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Eine andere Barmherzigkeit

Zum Verständnis der Erlösungslehre Anselms von Canterbury. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

von Gerhard Gäde (Autor:in)
Monographie 378 Seiten
Reihe: Berliner Bibliothek, Band 4

Zusammenfassung

Die Erlösungslehre Anselms von Canterbury hat eine mächtige und auch negative Wirkungsgeschichte entfaltet. Sie gehört zu den bis heute umstrittensten und auch am meisten missverstandenen Theorien der Theologiegeschichte. Die Studie unternimmt den Versuch, die Soteriologie Anselms von dessen Gotteslehre her zu lesen. Das Gottesverständnis des Kirchenlehrers bietet den Schlüssel, um Cur Deus homo überraschend neu zu verstehen und die eigentlich problematische Rede von Erlösung vor der Vernunft zu verantworten. Erst wenn Gott als Mensch begegnet, kann man definitiv sinnvoll von Offenbarung und Erlösung sprechen. Zudem zeigt der Autor, dass die apologetische Zielsetzung Anselms gegenüber Juden und Muslimen seiner Zeit Cur Deus homo bereits als ein frühes Zeugnis einer Theologie der Religionen qualifiziert. Anselms Werk weist einen Weg aus der religionstheologischen Sackgasse aus Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus, den man als «Interiorismus» (Christus in den Religionen) bezeichnen kann.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort zur Neuauflage
  • Geleitwortvon Peter Knauer SJ
  • Zur Einführung
  • 1. Anlass und Ziel der vorliegenden Arbeit
  • 2. Zur Neuedition dieser Studie
  • 3. Zum Vorgehen in dieser Arbeit
  • 1. Teil: Zur Geschichte und Begrifflichkeit der Soteriologie Anselms von Canterbury
  • I. Cur Deus homo – Intention und Inhalt des Werkes
  • 1. Die Form des Werkes
  • 2. Zur Struktur des Werkes
  • 3. Zur Methode Anselms
  • 3.1 „sola ratione – remoto Christo“
  • 3.2 Arbeit am Vorverständnis
  • 4. Darstellung des Inhalts
  • II. Die Meditatio redemptionis humanae
  • III. Der Sitz im Leben von Cur Deus homo
  • 1. Problemstellung: Wer sind die infideles?
  • 2. Der Textbefund
  • 3. Auseinandersetzung mit jüdischen Einwänden?
  • 4. Auseinandersetzung mit muslimischen Einwänden?
  • 5. Zum aktuellen status quaestionis
  • IV. Der innere Zusammenhang von Cur Deus homo mit der Gotteslehre des Proslogion
  • V. Klärung von Schlüsselbegriffen in Cur Deus homo
  • 1. Ehre Gottes
  • 2. Schöpfungsordnung
  • 3. Sünde
  • 4. Strafe
  • 5. Genugtuung
  • VI. „Gerechtigkeit“ als Leitbegriff
  • 1. Gerechtigkeit des Menschen
  • 2. Gerechtigkeit Gottes
  • VII. Zusammenfassung
  • 2. Teil: Zur Interpretation der Erlösungslehre Anselms
  • A. Ausschluss der Denkmöglichkeit einer Sündenvergebung sola misericordia
  • I. Das Problem Anselms
  • II. Anselms Gründe für den Ausschluss der Denkmöglichkeit einer Sündenvergebung sola misericordia
  • 1. Zum Juridismusvorwurf
  • 2. Zum Gottesverständnis Anselms
  • 2.1 Barmherzigkeit und Würde Gottes
  • 2.2 Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes
  • 2.2.1 Gott bleibt sich selbst gerecht
  • 2.2.2 Gottes Barmherzigkeit kann seiner Gerechtigkeit nicht widersprechen
  • 2.3 Die Absolutheit Gottes
  • 2.3.1 Das Gottesverständnis Anselms
  • • Summa natura
  • • Quo maius cogitari nequit
  • • Maius quam cogitari possit
  • 2.3.2 Das Gott-Welt-Verhältnis
  • • Geschaffensein als restloses Abhängigsein von Gott
  • • Gott plus Welt sind nicht mehr als Gott allein
  • • Die Welt konstituiert keine Relation Gottes auf sie
  • • Gott und Welt fallen nicht unter einen gemeinsamen Seinsbegriff
  • • Von Gott kann keine Ähnlichkeit mit der Welt ausgesagt werden
  • 3. Konsequenzen für die Erlösungslehre
  • III. Die Unfähigkeit des Menschen zur Genugtuung
  • 1. Menschliche Leistung reicht nicht aus
  • 2. Die Sünde macht den Menschen zur Genugtuung unfähig
  • 3. Die Schwere der Sünde
  • B. Anselms Erlösungsmodell
  • I. Die Voraussetzung der Erlösung: aliquid maius quam omne quod praeter deum est
  • II. Die Inkarnation des Sohnes Gottes als Begründung eines neuen Gottesverhältnisses
  • III. Die Bedeutung des Todes Jesu für die Erlösung der Menschheit
  • 1. Der Tod Jesu in der Deutung Anselms
  • 1.1 Der Tod Jesu als Konsequenz seines Lebens
  • 1.2 Der Tod Jesu als freiwillige Hingabe seines Lebens für die Menschen
  • 2. Erlösung als Anteilhabe am Verdienst Christi
  • 2.1 Der Begriff „meritum“
  • 2.1.1 Meritum Christi
  • 2.1.2 Meritum und satisfactio
  • 2.2 Die Zuwendung des meritum Christi an die Menschen
  • 2.3 Erlösung als Befreiung
  • 2.4 Wort und Glaube
  • C. Die Überwindung der Antinomie von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
  • I. „Eine andere Barmherzigkeit“
  • II. Eine Barmherzigkeit, wie sie größer nicht gedacht werden kann
  • III. Die Übereinstimmung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
  • 1. Barmherzigkeit und höchste Gerechtigkeit
  • 2. Gottes Barmherzigkeit wird dem Menschen gerecht
  • Zusammenfassung und Ausblick
  • I. Zum Verständnis der Erlösungslehre Anselms
  • II. Was wir von Anselm lernen können
  • 1. Glaube und Vernunft
  • 2. Das Gottesverständnis
  • 3. Erlösung und Erlösungsbedürftigkeit
  • 4. Ein „anderes“ Verhältnis zu den Religionen – eine Hypothese
  • Anhang
  • Die Meditatio redemptionis humanae lateinisch/deutsch
  • Literaturverzeichnis
  • I. Die Schriften Anselms von Canterbury
  • II. Weitere Quellenwerke
  • III. Sekundärliteratur
  • Personenregister
  • Reihenübersicht

Gerhard Gäde

Eine andere Barmherzigkeit

Zum Verständnis der Erlösungslehre
Anselms von Canterbury

Autorenangaben

Gerhard Gäde studierte Katholische Theologie und Philosophie in Frankfurt und Innsbruck und habilitierte sich in München für das Fach Dogmatik. Er ist apl. Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Über das Buch

Die Erlösungslehre Anselms von Canterbury hat eine mächtige und auch negative Wirkungsgeschichte entfaltet. Sie gehört zu den bis heute umstrittensten und auch am meisten missverstandenen Theorien der Theologiegeschichte. Die Studie unternimmt den Versuch, die Soteriologie Anselms von dessen Gotteslehre her zu lesen. Das Gottesverständnis des Kirchenlehrers bietet den Schlüssel, um Cur Deus homo überraschend neu zu verstehen und die eigentlich problematische Rede von Erlösung vor der Vernunft zu verantworten. Erst wenn Gott als Mensch begegnet, kann man definitiv sinnvoll von Offenbarung und Erlösung sprechen. Zudem zeigt der Autor, dass die apologetische Zielsetzung Anselms gegenüber Juden und Muslimen seiner Zeit Cur Deus homo bereits als ein frühes Zeugnis einer Theologie der Religionen qualifiziert. Anselms Werk weist einen Weg aus der religionstheologischen Sackgasse aus Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus, den man als „Interiorismus“ (Christus in den Religionen) bezeichnen kann.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur Neuauflage

Geleitwort von Peter Knauer SJ

Zur Einführung

1. Anlass und Ziel der vorliegenden Arbeit

2. Zur Neuedition dieser Studie

3. Zum Vorgehen in dieser Arbeit

1. Teil: Zur Geschichte und Begrifflichkeit der Soteriologie Anselms von Canterbury

I. Cur Deus homo – Intention und Inhalt des Werkes

1. Die Form des Werkes

2. Zur Struktur des Werkes

3. Zur Methode Anselms

3.1 „sola ratione – remoto Christo“

3.2 Arbeit am Vorverständnis

4. Darstellung des Inhalts

II. Die Meditatio redemptionis humanae

III. Der Sitz im Leben von Cur Deus homo

1. Problemstellung: Wer sind die infideles?

2. Der Textbefund

3. Auseinandersetzung mit jüdischen Einwänden?

4. Auseinandersetzung mit muslimischen Einwänden?

5. Zum aktuellen status quaestionis

IV. Der innere Zusammenhang von Cur Deus homo mit der Gotteslehre des Proslogion

V. Klärung von Schlüsselbegriffen in Cur Deus homo

1. Ehre Gottes

2. Schöpfungsordnung

3. Sünde

4. Strafe

5. Genugtuung←5 | 6→

VI. „Gerechtigkeit“ als Leitbegriff

1. Gerechtigkeit des Menschen

2. Gerechtigkeit Gottes

VII. Zusammenfassung

2. Teil: Zur Interpretation der Erlösungslehre Anselms

A. Ausschluss der Denkmöglichkeit einer Sündenvergebung sola misericordia

I. Das Problem Anselms

II. Anselms Gründe für den Ausschluss der Denkmöglichkeit einer Sündenvergebung sola misericordia

1. Zum Juridismusvorwurf

2. Zum Gottesverständnis Anselms

2.1 Barmherzigkeit und Würde Gottes

2.2 Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes

2.2.1 Gott bleibt sich selbst gerecht

2.2.2 Gottes Barmherzigkeit kann seiner Gerechtigkeit nicht widersprechen

2.3 Die Absolutheit Gottes

2.3.1 Das Gottesverständnis Anselms

Summa natura

Quo maius cogitari nequit

Maius quam cogitari possit

2.3.2 Das Gott-Welt-Verhältnis

Geschaffensein als restloses Abhängigsein von Gott

Gott plus Welt sind nicht mehr als Gott allein

Die Welt konstituiert keine Relation Gottes auf sie

Gott und Welt fallen nicht unter einen gemeinsamen Seinsbegriff

Von Gott kann keine Ähnlichkeit mit der Welt ausgesagt werden

3. Konsequenzen für die Erlösungslehre

III. Die Unfähigkeit des Menschen zur Genugtuung

1. Menschliche Leistung reicht nicht aus

2. Die Sünde macht den Menschen zur Genugtuung unfähig

3. Die Schwere der Sünde←6 | 7→

B. Anselms Erlösungsmodell

I. Die Voraussetzung der Erlösung: aliquid maius quam omne quod praeter deum est

II. Die Inkarnation des Sohnes Gottes als Begründung eines neuen Gottesverhältnisses

III. Die Bedeutung des Todes Jesu für die Erlösung der Menschheit

1. Der Tod Jesu in der Deutung Anselms

1.1 Der Tod Jesu als Konsequenz seines Lebens

1.2 Der Tod Jesu als freiwillige Hingabe seines Lebens für die Menschen

2. Erlösung als Anteilhabe am Verdienst Christi

2.1 Der Begriff „meritum“

2.1.1 Meritum Christi

2.1.2 Meritum und satisfactio

2.2 Die Zuwendung des meritum Christi an die Menschen

2.3 Erlösung als Befreiung

2.4 Wort und Glaube

C. Die Überwindung der Antinomie von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit

I. „Eine andere Barmherzigkeit“

II. Eine Barmherzigkeit, wie sie größer nicht gedacht werden kann

III. Die Übereinstimmung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit

1. Barmherzigkeit und höchste Gerechtigkeit

2. Gottes Barmherzigkeit wird dem Menschen gerecht

Zusammenfassung und Ausblick

I. Zum Verständnis der Erlösungslehre Anselms

II. Was wir von Anselm lernen können

1. Glaube und Vernunft

2. Das Gottesverständnis

3. Erlösung und Erlösungsbedürftigkeit

4. Ein „anderes“ Verhältnis zu den Religionen – eine Hypothese←7 | 8→

Anhang

Die Meditatio redemptionis humanae lateinisch/deutsch

Literaturverzeichnis

I. Die Schriften Anselms von Canterbury

II. Weitere Quellenwerke

III. Sekundärliteratur

Personenregister←8 | 9→

Biographische Angaben

Gerhard Gäde (Autor:in)

Gerhard Gäde studierte Katholische Theologie und Philosophie in Frankfurt und Innsbruck und habilitierte sich in München für das Fach Dogmatik. Er ist apl. Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Titel: Eine andere Barmherzigkeit