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Was ist und was soll Translationswissenschaft? / Redefining and Refocusing Translation and Interpreting Studies

Ausgewählte Beiträge der 3. Internationalen Konferenz zur Translationswissenschaft TRANSLATA III (Innsbruck 2017). Unter Mitarbeit von Lisa Lanthaler und Robert Lukenda / Selected Papers from the 3rd International Conference on Translation and Interpretin

von Lew N. Zybatow (Band-Herausgeber:in) Alena Petrova (Band-Herausgeber:in)
©2020 Konferenzband XII, 232 Seiten

Zusammenfassung

TRANSLATA III ist die dritte einer Reihe von Konferenzen zur translationswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Die Tagungen finden alle drei Jahre in Innsbruck statt und sind als Austauschforum der Disziplin Translationswissenschaft konzipiert. Neben den drei Plenarvorträgen enthält der Band ausgewählte Beiträge aus den folgenden Sektionen: Translationstheorie und Translationsprozessforschung, Translationskompetenz und Translationsdidaktik, Fachübersetzen und Terminologie, Übersetzung literarischer und audiovisueller Texte, Translationsmarkt und Translationspraxis neue Entwicklungen und Konsequenzen für die Ausbildung.
TRANSLATA III is the third in a series of triennial conferences on Translation and Interpreting Studies, held at the University of Innsbruck. The series is conceptualized as a forum for Translation Studies research. Besides the plenary lectures, this volume includes selected papers from the following conference sections: translation theory & translation process research, translator competence & translator training, specialised translation & terminology, audiovisual and literary translation, translation market & translation practice new developments and implications for translator training.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Über die Autoren
  • Über das Buch
  • Zum Geleit
  • Inhaltsverzeichnis
  • Plenarvorträge
  • Was ist und was soll Translationswissenschaft?
  • La condition postmoderne: Ein Vorschlag für eine komplexe Translationstheorie
  • Language and Translation
  • Sektion: Translationstheorie und Translationsprozessforschung
  • La enacción, una nueva perspectiva para el estudio de la traducción
  • L’acte de traduction selon les sciences cognitives  : L’influence du facteur cognitif attention
  • Europäische Übersetzungsgeschichte oder Ein Panorama der Übersetzungstätigkeit in Europa von der Antike bis heute. Eine Buchvorstellung
  • Sektion: Translationsmarkt und Translationspraxis – neueEntwicklungen und Konsequenzen für die Ausbildung
  • Digital Commons and the Collection of Real-World Translation Data
  • Flüchtlinge, Migranten, Asylanten, Einwanderer, Ausländer oder Menschen? Eine slowenisch-deutsche terminologische Zeitungsanalyse im Kontext der Flüchtlingskrise
  • Übersetzen im Arbeitsschutz : kulturelle, rechtliche und fachliche Herausforderungen
  • English/Polish contrasts in legal language from a usage‑based perspective
  • La competencia interpersonal en la traducción jurada : un nuevo enfoque didáctico para revolucionar el mercado
  • Sektion: Translationskompetenz und Translationsdidaktik
  • Fremdsprachenmethodik aus translationsorientierter Perspektive
  • Setting up a translation theory course : some considerations on course design
  • „Nun sag, wie hast du’s mit Strategie und Methode?“
  • Schatten und Schmied: ein translationsdidaktisches Projekt aus dem Bereich der Literaturübersetzung
  • Stress-generating psycho-affective factors in consecutive interpreting training
  • Shifts of grammatical cohesion in translation and simultaneous interpreting
  • Sektion: Fachübersetzen und Terminologie
  • Impoverishment or standardisation? Findings from a corpus-based study of treaty language
  • English-Slovak translation of modal markers in EU healthcare directives
  • Periodismo especializado en vitivinicultura y su traducción DE-ES
  • Los nombres del vino terapéutico en las farmacopeas francesas del siglo XIX y su traducción al español
  • Esbozo de términos vitivinícolas (francés-español) en L’art de boire, connaître et acheter le vin de Maurial (1865)
  • Sektion: Übersetzung literarischer und audiovisueller Texte
  • Mme de Charrière et l’analyse traductologique des versions inédites en espagnol de trois de ses romans épistolaires
  • Internazionale e la traduzione degli elementi peritestuali dal francese verso l’italiano
  • Eine viergliedrige Systematik zur Beschreibung polysemiotischer Kommunikate und deren Transfer, dargestellt am Beispiel der Librettoübersetzung
  • Deutsche Sprache als humoristisches Mittel in US‑amerikanischen Sitcoms : eine translatorische Fallstudie
  • Reihenübersicht

Zum Geleit

Vom 7. bis 9. Dezember 2017 war die Tiroler Metropole Innsbruck – und zwar das Institut für Translationswissenschaft der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – wieder einmal Gastgeber der Konferenz TRANSLATA, die – 2011 aus der Taufe gehoben – alle drei Jahre hier am Ufer des Inn und am Fuße der Tiroler Alpen stattfindet und sich von Anbeginn als ein Magnet für die Translatologinnen und Translatologen aller Herren Länder und als einer der weltweit größten Kongresse der Disziplin Translationswissenschaft etabliert hat.

Auch die Ausschreibung der TRANSLATA III fand in der wissenschaftlichen Fachwelt eine lebhafte Resonanz, worüber die Gastgeberinnen und Gastgeber der Innsbrucker TRANSLATA sehr erfreut sind. Zwar war die dritte Auflage der TRANSLATA etwas weniger weltumspannend als ihre Vorgängerkonferenzen, aber dennoch konnten wir ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 29 Ländern von A (wie Australien) bis U (wie Ukraine) in Innsbruck begrüßen. Besonders wichtig und erfreulich ist für uns, dass das wissenschaftliche Credo der TRANSLATA die Fachkolleginnen und -kollegen der international scientific community offensichtlich anspricht und anzieht, und die TRANSLATA-Teilnahme ihnen ein wichtiges wissenschaftliches Anliegen ist, was sich in den Konferenzbeiträgen der zur TRANSLATA III angereisten Forscherinnen und Forscher wieder deutlich niederschlägt.

Die Disziplin Translationswissenschaft (im Folgenden TW) erlebt bewegende Zeiten und ihre Entwicklung in der letzten Zeit ist von einem eigentümlichen Spannungsverhältnis geprägt: Einerseits durchlebt sie seit Jahrzenten ständige „Wenden“ und Paradigmenwechsel, die der TW sogar den Ruf einer von „Fach zu Fach nomadisierenden Disziplin“ (Michael Cronin) eingebracht haben, andererseits steht die TW angesichts der rasanten Veränderungen in der Translationsbranche durch das digitale Zeitalter, die Entwicklungen in der Translationstechnologie und beim maschinellen Übersetzen in ihrem internen und externen Kontext, in Aus- und Weiterbildung vor immer größeren Herausforderungen, die wissenschaftlich fundierter Antworten harren.

Bereits die TRANSLATA I (2011) hat sich dieses Spannungsverhältnisses als Herausforderung angenommen: Unter dem Motto „Translationswissenschaft: gestern – heute – morgen“ wurde versucht, eine Zwischenbilanz der Entwicklung der Translationswissenschaft zu ziehen. Zugleich wurden als Desideratum wissenschaftliche Konzepte für den Wandel und die Neuentwicklungen in der Praxis und für den beruflichen Vollzug der Translation unter besonderer Berücksichtigung der neuen Translations- und Informationstechnologien angemahnt.

Dies wurde von der TRANSLATA II im Jahr 2014 aufgegriffen, wo u. a. ein wichtiger Fokus auf den Entwicklungen in der Translationstechnologie lag und z. B. ein Workshop zum maschinellen Übersetzen mit beachtlicher internationaler Beteiligung stattfand. Das entsprach zum einen dem Motto der TRANSLATA II „Translationswissenschaft und Translationspraxis“ wie zum anderen auch dem generellen programmatischen Credo der TRANSLATA-Konferenz – eine Konferenz zur translationswissenschaftlichen Grundlagenforschung zu sein, die auch den Transfer der Translationstheorie in die Translationspraxis im Auge hat und dabei den Hauptgegenstand der Disziplin – die translation proper – wieder in das Zentrum der wissenschaftlichen Erforschung rückt. Denn in Zeiten unablässiger sog. Paradigmenwechsel gilt es – bei aller Offenheit für Interdisziplinarität –, die translation proper als zentralen Gegenstand der Translationswissenschaft zurückzugewinnen.

Es ist alles andere als leicht, sich in dem Wirrwarr dessen, was heute unter dem Label „TW“ gehandelt wird, zurechtzufinden und vor allem herauszufinden, ob überall dort, wo „TW“ draufsteht, auch wirklich TW drin ist. Deshalb gab sich die 3. Auflage der Konferenz – die TRANSLATA III im Jahr 2017 – das Motto „Was ist und was soll Translationswissenschaft?“

Antworten auf die aufgeworfenen Fragen – Was für eine Wissenschaft ist die TW? Was ist Gegenstand der TW? Was ist Theorieform, Forschungsform, institutionelle Form der TW? u. a. – werden auf wissenschaftstheoretischer Basis in dem hier in gekürzter Form abgedruckten Eröffnungsvortrag der TRANSLATA III, dessen Titel mit dem Konferenzmotto identisch ist, gegeben. Wissenschaftstheoretisch gestützte Antworten auf diese Grundfragen ermöglichen es, die Spreu vom Weizen, bzw. spekulative „Theorien“ von empirisch untermauerten explanativen Ansätzen zu trennen.

Bei der TRANSLATA III ging es uns darum, sowohl auf neue Entwicklungen in der Translationspraxis und auf dem Translationsmarkt aufmerksam zu machen als auch all jenen, die sich mit Translation theoretisch, praktisch, didaktisch und kommerziell befassen, ein gemeinsames Forum zu bieten. Denn als Gründerinnen und Gründer der TRANSLATA sind wir von Anfang an bemüht, einen interaktiven und produktiven Austausch zwischen allen an der Translation Beteiligten zu ermöglichen, um die daraus resultierenden Synergieeffekte für die Entwicklung der Translationswissenschaft und der Translationspraxis maximal nutzbar zu machen.

Die Akten der TRANSLATA III, die Sie gerade in der Hand halten, präsentieren eine Auswahl der Konferenzbeiträge, die in den drei Plenarvorträgen und den fünf folgenden Sektionen – „Translationstheorie und Translationsprozessforschung“, „Translationsmarkt und Translationspraxis – neue Entwicklungen und Konsequenzen für die Ausbildung“, „Translationskompetenz und Translationsdidaktik“, „Fachübersetzen und Terminologie“ und „Übersetzung literarischer und audiovisueller Texte“ – gehalten wurden und in denen die unterschiedlichsten Aspekte und Facetten des Gegenstandes unserer Disziplin ihren Niederschlag finden.

Es zeigt sich einmal mehr, dass eine Rückbesinnung der TW auf ihren Gegenstand überall auf der Welt in vollem Gange ist. In dieser Situation wird die TRANSLATA als Konferenz zu den Grundlagen der TW und vor allem zur Wiederbelebung und Rückgewinnung des Gegenstandes der TW immer wie ein Fels in der Brandung stehen und alle drei Jahre ihren Call for Papers in die Welt aussenden. Und obwohl die in diesem Jahr fällige TRANSLATA IV wegen der Corona-Krise leider ausfallen muss, kommt sie – etwas zeitversetzt – bestimmt wieder, höchstwahrscheinlich im Jahr 2021.

Das betrachten wir als unsere Verpflichtung sowohl der international scientific community als auch der Universität Innsbruck gegenüber, deren Rektor, die Disziplin TW und insbesondere die TW made in Innsbruck schätzend, bereits bei der Eröffnung der TRANSLATA I betonte, dass die Ziffer I nach der TRANSLATA die Hoffnung begründet erscheinen lässt, dass es auch eine TRANSLATA II, III etc. geben wird.

Dem Rektor der Universität Innsbruck, Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Tilmann Märk, sind wir als Organisatorinnen und Organisatoren für seine langjährige Unterstützung der TRANSLATA zu besonderem Dank verpflichtet.

Unser Dank geht an alle über die Herausgeber weit hinausgehenden TRANSLATA-Helferinnen und Helfer, deren Namensnennung im Einzelnen den Rahmen dieses Vorwortes sprengen würde. Besonders lobend hervorzuheben sei jedoch der Einsatz von Lisa Lanthaler, die auch einen wertvollen Beitrag zur Vorbereitung der Publikation dieses Bandes geleistet hat. Zu besonderem Dank verpflichtet sind wir Robert Lukenda für die redaktionelle Betreuung und technische Umsetzung der Publikation.

Doch der vorliegende Band hätte nicht das Licht der Welt erblicken können ohne die bewährte hervorragende Zusammenarbeit mit dem Peter Lang Verlag, insbesondere mit Michael Rücker, der die Entstehung des Bandes mit Fürsorge und Umsicht begleitet hat, sodass die Akten der TRANSLATA III getreu der guten Tradition nun in der Reihe „Forum Translationswissenschaft“ erschienen sind und sicher auch weiterhin erscheinen werden.

Details

Seiten
XII, 232
Erscheinungsjahr
2020
ISBN (Hardcover)
9783631827079
ISBN (PDF)
9783631840788
ISBN (ePUB)
9783631840795
ISBN (MOBI)
9783631840801
DOI
10.3726/b17797
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (November)
Schlagworte
Translationstheorie Fachübersetzen Audiovisuelle Translation Translationsdidaktik Terminologie Literaturübersetzen Translationsprozessforschung Translationswissenschaft
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. XII, 232 S., 15 s/w Abb., 28 Tab.
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Lew N. Zybatow (Band-Herausgeber:in) Alena Petrova (Band-Herausgeber:in)

Lew N. Zybatow ist Professor i.R. am Institut für Translationswissenschaft der Universität Innsbruck und Gründer der Konferenzreihe TRANSLATA. Alena Petrova ist assoziierte Professorin und Leiterin des Instituts für Translationswissenschaft der Universität Innsbruck. Lew N. Zybatow is professor emeritus of Translation Studies at the University of Innsbruck and the founder of TRANSLATA. Alena Petrova is associated professor and head of the Department of Translation Studies, University of Innsbruck.

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