
  • 7.5 Exkurs: Taulers überkonfessionelle Rezeption
  • 7.5.1 Daniel Sudermann als Sammler und Leser der Taulerpredigten
  • 7.5.2 Die Tauler-Herausgeber Petrus Canisius und Johann Arndt
  • 8 Paratexte
  • 8.1 Beigeordnetes in Form Text erschließender Paratexte
  • 8.2 Kolophon und Titelblatt – Anfänge der Kommunikation mit dem Leser
  • 8.3 Das Nachwort im Augsburger Druck
  • 8.4 Vorangestelltes: Widmungen, Vorreden, Zitate
  • 8.4.1 Basler Druck
  • 8.4.2 Kölner Druck
  • 8.4.3 Hamburger Druck
  • 8.4.4 Frankfurter Druck
  • 8.5 Mitüberlieferte Texte anderer Autoren
  • 8.5.1 Predigten
  • 8.5.2 Das ‚Meisterbuch‘
  • 8.5.3 ‚Theologia Deutsch‘ und ‚Nachfolgung Christi‘
  • 9 Ergebnisse
  • 9.1 Predigtinhalte zwischen Formfreiheit und Formbedürfnis
  • 9.2 Predigtsprache – Textgestaltung – Buchstruktur: Handschriften und Drucke zwischen Mündlich- und Schriftlichkeit
  • Literaturverzeichnis
  • I Handschriften
  • II Historische Drucke
  • III Primärliteratur
  • IV Sekundärliteratur
  • V Internetquellen
  • Reihenübersicht

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Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Auswahl der handschriftlichen und gedruckten Überlieferungsträger

Abbildung 2: Medium und Konzeption – mit deutschem, französischem und englischem Beispiel

Abbildung 3: Das konzeptionelle Kontinuum

Abbildung 4: Die drei Ebenen des Sprechens und ihr Varietätenraum

Abbildung 5: Prototypische Merkmale konzeptioneller Mündlich- und Schriftlichkeit

Abbildung 6: Medieneinteilung nach Régis Debray, um primärmediale Formen ergänzt – eigene Darstellung

Abbildung 7: Typographische Gestaltungsebenen nach Hartmut Stöckl

Abbildung 8: Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Historische Sammlungen: Hs. 41, image 0002

Abbildung 9: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 37.25 Aug. 2°, folio 1r

Abbildung 10: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. oct. 68, folio 1r

Abbildung 11: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. qu. 166, image 00000016 (folio 7v)

Abbildung 12: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 17.12 Aug. 4°, folio Cxxvv (Textprobe)

Abbildung 13: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1257, folio 2r

Abbildung 14: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1257, folio 1r

Abbildung 15: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: 65.2 Theol., image 00003

Abbildung 16: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1450, image 00002 ← ix | x →

Abbildung 17: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1450, image 00014

Abbildung 18: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1451, image 00679

Abbildung 19: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1448, image 00007

Abbildung 20: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen: 4 Patr Lat 1974/25, image 1

Abbildung 21: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Lo 7506, Titelblatt

Abbildung 22: Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Historische Sammlungen: Hs. 41, image 0182 (folio 90v, V 27)

Abbildung 23: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1448, image 00371 (V 57)

Abbildung 24: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. oct. 68, folio 76v (V 57)

Abbildung 25: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen: 4 Patr Lat 1974/25, image 69 (V 5)

Abbildung 26: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: 65.2 Theol., image 00195 (V 27)

Abbildung 27: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1451, image 00238 (V 57)

Abbildung 28: Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Historische Sammlungen: Hs. 41, image 0031 (folio 15r)

Abbildung 29: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Lo 7506, S. 128–129 (V 5)

Abbildung 30: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 37.25 Aug. 2°, folio 141r (V 27)

Abbildung 31: Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Historische Sammlungen: Hs. 41, image 0290 (folio 144v)

Abbildung 32: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 37.25 Aug. 2°, folio 110r ← x | xi →

Abbildung 33: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1257, folio 30v–31r (V 5)

Abbildung 34: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1450, image 00154 (V 27)

Abbildung 35: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Lo 7506, S. 360–361

Abbildung 36: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. qu. 166, image 00000221 (folio 110r, V 57)

Abbildung 37: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. qu. 166, image 00000003 (folio 1r)

Abbildung 38: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: 65.2 Theol., image 00581

Abbildung 39: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1451, image 00005

Abbildung 40: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1448, image 00008

Abbildung 41: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1450, image 00464

Abbildung 42: Bayerische Staatsbibliothek München: 2 P. lat. 1451, image 00006

Abbildung 43: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen: 4 Patr Lat 1974/25, image 3

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Abkürzungsverzeichnis

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1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit untersucht Predigtliteratur im medialen Wechsel von der Handschrift zum Buchdruck hinsichtlich konzeptioneller Mündlich- und Schriftlichkeit. Weil die Predigt per definitionem eine Kommunikationsform gesprochener Sprache ist, stellt die Forschung ihre ‚Mündlichkeit‘ als Merkmal heraus und ist „bemüht, eindeutige Oralitätsphänomene“ zu beschreiben.1 Letztlich bleibt auch der schriftliche Predigttext auf das mündliche Ereignis bezogen, sei es in „einem realen oder fiktiven, vor- oder nachgängigen Spiegelverhältnis“.2 Der Vorschlag von Peter Koch und Wulf Oesterreicher, „das komplexe Beziehungsgefüge von Mündlichkeit und Schriftlichkeit mit der Gegenüberstellung einer medialen und einer konzeptionellen Dimension zu erfassen“, wurde in der Sprachwissenschaft breit rezipiert und hat „sich als anschlussfähig für viele linguistische Disziplinen und deren Fragestellungen erwiesen“.3 Geringfügig modifiziert dient ihr Nähe-/Distanz-Modell als Grundlage für die linguistische Untersuchung.

Mit den Termini ‚gesprochene‘ und ‚geschriebene Sprache‘ bzw. Konzepten wie ‚Mündlich-‘ und ‚Schriftlichkeit‘ nimmt die Linguistik „eine der ersten und fundamentalen Differenzierungen [vor], mit der Erscheinungsformen von Sprache unterschieden werden.“4 Dabei kommen neben zahlreichen terminologischen Varianten für die Kennzeichnung dieser Differenz verschiedene Bedeutungen vor, die eigene Forschungszugänge begründen.5 Ausgehend von ← 1 | 2 → unterschiedlichen Kommunikationsbedingungen bespricht Kapitel 2 gesprochene und geschriebene Sprache als linguistische Kategorien und stellt prototypische Merkmale konzeptioneller Mündlich- und Schriftlichkeit nach Koch/Oesterreicher vor.6 Mediengeschichtlich ausgerichtet untersucht die Arbeit den Wechsel von der handschriftlichen zur gedruckten Überlieferung sowie den Wandel beider „Aufzeichnungsdispositiv[e]“.7 Weil sie „eigenen Gesetze[n]“ folgen,8 die jeweilige Textproduktion mit einem anderen „Verbreitungsnetz“, teils auch „Einschreibeträger“ (Pergament – Papier) verbunden ist, prägen sie die Rezeption.9 Das neue Dispositiv verändert schließlich die bisherige Medienwahrnehmung und entsprechende Konventionen. So wird davon ausgegangen, dass die Mediengeschichte den Sprachgebrauch dahin gehend beeinflusst, dass konzeptionell schriftliche Phänomene mit zunehmender Entfaltung der Schriftkultur ausgebaut werden. Daher befragt die linguistische Analyse die handschriftlichen und gedruckt überlieferten Predigten auf eine Verschiebung in Richtung konzeptionelle Schriftlichkeit und zeigt auf, inwiefern und wann diese vollzogen wird. Vor dem Hintergrund des konstitutiven Bezugs zur Mündlichkeit soll ersichtlich werden, welche gesprochensprachlichen Merkmale oder andere Bezugnahmen auf das mündliche und situativ geprägte Predigtereignis die Schrifttexte bieten und ob solche im Lauf der Überlieferung reduziert werden oder ‚zurückkehren‘.

Dafür werden möglichst frühe und späte Überlieferungen als Endpunkte der Untersuchung gesetzt – zum einen, damit durch die Berücksichtigung einer möglichst langen Nutzungsdauer des jeweiligen Übermittlungsprozesses Entwicklungsschritte innerhalb dieser ersichtlich werden; zum anderen, um idealiter eine Verbindung zum medialen Wechsel von der Rede zur Schrift zu schaffen. Ausgehend von ‚Mündlichkeit‘ als rhetorischer Kategorie ist zwar evident, dass der Predigttext eines früher datierten Codex nicht zwangsläufig konzeptionell ← 2 | 3 → mündlicher und weniger ‚verschriftlicht‘ ist, aber er bewegt sich in einer noch stärker ‚oral‘ – und noch nicht printmedial – strukturierten Kultur, in der er andere Funktionen erfüllt als spätere handschriftliche und gedruckte Varianten, die veränderte oder neue Interessen bedienen können sowie andere Produktionswege und Vermittlungsstrategien nutzen. Auch, dass sich Handschrift und Druck hinsichtlich der Körperbeteiligung am Produktionsprozess unterscheiden, stellt den Übergang zwischen beiden Formen der kulturellen Übermittlung in eine Reihe mit dem von der Rede zur Schrift. Daher gilt es, Mündlich- und Schriftlichkeit auch aus einem eher allgemeinen Blickwinkel zu betrachten und z. B. Schreiben in seiner Gesamtheit auf seine gesellschaftlichen Funktionen im Gegensatz zu mündlichen Kommunikationsformen zu befragen.10 Diesem Forschungsstrang „sind große Teile der Schriftlichkeitsforschung zuzurechnen“,11 die sich in Deutschland in den 80er Jahren etablierte.12 Kapitel 3 bietet die entsprechende Auseinandersetzung mit beiderlei Medienwechsel vor dem Hintergrund der (spät-)mittelalterlichen Schreib- und Lesekultur, des Literatur- und Bildungsbetriebs, der expandierenden Schriftlichkeit und des Performanzcharakters von Texten. Eröffnet wird es von einer eingehenden theoretischen Reflexion, welche die divergierende Diskussion um den Begriff des ‚Medialen‘ aufgreift und der Arbeit einen praktikablen, im Sinne der Fragestellung erweiterten Medienbegriff zugrunde legt, der die Gegebenheiten historischer Kommunikation systematisch einbezieht. ← 3 | 4 →

Mit dem Mystiker Johannes Tauler wurde die deutschsprachige Predigt ein literarisches Massenphänomen.13 Das dokumentieren eine schon breite handschriftliche Überlieferung sowie 178 bis heute erhaltene Textzeugen.14 Weil seine Predigten „das prominenteste Beispiel“ für die Überlieferung in geschlossenen Sammlungen sind und seit 1498 kontinuierlich gedruckt werden,15 ist das Tauler’sche Predigtwerk für die Fragestellung der Dissertation geeignet. Die diachron angelegte Untersuchung richtet sich auf drei ausgewählte Predigten und ihre Überlieferungen in jeweils zwei Handschriften und den deutschsprachigen Drucken von der Inkunabelzeit bis in das frühe 17. Jahrhundert. Dabei werden sowohl der Predigttext als auch das ‚Textexterieur‘ betrachtet – Letzteres von der einzelnen Buchseite bis zum Codex als Ganzem. Dieser ganzheitlichen Analyse liegt eine Auffassung konzeptioneller Mündlichkeit zugrunde, die über das Sprachliche hinausgeht. Schließlich unterscheiden sich Predigtvortrag und -text gerade in ihrer situativen Gebundenheit: Während diese für gesprochene Sprache konstitutiv ist, zeichnet sich geschriebene durch „Situationsabstraktheit“ aus.16 Gegenüber dem mündlichen Text als multidimensionaler und situationsverwobener Form der Kommunikation erscheint sie defizitär. Die in der Schrift fehlenden Situationsinformationen können aber ersetzt werden, indem sie explizit – geschriebensprachlich – vermittelt werden. Dazu kann rhetorische ← 4 | 5 → Mündlichkeit den Rezipienten17 in eine dem Vortrag vergleichbare Situation versetzen und auf diese Weise gewährleisten, dass er emotional erreicht wird.18 Zu bedenken ist, dass neben der intratextuellen auch die extratextuelle Dimension situative Verschränkung leisten kann. In der Forschung ist diesbezüglich von textexternen Indizien primärer und sekundärer Art die Rede, die als „Beigaben zum Text“ realisiert oder „in der Eigenart der Überlieferung“ greifbar werden.19 Im Rahmen der vorliegenden Arbeit gilt es, die schriftliche Überlieferung von Predigten in ihrer Gesamtheit zu betrachten, gleichwie der mündliche Vortrag multidimensional ist und von Körper und Stimme des Predigers getragen wird. Folgerichtig wird die sprachliche Analyse um Aspekte der Textgestaltung und Überlieferung erweitert: Die Performanz der mittelalterlichen Kultur und die Situationsverschränkung mündlicher Rede werden gewissermaßen ‚umgedacht‘ in eine entsprechende ‚Performanz‘ des Schriftlichen. Grundlage ist demnach die Annahme, dass sich die Mehrdimensionalität mündlicher Kommunikation in das geschriebene und gedruckte Buch verlagert, dort als Bild und Text existiert, der wiederum aus Schriftzeichen und -bildern bestehen kann. Kapitel 4 bespricht diese mehrdimensionale ‚Mündlichkeit‘ der schriftlich überlieferten Predigt vor dem Hintergrund ihrer Charakteristika als historische Textsorte sowie der mittelalterlichen Gattungsgeschichte und schließt mit einer Bezugnahme auf die Taulerpredigten. Ausgehend von dem ‚Mehrebenenmodell‘ konzeptioneller Mündlichkeit untergliedert sich die Untersuchung in drei Abschnitte, die sich der Sprachverwendung (Kapitel 6), der Textpräsentation, seiner Überlieferung und Rezeption (Kapitel 7) sowie Paratexten als besonderer Form der predigtexternen Rezipienten-Begleitung (Kapitel 8) widmen. ← 5 | 6 →

Im Rahmen der sprachlichen Analyse werden als ‚Änderungen am Textbestand‘ solche bezeichnet, die auf Basis einer Inhalt vergleichenden Lektüre der Predigtvarianten hervortreten und in Kapitel 5.3 dargelegt werden. Es handelt sich bei ihnen um vergleichsweise ‚komplexe‘ informative Einheiten. Demgegenüber erfasst Kapitel 6 alle textlichen Änderungen im Überlieferungsprozess und bespricht sie ausgehend von dem Modell Koch/Oesterreichers (Kapitel 2) und predigtspezifischen textinternen Indizien für Mündlichkeit (Kapitel 4.2.4). Hier reicht das Spektrum gemäß der für konzeptionelle Mündlich- und Schriftlichkeit relevanten Ebenen – der textuellen Pragmatik, Lexik und Syntax – vom Morphem über Wörter bis zu Phrasen und (Teil-)Sätzen. Die Ergebnisse der linguistischen Untersuchung werden in zwei Schritten präsentiert. Chronologisch, ausführlich und durch Textbeispiele illustriert bildet Kapitel 6.1 die Analyse der Reihe A exemplarisch ab, wie sie auch für die Reihen B und C erfolgt, wenngleich sich ausgehend von den ersten Ergebnissen schon Entwicklungen konstatieren lassen, die durch teils präzisierte oder modifizierte Fragestellungen in den Untersuchungsreihen B und C überprüft werden. Sodann versteht sich Kapitel 6.2 als systematische Zusammenschau, im Rahmen derer die wichtigsten Ergebnisse aus Reihe A rekapituliert werden, um sie mit den Beobachtungen für B und C zu vergleichen. Aus diesem Grund ändert sich auch der Darstellungsmodus: Die Ergebnisse werden nicht nach Reihe, Überlieferungsschritt und Untersuchungsebene sortiert, sondern unter aspektorientierten Überschriften zusammengestellt, die Entwicklungen im Überlieferungsprozess abbilden. Um diese Entwicklungen feststellen zu können, ermittelt die Analyse Textveränderung sowohl durch Ergänzungen und Streichungen als auch durch Umformungsprozesse – je nach Ergebniskontext und Relevanz.

Ausgehend von einem schriftlinguistischen Zugang untersucht Kapitel 7 die Überlieferungsträger zunächst auf die Gestaltung der Schrift und ihres Bilds in der Fläche hin – basierend auf der kommunikationsanalytisch ausgerichteten Systematik Hartmut Stöckls (‚Mikro‘- und ‚Mesoskriptographie‘).20 Ergänzend werden graphetische Beobachtungen vorgenommen: zu der Verwendung von Abkürzungen, Groß- und Kleinschreibung, Interpunktion und in diesem Zusammenhang der gliedernden Funktion von Rubrizierungen. In einem nächsten Schritt widmet sich das Kapitel dem Exterieur eines Predigttexts – auf primärer ← 6 | 7 → Ebene seine Organisation betreffend (‚Makroskriptographie‘), auf sekundärer Ebene hinsichtlich Eigenarten der Überlieferung und Rezeption. Kapitel 8 bietet die gründliche Analyse des sekundären ‚Äußeren‘ in Form von Paratexten, die als mitüberlieferte Texte anderer Autoren vorliegen, aber vor allem als Inhalt erschließende und der Kommunikation mit dem Rezipienten dienende Bestandteile des Buchs bedeutsam sind. Beschlossen wird die Arbeit von einer Zusammenfassung aller Untersuchungsergebnisse (Kapitel 9).

Zu Johannes Tauler erscheinen vorwiegend Arbeiten, die auf sein theologisches Denken bezogen sind,21 häufig wird er dabei zusammen mit Meister Eckhart und Heinrich Seuse als ‚Dreigestirn‘ mystischer Lehre besprochen.22 Einzeltextbezogene Untersuchungen liegen kaum vor.23 Wenn bisweilen Taulers Sprache betrachtet wird, dann auf lexikalisch-semantischer Ebene betreffend Wortschatz und Metapherngebrauch.24 Eine Untersuchung ausgewählter Predigten und ihrer Überlieferung von frühen Handschriften bis zu späten Drucken vor dem Hintergrund von ‚Mündlich-‘ ← 7 | 8 → und ‚Schriftlichkeit‘ fehlt bis dato und leistet die vorliegende Arbeit. Mit der digitalen Wende sind historische Formen des Medienwechsels und -wandels wieder vermehrt in den Blick geraten, sodass einige literaturwissenschaftliche Untersuchungen mit entsprechenden Schwerpunkten entstanden. Sie widmen sich verschiedenen Gattungen in Musik und Literatur,25 einzelnen Texten und Autoren oder erarbeiten Zusammenhänge mit religiösen bzw. kirchlichen Erneuerungsbewegungen.26 Ein Teil der „mediengeschichtlich einschlägige[n] Arbeiten“ wird seit 2007 in der Reihe ‚Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen‘ publiziert, aus der auch Ergebnisse des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts in der Schweiz hervorgehen.27 Er wendet sich der Problematik ‚Medienwechsel und Medienwandel‘ in historischer Perspektive zu,28 „rückt die Zeit vor der Ausbreitung von Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne (Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit) ins Zentrum“ der Betrachtung.29 In der Reihe erschien auch der von René Wetzel und Fabrice Flückiger herausgegebene Sammelband ‚Die Predigt im Mittelalter zwischen Mündlichkeit, Bildlichkeit und Schriftlichkeit‘ (vgl. Anm. 18). Der Beitrag Richard F. Faschings widmet sich dem ‚Konzept der Bildlosigkeit‘ bei Johannes Tauler, gleichwie die im Band versammelten Aufsätze sich insgesamt ← 8 | 9 → auf die Bildlichkeit konzentrieren. Lediglich Regina Toepfer (Predigtrezeption aus historisch-mediologischer Perspektive. Deutsche Übersetzungen griechischer Kirchenväter im Buchdruck des 16. Jahrhunderts) bespricht den Übergang der Predigt von der Rede zur Schrift sowie von der Schrift zum Druck und stellt Merkmale konzeptioneller Mündlichkeit auf verschiedenen Ebenen zusammen. Weitere Arbeiten zu Medienwechsel und -wandel der Predigt bzw. ihrer Mündlichkeit sind rar und ohne Bezug zum Tauler’schen Werk.30 So schließt die vorliegende Arbeit eine wichtige Forschungslücke und steht ausgehend vom Charakteristikum der ‚Mündlichkeit‘ an einen komplexen Schnittpunkt mediengeschichtlicher, mediävistischer und linguistischer Interessen.

Auf Grundlage der rekonstruierten Biographie Taulers wird für seine Predigten von zwei Überlieferungsschwerpunkten ausgegangen: Straßburg und Köln. Der Kölner Schwerpunkt ging mit den beiden Wiener Handschriften Cod. Nr. 2739 und 2744 (Nationalbibliothek) vorwiegend in die niederländische Überlieferung, teils in den Basler und Kölner Taulerdruck ein.31 Dem anderen Überlieferungsschwerpunkt gehören die drei nicht mehr verfügbaren Straßburger Codices A 91, A 89 und A 88, der Engelberger Cod. Nr. 124 (E 1, Stiftsbibliothek) und der Freiburger Cod. Nr. 41 (F 1, Universitätsbibliothek) an.32 Diese sieben Handschriften stammen aus dem 14. und frühen 15. Jahrhundert und sind noch frei von redaktionellen Bearbeitungen, von denen sich „in der Textgeschichte der Predigten Taulers vier ausmachen“ lassen: ← 9 | 10 →

Johannes G. Mayer stellt die Redaktion n aus zwei Gründen als die Textform heraus, in der die Predigten Taulers vorrangig gelesen wurden: erstens, weil die Textformen nach k und grt (‚Großer Tauler‘) auf die Redaktion n zurückgehen; zweitens, weil sie die Redaktion ist, die Aufnahme in die Drucküberlieferung fand und diese seitdem dominierte, und zwar sowohl die Gestalt des Texts als auch die Auswahl der Predigten betreffend.34 „Mit dem Eingang in die Drucküberlieferung wurde sie die ‚Wirkform‘ der Predigten über Jahrhunderte hinweg bis zur Edition von Ferdinand Vetter35 im Jahr 1910.“36

Die Auswahl der Predigten für die Untersuchungsreihen A, B und C unterliegt zuerst dem Kriterium der Echtheit.37 Es erfüllen 81 Taulerpredigten: diejenigen der Edition Vetters, vermindert um V 1 und das „billustrationchelin […] von vier gar sillustrationrglichen subtilen bekorungen“ des Jan Ruusbroec (V 79),38 ergänzt um die in ← 10 | 11 → vielen Handschriften des Überlieferungszweigs n tradierten Predigten 65 H und 81 H.39 Um Untersuchungsbefunde zu vermeiden, die auf eine Festkreis-spezifische Stillage zurückzuführen sein könnten, sind die Predigten verschiedenen Festkreisen des Kirchenjahrs entnommen. Des Weiteren finden nicht nur christliche Hochfeste Berücksichtigung, damit der Analyse nicht ausschließlich Texte zu festlich stark vorgeprägten Sonntagen zugrunde liegen.40 Gegenstand der Untersuchungsreihe A ist die Predigt Dixit Jhesus discipulis suis, qui non intrat per hostium (V 27),41 „die dirte uzlegunge von den pfingesten“, die dem Ende des Osterfestkreises zuzuordnen ist.42 Untersuchungsreihe B widmet sich der Predigt Duo homines ascenderunt ut orarent (V 57) auf den 11. Sonntag nach Trinitatis aus der sogenannten ‚festlosen Zeit‘. Für Untersuchungsreihe C wurde ein Text aus dem Weihnachtsfestkreis, die Predigt An dem zwillustrationlften tage usser Ysaias epistele (V 5), gewählt – eine von vier Predigten zum Fest der Heiligen Drei Könige.43 ← 11 | 12 →

In jeder Analysereihe werden sechs deutschsprachige Drucke für den Textvergleich herangezogen. Ihre dreifache Berücksichtigung ist dahin gehend sinnvoll, dass deutlicher wird, ob das im Einzelfall Beobachtete eine Bearbeitungstendenz der einen oder anderen Ausgabe abbilden könnte – wenn auch, mit drei Predigten, auf schmaler Datenbasis. Dazu untersucht jede Reihe zwei Handschriften, um in Summa sechs Zeugen für die Diversität handschriftlicher Überlieferungspraxis zu berücksichtigen. Die Auswahl der handschriftlichen Überlieferungsträger will mit den Jahren 1350–1470 einen möglichst großen Zeitraum umfassen. Weil der Redaktion n in der Überlieferungsgeschichte eine maßgebliche Rolle zukommt, ist es sinnvoll, auch handschriftliche Textzeugen dieser Redaktion zu berücksichtigen.44 In Untersuchungsreihe A und C handelt es sich dabei um die Handschriften Wo 1 und B 5.

Da A 88 und N 1 in Predigtbestand und -reihenfolge bis auf eine Ausnahme völlig identisch sind, scheint die Redaktion n auf A 88 oder eine ihr ähnliche Handschrift, jedenfalls auf eine Zusammenstellung, die aus Straßburg stammt, zurückzugehen.45 Den anderen Handschriften des alemannischen Überlieferungsschwerpunkts – E 1 und F 1 – wurde, ähnlich wie den beiden eingangs genannten Wiener Handschriften, zunächst nur geringe überlieferungsgeschichtliche Wirkung beschieden, was mit Mayers Ergebnissen zur Textgeschichte von V 14 und V 74 für den Textzeugen F 1 hinterfragt werden kann: Diese zeigt „überraschenderweise, dass n zumindest in den hier untersuchten Predigten dem Text von F 1 näher zu stehen scheint [als dem von A 88; Anm. der Verfasserin].“46 In ← 12 | 13 → jedem Fall kann festgehalten werden, dass Redaktion n – unabhängig davon, ob sie auf A 88 oder F 1 zurückgeht – „sicherlich aus der elsässischen Tradition hervorgegangen“ ist.47 Deshalb werden als älteste Handschriften F 1, B 20 und Wo 2 gewählt, die dem alemannischen Überlieferungsschwerpunkt zuzuordnen sind.

F 1 entstammt privatem Besitz in Freiburg,48 B 20 dem Straßburger Dominikanerinnenkloster St. Nikolaus in undis; die Provenienz von Wo 2 ist zwar unbekannt, aber sie bietet die Textform der Überlieferungsgruppe w, eines von Straßburg abhängigen Überlieferungszweigs.49 Wo 2 ist die älteste Handschrift dieser Überlieferungsgruppe und „wahrscheinlich“ die erste, die Taulers Predigten zusammen mit dem sogenannten ‚Meisterbuch‘, einer Pseudo-Tauler-Vita, überliefert –50 wie später auch die Drucklegung. Weil B 20 textgeschichtlich eng mit A 88 verwandt ist, ermöglicht die Handschriften-Auswahl die Berücksichtigung der beiden von Mayer für die Redaktion n erwogenen Ursprünge. Mit der Datierung in das sechste Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts ist F 1 eine der frühen Sammlungen, die „noch keine redaktionelle Textbearbeitung erkennen lassen“.51 Sie fällt noch in Taulers Lebenszeit und steht seinem mündlichen Vortrag dadurch besonders ‚nah‘. Auch deshalb handelt es sich bei den an erster Stelle betrachteten Handschriften um möglichst früh datierte.52

Untersuchungsreihe B setzt einen eigenen Akzent zu Daniel Sudermann, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Handschriftensammler und Herausgeber mystischer und spiritualistischer Schriften war. Weil er den Frankfurter Taulerdruck aus dem Jahr 1621 verantwortet haben soll, ist es sinnvoll, eine eigene ← 13 | 14 → ‚Sudermann-Reihe‘ zu eröffnen, die Einblicke in seine Rezeption der Predigten geben mag. So werden für Reihe B die Handschriften B 20 und B 8 ausgewählt, die zu den Berliner Codices gehören, die dem Straßburger Dominikanerinnenkloster St. Nikolaus in undis entstammen und danach in den Besitz Sudermanns übergegangen sind.

Die folgende Tabelle führt für jede Reihe auf, welche Predigt in welchen handschriftlichen und gedruckten Textzeugen untersucht wird, nennt Datierungen und die verwendeten Abkürzungen. Ausführlich beschrieben werden die Predigten und Überlieferungsträger in Kapitel 5.

Abbildung 1: Auswahl der handschriftlichen und gedruckten Überlieferungsträger

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Nachfolgend einige Hinweise zum Transkriptions- und Zitationsverfahren:

Im Rahmen der Zitation aus den Handschriften und historischen Drucken erfolgt die Wiedergabe des Texts möglichst diplomatisch getreu. Sprachstand, Orthographie und Interpunktion der Vorlage werden berücksichtigt. Das betrifft auch die geläufigen diakritischen Zeichen und Ligaturen, sofern sie im Textverarbeitungsprogramm darstellbar sind – z. B. ů, illustration, ß oder æ – sowie die Groß- und Kleinschreibung. In frühen Handschriften sind Groß- und Kleinschreibung, wenn keine Majuskeln verwendet wurden, allerdings schwer zu unterscheiden. Buchstabengetreu übernommen werden auch i, j, u, v und w.

Nicht realisierbare Superskripte wie gerade oder schräg übereinander stehende Punkte bei Vokalen werden als Umlautzeichen wiedergegeben. Abbreviaturen werden aufgelöst. Der Wechsel zwischen rundem s und langem illustration wird zugunsten des s bereinigt. Textkorrekturen am Seitenrand werden ohne Kennzeichnung berücksichtigt. Randnotate werden nicht wiedergegeben, sondern eigens besprochen. Ebenfalls nicht abgebildet sind Schriftmischung, verschiedene Schriftgrößen, -farben und -schnitte sowie Verfahren der Auszeichnung und des Schmucks. Majuskeln werden übernommen.

Biographische Angaben

Ann-Kristin Badel (Autor:in)

Ann-Kristin Badel studierte Germanistik, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie war als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Magdeburg tätig.

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Titel: Medienwechsel und Medienwandel in der Überlieferung der Taulerpredigten