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Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien

Von der Aufklärung bis zur Gegenwart

von Markus Malo (Autor)
Andere 234 Seiten

Inhaltsverzeichnis


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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische
Daten sind im Internet über
http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Autorenangaben

Der Autor
Markus Malo ist Literaturwissenschaftler und Bibliothekar an der Universität Stuttgart. Er promovierte 2008 über deutschsprachige jüdische Autobiographien. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte, der schwäbischen Literatur des 19. Jahrhunderts sowie der Sozialgeschichte des Wissens und der Wissenschaft.

Über das Buch

Markus Malo

Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien

Dieses Buch stellt ein unverzichtbares Rechercheinstrument für Geisteswissenschaftler nahezu jeder Fachrichtung dar, die sich mit deutschsprachigen jüdischen Autobiographien und den jüdischen Lebenswelten als Untersuchungsgegenstand befassen. Die Bibliographie mit nahezu 1.000 gedruckten, aber überwiegend nicht mehr im Handel, sondern nur noch in Bibliotheken erhältlichen Quellen, ist durch mehrere Register sorgfältig erschlossen, die sowohl eine geographische – durch Register der Geburts- und Sterbeorte – als auch eine lebensweltliche – durch ein Register mit biographischen Schlagwörtern – Orientierung ermöglichen. Dadurch entsteht eine breite Quellenbasis, die wissenschaftliche Untersuchungen über den Einzelfall hinaus wesentlich erleichtert und Vergleichsmaterialien bereitstellt.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Vorwort

Die hier vorgelegte Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien stellt eine Arbeitshilfe für alle diejenigen dar, die sich mit dem deutschsprachigen Judentum von der Aufklärung – dem Zeitalter, in dem die ersten jüdischen Autobiographien in deutscher Sprache erschienen sind – bis in die Gegenwart beschäftigen. Sie versammelt eine große Zahl veröffentlichter, aber heute häufig unbekannter und teilweise nur schwer aufzufindender autobiographischer Dokumente, die für nahezu alle Disziplinen der historisch-hermeneutisch arbeitenden Geisteswissenschaften von erheblichem Wert sind, weil sie – literaturwissenschaftlich betrachtet – sowohl für die ‚Evolution‘ der ‚literarischen Reihe‘1 der Autobiographie zahlreiche Quellen aufspürt2 als auch – sozial- und kulturhistorisch betrachtet – für die Selbstwahrnehmung des deutschsprachigen Judentums wichtige Texte aufschließt. Durch umfangreiche Register lassen sich hier durch die Forschenden neue Zusammenhänge erschließen und zusätzliche Quellen zu bislang eher schlecht erschlossenen Themen finden.

Die Arbeit an einem solchen Projekt lässt die Hoffnung auf Vollständigkeit mit zunehmender Recherchedauer illusorisch werden, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Begriff der ‚deutsch-jüdischen Literatur‘ vieldeutig ist3 und eine rein konfessionelle Definition angesichts der zahllosen, ←7 | 8→überwiegend rassistisch geprägten Fremdzuschreibungen des Jüdischen sicherlich ebenfalls zu kurz greift. Auch die Abgrenzungskriterien zu benachbarten literarischen Gattungen und Textsorten erscheinen immer willkürlicher, vor allem diejenigen zwischen Autobiographie und autobiographischem Roman sowie zwischen Autobiographie und Überlebensbericht des Holocaust, die häufig tatsächlich ineinander übergehen. Dennoch habe ich diese Abgrenzung im Wissen um ihre Unschärfen an den Rändern der jeweiligen Definitionen beibehalten und die Grenzen der Gattung im Zweifelsfall eher eng gezogen.

Problematisch beim Projekt ‚Bibliographie‘ wurde auch – durch den rasanten Aufstieg des Internets und die begrüßenswerte zunehmende Digitalisierung unikal überlieferten Schriftguts – die Fokussierung auf das gedruckte Buch, die dem Begriff ‚Bibliographie‘ noch immer inhärent ist. Seit wenigen Jahren sind große und kleinere Sammlungen bislang unveröffentlichter autobiographischer Texte von öffentlichen und privaten Archiven erschlossen und teilweise sogar digitalisiert und frei zugänglich ins Internet gestellt worden. Damit erschließen sich der Forschung zahlreiche neue, ubiquitär zugängliche Textkorpora – etwa die Sammlungen des Leo-Baeck-Institute4 oder – für die Zeit der nationalsozialistischen Judenverfolgung – der Londoner Wiener Library5.

Diese Bibliographie wird dadurch trotzdem nicht überflüssig. Im Gegenteil: Sie erschließt leicht zugänglich und an einer Stelle gebündelt eine Quellengattung für die Geisteswissenschaften, die bislang – wenn überhaupt – nur verstreut nachgewiesen war. Sie kann deshalb komplementär als Ergänzung der rein bestandsbezogenen Erschließungsarbeit in den jeweiligen Gedächtnisinstitutionen angesehen werden und ist somit ein wertvoller Beitrag zu einem umfassenden Erschließungsprojekt jüdischer Lebenszeugnisse. In dieser Bibliographie werden Texte nachgewiesen und mit Schlagworten erschlossen, die überwiegend aus dem analogen Zeitalter stammen, in der digitalen Welt bislang nur höchst unzureichend maschinell nachnutzbar indexiert worden und deshalb auch nicht ohne weiteres aufzufinden sind.

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Als zunehmend fragwürdig erwies sich ebenfalls die Begrenzung der bibliographierten Autobiographien auf ursprünglich deutschsprachig erschienene Texte. Gerade der Epochenbruch des Holocausts mit seiner intendierten Vernichtung des europäischen und damit auch deutschsprachigen Judentums verweist auf das Problem. Wem die Zugehörigkeit zu seiner seit Generationen angestammten Heimat, zu ihrer Gesellschaft, Kultur, Landschaft, Literatur – und alles überwölbend eben Sprache – abgesprochen wird, wer gezwungen ist, aus seiner angestammten Heimat zu fliehen, um der Deportierung und Ermordung zu entgehen, wer seine Familie, seine Freunde und Bekannten durch bürokratisch organisierten und in industriellem Maßstab verübten Massenmord verliert, der wird sich entweder umso stärker an diese Heimat und ihre Sprache anschließen (das ist der Grundgedanke dieses Unternehmens) oder sich vehement von ihr abwenden und ausschließlich in den neuen kulturellen Kontexten und ihrer Sprache bewegen (das ist die Gegenthese zu der von mir vorgeschlagenen Idee). Die Anlage dieser Zusammenstellung hat aber darüber hinaus einen ganz pragmatischen Hintergrund. Eine solche polyglotte Bibliographie erforderte umfassende Schrift- und Sprachkenntnisse sowie weltweit unbeschränkten Zugriff auf bibliographische Datenbanken und gedruckte Bibliographien. Da dies kaum umsetzbar ist, wäre die sprachübergreifende Sammlung von autobiographischen Texten völlig willkürlich und ein letztlich auswegloses Unterfangen.

Das Erscheinen dieser Bibliographie grenzt an ein Wunder, das vor allen anderen ihren Verfasser erstaunt. Begonnen als Recherche für eine Dissertation in den späten 1990er Jahren, entwickelte sie sich allmählich vom individuellen Arbeitsinstrument zum Publikationsvorhaben. Lange Perioden des völligen, durch Referendariat und Berufstätigkeit verursachten Stillstands wechselten sich ab mit Wochen hektischer Betriebsamkeit, in denen der Verfasser sich kurz vor dem Ziel einer umfassenden Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien wähnte.

Die vorliegende Bibliographie wäre nicht möglich ohne die Hilfe zahlreicher Kolleginnen und Kollegen in großen und kleinen Universal- und Spezialbibliotheken, die mir Zugang zu handgeschriebenen Band- und kopierten Zettelkatalogen verschafft sowie notfalls Lesehilfe geleistet haben. Viele davon sind mir gegenüber namenlos geblieben, weshalb ich auf die Nennung einzelner Personen verzichte. Genannt werden sollen aber ←9 | 10→das Deutsche Literaturarchiv in Marbach in unmittelbarer Nähe meines ‚Lebensmittelpunktes‘, die Staatsbibliothek zu Berlin, die Bibliotheken des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam sowie die sich damals noch in der Oranienburger Straße befindliche Bibliothek der jüdischen Gemeinde in Berlin. Weiterhin danke ich der Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums e.V. sowie der Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin. In all diesen Bibliotheken, ihren Band- und Zettelkatalogen habe ich recherchiert.

Wie immer gehen alle Fehler und Nachlässigkeiten, alle Falschzuschreibungen von biographischen Schlagwörtern, Lebensdaten usw. ausschließlich zu Lasten des Verfassers.

Markus Malo
Stuttgart, im September 2019


1 Vgl. Tynjanov, Jurij: Über die literarische Evolution. In: Striedter, Jurij (Hrsg.): Russischer Formalismus – Texte zur allgemeinen Literaturtheorie und zur Theorie der Prosa. München: Fink 1971, S. 433–461.

2 Eine solche Deutung der literarischen Reihe ‚deutschsprachige jüdische Autobiographie‘ habe ich sowohl in meiner Dissertation als auch in einem Handbuchartikel, der im Anschluss an diese Einleitung wieder abgedruckt wird, versucht. – Vgl. Malo, Markus: Behauptete Subjektivität. Eine Skizze zur deutschsprachigen jüdischen Autobiographie im 20. Jahrhundert. – Tübingen: Niemeyer 2009 und Malo, Markus: Deutsch-jüdische Autobiographie. In: Horch, Hans Otto (Hrsg.): Handbuch der deutsch-jüdischen Literatur. Berlin, Boston: de Gruyter 2016, S. 422–434.

3 Vgl. etwa Kilcher, Andreas B.: Die Wissenschaft des Judentums und die Frage der deutsch-jüdischen Literatur. In: Horch, Hans Otto (Hrsg.): Handbuch der deutsch-jüdischen Literatur. Berlin, Boston: de Gruyter 2016, S. 70–82.

4 https://old.lbi.org/collections/archives/memoir-collection/

5 https://www.wienerlibrary.co.uk/Documents

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Deutsch-jüdische Autobiographie6

1. Zur Theorie und Gattungsgeschichte autobiographischer Texte

Die Autobiographie war ursprünglich den rhetorischen Zweckformen zugeordnet und ist erst im 18. Jahrhundert in den Rang einer literarischen Gattung aufgestiegen. Sie hat sich in der kurzen Zeit ihrer Existenz häufig gewandelt und wurde von der ihre Entwicklung begleitenden Literaturwissenschaft deshalb unterschiedlich gedeutet. Dies erschwert eine über das Minimale hinausgehende Definition; die verschiedenen Definitionsversuche beschränken sich daher auf das Kriterium der – wie auch immer literarisch überformten – Wirklichkeitsaussage als Wesenskern der Autobiographie, durch den diese sich vom Roman, an dessen formaler Entwicklung sie sich orientiert, unterscheidet. Dagegen sollen hier die historische Entwicklung und Erforschung der Gattung im deutschsprachigen Raum skizziert werden – als Folie für die Darstellung des ‚Sonderwegs‘ der deutschsprachigen jüdischen Autobiographie. Ausführliche Überblicksdarstellungen über Geschichte und Theorie der Autobiographie gibt es u.a. von Michaela Holdenried7 und Martina Wagner-Egelhaaf8.

Für die frühe ‚Geistesgeschichte‘ und die Geschichtswissenschaft stellt die Autobiographie vor allem eine Wirklichkeitsaussage dar, aus der sich unmittelbare Aufschlüsse über das Leben und die geistige Entwicklung, aber auch die äußeren Lebensumstände des autobiographischen Ichs gewinnen lassen. Diese Annahme ist vor allem von der idealistischen Subjektphilosophie und ihrer Annahme einer personalen Identität geprägt, die spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts philosophisch in Frage gestellt wurde. Obwohl die Geisteswissenschaften bis heute die Autobiographie als vor allem sozialgeschichtlich relevante Quelle schätzen und nutzen, hat die ←11 | 12→Geschichtswissenschaft schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Quellenwert der Autobiographie kritisch eingeschätzt9.

Die zunehmende Skepsis der Geschichtswissenschaft liegt in einer Veränderung der autobiographischen Gattung im späten 18. Jahrhundert begründet, die sich tatsächlich von einer rhetorischen Zweckform, mit der das eigene Leben zunächst religiös, später dann zunehmend weltlich10 legitimiert wird und den Nachgeborenen Kunde davon gegeben werden sollte, hin zu einer immer stärker ‚literarisierten‘, am Bildungsroman der Zeit orientierten Form entwickelt, die Elemente des fiktionalen Erzählens übernommen und gattungspoetologische und ästhetische Überlegungen zur Grundlage des autobiographischen Schreibens erhoben hat11. Zugleich sind nachprüfbare Fakten beim autobiographischen Schreiben in den Hintergrund gerückt, weil vermehrt Bildungsprozesse und Seelenzustände ins Blickfeld der Verfasser geraten sind.

Damit ist die Autobiographie zum Gegenstand der Literaturwissenschaft geworden, die sich seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts sowohl neuen Methoden der Forschung als auch neuen Gegenständen zugewendet hat. Für die Autobiographie bedeutet das, dass sie jetzt weniger unter ‚inhaltlichen‘ Aspekten und hinsichtlich ihres Quellenwerts untersucht wird, sondern dass ihre Form in geographischen und historischen Zusammenhängen diachron und synchron vermessen und von anderen Formen von Selbstzeugnissen – zu nennen sind hier etwa Brief, Memoiren und Tagebuch – sowie von den fiktionalen Formen abgegrenzt wird12.

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Diese Definitionsversuche waren jedoch nicht von dauerhaftem Erfolg, weil sich die traditionellen Identitätsannahmen unter den Bedingungen der Moderne als illusionär erwiesen hatten und die Konstruktion des autobiographischen Ichs – die bislang als eine Konstante autobiographischer Selbstvergewisserung galt – zunehmend selbst als Fiktion entlarvt wurde. Zuerst hat dies wohl Paul de Man 1979 in seinem Aufsatz „Autobiographie als Maskenspiel“ unternommen, der die Autobiographie wesentlich als ‚Verstehensfigur‘ und nicht als durch bestimmte formale Elemente konstituierte literarische Gattung definierte13. Damit wurde auch die Trennung von autobiographischem und fiktionalem Schreiben in der Autobiographieforschung unhaltbar. Dies bedeutete eine Ausweitung des zu untersuchenden Textkorpus ins nahezu Unermessliche, weil nun auch Identitätskonstruktionen und Erinnerungsmechanismen in bislang als fiktional aus dem autobiographischen Kanon ausgeschlossenen Werken untersucht werden konnten14. Die jüngere Forschung löst sich deshalb vom Autobiographie-Begriff, weil sie das autobiographische Schreiben weniger als eine literarische Gattung mit klar umrissenen Konturen, sondern vielmehr als ein Rezeptionsphänomen betrachtet, das sich am ehesten unter dem mit weniger begriffsgeschichtlichem Ballast behafteten Begriff der „Autofiktion“ fassen lässt15.

Dagegen steht der französische Literaturwissenschaftler Philippe Lejeune, der einen produktions- und rezeptionsästhetisch motivierten „autobiographischen Pakt“ zwischen Leser und Verfasser postuliert. Darin stützt er sich auf philosophische und identitätslogische Prämissen und lässt die Formfrage ←13 | 14→offen. Damit bleibt die Autobiographie eine Form der ‚subjektiven Geschichtsschreibung‘16, die ihre narrative Konstruiertheit nicht verbirgt. Dies hängt mit einem gewandelten Selbstverständnis der Geschichtswissenschaft zusammen, in der sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass auch sie letztlich narrativ verfährt und vergangene Wirklichkeit höchstens ausschnittweise, interessengeleitet und mittelbar darzustellen vermag und sich hierzu Verfahren bedient, die auch in den fiktionalen Textgattungen verwendet werden17. In der neueren Literaturwissenschaft hat umgekehrt der ‚New Historicism‘ auf die „Geschichtlichkeit der Texte und der Textualität der Geschichte“18 hingewiesen und damit eine unhintergehbare Reziprozität von Text und Wirklichkeit postuliert.

Um diesen definitorischen Dilemmata zu entgehen, sollen im Folgenden – basierend auf Lejeunes These des autobiographischen Pakts zwischen Autor und Leser – wesentliche Motive der deutschsprachigen jüdischen Autobiographie sowie exemplarische Texte vorgestellt werden, um zum einen wesentliche Konstituenten der Gattung herauszuarbeiten, zum anderen aber ihre Geschichtlichkeit und Veränderlichkeit über die Zeitläufte hinweg zu demonstrieren.

2. Die deutschsprachige jüdische Autobiographie

Die Geschichte des Judentums in Deutschland seit der Aufklärung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ist eine solche der Akkulturation und Assimilation von jüdischer Seite bzw. ihrer Zurückweisung durch die Mehrheitsgesellschaft. Dies zeigt sich auch beim Blick auf die deutschsprachige jüdische Autobiographie, die in der literarischen Gestaltung entweder mit ←14 | 15→der Autobiographie der christlichen Mehrheitsgesellschaft konform geht oder dieser sogar neue Impulse gibt19. Die spezifische Differenz ist somit nicht in der literarischen Form, sondern im kulturellen Hintergrund und den verhandelten Themen zu suchen. Ziel einer Darstellung der deutsch-jüdischen Autobiographie ist also mit Andreas Kilcher „zu fragen, mit welchen argumentativen Strategien in den verschiedenen historischen Diskursen […] der irreduzibel vieldeutige interkulturelle Raum der deutsch-jüdischen Literatur konstruiert und interpretiert wird“20.

Da die Autobiographie eben nicht nur eine literarische Gattung mit dem Ziel der Publikation, sondern darüber hinaus eine rhetorische, häufig nur für den ‚Hausgebrauch‘ abgefasste Gattung mit starkem Wirklichkeitsbezug und legitimatorischem Charakter ist, sei an dieser Stelle zumindest darauf hingewiesen, dass Autobiographien von Juden aus Deutschland in nahezu allen Sprachen der Welt und allen Kulturkreisen geschrieben worden sind. Dies liegt in den verschiedenen Emigrationswellen aus Deutschland begründet, die im 19. Jahrhundert vor allem ökonomisch motiviert waren. Mit der Verfolgung und Vertreibung der europäischen Juden durch den Nationalsozialismus hat sich die ursprünglich deutschsprachige jüdische Autobiographie mit ihren kulturellen deutschen und jüdischen Hintergründen weltweit verbreitet. Des Weiteren hat der vermutlich größte Teil der existierenden Autobiographien nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt und liegt, sofern zwischenzeitlich keine Digitalisierung oder auszugsweise Veröffentlichung der Inhalte wie beim Bestand des Leo-Baeck-Institute stattgefunden hat21, noch immer weitgehend unbeachtet in öffentlichen (z.B. die Sammlung der Houghton Library in Harvard22) oder privaten Archiven.

Jenseits der Rekonstruktion der Diskurse ‚deutsch-jüdischer‘ Interkulturalität, die Andreas Kilcher als konstitutiv für den Begriff der deutsch-jüdischen Literatur und somit auch der deutsch-jüdischen Autobiographie ansieht23, hat Christoph Miething versucht, den ‚Wesenskern‘ der jüdischen ←15 | 16→Autobiographie als spezifische Differenz zur christlich motivierten Autobiographik zu benennen. Stehen in der christlichen Autobiographie der Gegensatz von Außenwelt und Innenwelt und die Einmaligkeit des Individuums in Auseinandersetzung mit den Umgebungsvariablen Geschichte und Gesellschaft im Zentrum, ist in der jüdischen Autobiographie „eine andere Konstruktion von Individualität erkenn[bar]“24. Hier ist die Einbettung des Individuums in die traditionellen und historischen Zusammenhänge der kollektiven jüdischen Identität von primärem Interesse, während in der christlichen Autobiographie das Heraustreten des Einzelnen aus den überindividuellen Zusammenhängen im Fokus steht, wie die programmatischen Worte Goethes in der Einleitung zu „Dichtung und Wahrheit“ belegen:

Denn dieses scheint die Hauptaufgabe der Biographie zu sein, den Menschen in seinen Zeitverhältnissen darzustellen und zu zeigen, inwiefern ihm das Ganze widerstrebt, inwiefern es ihn begünstigt, wie er sich eine Welt- und Menschensicht daraus gebildet und wie er sie, wenn er Künstler, Dichter, Schriftsteller ist, wiederum nach außen abgespiegelt.25

Die deutschsprachige jüdische Autobiographie ist wesentlich bestimmt von Diskursen über die kollektive jüdische Identität, die als komplexes Gemisch von Eigen- und Fremdwahrnehmung entstanden ist. Sie ist gekennzeichnet durch das allmähliche Heraustreten des Individuums aus dieser kollektiven Identität. In ihr spiegelt sich das ambivalente Verhältnis ihrer Autorinnen und Autoren zur Kultur der christlichen deutsch(sprachig)en Mehrheitsgesellschaft und der durch die Mehrheitsgesellschaft vorgenommenen Fremdzuschreibungen einer jüdischen Identität, gegen die eine individuelle Identität erst errungen und behauptet werden muss. Die aus diesem Phänomen resultierende Erfahrung von Alterität und der produktive Umgang damit sind konstitutiv für die deutsch-jüdische Autobiographie. Dass umgekehrt die deutschsprachige jüdische Autobiographie vor allem durch die Darstellung des Umgangs mit antijüdischen und antisemitischen ←16 | 17→Stereotypen und Vorurteilen charakterisiert werden kann, ist natürlich ebenso richtig.

Auffällig oft sehen sich die Verfasser solcher Lebensbeschreibungen nicht in erster Linie als Individuum, dessen Geschichte sie erzählen, sondern als ‚Repräsentanten‘ einer ihnen von außen auferlegten kollektiven Identität und eines kollektiven Schicksals, über deren Folgen sie ihrem Publikum Zeugnis ablegen wollen26. Mit dieser Fremdzuschreibung von Identität geht die Erfahrung der Kontingenz einher, die häufig als lebensbestimmend empfunden wird, weil diese vom Individuum wie von der Gemeinschaft nicht kontrollierbaren Fremdzuschreibungen Folgen für den äußeren und inneren Lebensweg des Individuums haben.

Prägend für die jüdische Geschichtserinnerung ist der Seder-Abend des Pessach-Festes, an dem die Erinnerung an die Befreiung aus der ägyptischen Gefangenschaft zelebriert wird. Dieses Fest bekommt in zahlreichen jüdischen Autobiographien – vor allem aber in denjenigen aus der Generation der Holocaust-Überlebenden – eine prominente Bedeutung; gegenwärtige Erfahrungen werden auf diese Urszene jüdischer Verfolgungs- und Errettungsszenarien projiziert:

Manches davon, was uns Berliner Kindern damals so fern schien, hat uns im Leben eingeholt; Moses Errettung in dem Kästlein aus Rohr, die Knechtschaft in Ägypten und die Plagen […]27.

Das Gebot „Gedenk! Erinnere dich! Thiskor!“28 ist daher ein zentrales Movens jüdischer Autobiographik in deutscher Sprache und mahnt nicht nur zur subjektiven Selbstvergewisserung, wie sie in der christlichen Autobiographie so bedeutsam ist, sondern vor allem zur kollektiven Erinnerungsarbeit.

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3. Geschichte der deutschsprachigen jüdischen Autobiographie – eine Skizze

3.1 Tradition und Emanzipation: Die Anfänge der deutsch-jüdischen Autobiographie

Als erste deutschsprachige jüdische Autobiographie können die Denkwürdigkeiten der jüdischen Kaufmannsfrau Glückel (Glikl) von Hameln (1646–1724) gelten, die ihre Erinnerungen in zwei verschiedenen Abschnitten ihres Lebens zu Papier brachte. Um 1690 schrieb sie die ersten fünf Bücher nieder, die ihre und ihrer Familie Lebensgeschichte von Glückels Geburt bis zum Tod ihres ersten Mannes, des erfolgreichen Kaufmanns Chajim umfassen. Die beiden letzten Bücher thematisieren Glückels späte Jahre mit ihrem zweiten Mann Cerf Levy, einem reichen jüdischen Bankier in Metz, der nach einem Bankrott starb und seine Witwe in absoluter Mittellosigkeit zurückließ, sodass Glückel bei ihrer Tochter unterkommen musste. Mit ihrer Schilderung des jüdischen Alltagslebens in Hamburg und Metz stellt Glückels Text damit eine nicht hoch genug zu schätzende Quelle für das jüdische Gemeindeleben ihrer Zeit dar. Dabei beschränkt sich Glückel nicht nur auf die äußeren Ereignisse ihres ungewöhnlich langen Lebens, sondern berichtet auch über die politische und soziale Wirklichkeit ihrer Zeit, insoweit sie ihre eigene Lebenswirklichkeit berühren. Abgerundet wird der Text durch moralische Erzählungen und Zitate aus Thora und nachbiblischen jüdischen Schriften, die die Adressaten ihres Textes – ihre Kinder und deren Nachkommen – leiten sollen:

Meine lieben Kinder, ich gehe nicht darauf aus, euch ein Moralbuch zu machen und zu schreiben […]. Wir haben unsere heilige Thora, damit wir alles daraus ersehen und begreifen können, was uns nützlich ist und was uns vom Diesseits in das Leben des Jenseits bringt.29

Die Autobiographie Glückels zeichnet sich dadurch aus, dass der Text – noch vor der jüdischen Emanzipationsbewegung seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, an der Schwelle zur Moderne verfasst – das traditionelle jüdische Kaufmannsleben aus der Perspektive einer Frau schildert. Als Leitlinie ihres ←18 | 19→Lebens sieht sie dabei ihre Gesetzestreue und Schicksalsergebenheit an. Damit stellt Glückel ihre Autobiographie in die Tradition des ethischen Testaments, der tsava ΄ah30. Der Text ist in Jiddisch abgefasst und mit hebräischen Lettern geschrieben. Seine Intention ist es, Exempel für die eigenen Nachkommen zu sein. Erstmals im Original veröffentlicht wurde er 1896, zwei deutsche Übersetzungen erschienen 1910 und 1913, d.h. der Text hat erst sehr spät eine gewisse Bekanntheit und Wirkungsmacht entwickelt.

Hat Glückel noch ausschließlich für die eigene Familie geschrieben, wendet sich Salomon Maimons (um 1753–1800) auf deutsch 1792/93 verfasste und von Karl Philipp Moritz herausgegebene Lebensgeschichte an ein anonymes, breites Publikum, um ihm ein Exempel für ein Leben im ‚Licht‘ der Aufklärung zu geben, wie der Herausgeber der Neuausgabe betont31.

Mit diesem Text ist die deutsch-jüdische Autobiographie in der deutschen und europäischen Literaturgeschichte angekommen, weil mit Maimon erstmals ein mit der literarischen Tradition vertrauter, sich mit der christlichen Mehrheitskultur auseinander setzender jüdischer Autobiograph an die Öffentlichkeit tritt. Maimons Lebensgeschichte orientiert sich an den autobiographischen Texten von Jung-Stilling, Moritz und Rousseau, steht aber auch in der Tradition der Gelehrtenautobiographie, weil vor allem der intellektuelle Werdegang des Protagonisten geschildert wird:

Ich bin aus Polen gebürtig, von der jüdischen Nation, nach meiner Erziehung und meinem Studium zum Rabbiner bestimmt, habe aber in der dicksten Finsternis einiges Licht erblickt. Dies bewog mich, nach Licht und Wahrheit weiter zu forschen und mich aus der Finsternis des Aberglaubens und der Unwissenheit völlig loszumachen; zu diesem Zwecke ging ich […] nach Berlin, wo ich durch Unterstützung einiger aufgeklärter Männer unserer Nation einige Jahre studierte.32

Maimons Existenz ist von diesem Dualismus – der Ablehnung der rabbinischen Weisheit zugunsten der Vernunftwahrheit der (christlichen) Aufklärung und dem seiner ursprünglichen Inhalte beraubten Habitus des rabbinischen Weisen – geprägt, weswegen es ihm weder gelingt, seinen ←19 | 20→Platz in der jüdischen Gesellschaft zu behaupten noch in der christlichen Fuß zu fassen. Damit ist inhaltlich ein Grundproblem der Moderne – das Gefühl der Nichtzugehörigkeit durch Entfremdung von den traditionellen, religiös geprägten Lebenszusammenhängen – benannt, das aber erst in der Autobiographie und im Roman des 20. Jahrhunderts seine formale Entsprechung finden sollte.

3.2 Enttäuschte Hoffnungen: Das Zeitalter des Liberalismus

Die zumindest äußerliche Integration in die christliche Mehrheitsgesellschaft sollte erst den auf Maimon folgenden Generationen deutschsprachiger Juden im 19. Jahrhundert gelingen. Ihre Autobiographien unterscheiden sich formal kaum von der nun vorherrschenden Memoirenliteratur, die weniger den intellektuellen Werdegang ihrer Protagonisten als vielmehr die gesellschaftliche Etablierung des ‚außengeleiteten Individuums‘33 zum Gegenstand der Darstellung macht. Wichtig sind nun nicht mehr Kindheit und Jugend mit ihren Bildungserlebnissen und Erfahrungen, die den ‚Lebensweg‘34 des Menschen prägen, sondern berufliche und gesellschaftliche Anerkennung, die das autobiographische Individuum in die Gesellschaft seiner Zeit einordnen und ihm seinen angemessenen ‚Rang‘ zuweisen. Damit wird die Autobiographie zum Verständigungsmittel des Bürgertums über die selbst erbrachten Leistungen. Infolgedessen verliert die Gattung ihren literarischen Charakter wieder, den sie um 1800 gewonnen hat und wird zum bloßen ‚Bericht‘ äußerer Erlebnisse und Ereignisse35.

Als paradigmatisch für eine solche Form der Autobiographie kann die 1854, im Jahre nach seinem Tod veröffentlichte „Geschichte meines Dienstlebens“ des jüdischen Offiziers in preußischen Diensten Meno Burg (1788–1853) gelten, der sich seiner Ausnahmestellung sehr bewusst war. Burg konstruiert seine Lebensgeschichte, die vor allem aus der berichtenden Darstellung der begünstigenden und behindernden Umstände besteht, die ihm die Erreichung seines militärischen ‚Ranges‘ ermöglichten, als Exempel:

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Sie soll den jüdischen Jüngling ermutigen, sie soll ihm zeigen, daß auch in unserm Vaterlande der Jude zu Staatsämtern gelangen kann und in seiner öffentlichen Laufbahn nicht aufgehalten wird […]. Es wird zwar für jetzt noch ausnahmsweise geschehen, allein es geschieht.!36

Bei allem liberalen Fortschrittsoptimismus und Glauben an die Emanzipation der Juden im preußischen Staat spricht aus diesen Worten auch die Erkenntnis, als Jude mit Vorurteilen und Hindernissen kämpfen zu müssen, die von den Angehörigen der christlichen Mehrheit im Staat aufgerichtet worden waren und mit dem „Edikt betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate“ vom 11. März 1812 noch lange nicht beseitigt waren. Das Edikt gewährte zwar die preußische Staatsbürgerschaft für die Juden, aber nicht ihre völlige Gleichberechtigung. Die Überwindung dieser Hindernisse gelang Burg selbst nur durch die Protektion des Prinzen August, der an den zentralen Wendepunkten von Burgs Leben seinen Einfluss geltend machte, um ihm die nächste Beförderung zu erleichtern oder die nächste militärische Auszeichnung zu verleihen37. Meno Burg, trotz allen berechtigten Stolzes auf die eigene Lebensleistung, war sich dessen durchaus bewusst, und er berichtet freimütig von den antijüdischen Erfahrungen, denen er im dienstlichen wie gesellschaftlichen Leben, in seinem Ringen um Anerkennung häufig ausgesetzt war. Dementsprechend sind seine Erwartungen in das preußische „Gesetz über die Verhältnisse der Juden“ vom 23. Juli 1847 ambivalent, und er weiß, dass die Angehörigen seiner ‚Konfession‘ auch künftig mehr leisten müssen als die Angehörigen der christlichen Konfessionen, um dieselbe berufliche und gesellschaftliche Stellung zu erlangen:

Denn ungeachtet der jetzigen Gleichstellung wird der sich dem Staatsdienst widmende jüdische Jüngling noch manchen Kampf zu bestehen haben, manche Hindernisse mit Klugheit, Besonnenheit und möglichst kaltem Blut überwinden müssen, indem sich das leider noch hin und wieder zeigende Vorurteil doch nicht mit einem Male und urplötzlich beseitigen lässt.38

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Burgs Optimismus sollte sich jedoch schon bald als Trugschluss erweisen. Mit der Ablösung des bislang vorherrschenden, religiös motivierten Antijudaismus durch den ‚wissenschaftlich‘ begründeten, rassistisch motivierten Antisemitismus seit den 1880er Jahren war es den deutschen Juden nicht einmal mehr theoretisch möglich, gleichberechtigte Aufnahme in die christliche Mehrheitsgesellschaft zu finden, obwohl sie de jure seit der Reichsgründung überall gleichgestellt waren.

Am deutlichsten wird dies in der Autobiographie des 1873 in Fürth geborenen Jakob Wassermann, der keine „eigentliche Lebensbeschreibung […], sondern nur Darstellung eines schicksalhaften Konflikts“39 beabsichtigt. Er schrieb seine „Rechenschaft […] über den problematischsten Teil meines Lebens, den […] als deutscher Jude“ – „gedrängt von innerer Not der Zeit“40 – nach Ende des Krieges und veröffentlichte das Werk 1921. Seine Schreiberfahrung ist geprägt von einer tiefen Desillusionierung über die Möglichkeit des Gelingens der jüdischen Emanzipation durch Assimilation in Deutschland. Anlass dazu waren die zunehmenden antisemitischen Strömungen nach dem verlorenen Krieg, die eine Ursache sicherlich in der ‚Judenzählung‘ im Krieg und der verfälschenden Berichterstattung über deren Ergebnisse in der jungen Weimarer Republik hatten. Die ‚Judenzählung‘ hatte ergeben, dass deutsche Juden prozentual ebenbürtig Kriegsdienst geleistet hatten, was in zahlreichen Publikationen geleugnet wurde und insofern einer antisemitischen Dolchstoßlegende Vorschub leistete. Folgerichtig schließt Wassermann sein bitteres Resümee über die Nutzlosigkeit aller und insbesondere seiner eigenen Emanzipations- und Assimilationsbestrebungen mit einem zehnfachen „Es ist vergeblich“, von dem hier das bittere Ende zitiert sei: „Es ist vergeblich, für sie zu leben und für sie zu sterben. Sie sagen: er ist ein Jude.“41

Wassermann argumentiert in seiner Autobiographie noch genau wie Meno Burg zwei Generationen zuvor ganz aus dem Geiste des Liberalismus, indem er versucht, seine individuellen Leistungen gegen die stereotypen Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft in Stellung zu bringen und diese ←22 | 23→Vorurteile für seine Person als unbegründet zu entlarven. Damit legitimiert er den herrschenden Antisemitismus, er geht sogar so weit, eine „Blut- und Rasseverwandtschaft“42 aller Juden zu behaupten und sich, vor allem während seiner Zeit in Wien, für die Juden zu schämen: „Diese Scham steigerte sich manchmal bis zur Verzweiflung und bis zum Ekel.“43 Deshalb fühlt er sich als Kind und Jugendlicher vom Antisemitismus seiner Umwelt kaum getroffen, weil dieser „weniger die Person als die Gemeinschaft“44 angriff, der er selbst sich nicht zugehörig sieht.

Die Erkenntnis der Unausweichlichkeit des Antisemitismus ist für Wassermann ein langwieriger Prozess, den „Mein Weg als Deutscher und Jude“ ausführlich schildert, eine Erkenntnis, die erst bei dem erwachsenen, sich etablierenden Erfolgsschriftsteller reift. Vor allem die zahlreichen eingestreuten ‚Gespräche‘ mit anonym bleibenden ‚Freunden‘ dienen in essayartiger Form der Entfaltung seiner liberalistischen Argumentationskette gegen die antisemitischen Stereotype und enden für Wassermann allesamt unbefriedigend, weil er die Vorurteile seiner Gesprächspartner nicht abbauen kann. Mit seinen Argumenten bleibt Wassermann dabei aber weit hinter dem bereits im Berliner Antisemitismusstreit der 1880er Jahre erreichten Argumentationsstand zurück.

3.4 Behauptete Subjektivität: Antisemitismus und Holocaust

Wassermanns ‚schicksalhafter Konflikt‘ zwischen aufgezwungenem Judentum und frei gewählter gesellschaftlicher Zugehörigkeit bestimmt auch die Autobiographien der folgenden Generation, die sich nicht mehr nur in der liberalen Aufstiegsideologie einen Ausweg aus ihrem Judentum erhoffen, sondern in den verschiedenen Ideologien, die sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts über Europa verbreiteten, eine geistige ‚Zugehörigkeit‘45 suchen46. Überschattet sind diese Texte von der Zäsur der nationalsozialistischen ←23 | 24→Vernichtungspolitik, die den Sozialisten und Zionisten als Bestätigung ihres Weges dient, den assimilierten Juden wie etwa Werner Kraft aber die Ausweglosigkeit ihrer Bestrebungen zeigt:

Schon im April 1933 verließ ich Deutschland. Seit 1934 lebe ich in Jerusalem. Es heißt, die Luft dieses Landes macht weise; das Exil wurde zur Heimat. Aber die Mühe des Anfangs war groß. Nicht nur die materiellen, auch die geistigen Lebensadern waren mir durchgeschnitten.47

Wie beispielsweise in der Familie Gershom Scholems48 finden sich diese drei Möglichkeiten jüdischen Lebens in Deutschland oft in einer einzigen Familie vereint und wirken desintegrierend auf den Familienverband.

Die meisten deutschen Juden gingen den Weg der Assimilation weiter. Im Zentrum ihrer autobiographischen Texte stehen die frühe Hinwendung zur deutschen Kultur und Literatur sowie der meist erfolglose Versuch, sich in die christliche Mehrheitsgesellschaft nahtlos zu integrieren. Unter den Bedingungen von Antijudaismus und Antisemitismus konnte die angestrebte Integration durch Assimilation für den jüdischen Bevölkerungsanteil aber immer nur eine ‚negative‘ sein, d.h. eine Integration, die zwar eine Mimesis der Mehrheitsgesellschaft erlaubte, letztlich aber nur in einer Parallelwelt verwirklichbar war, die die Strukturen der christlichen bürgerlichen Gesellschaft nachahmte, von dieser aber durch unsichtbare Barrieren getrennt war. Dies erschwerte vor allem bei der Generation der nach dem Ersten Weltkrieg Geborenen die Identitätsfindung nachhaltig, weil wesentliche Angebote zur Identitätsbildung außerhalb des Judentums nicht zur Verfügung standen:

Trotz meiner Bemühungen, mich dem allgemeinen Verkehrston anzupassen – ich gehöre nicht dazu. Der Instinkt meiner Mitschüler verrät ihnen, daß ich mich bloß in Mimikry übe.49

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Eine Gegenbewegung stellte der Zionismus dar, dessen Vertreter sich – gegen das Selbstverständnis noch der Elterngeneration – dem Judentum, seiner Geschichte, Kultur und Religion bewusst zuwandten und perspektivisch die Auswanderung nach Palästina, damals noch britisches Mandatsgebiet, erstrebten. „Von Berlin nach Jerusalem“ hat Gershom Scholem deshalb seine Autobiographie betitelt. Hier klingt die ‚Lebensweg‘-Metapher bereits im Titel an, die – trotz aller Widrigkeiten im antisemitischen Berlin seiner Jugend – eine stringente Persönlichkeitsentwicklung nahe legt und insofern einer gelungenen Gelehrtenautobiographie zu Recht voran steht.

Bemerkenswerterweise spielt der Sozialismus als Lebensform in den deutschjüdischen Autobiographien nur eine untergeordnete Rolle, obwohl zahlreiche jüdische Sozialisten autobiographische und Memoirenliteratur verfasst haben. Der Hauptgrund hierfür liegt sicherlich in der sozialistischen Gesellschaftsidee, die Nationen, Religionen und Klassen zu überwinden trachtet und deshalb einem wie auch immer gedeuteten Judentum keine lebensbestimmende Rolle, höchstens eine zu überwindende Zwischenstufe der Identitätsfindung zumessen kann.

Eine spezifische, wenn auch in ihrer Definition umstrittene Gattung des Schreibens über das eigene Leben stellt die autobiographisch motivierte ‚Holocaustliteratur‘ dar, die das Überleben der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik dokumentiert50. In diesen Texten stehen zumeist nicht ein autobiographisches Individuum und dessen Entwicklung im Zentrum, sondern die Zeugenschaft der Zustände im Lager, der Flucht oder des Überlebens in Verstecken51. Sie sollen deshalb an dieser Stelle nicht näher besprochen werden. Allerdings sei der Hinweis gestattet, dass die Übergänge zwischen ‚Holocaust‘-Literatur und Autobiographie häufig fließend sind.

Natürlich stellt das Überleben des Holocaust auch in der jüdischen Autobiographie des 20. Jahrhunderts ein zentrales Thema dar52, das gegen alle ←25 | 26→inneren und äußeren Widerstände in das „weiter leben“ (Ruth Klüger) integriert werden muss, um nicht in den Status eines passiven Opfers oder die Rolle eines bloßen Repräsentanten oder Zeugen eines kollektiven Schicksals gedrängt zu werden:

[I];ch komm nicht von Auschwitz her, ich stamm aus Wien. Wien lässt sich nicht abstreifen, man hört es an der Sprache, doch Auschwitz war mir so wesensfremd wie der Mond.53

3.5 Die Überlebenden und die Nachgeborenen

Die Verteidigung und Behauptung der eigenen Subjektivität sowie das Beharren auf der Einzigartigkeit stehen daher im Zentrum dieser autobiographischen Texte. Paradoxerweise hat gerade der Versuch der Auslöschung der Individualität der zur Vernichtung in den Lagern bestimmten Juden das Beharren der Autobiographen darauf gefördert54 und führt die jüdische Autobiographie aus der von Miething behaupteten spezifischen Differenz zur christlichen Autobiographik heraus. Dies zeigt sich etwa bei Ruth Klüger in einer starken Idiosynkrasie gegenüber Vereinnahmungstendenzen von deutscher Seite und gegen das ‚Shoah-Business‘ der Gedenkstättenkultur, dem sie keinerlei Erkenntnis- oder moralischen Wert zubilligt. Sie sieht darin eine Nivellierung der Individualität der Opfer, die Gleichgültigkeit statt Empathie hervorruft und so letztlich wiederum zu einer Fremdbestimmung von Identität führt, die der Vielschichtigkeit der Identität der Autobiographen nicht gerecht wird, weil der Einzelne auf seinen kollektiven Holocaust-Überlebenden-Status reduziert wird, dem alle weitere Lebenserfahrung untergeordnet wird. Dagegen betont Klüger vor allem im zweiten Teil ihrer Autobiographie die Bedeutung einer weiteren, ihren späteren Lebens- und Bildungsgang genauso stark bestimmenden Diskriminierung, der sie als bildungs- und karriereorientierte Frau in einer männlich dominierten Gesellschaft ausgesetzt ist55.

Die Fremdzuschreibung von Identität als wesentliches Problem der deutschsprachigen jüdischen Autobiographen bleibt ein Kontinuum der ←26 | 27→Gattung auch nach dem Holocaust. Allerdings steht jetzt nicht mehr die Abwehr antijüdischer oder antisemitischer Stereotype, die einen Zusammenschluss unter einer jüdischen Kollektividentität befördert haben, im Vordergrund des Rechtfertigungsdiskurses, sondern die Abwehr einer philosemitischen Umarmungsstrategie, die die Verbrechen der Vergangenheit an den Lebenden sühnen will und sich davon Absolution erhofft. Maxim Biller hat sein ‚Selbstporträt‘ „Der gebrauchte Jude“ betitelt und versucht, die von ‚deutscher‘ Seite daran geknüpften Erwartungen zu unterlaufen und seine publikumswirksame Wut zu legitimieren:

Alle Deutschen sind Idioten. Sie wollen etwas von mir, das ich ihnen nicht geben kann, und weil ich es ihnen nicht geben kann, sind sie sauer auf mich. Darum, dachte ich, werde ich ab jetzt auch auf sie sauer sein.56

Dagegen setzt er seine vielschichtige und vielfältig gebrochene Identität, die sich nicht auf das Judentum reduzieren lässt, dieses vielmehr nur als einen Ausdruck seiner Persönlichkeit betrachtet: „Ich will nicht Jude sein, weil man mich als Juden sieht. Ich will Jude, Mann, Schriftsteller sein, weil ich es bin“57. Derselbe Gedanke findet sich bei Ruth Klüger 1992, die in dem bei Simone Weil entlehnten Motto ihrer Autobiographie das subjektive Erleben über die vermeintlich objektiven Realitäten stellt: „Das Mißverhältnis zwischen der Einbildung und dem Sachverhalt ertragen. ‚Ich leide.‘ Das ist besser als: ‚Diese Landschaft ist häßlich‘.“58

‚Normalität‘ im deutsch-jüdischen, aber auch im jüdisch-deutschen Verhältnis zu erreichen, wird wohl erst gelingen, wenn dieser Wunsch Billers und Klügers erfüllt ist und wenn auch deutsch-jüdische Autobiographen ‚Lebensweg‘-Diskurse (vgl. Vollers-Sauer 1993) führen können, die frei sind von einem wie auch immer gearteten deutsch-jüdischen (Sub-)Diskurs, der die eigene Identität vorwiegend durch die Abwehr von Fremdzuschreibungen herzustellen gezwungen ist.

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4. Literaturverzeichnis

4.1 Autobiographien

Biller, Maxim: Der gebrauchte Jude. Selbstporträt. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2009.

Burg, Meno: Geschichte meines Dienstlebens. Erinnerungen eines jüdischen Majors der preußischen Armee. Mit einem Geleitwort von Ludwig Geiger. Vorwort von Hermann Simon. Teetz: Hentrich & Hentrich 1998.

[Glikl]: Die Memoiren der Glückel von Hameln. Autorisierte Übertragung nach der Ausgabe des Prof. Dr. David Kaufmann von Bertha Pappenheim. Wien: Meyer und Pappenheim 1910.

Goethe, Johann Wolfgang: Dichtung und Wahrheit. Hrsg. von Peter Sprengel. München: Hanser 1985.

Greve, Ludwig: Wo gehörte ich hin? Geschichte einer Jugend. Hrsg. und mit einem Nachbericht vers. von Reinhard Tgahrt. Frankfurt am Main: Fischer 1994.

Greve, Ludwig: Ein Besuch in der Villa Sardi. Porträts, Gedenkblätter, Reden. Hrsg. von Reinhard Tgahrt. Warmbronn: Keicher 2001.

Klüger, Ruth: weiter leben. Eine Jugend. Göttingen: Wallstein 1992.

Klüger, Ruth: Unterwegs verloren. Erinnerungen. Wien: Zsolnay 2008.

Kraft, Werner: Spiegelung der Jugend. Mit einem Nachwort von Jörg Drews. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973.

Kunert, Günter: Erwachsenenspiele. Erinnerungen. München, Wien: Hanser 1997.

Maimon, Salomon: Lebensgeschichte. Von ihm selbst geschrieben und hrsg. von Karl Philipp Moritz. Neu hrsg. von Zwi Batscha. Frankfurt am Main: Jüdischer Verlag 1995.

Richarz, Monika (Hrsg.): Jüdisches Leben in Deutschland. 3 Bde. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1976–1982.

Scholem, Gershom: Von Berlin nach Jerusalem. Jugenderinnerungen. Aus dem Hebräischen von Michael Brocke und Andrea Schatz. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997.

Sperber, Manès: All das Vergangene … Die Wasserträger Gottes. Die vergebliche Warnung. Wien u.a.: Europaverlag 1983.

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Wassermann, Jakob: Mein Weg als Deutscher und Jude. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag 1994.

4.2 Forschungsliteratur

Carmely, Klara Pomeranz: Das Identitätsproblem jüdischer Autoren im deutschen Sprachraum. Von der Jahrhundertwende bis zu Hitler. Königstein i.Ts.: Scriptor 1981.

Fischer, Horst: Judentum, Staat, Heer in Preußen im frühen 19. Jahrhundert. Zur Geschichte der staatlichen Judenpolitik. Tübingen: Mohr (Siebeck) 1968.

Gasser, Peter: Autobiographie und Autofiktion. Einige begriffskritische Bemerkungen. In: Pellin, Elio / Weber, Ulrich (Hrsg.): „…all diese fingierten, notierten, in meinem Kopf ungefähr wieder zusammengesetzten Ichs“. Autobiographie und Autofiktion. Göttingen: Wallstein 2012, S. 13–27.

Glagau, Hans: Die moderne Selbstbiographie als historische Quelle. Eine Untersuchung. Marburg: Elwert 1903. Auszugsweise wiederabgedruckt in: Niggl 1998, S. 55–71.

Glasenapp, Gabriele von: „Wir haben das nicht unversehrt überstanden“. Jüdische Kindheit und Jugend während des Dritten Reiches im Spiegel autobiographischer Texte. In: Glasenapp, Gabriele von / Ewers, Hans-Heino (Hrsg.): Kriegs- und Nachkriegskindheiten. Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 2008, S. 127–149.

Günter, Manuela: Anatomie des Anti-Subjekts. Zur Subversion autobiographischen Schreibens bei Siegfried Kracauer, Walter Benjamin und Carl Einstein. Würzburg: Königshausen & Neumann 1996.

Hainz, Martin A.: Die Shoah in der Literatur der Überlebenden. In: Horch, Hans Otto (Hrsg.): Handbuch der deutsch-jüdischen Literatur. Berlin: de Gruyter 2016, S. 221–243.

Holdenried, Michaela: Im Spiegel ein anderer. Erfahrungskrise und Subjektdiskurs im modernen autobiographischen Roman. Heidelberg: Winter 1991.

Holdenried, Michaela: Autobiographie. Stuttgart: Reclam 2000.

Kilcher, Andreas B.: Was ist ‚deutsch-jüdische Literatur‘? Eine historische Diskursanalyse. In: Weimarer Beiträge 45 (1999), S. 485–517.

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Lehmann, Jürgen: Bekennen, erzählen, berichten. Studien zu Theorie und Geschichte der Autobiographie. Tübingen: Niemeyer 1988.

Lejeune, Philippe: „Der autobiographische Pakt“. Wieder abgedruckt in: Niggl 1998, S. 215–257.

Lezzi, Eva: Zerstörte Kindheit. Literarische Autobiographien zur Shoah. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2001.

Malo, Markus: Behauptete Subjektivität. Eine Skizze zur deutschsprachigen jüdischen Autobiographie im 20. Jahrhundert. Tübingen: Niemeyer 2009.

Malo, Markus: Deutsch-jüdische Autobiographie. In: Horch, Hans Otto (Hrsg.): Handbuch der deutsch-jüdischen Literatur. Berlin, Boston: de Gruyter 2016, S. 422–434.

de Man, Paul: „Autobiographie als Maskenspiel“. In: Ders.: Die Ideologie des Ästhetischen. Hrsg. von Christoph Menke. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S. 131–146.

Miething, Christoph: Gibt es jüdische Autobiographien? In: Miething, Christoph (Hrsg.): Zeitgenössische jüdische Autobiographie. Tübingen: Niemeyer 2003, S. 43–73.

Montrose, Louis A.: Die Renaissance behaupten. Poetik und Politik der Kultur. In: Baßler, Moritz (Hrsg.): New Historicism. Literaturgeschichte als Poetik der Kultur. Frankfurt am Main: Fischer 1995, S. 60–93.

Müller, Klaus-Detlef: Autobiographie und Roman. Studien zur literarischen Autobiographie der Goethezeit. Tübingen: Niemeyer 1976.

Neumann, Bernd: Identität und Rollenzwang. Zur Theorie der Autobiographie. Frankfurt am Main: Athenäum 1970.

Niggl, Günter: Geschichte der deutschen Autobiographie im 18. Jahrhundert. Theoretische Grundlegung und literarische Entfaltung. Stuttgart: Metzler 1977.

Niggl, Günther (Hrsg.): Die Autobiographie. Zu Form und Geschichte einer literarischen Gattung. Studienausgabe, 2., um ein Nachwort zur Neuausgabe und einen bibliograph. Nachtrag erg. Aufl. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1998.

Sandberg, Beatrice: Erinnerte und erfundene Erfahrung. Autobiographisches Schreiben als subjektive Geschichtsschreibung. In: Platen, Edgar (Hrsg.): Erinnerte und erfundene Erfahrung. Zur Darstellung von Zeitgeschichte in deutschsprachiger Gegenwartsliteratur. München: Iudicium 2000, S. 146–161.

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Sill, Oliver: Zerbrochene Spiegel. Studien zur Theorie und Praxis modernen autobiographischen Erzählens. Berlin: de Gruyter 1991.

Taterka, Thomas: Dante Deutsch. Studien zur Lagerliteratur. Berlin u.a.: Erich Schmidt 1999.

Tippner, Anja / Laferl, Christopher F. (Hrsg.): Texte zur Theorie der Biographie und Autobiographie. Stuttgart: Reclam 2016.

Vollers-Sauer, Elisabeth: Prosa des Lebensweges. Literarische Konfigurationen selbstbiographischen Erzählens am Ende des 18. und 19. Jahrhunderts. Stuttgart: M & P 1993.

Wagner-Egelhaaf, Martina: Autobiographie. Stuttgart, Weimar: Metzler 2000.

White, Hayden: Auch Klio dichtet oder Die Fiktion des Faktischen. Studien zur Tropologie des historischen Diskurses. Einf. von Reinhart Koselleck. Stuttgart: Klett-Cotta 1986.

Yerushalmi, Yosef Hayim: Zachor, erinnere Dich! Jüdische Geschichte und jüdisches Gedächtnis. Berlin: Wagenbach 1996.

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6 Der Text ist der leicht veränderte, um einige aktuelle Literaturangaben ergänzte Wiederabdruck meines gleichnamigen Beitrags in: Horch, Hans Otto (Hrsg.): Handbuch der deutsch-jüdischen Literatur. Berlin, Boston: de Gruyter 2016, S. 422–434.

7 Holdenried, Michaela: Autobiographie. Stuttgart: Reclam 2000.

8 Wagner-Egelhaaf, Martina: Autobiographie. Stuttgart, Weimar: Metzler 2000.

9 Vgl. Glagau, Hans: Die moderne Selbstbiographie als historische Quelle. Eine Untersuchung. Marburg: Elwert 1903. Auszugsweise abgedruckt in: Niggl 1998, S. 55–71.

10 Vgl. Niggl, Günter: Geschichte der deutschen Autobiographie im 18. Jahrhundert. Theoretische Grundlegung und literarische Entfaltung. Stuttgart: Metzler 1977 und Lehmann, Jürgen: Bekennen, erzählen, berichten. Studien zu Theorie und Geschichte der Autobiographie. Tübingen: Niemeyer 1988.

11 Vgl. Müller, Klaus-Detlef: Autobiographie und Roman. Studien zur literarischen Autobiographie der Goethezeit. Tübingen: Niemeyer 1976 und Lehmann, 1988.

12 Vgl. zur Geschichte der Autobiographieforschung die Sammelbände Niggl, Günther (Hrsg.): Die Autobiographie. Zu Form und Geschichte einer literarischen Gattung. Studienausgabe, 2., um ein Nachwort zur Neuausgabe und einen bibliograph. Nachtrag erg. Aufl. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1998 und Tippner, Anja / Laferl, Christopher F. (Hrsg.): Texte zur Theorie der Biographie und Autobiographie. Stuttgart: Reclam 2016.

13 de Man, Paul: „Autobiographie als Maskenspiel“. In: Ders.: Die Ideologie des Ästhetischen. Hrsg. von Christoph Menke. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S. 131–146.

14 Vgl. Holdenried, Michaela: Im Spiegel ein anderer. Erfahrungskrise und Subjektdiskurs im modernen autobiographischen Roman. Heidelberg: Winter 1991, Sill, Oliver: Zerbrochene Spiegel. Studien zur Theorie und Praxis modernen autobiographischen Erzählens. Berlin: de Gruyter 1991 und Günter, Manuela: Anatomie des Anti-Subjekts. Zur Subversion autobiographischen Schreibens bei Siegfried Kracauer, Walter Benjamin und Carl Einstein. Würzburg: Königshausen & Neumann 1996.

15 Gasser, Peter: Autobiographie und Autofiktion. Einige begriffskritische Bemerkungen. In: Pellin, Elio; Weber, Ulrich (Hrsg.): „…all diese fingierten, notierten, in meinem Kopf ungefähr wieder zusammengesetzten Ichs“. Autobiographie und Autofiktion. Göttingen: Wallstein 2012, S. 13–27.

16 Sandberg, Beatrice: Erinnerte und erfundene Erfahrung. Autobiographisches Schreiben als subjektive Geschichtsschreibung. In: Platen, Edgar (Hrsg.): Erinnerte und erfundene Erfahrung. Zur Darstellung von Zeitgeschichte in deutschsprachiger Gegenwartsliteratur. München: Iudicium 2000, S. 146–161.

17 White, Hayden: Auch Klio dichtet oder Die Fiktion des Faktischen. Studien zur Tropologie des historischen Diskurses. Einf. von Reinhart Koselleck. Stuttgart: Klett-Cotta 1986.

18 Montrose, Louis A.: Die Renaissance behaupten. Poetik und Politik der Kultur. In: Baßler, Moritz (Hrsg.): New Historicism. Literaturgeschichte als Poetik der Kultur. Frankfurt am Main: Fischer 1995, S. 60–93, hier S. 67.

19 Günter, 1996.

20 Kilcher, 1999, S. 511.

21 Vgl. Richarz, Monika (Hrsg.): Jüdisches Leben in Deutschland. 3 Bde. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1976–1982 und die digitale Präsentation unter https://www.lbi.org/collections/digibaeck/.

22 https://hollisarchives.lib.harvard.edu/repositories/24/resources/2517

23 Kilcher, 1999, S. 511.

24 Miething, Christoph: Gibt es jüdische Autobiographien?. In: Miething, Christoph (Hrsg.): Zeitgenössische jüdische Autobiographie. Tübingen: Niemeyer 2003, S. 52.

25 Goethe, Johann Wolfgang: Dichtung und Wahrheit. Hrsg. von Peter Sprengel. München: Hanser 1985, S. 11.

26 Yerushalmi, Yosef Hayim: Zachor, erinnere Dich! Jüdische Geschichte und jüdisches Gedächtnis. Berlin: Wagenbach 1996.

27 Greve, Ludwig: Wo gehörte ich hin? Geschichte einer Jugend. Hrsg. und mit einem Nachbericht versehen von Reinhard Tgahrt. Frankfurt am Main: Fischer 1994, S. 33.

28 Sperber, Manès: All das Vergangene … Die Wasserträger Gottes. Die vergebliche Warnung. Wien u.a.: Europaverlag 1983, S. 69.

29 [Glikl]: Die Memoiren der Glückel von Hameln. Autorisierte Übertragung nach der Ausgabe des Prof. Dr. David Kaufmann von Bertha Pappenheim. Wien: Meyer und Pappenheim 1910, S. 11.

30 Vgl. Miething, 2003, S. 53.

31 Maimon, Salomon: Lebensgeschichte. Von ihm selbst geschrieben und hrsg. von Karl Philipp Moritz. Neu hrsg. von Zwi Batscha. Frankfurt am Main: Jüdischer Verlag 1995, S. 8.

32 Maimon, 1995, S. 183.

33 Vgl. Neumann, 1970.

34 Vgl. Vollers-Sauer, Elisabeth: Prosa des Lebensweges. Literarische Konfigurationen selbstbiographischen Erzählens am Ende des 18. und 19. Jahrhunderts. Stuttgart: M & P 1993.

35 Vgl. Lehmann, 1988.

36 Burg, Meno: Geschichte meines Dienstlebens. Erinnerungen eines jüdischen Majors der preußischen Armee. Mit einem Geleitwort von Ludwig Geiger. Vorwort von Hermann Simon. Teetz: Hentrich & Hentrich 1998, S. 2–3.

37 Vgl. hierzu Fischer, Horst: Judentum, Staat, Heer in Preußen im frühen 19. Jahrhundert. Zur Geschichte der staatlichen Judenpolitik. Tübingen: Mohr (Siebeck) 1968, S. 127–130.

38 Burg, 1998, S. 167–168.

39 Wassermann, Jakob: Mein Weg als Deutscher und Jude. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag 1994, S. 38.

40 Beide Zitate: Wassermann, 1994, S. 7.

41 Wassermann, 1994, S. 122–123.

42 Wassermann, 1994, S. 103.

43 Wassermann, 1994, S. 103.

44 Wassermann, 1994, S. 12.

45 Greve, 1994.

46 Vgl. Carmely, Klara Pomeranz: Das Identitätsproblem jüdischer Autoren im deutschen Sprachraum. Von der Jahrhundertwende bis zu Hitler. Königstein i.Ts.: Scriptor 1981.

47 Kraft, Werner: Spiegelung der Jugend. Mit einem Nachwort von Jörg Drews. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973, S. 152.

48 Vgl. die Autobiographie Scholem, Gershom: Von Berlin nach Jerusalem. Jugenderinnerungen. Aus dem Hebräischen von Michael Brocke und Andrea Schatz. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997.

49 Kunert, Günter: Erwachsenenspiele. Erinnerungen. München, Wien: Hanser 1997, S. 20.

50 Vgl. Hainz, Martin A.: Die Shoah in der Literatur der Überlebenden. In: Horch, Hans Otto (Hrsg.): Handbuch der deutsch-jüdischen Literatur. Berlin: de Gruyter 2016, S. 221–243.

51 Vgl. Taterka, Thomas: Dante Deutsch. Studien zur Lagerliteratur. Berlin u.a.: Erich Schmidt 1999.

52 Vgl. Lezzi, Eva: Zerstörte Kindheit. Literarische Autobiographien zur Shoah. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2001.

53 Klüger, Ruth: weiter leben. Eine Jugend. Göttingen: Wallstein 1992, S. 138.

54 Vgl. Malo, Markus: Behauptete Subjektivität. Eine Skizze zur deutschsprachigen jüdischen Autobiographie im 20. Jahrhundert. Tübingen: Niemeyer 2009.

55 Klüger, Ruth: Unterwegs verloren. Erinnerungen. Wien: Zsolnay 2008.

56 Biller, Maxim: Der gebrauchte Jude. Selbstporträt. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2009, S. 31.

57 Biller 2009, S. 164.

58 Klüger 1992, S. [7];.

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Hinweise zu Aufbau und Benutzung der Bibliographie sowie der verwendeten Literatur

Die hier vorgelegte Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien ist alphabetisch angelegt, d.h. sie verzeichnet die publizierten Autobiographien alphabetisch geordnet nach dem Realnamen des Verfassers. Von Pseudonymen, abweichenden Namensformen etc. wird verwiesen, wenn es nötig erschien. Innerhalb der einzelnen Verfasser sind die Autobiographien wiederum alphabetisch nach Titel und nicht nach Erscheinungsjahr geordnet. Fremdsprachige autobiographische Texte werden nur verzeichnet, wenn vom Verfasser auch deutschsprachige autobiographische Texte vorliegen.

Alle aufgenommenen autobiographischen Texte werden lediglich mit ihrer Erstausgabe nachgewiesen. Ausnahmen werden lediglich gemacht, wenn spätere Ausgaben gegenüber der Erstausgabe deutlich erweitert oder verändert erschienen sind. Dies ist dann in der bibliographischen Angabe verzeichnet. Der Nachweis der Erstausgabe erschien deswegen sinnvoll, weil – unter literaturwissenschaftlicher Perspektive – der Text erst von diesem Zeitpunkt an eine Wirksamkeit für die Entwicklung der literarischen Reihe „Autobiographie“ entwickeln kann. Obwohl gerade unter der Prämisse der Wirksamkeit bzw. Rezeptionsforschung der Nachweis sämtlicher der Erstausgabe folgenden Ausgaben sinnvoll ist, wurde hier bewusst darauf verzichtet. Er ist lediglich für Forschungen über einzelne der aufgenommenen Texte relevant, nicht aber für das Gesamtphänomen der deutsch-jüdischen Autobiographie und kann von den Forschenden selbst ohne größere Schwierigkeiten besorgt werden.

Neben rein bibliographischen Angaben zu den Autobiographien enthalten die einzelnen Einträge kurze biographische Schlagwörter zu den Verfassern, soweit sie ermittelbar waren. Die aufgenommenen Informationen bestehen vor allem aus den Lebensdaten (Geburtstag und -ort sowie, falls die betreffende Person bereits verstorben ist und die Daten ermittelbar sind, Todestag und -ort), die in den seltenen Fällen von Namensgleichheit eine sichere Identifikation der jeweiligen Person ermöglichen. Darüber hinaus ←35 | 36→sollen Geburtstag und -ort sowie die Todesdaten einen ersten Hinweis auf die historische und geographische Einordnung der Autobiographien bieten. Deshalb sind Geburts- und Sterbeorte jeweils in einem Register nachgewiesen, so dass ein Zugriff auf Autobiographien von Personen, die in einem bestimmten Ort geboren bzw. gestorben sind, möglich ist. Die Bedeutung dieses Registers besteht darin, dass die ersten Lebensjahre – bis zum Beginn einer Lehre oder bis zur Aufnahme eines Studiums – häufig am selben Ort verbracht werden, d.h. man kann über dieses Register in Verbindung mit den Geburtsdaten ggf. sozialhistorisch über den jeweiligen Einzelfall hinausreichende Erkenntnisse gewinnen, wenn man mehrere solcher Autobiographien befragt. Dass dieses Verfahren bei Autobiographien von Emigrierten und Überlebenden des Holocaust nicht greift und auch ansonsten anfechtbar ist, ist dem Verfasser dieser Bibliographie durchaus bewusst und sollte es auch den Benutzern immer sein. In Verbindung mit den erschlossenen, wenn auch unveröffentlichten autobiographischen Dokumenten der oben genannten Archive lassen sich hier sicherlich auch empirisch interessante Untersuchungen mit breiter Datenbasis erstellen.

Ergänzt werden die persönlichen Daten durch biographische Schlagwörter zu den Autobiographen bzw. weitere Charakterisierungen, die sich für die künftige Autobiographieforschung als relevant erweisen könnten. Ich denke hier in erster Linie an Kategorien wie „Emigrant“, „Holocaust-Überlebender“, „Konvertit“ oder andere lebensbestimmende Prägungen.

Die benutzten Nachschlagewerke sind im Register „Referenzen“ nachgewiesen. Die gewählte Reihenfolge der Referenzwerke spiegelt dabei ausschließlich das Alphabet, nicht eine wertende Aufzählung wider.

Bei der – sicherlich anfechtbaren – Auswahl der zugrunde gelegten Nachschlagewerke wurde vor allem auf Aktualität und leichte Zugänglichkeit geachtet. Deshalb sind neben den literaturwissenschaftlich orientierten biographischen Lexika nur wenige andere fachwissenschaftliche Werke aufgenommen worden, obwohl sich bei Berücksichtigung weiterer Fachlexika gewiss noch zahlreiche andere Referenzen hätten finden lassen. Eine kurze Charakterisierung der verwendeten Nachschlagewerke folgt im Verzeichnis „Verwendete Biographische Nachschlagewerke“.

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Ausgewertete Bibliographien, Lexika, Literaturverzeichnisse usw.

DBA: Deutsches Biographisches Archiv. Berlin: de Gruyter (ehemals K. G. Saur Verlag München) online Ressource

JBA: Jüdisches Biographisches Archiv. Berlin: de Gruyter (ehemals K. G. Saur Verlag München) online Ressource

Hannich-Bode, Ingrid: Autobiographien aus dem Exil : Literatur, Kunst und Musik ; eine Bibliographie. In: Rückblick und Perspektiven / hrsg … von Claus-Dieter Krohn. München: ed. text + kritik 1996 (Exilforschung ; 14), S. 200–208.

Hannich-Bode, Ingrid: Die Autobiographien zur deutschen Literatur, Kunst und Musik : 1900–1965 ; Bibliographie und Nachweise der persönlichen Begegnungen und Charakteristiken. Stuttgart : Metzler 1966.

Hannich-Bode, Ingrid: Bibliographie der Autobiographien von Emigrantinnen aus der Zeit des Nationalsozialismus. In: Das erdichtete Ich – eine echte Erfindung : Studien zur autobiographischen Literatur von Schriftstellerinnen / Heidy Margrit Müller (Hrsg.). Aarau (usw.): Sauerländer 1998.

Jessen, Jens: Bibliographie der Autobiographien. München (usw.): Saur, 1987–1996 (4 Bde).

Judaeus conversus : christlich-jüdische Konvertitenautobiographien des 18. Jahrhunderts / Johannes Graf (Hrsg.). Im Anschluß an Vorarbeiten von Michael Schmidt und unter Mitwirkung von Elisabeth Emter. Frankfurt am Main (usw.): Lang 1997 [Bibliographie von Bekehrungsberichten und Autobiographien von der Reformation bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, S. 387–398].

Killy: Literaturlexikon : Autoren und Werke deutscher Sprache / hrsg. von Walther Killy unter Mitarb. von … Wilhelm Kühlmann. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verl. 1988–1993 (15 Bde).

Klanska, Maria: Aus dem Schtetl in die Welt : 1772 bis 1938 ; ostjüdische Autobiographien in deutscher Sprache. Wien (usw.): Böhlau 1994.

Lezzi, Eva: Zerstörte Kindheit : literarische Autobiographien zur Shoah. Köln (usw.): Böhlau 2001.

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Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur: Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart / hrsg. von Andreas B. Kilcher. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003.

Wikipedia. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

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Verwendete Biographische Nachschlagewerke

Kilcher: Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur. Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart / hrsg. von Andreas B. Kilcher. Stuttgart: Metzler 2000.

Neueres, handbuchartiges biographisches Nachschlagewerk, das über Leben und Werk ausgewählter deutsch-jüdischer literarischer Autorinnen und Autoren informiert. Die einzelnen Beiträge sind von Universitätsgelehrten verfasst und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Mittlerweile (2012) ist eine zweite, erweiterte Auflage erschienen.

Killy: Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache / hrsg. von Walther Killy unter Mitarb. von … Wilhelm Kühlmann. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verl. 1988–1993 (15 Bde).

Das bewährte fünfzehnbändige Literaturlexikon versammelt ebenfalls handbuchartig biographische Beiträge zu Leben und Werk deutschsprachiger Autoren vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Der Literaturbegriff ist deutlich breiter gefasst als bei Kilcher, so dass auch Künstler und Wissenschaftler sowie anonyme Werke Aufnahme gefunden haben. Da das Werk bereits etwas älter ist, sind zahlreiche jüngere Autoren noch nicht verzeichnet. Durch die Fokussierung auf deutschsprachige Literatur sind die spezifisch jüdischen Einflüsse und Themen in manchen Beiträgen etwas unterrepräsentiert.

Wikipedia. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

Insbesondere bei jüngeren, erst in den letzten Jahren auf Interesse gestoßenen und nicht dem literarischen Umfeld entstammenden Autorinnen und Autoren ist die Wikipedia eine wichtige Quelle. Zahlreiche in anderen Nachschlagewerken nicht oder nur unzureichend berücksichtigte Personen sind hier vertreten. Bei der Benutzung zu beachten ist hier das Fehlen einer Fachredaktion, die Artikel auf Stimmigkeit und Vollständigkeit prüft sowie die bibliographischen Angaben verifiziert und vervollständigt.

Wie bei allen anderen biographischen Lexika auch, gilt hier aber besonders: für vertiefte Recherchen zur Person sind unbedingt weitere Quellen, Zeitungsarchive etc. heranzuziehen, um die gelieferten Informationen zu bestätigen.

World Biographical Information System (WBIS). URL: http://db.saur.de/WBIS

Die aus den biographischen Archiven des Saur-Verlags hervorgegangene Datenbank bietet einen hervorragenden und leicht zugänglichen – weil als Nationallizenz ←39 | 40→in nahezu allen großen wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands vorhandenen – Einstieg bei der Recherche nach Personen aller wissenschaftlichen Fachdisziplinen sowie sonstiger prominenter Persönlichkeiten.

Die biographischen Archive sind eine Kompilation biographischer Nachschlagewerke vom 17. bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, die zunächst als Mikroficheausgabe vorgelegt und mit zunehmender Verbreitung des Internets als Datenbank veröffentlicht wurde. Es handelt sich hier um eine Volltextdatenbank, die nicht nur die bibliographischen Nachweise der biographischen Lexikaeinträge enthält, sondern darüber hinaus die Volltexte der biographischen Lexikonartikel versammelt, soweit sie mittlerweile gemeinfrei geworden sind bzw. der Verlag Lizenzvereinbarungen mit den jeweiligen Rechteinhabern treffen konnte.

Für diese Bibliographie der Autobiographien einschlägig sind vor allem die drei Reihen der Deutschen Biographischen Archive (DBA 1 – DBA 3) sowie die beiden Reihen des Jüdischen Biographischen Archive (JBA 1, JBA 2). Diese sind bei den Referenzen wie in Klammern dargestellt abgekürzt angegeben, alle anderen, wenigen Ausnahmen werden vollständig aufgelöst. Referenziert wird nur auf das jeweilige Biographische Archiv, nicht auf die darin enthaltenen einzelnen Mikrofiche, deren Nummern auch in der Online-Ausgabe angegeben sind.

Leider sind ausgerechnet die Deutschen Biographischen Archive nicht in den Nationallizenzen enthalten, so dass es vorkommen kann, dass sie – wenn die einzelnen Bibliotheken diese nicht auf eigene Kosten lizensiert haben – in einzelnen Bibliotheken nicht vorhanden sind.

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Bibliographie A-Z, Sammlungen

A

1. Aaron, Moses (*Krakau (Polen), B: Konvertit, Rabbiner, R: nicht ermittelbar): Unterthäniger Bericht An einen Hoch-Edlen und Hoch-Weisen Rath zu Schweinfurth / Von der wunderlichen Güte GOttes / welche Er / der Allerhöchste / erwiesen mir armen Menschen / MOSI AARON, einem durch GOttes Gnad / bekehrten RABBI, auß Crackau gebürtig / Nechst angehengter demüthigen Bitt Ihm die heilige Tauffe wiederfahren zu lassen. Daselbsten [Schweinfurth] gedruckt im Jahr 1696.

2. Abraham, Hans (*28.10.1922, Berlin, B: Arbeiter, Emigrant, Heimleiter, Polizist, R: nicht ermittelbar): Von Berlin nach Haifa : autobiographische Aufzeichnungen. – Detmold : Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, 1991.

3. Abusch, Alexander (14.2.1902, Krakau (Polen) – 27.1.1982, Berlin, B: Emigrant, Journalist, Kommunist, Schriftsteller, R: Killy, Bd. 1, S. 36–37, DBA 2, Wikipedia): Der Deckname : Memoiren. – Berlin : Dietz, 1981.

4. Ders.: Mit offenem Visier : Memoiren. – Berlin : Dietz, 1986.

5. Adam, Jacob (1789, Netzedistrikt, Preußen (Polen) – 1874, B: fliegender Händler, R: nicht ermittelbar): Zeit zur Abreise : Lebensbericht eines jüdischen Händlers aus der Emanzipationszeit. – Hildesheim : Olms, 1993.

6. Adler, Guido (1.11.1855, Eibenschütz, Mähren (Tschechien) – 15.2.1941, Wien (Österreich), B: Musikwissenschaftler, R: DBA 1, JBA 1, Wikipedia): Wollen und Wirken : aus dem Leben eines Musikhistorikers. – Wien : Universal-Ed., 1935.

7. Aichinger, Ilse (1.11.1921, Wien (Österreich) – 11.11.2016, Wien (Österreich), B: Holocaust-Überlebende, Schriftstellerin, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Film und Verhängnis : Blitzlichter auf ein Leben. – Frankfurt am Main : S. Fischer, 2001.

8. Altenberg, Peter (3.3.1859, Wien (Österreich) – 8.1.1919, Wien (Österreich), B: Arzt, Buchhändler, Schriftsteller, R: DBA 1, JBA 1, Kilcher, S. 12–14, Wikipedia): Wie ich es sehe. – Berlin : S. Fischer, 1896.

9. Ders.: Vita ipsa. – Berlin : S. Fischer, 1918.

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10. Ders.: Mein Lebensabend. – Berlin : S. Fischer, 1919.

11. Altmann, Georg (15.6.1884, Berlin – 9.6.1962, Los Angeles, Kalifornien (USA), B: Emigrant, Hochschullehrer, Regisseur, Theaterdirektor, Theaterwissenschaftler, R: DBA 3, JBA 2, Wikipedia): Vor fremden und eigenen Kulissen : Geschautes und Erlebtes. – Emsdetten : Lechte, 1964.

12. Ameln, Elsbeth von (*16.6.1905, B: Holocaust-Überlebende, Juristin, R: DBA 3, JBA 2): Köln, Appellhofplatz : Rückblick auf ein bewegtes Leben. – Köln : Wienand, 1985.

13. Amery, Jean (31.10.1912, Wien (Österreich) – 17.10.1978, Salzburg (Österreich), B: Holocaust-Überlebender, Schriftsteller, Widerstandskämpfer, R: DBA 2, JBA 2, Kilcher, S. 15–17, Wikipedia): Jenseits von Schuld und Sühne : Bewältigungsversuche e. Überwältigten. – München : Szczesny, 1966.

14. Ders.: Örtlichkeiten. – Stuttgart : Klett-Cotta, 1980

15. Ders.: Unmeisterliche Wanderjahre. – Stuttgart : Klett-Cotta, 1971.

16. Angress, Werner Thomas (27.6.1920, Berlin – 5.7.2010, Berlin, B: Emigrant, Historiker, Hochschullehrer, Soldat, R: DBA 2, Wikipedia): … immer etwas abseits : Jugenderinnerungen eines jüdischen Berliners 1920–1945. – Berlin : Ed. Hentrich, 2005.

17. Ansorge, Werner (*1920, Breslau, Schlesien (Polen), B: Emigrant, R: Internet): Meine ersten achtzig Jahre : von Breslau nach Israel / Hrsg. von Roland B. Müller. – Würzburg : Bergstadtverl. Korn, 2010.

18. Arkwright, Kenneth James (16.4.1929, Breslau, Schlesien (Polen) – 23.6.2011, Sydney (Australien), B: Emigrant, Holocaust-Überlebender, Unternehmer, R: Internet): Von Breslau nach Australien. Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin 2011.

19. Auerbach, Alfred (9.6.1873, Stuttgart – 31.1.1954, Stuttgart, B: Emigrant, Musikwissenschaftler, Schauspieler, Schriftsteller, R: DBA 1, JBA 1, JBA 2, Killy, Bd. 1, S. 246, Wikipedia): Ein Schwabe studiert Amerika. – Stuttgart : Behrendt, 1948.

20. Auerbach, Elias (28.7.1882, Ritschenwalde (Polen) – 15.7.1971, Haifa (Israel), B: Arzt, Emigrant, Schriftsteller, Zionist, R: DBA 3, JBA 1): Pionier der Verwirklichung : Ein Arzt aus Deutschland erzählt vom Beginn der zionistischen Bewegung und seiner Niederlassung in Palästina kurz nach der Jahrhundertwende. – Stuttgart : Deutsche Verlagsanstalt, 1969.

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21. Auernheimer, Raoul (15.4.1876, Wien (Österreich) – 7.1.1948, Oakland, Kalifornien (USA), B: Emigrant, Jurist, Schriftsteller, R: DBA 1, JBA 1, Killy, Bd. 1, S. 248–249, Wikipedia): „Erzählen heißt, der Wahrheit verschworen sein“ : kommentierte Edition der deutsch- und englischsprachigen Fassung des bisher unveröffentlichten KZ-Berichts „Die Zeit im Lager – Through work to freedom“ / Patricia Ann Andres. – Frankfurt am Main ; Berlin [u.a.] : Lang, 2010.

22. Ders.: Das Wirtshaus zur verlorenen Zeit : Erlebnisse und Bekenntnisse. – Wien : Ullstein, 1948.

23. Aufricht, Ernst Josef (31.8.1898, Beuthen, Schlesien (Polen) – 23.7.1971, Cannes (Frankreich), B: Emigrant, Schauspieler, Produzent, Theaterdirektor, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Erzähle, damit du dein Recht erweist. – Berlin : Propyläen-Verl., 1966.

Aufrichtig, Klaus → Arkwright, Kenneth James

24. Auman, Hans J. (B: Jurist, R: nicht ermittelbar): Mein Leben als Mischmosch. – München : Kindler, 1977.

25. Awerbuch, Marianne (20.6.1917, Berlin – 6.6.2004, Berlin, B: Emigrantin, Historikerin, Judaistin, Hochschullehrerin, Lehrerin, R: JBA 2, Wikipedia): Erinnerungen aus einem streitbaren Leben : von Berlin nach Palästina – von Israel nach Berlin / Mit einem Beitr. von Jonathan Awerbuch. Hrsg. von Hermann Simon und Hartmut Zinser. Unter Mitarb. von Ulrich Werner Grimm und Daniela Gauding. – Teetz : Hentrich & Hentrich, 2007.

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B

26. Bach, Susanne (29.1.1909–1997, B: Buchhändlerin, Emigrantin, R: DBA 2, Wikipedia): Karussell : von München nach München. – Nürnberg : Frauen in der Einen Welt, 1991.

27. Bachrich, Siegmund (23.1.1841, Nyitrazsambokret (Slowakei) – 16.7.1913, Wien (Österreich) oder Grimmenstein(Österreich), B: Komponist, Musiker, R: DBA 1, JBA, Wikipedia): Aus verklungenen Zeiten : Erinnerungen eines alten Musikers. – Wien : Knepler, 1914.

28. Balabanoff, Angelica: (7.5.1878, Tschernigow, Russland (Ukraine) – 25.11.1965, Rom (Italien), B: Emigrantin, Kommunistin, Politikerin, Publizistin, R: DBA 3, Wikipedia): Erinnerungen und Erlebnisse. – Berlin : E. Laubsche Verlh., 1927.

29. Balázs, Béla (4.8.1884, Szeged (Ungarn) – 17.5.1949, Budapest (Ungarn), B: Emigrant, Filmkritiker, Kommunist, Regisseur, Schriftsteller, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Die Jugend eines Träumers : autobiographischer Roman. – Wien : Globus-Verl., 1947.

30. Balder, Hugo Egon (*22.3.1950, Berlin, B: Fernsehmoderator, Kabarettist, Musiker, Produzent, Schauspieler, R: Wikipedia): Ich habe mich gewarnt / mit Bernd Philipp. – Berlin : Rütten und Loening, 2004.

31. Balk, Theodor (22.9.1900, Semlin, Ungarn (Serbien) – 25.3.1974, Prag (Tschechien), B: Arzt, Emigrant, Kommunist, Schriftsteller, R: DBA 2, DBA 3, Killy, Bd. 1, S. 299–300, Wikipedia): Das verlorene Manuskript. – México ; Ed. „El Libro Libre“ ; 1943.

32. Ball-Kaduri, Kurt Jacob (20.1.1891, Berlin – 29.5.1976, Tel Aviv (Israel), B: Beamter, Emigrant, Historiker, Jurist, R: JBA 2, Wikipedia): Jüdisches Leben einst und jetzt : Das Calauer Judenhaus. – München : Ner-Tamid-Verl., 1961.

33. Bamberger, Ludwig (22.7.1823, Mainz – 14.3.1899, Berlin, B: Bankier, Nationalökonom, Politiker, Schriftsteller, R: DBA 1, S. 330–343, JBA 1, Wikipedia): Erinnerungen. – Berlin : Reimer, 1899.

Bamberger, Ludwig (6.1.1892–18.5.1969) → Berger, Ludwig Heinrich Gottfried

34. Barnay, Ludwig (11.2.1842, Budapest (Ungarn) – 1.2.1924, Hannover, B: Schauspieler, Theaterdirektor, R: DBA 1, JBA 1, Wikipedia): Erinnerungen (2 Bd.e). – Berlin : Fleischel, 1903.

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35. Bartfeld-Feller, Margit (*31.3.1923, Czernowitz, Bukowina (Ukraine), B: Emigrantin, Musiklehrerin, Schriftstellerin, R: Wikipedia): Dennoch Mensch geblieben : von Czernowitz durch Sibirien nach Israel 1923–1996. – Konstanz : Hartung-Gorre, 1996.

36. Dies.: Nicht in Nichts gespannt : von Czernowitz nach Sibirien deportiert ; jüdische Schicksale 1941–1997. – Konstanz : Hartung-Gorre, 1998.

37. Dies.: Wie aus ganz andern Welten : Erinnerungen an Czernowitz und die sibirische Verbannung. – Konstanz : Hartung-Gorre, 2000.

38. Baruch, Hugo (13.4.1907, Berlin – 19.12.1967, Berlin, B: Emigrant, Kapitän, Maler, Reporter, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Rebell aus Leidenschaft : Abenteurer – Maler – Philosoph / [Buchbearb. durch Friedrich Forrer]. – [Herrenalb/Schwarzw.] : Erdmann, Verl. f. Internat. Kulturaustausch, 1963.

Bauer, Herbert → Balázs, Béla

Baum, Hedwig → Baum, Vicki

39. Baum, Marie (23.3.1874, Danzig, Westpreußen (Polen) – 8.8.1964, Heidelberg, B: Politikerin, Sozialwissenschaftlerin, R: DBA 2, DBA 3, JBA 2, Wikipedia): Rückblick auf mein Leben : meinen Freunden erzählt und zugeeignet. – Berlin : Kroll, 1939.

40. Baum, Vicki (24.1.1888, Wien (Österreich) – 29.8.1960, Los Angeles, Kalifornien (USA), B: Emigrantin, Musikerin, Redakteurin, Schriftstellerin, R: DBA 2, Killy, Bd. 1, S. 348, JBA 1, Wikipedia): Es war alles ganz anders : Erinnerungen. – Berlin (usw.) : Ullstein, 1962.

41. Beck, Gad (30.6.1923, Berlin – 24.6.2012, Berlin, B: Emigrant, Lehrer, Verkäufer, Zionist, R: Wikipedia): Und Gad ging zu David : die Erinnerungen des Gad Beck 1923 bis 1945. – Berlin : Edition diá, 1995.

42. Becker-Kohen, Erna (1.3.1906, Köln – 1987, B: Holocaust-Überlebende, Konvertitin, R: DBA 3): Wer die Wege kennt. – Freiburg i Br. : Schillinger, 1980.

43. Beckhardt, Lorenz Salomon (*30.11.1961, Wiesbaden, B: Chemiker, Journalist, Schriftsteller, R: Wikipedia): Der Jude mit dem Hakenkreuz : Meine deutsche Familie. – Berlin : Aufbau, 2014.

44. Beer, Fritz (25.8.1911, Brünn, Mähren (Tschechien) – 2.9.2006, London (Großbritannien), B: Emigrant, Journalist, Redakteur, ←46 | 47→Schriftsteller, Soldat, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Hast Du auf Deutsche geschossen, Grandpa? : Fragmente einer Lebensgeschichte. – Berlin : Aufbau, 1992.

45. Beer, Peter (19.2. 1758, Neubidschow, Böhmen (Tschechien) – 8.11.1838, Prag (Tschechien), B: Historiker, Lehrer, Schriftsteller, R: JBA 1): Selbstbiographie. – 1834.

46. Behrend-Rosenfeld, Elsbeth Rahel Charlotte (1.5.1891, Berlin – 1.3.1970, Birmingham (Großbritannien), B: Emigrantin, Holocaust-Überlebende, Sozialarbeiterin, Schriftstellerin, R: DBA 2, Wikipedia): Verfemt und verfolgt : Erlebnisse einer Jüdin in Nazi-Deutschland 1933–1944. – Zürich : Büchergilde Gutenberg, 1945.

47. Bein, Alexander (21.1.1903, Steinach an der Saale – 20.6.1988, Stockholm (Schweden), B: Archivar, Emigrant, Historiker, Schriftsteller, R: DBA 2, JBA 1, Wikipedia): „Hier kannst Du nicht jeden grüßen“ : Erinnerungen und Betrachtungen. – Hildesheim : Olms, 1996.

Békessy, Hans → Habe, Hans

ben jakov → Mannheimer, Max

48. Ben-Chorin, Schalom (20.7.1913, München – 7.5.1999, Jerusalem (Israel), B: Emigrant, Hochschullehrer, Journalist, Religionswissenschaftler, Schriftsteller, R: DBA 2, JBA 1, Wikipedia): Ich lebe in Jerusalem. – München : List, 1972.

49. Ders.: Jugend an der Isar. – München : List, 1974.

50. Bendavid, Lazarus (18.10.1762, Berlin – 28.3.1832, Berlin, B: Glasschleifer, Lehrer, Mathematiker, Philosoph, R: DBA 1, JBA 1, Kilcher, S. 48–50, Wikipedia): Selbstbiographie. In: Bildnisse jetztlebender Berliner Gelehrten mit ihren Selbstbiographien, 2. Sammlung. – Berlin : o.V., 1806; S. 1–72

51. Benecke, Hans (24.6.1910, Berlin – 15.2.2000, Bad Orb, B: Antiquar, Buchhändler, R: Wikipedia): Eine Buchhandlung in Berlin : Erinnerungen an eine schwere Zeit. – Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1995.

52. Benedikt, Heinrich (30.12.1886, Wien (Österreich) – 26.12.1981, Wien (Österreich), B: Emigrant, Historiker, Hochschullehrer, Jurist, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Damals im alten Österreich : Erinnerungen. – Wien : Amalthea-Verl., 1979.

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53. Benedikt, Moriz (27.5.1849 Kwassitz, Mähren (Tschechien) – 18.3.1920, Wien (Österreich), B: Journalist, Publizist, Redakteur, R: DBA 3, Wikipedia): Aus meinem Leben : Erinnerungen und Erörterungen. – Wien : Konegen, 1906.

Ben-Gershom, Ezra → König, Joel

54. Benjamin, Walter (15.7.1892, Berlin – 26.9.1940 Port Bou (Spanien), B: Emigrant, Literaturwissenschaftler, Philosoph, Publizist, R: DBA 2, JBA 2, Kilcher, S. 53–58, Wikipedia) Berliner Kindheit um 1900. – Frankfurt : Suhrkamp, 1950.

55. Ders.: Berliner Chronik. – Frankfurt : Suhrkamp, 1990.

56. Ben-Yaacov, Yissakhar (*7.12.1922, Hamburg, B: Diplomat, Emigrant, Politiker, R: DBA 2, JBA 2): Leben für Israel : Erinnerungen eines Diplomaten. – Hamburg : Hoffmann und Campe, 2007.

57. Benyoëtz, Elazar (*24.3.1937, Wiener Neustadt (Österreich), B: Emigrant, Rabbiner, Schriftsteller, R: DBA 3, JBA 3, Kilcher, S. 58–61, Wikipedia): Allerwegsdahin : mein Weg als Jude und Israeli ins Deutsche. – Zürich : Arche, 2001.

58. Berend-Corinth, Charlotte (25.5.1880, Berlin – 10.1.1967, New York, New York (USA), B: Emigrantin, Grafikerin, Malerin, Schriftstellerin, R: DBA 2, JBA 1, Wikipedia): Als ich ein Kind war. – Hamburg-Bergedorf : Stromverl., 1950

59. Berger, Joel (*7.9.1937, Budapest (Ungarn), B: Hochschullehrer, Holocaust-Überlebender, Rabbiner, R: Wikipedia): Der Mann mit dem Hut: Geschichten meines Lebens. – Tübingen : Klöpfer und Meyer, 2013.

60. Berger, Ludwig Heinrich Gottfried (6.1.1892, Mainz – 18.5.1969, Schlangenbad im Taunus, B: Konvertit, Regisseur, Schriftsteller, R: DBA 2, JBA 2, Killy, Bd. 1, S. 439–440): Wir sind vom gleichen Stoff aus dem die Träume sind : Summe eines Lebens. – Tübingen : Wunderlich, 1953.

61. Berggruen, Heinz (6.1.1914, Berlin – 23.2.2007, Paris (Frankreich), B: Emigrant, Journalist, Kunsthändler, Kunstsammler, Schriftsteller, R: DBA 2, JBA 2, Wikipedia): Hauptweg und Nebenwege : Erinnerungen eines Kunstsammlers. – Berlin : Nicolai, 1996.

62. Bergmann, Gretel (12.4.1914, Laupheim – 25.7.2017, New York, New York (USA), B: Emigrantin, Physiotherapeutin, Sportlerin, R: JBA ←48 | 49→2, Wikipedia): „Ich war die große jüdische Hoffnung“ : Erinnerungen einer außergewöhnlichen Sportlerin. – Karlsruhe : Braun, 2003.

Margaret Bergmann-Lambert → Bergmann, Gretel

63. Bergner, Elisabeth (22.8.1897 Drohobycz, Galizien (Ukraine) – 12.5.1986, London (Großbritannien), B: Emigrantin, Schauspielerin, R: DBA 2, JBA 1, Wikipedia): Bewundert viel und viel gescholten : Elisabeth Bergners unordentliche Erinnerungen. – Gütersloh : Bertelsmann, 1978.

Biographische Angaben

Markus Malo (Autor)

Markus Malo ist Literaturwissenschaftler und Bibliothekar an der Universität Stuttgart. Er promovierte 2008 über deutschsprachige jüdische Autobiographien. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte, der schwäbischen Literatur des 19. Jahrhunderts sowie der Sozialgeschichte des Wissens und der Wissenschaft.

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Titel: Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien