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Online-Diskurse im interkulturellen Gefüge

Wissenstransfer, Öffentlichkeiten, Textsorten

von Roman Opilowski (Band-Herausgeber:in) Józef Jarosz (Band-Herausgeber:in) Gerd Antos (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 294 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Herausgeberangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einführende Bemerkungen zu Online-Diskursen
  • I. Online-Diskurse – Erscheinungsformen, Merkmale und interkulturelle Forschungsfragen
  • Digitale Technologien der Persuasion
  • Ansätze und Tendenzen in Online-Diskursen im interkulturellen Gefüge: Wissenstransfer, Öffentlichkeiten, Textsorten
  • Soziale Medien im Dienst von Wissenschaftlern
  • Online-Diskurse als Gegenstand der polonistischen Forschung. Fragen und Analysen
  • Von der sozialen Medialität über die Kulturalität bis zur Interbildlichkeit in der Internetkommunikation
  • II. Erzeugung, Management und Transfer des Wissens
  • SprachwissenschaftlerInnen in den Wikipedias. Diskurs- und textanalytische Betrachtungen in kontrastiver Perspektive
  • Online-Diskurse in der webbasierten Nachrichtenübermittlung
  • Visuelle und sprachliche Handlungsmuster im Online-Diskurs über Homöopathie
  • Wissenschaft digital vermitteln. Überlegungen zu Formen der Multimodalität in der Wissenschaftskommunikation
  • Vermittlung von Wissen durch Sprache und Bild in Sachcomics
  • III. Facetten kommunikativer Praxis in der vernetzten Öffentlichkeit
  • Entwicklung theoriegeleiteter Ansätze zur Analyse fachkommunikativer Strukturen auf Twitter unter Berücksichtigung kultureller Perspektiven
  • (Re-)kontextualisierungspraktiken in Online-Diskursen
  • 27:1. Der internationale Online-Diskurs zur Wahl des Präsidenten des Europäischen Rates
  • Liste der Abbildungen
  • Liste der Tabellen

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Roman Opiłowski (Universität Wrocław)

Józef Jarosz (Universität Wrocław)

Gerd Antos (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Einführende Bemerkungen zu Online-Diskursen

1. Online-Diskurse: Aspekte ihrer Erforschung

Der vorliegende Band verschafft einen ausgewählten Einblick in den aktuellen Forschungs- und Diskussionsstand der deutschsprachigen Medienlinguistik im Bereich der sogenannten Online-Diskurse. Zielgruppe des Bandes sind vor allem WissenschaftlerInnen im Gebiet der Text-, Diskurs- und Medienlinguistik, Kommunikationswissenschaft und Medienwissenschaften, aber auch Lehrende und Studierende, die sich für Online-Diskurse interessieren.

Online-Diskurse sind im digitalen Zeitalter 2.0 ein neues gesellschaftlich relevantes Format sowohl des Wissenstransfers, der Öffentlichkeitsbildung als auch der Entstehung und Veränderung von Textsorten. Sie nehmen z.T. ihren Ausgangspunkt von Offline-Diskursen, etwa im Fernsehen, in der Presse und dem Hörfunk sowie von anderen ursprünglich analogen Medien. Offen ist aber zum einen, wie sie diese traditionellen Diskurse verändern und zum anderen, welche neuen Formen und Funktionen sie ausbilden. Trotz der Produktivität und der alltäglichen Sichtbarkeit und Wichtigkeit von Online-Diskursen (vgl. Fraas/Meier/Pentzold 2013) sind viele Fragen und ganze Bereiche offen. Das betrifft einerseits die Entwicklung von theoretischen Grundlagen und Fragen des methodischen Instrumentariums (vgl. Hauser/Luginbühl 2010, 2011). Andererseits tauchen aber auch Fragen auf, wie sich linguistisch ausgerichtete Medienforschungen von denen, die von Soziologen betrieben werden (vgl. Hahn/Hohlfeld/Knieper 2015 und Schmidt/Taddicken 2017) abgrenzen oder wie man sie mit einbeziehen soll. Der vorliegende Band knüpft an Forschungen der interkulturellen Medienlinguistik an, die sich zum Beispiel in aktuellen Tagungsbänden finden lassen. Zu nennen sind u.a. Grösslinger/Held/Stöckl (2012), Hauser/Luginbühl (2015), Baechler/Eckkrammer/Müller-Lancé/Thaler (2016), Bilut-Homplewicz/Hanus/Lüger/Mac (2017a, 2017b). So versucht dieser Band auf medienlinguistische Lücken bzw. auf bislang wenig erforschte Bereiche aufmerksam zu machen.

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Mit dem Begriff Online-Diskurs wird das Buch zunächst einmal in die Tradition von Diskursen verortet (vgl. Spitzmüller/Warnke 2011). Mit dem Präfix online soll zum anderen verdeutlicht werden, dass der Produktion, Rezeption, Verarbeitung, Speicherung und Präsenz von Online-Texten und Online-Diskursen – neben den Offline-Diskursen in den Massenmedien – heutzutage eine gleichberechtigte Rolle zukommt. Nicht ohne Bedeutung für diese sichtbare Anwesenheit ist ferner die Verknüpfung und Ergänzung von Offline- und Online-Diskursen. Die mannigfaltigen Affordanzen des Internetraums lassen sich zudem besonders in der interkulturellen Präsenz von Online-Diskursen erfahren.

Diesem Aspekt widmet sich auch die vorliegende Studie: Multilingual begrenzte Nutzer ziehen häufig die Kommunikation in der eigenen Muttersprache vor, obwohl viele Texte in Online-Diskursen trotz ihrer fremdsprachlichen Manifestation thematisch miteinander vernetzt erscheinen. D.h. viele für bestimmte Nutzer fremdsprachliche Online-Diskurse beziehen sich auf gleiche thematische Bereiche oder gesellschaftliche Ereignisse (z.B. auf Kontroversen und Wahlen in verschiedenen Ländern, auf gesellschaftliche Proteste in Metropolen oder auf wirtschaftliche Umbrüche in aller Welt). Hier eröffnen sich für die Diskurs- und Medienlinguisten wichtige Forschungsmöglichkeiten, sozusagen über den Tellerrand des eigenen Landes und des eigenen durch Online-Diskurse geprägten Kulturraums hinaus.

Durch die interkulturelle Reichweite und Analysen können Motive und Folgen, Funktionen und Auswirkungen von Online-Diskursen in der globalen Kommunikation besser erkannt und analysiert werden. Daher konzentriert sich der vorliegende Band zunächst auf den Wissenstransfer, insbesondere von diskursiv vernetzten Online-Texten. Der internetbasierte Wissenstransfer kann implizit oder explizit und einseitig oder wechselseitig (z.B. durch Kommentare) erfolgen sowie unterschiedliche Qualität haben. Hier steht das Ziel im Vordergrund, Kontakte herzustellen oder aufrechtzuerhalten, soziale Beziehungen zu pflegen oder Selbstpräsentation zu zeigen. Nicht zu übersehen ist leider aber auch: Online-Wissenstransfer wird bekanntlich zur unethischen Verbreitung von Halbwahrheiten und Lügen (Fake News, Deep Fakes), von Beleidigungen (Hate Speech) oder von Erpressungen und anderen Formen der Cyberkriminalität verwendet.

Hervorzuheben ist, dass ein gesellschaftlich bedeutsamer Wissenstransfer ohne Online-Diskurse heute praktisch unmöglich geworden ist. Denn Online-Diskurse lassen sich wie Texte überhaupt als Modelle für die Erzeugung und Etablierung von individuellem und kollektivem Wissen verstehen (vgl. Antos 2010: 287), die dann in der zwischenmenschlichen Interaktion ←8 | 9→und Kommunikation weiter ausgehandelt werden müssen. Der entscheidende Punkt: Die Wissenskonstituierung (vgl. Spitzmüller/Warnke 2011: 46ff.) oder auch die Wissensspeicherung (vgl. Rybszleger 2016: 99) basiert in Online-Diskursen auf der in Echtzeit zu verfolgenden wechselseitigen Wahrnehmung von internetbasierten Medienangeboten. In diesem Sinne machen (Online-)Texte das so konstituierte Wissen gleichsam erst für alle Nutzer medial „sichtbar“ (vgl. Antos 2010).

Ein weiterer Schwerpunkt des Bandes: Weder Online-Diskurse noch Wissenstransfer sind ohne Online-Öffentlichkeiten denkbar. Diskursive Texthandlungen werden sprachlich und multimodal von den sog. alternativen Öffentlichkeiten im Internetraum durchgeführt (vgl. Hauser/Opiłowski/Wyss 2019). Online-Öffentlichkeiten stehen dabei nicht im Gegensatz zu tradierten Offline-Öffentlichkeiten, sondern sind deren natürliche kommunikative Fortsetzung und/oder gleichberechtigte Ergänzung in Medien wie Presse, Fernsehen oder Hörfunk. Darüber hinaus zeigen Online-Öffentlichkeiten besonders deutlich neue Merkmale: Flüchtigkeit der Kommunikationsteilnahme, Atomisierung der Kommunikationsgebiete und Zugänglichkeit des Kommunikationsraumes (vgl. Opiłowski in diesem Band). Ein solches Öffentlichkeitsmodell lässt sich je nach der Online-Aktivität weiter gliedern, d.h. in massenmediale Öffentlichkeit, Expertenöffentlichkeit, kollaborative Öffentlichkeit und persönliche Öffentlichkeit (vgl. Schmidt 2013: 41ff.). So können Online-Diskurse auf den diversen Niveaus der Online-Öffentlichkeiten vollzogen werden.

Nicht zuletzt dadurch, dass sich das Web 2.0 inzwischen zum Web 3.0 entwickelt, kommt der Analyse von Textsortennetzen in Online-Diskursen (vgl. Hauser 2014: 284ff.) eine neue Bedeutung zu. So haben sich schon heute innerhalb von Online-Diskursen innovative Textsortenprofile mit erweiterten multimodalen, situativen, sozialen oder interaktiven Funktionalitäten entwickelt. Da Online-Texte auf gesellschaftliche Bedürfnisse rasch(er) reagieren können, werden solche Innovationen oftmals von anderen Online-Portalen übernommen, so dass sie nach einer relativ kurzen Zeit schon als ein bekanntes und festes Merkmal einer Textsorte gelten. Die Untersuchung von Einzeltextsorten in Online-Umwelten mag zunächst nur als überschaubare und zusammenhanglose Analyse von Fragmenten einer kommunikativen Wirklichkeitserzeugung erscheinen. Ihre vollen Strukturen, Funktionen und Inhalte finden sich häufig erst in den miteinander vernetzten Texten und Textsorten. Die typologischen Merkmale müssen daher mit Blick auf die Vernetzung von Texten und Textsorten in Online-Diskursen analysiert und interpretiert werden.

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2. Zu den Beiträgen dieses Bandes

Die angedeuteten Eigenschaften von Online-Diskursen werden in einzelnen Beiträgen des vorliegenden Sammelbandes näher erläutert und im Kontext von bestimmten Beitragsthemen um zusätzliche Perspektiven und Begriffe erweitert.

Gerd Antos macht in seinem Beitrag auf digital basierte Technologien der Persuasion wie Sprachroboter oder kommunikative und selbstlernende Algorithmen aufmerksam, die schon jetzt häufig unbemerkt als Akteure in der Online-Kommunikation tätig sind. Anhand von rhetorischen und persuasiven Strategien führt der Autor dem Leser vor Augen, wo und wie diese Technologien wirken, welche Gefahren sie mit sich bringen, indem sie das Denken und Verhalten der Internetnutzer beeinflussen und manipulieren können, und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden sollen.

Die Ausführungen von Roman Opiłowski zielen auf eine gesamtheitliche Erfassung der aktuellen Phänomene und der kommunikativen Praktiken in Online-Diskursen ab. Das besondere Augenmerk wird auf die Reflexion über Wissenstransfer, Öffentlichkeiten und Textsorten gerichtet, die – als konstitutive Größen in Online-Diskursen – unter kommunikativem und sozialem Aspekt diskutiert werden. Der Autor macht einen Vorschlag zur Systematisierung der bestehenden Theorien und Ansätze und skizziert Perspektiven ihrer weiteren Entwicklung.

In dem Beitrag von Józef Jarosz werden Einsatzbereiche und Anwendungsfelder von wissenschaftlichen Aktivitäten im Bereich der sozialen Medien in den Blick genommen. Anhand einer Liste von Aktivitäten, die einer wissenschaftlichen Tätigkeit zugrunde liegen, prüft der Autor, inwieweit sich das Konzept der jeweiligen sozialen Medien zur Realisierung der Bedürfnisse von Wissenschaftlern eignet und genutzt wird. Eine besondere Berücksichtigung im Beitrag finden akademische Netzwerke, die bis jetzt die optimalste Form einer wissenschaftlichen Online-Community bieten.

Der Beitrag von Waldemar Czachur widmet sich der Auffassung des Online-Diskurses in der polonistischen Forschung der Internetkommunikation und gibt anschließend einen synthetischen Überblick über Forschungsschwerpunkte, -methoden und -perspektiven im Bereich der linguistischen Internetkommunikation bzw. der Analyse von Online-Diskursen. Den Beitrag runden konfrontative Bemerkungen bezüglich der inhaltlichen Spannweite und Entwicklungstendenzen in der polonistischen und germanistischen Medienlinguistik ab.

Das zentrale Thema im Beitrag von Ewa Żebrowska stellen neue kommunikative Praktiken in der internetbasierten Kommunikation dar. Sie konstituieren ←10 | 11→sich im Rahmen der Social Software, wo Privates und Öffentliches, Globales und Lokales, Professionelles und Laienhaftes in Kommunikationsprozesse involviert und miteinander verbunden werden. Dies hat die Vernetzung und Vermischung von Einzelkulturen und Entstehung von Interkulturalität in den kommunikativen Handlungen zur Folge, die sich durch Überschreitung von etablierten kulturellen und geografischen Grenzen auszeichnet. Dabei kommt eine wichtige Rolle den interbildlichen Bezügen zu, die durch Wiederaufnahmen und Weiterverarbeitungen von bereits vorhandenen Bildern und Motiven eine unterstützende und verstärkende Wirkung im Prozess der Etablierung der Interkulturalität und folglich der Transkulturalität haben.

Im Forschungsbereich der Wikipedistik ist die Untersuchung von Hartmut Lenk anzusiedeln, deren materielle Basis englische, deutsche, polnische und finnische Versionen von den Einträgen über Sprachwissenschaftler in der Online-Enzyklopädie konstituieren. Das Vergleichsverfahren, in dem als Untersuchungsgrößen die Struktur und der Umfang der Artikel angenommen wurden, hat ergeben, dass die Unterschiede nicht nur im Rahmen der untersuchten Parameter nachzuweisen sind, sondern auch auf die Anzahl der Artikel in jeweiliger nationalen Wikipedia zutreffen.

Die Untersuchung der Nachrichtenübermittlung am Beispiel des WWW-basierten Tagesschau-Angebots (ARD) unternimmt Agnieszka Mac mit der Absicht, Diskurspraktiken bzw. Diskursmuster in der Online-Berichterstattung zu veranschaulichen. Als diskursives Ereignis gilt die Meldung auf tagesschau.de über die Veröffentlichung von neuen Dokumenten über den ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy durch das Nationalarchiv der Vereinigten Staaten. Da die Untersuchung auf einer Gruppe von Textsorten wie Berichte, Kommentare, Porträts u.a. basiert, umfasst das Forschungsinteresse die Ermittlung von Beziehungen, die im Rahmen eines internetbasierten Diskurses zwischen ihnen bestehen.

Marcin Maciejewski analysiert in seinem Aufsatz Webseiten zum Thema Homöopathie, die – als eine Form der Alternativmedizin – zu den kontrovers diskutierten Themen gehört. Der Autor untersucht, wie Produzenten von homöopathischen Präparaten, Verbände, Ärzte und Heiler auf ihren Webseiten mit sprachlichen und visuellen Mitteln das Wissen der Internetnutzer konstruieren und das angestrebte Bild von Homöopathie und der Alternativmedizin kommunizieren. Auf dieser Grundlage werden multimodale Handlungsmuster in diesem Diskursbereich ermittelt.

Die Problematik der Wissenslinguistik berührt Magdalena Makowska, deren Beitrag eine Analyse der digitalen Wissenschaftskommunikation auf Wissenschaftsblogs zugrunde liegt. Die Autorin geht auf die inhaltlichen und ←11 | 12→gestalterischen Eigenschaften der Wissenschaftsblogs ein und untersucht, wie das Wissen mittels sprachlicher und/oder bildlicher Ressourcen sichtbar gemacht wird, um einen optimalen Wissenstransfer zu gewährleisten.

Mit dem Aspekt der Wissensübermittlung setzt sich auch Janusz Pociask auseinander, indem er die Rolle der Sprache und des Bildes bei der Wissensvermittlung in Sachcomics problematisiert. Die Spezifik der diskutierten Textsorte äußert sich darin, dass nicht die Unterhaltungsfunktion, sondern Informationsfunktion im Vordergrund steht, um einem breiten Leserkreis Informationen, Fakten und Wissen seriös und leicht verständlich zu vermitteln. Der Wissenstransfer wird am Beispiel ausgewählter verbal-visueller Strategien der Wissensvermittlung und der Authentisierungsstrategien veranschaulicht.

Diskurse auf Twitter sind Gegenstand der Ausführungen von Andreas Kraft und Kristina Pelikan. Die Autoren untersuchen diesen populären Micro-Blog unter dem Aspekt der Fachkommunikation und ihrer Charakteristika. Im Fokus der Betrachtung liegen sprachsystematische und fachsprachliche Besonderheiten der Tweets, die in einem Kriterienkatalog erfasst werden: Neben Kriterien zur allgemeinen Kommunikation auf Twitter sind ebenso Kriterien aufgeführt, die sowohl funktionale und sprachsystematische Eigenschaften als auch unternehmenskulturelle Aspekte der Fachkommunikation berücksichtigen.

Der Artikel von Paweł Rybszleger ist eine linguistische Analyse von ausgewählten Beispielen geteilter Inhalte, die dank der technischen Ausrüstung von den sozialen Media zur alltäglichen kommunikativen Routine geworden sind (engl. sharing). Der Autor betrachtet das geteilte Material – Texte, Bilder, Videos – aus der Perspektive der Rekontextualisierung, d.h. ihrer Einbettung in einen neuen Kontext und – was damit zusammenhängt – einer Änderung der Bedeutung sowie des jeweiligen kommunikativen Ziels.

Diskursive Praktiken in der Twittersphäre verfolgt in der Welt der Politik Michał Smułczyński, indem er die Tweets analysiert, die nach Donald Tusks Wiederwahl zum Präsidenten des Europäischen Rates auf offiziellen Profilen ausgewählter deutscher, polnischer und anderer EU-Politiker erschienen sind. Die Untersuchung der Kommentare unter dem inhaltlichen, kommunikativen und pragmatischen Aspekt veranschaulicht verschiedene Strategien der Kommunikation und deckt unterschiedliche Facetten der politischen Kultur auf.

Unser herzlicher Dank geht an alle, die an diesem Band mitgewirkt haben, vor allem an die Autoren der Beiträge.

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Literaturverzeichnis

Antos, Gerd (2010): Texte: Modelle der Erzeugung von Wissen. In: Foschi Albert, Marina/Hepp, Marianne/Neuland, Eva/Dalmas, Martine (Hg.): Text und Stil im Kulturvergleich. München, S. 283–299.

Baechler, Coline/Eckkrammer, Eva Martha/Müller-Lancé, Johannes/Thaler, Verena (Hg.) (2016): Medienlinguistik 3.0 – Formen und Wirkungen von Textsorten im Zeitalter des Social Web. Berlin.

Bilut-Homplewicz, Zofia/Hanus, Anna/Lüger, Heinz-Helmut/Mac, Agnieszka (Hg.) (2017a): Medienlinguistik und interdisziplinäre Forschung I: Textsortenfragen im medialen Umfeld. Frankfurt/M. u.a.

Biographische Angaben

Roman Opilowski (Band-Herausgeber:in) Józef Jarosz (Band-Herausgeber:in) Gerd Antos (Band-Herausgeber:in)

Gerd Antos ist Professor emeritus für germanistische Sprachwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er war von 1998-2002 Präsident der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL). Roman Opiłowski und Józef Jarosz sind habilitierte wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Germanistik an der Universität Wrocław. R. Opiłowski leitet die Forschungsstelle für Medienlinguistik und J. Jarosz die Forschungsstelle für Skandinavistik.

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Titel: Online-Diskurse im interkulturellen Gefüge