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Romanisch-Germanische ZwischenWelten

Exilliteratur als Zeugnis und Motor einer vernetzten Welt

von Lydia Schmuck (Band-Herausgeber:in) Sonja Arnold (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 222 Seiten
Reihe: Hispano-Americana, Band 70

Zusammenfassung

Der Band befasst sich mit deutschsprachigen Emigrantinnen und Emigranten, die auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus ins lateinamerikanische Exil gingen. Dort wirkten sie in doppelter Hinsicht als kulturelle Mittler und Verbreiter demokratischer Ideen: Zum einen repräsentieren ihre Lebensläufe und Werke transnationale, liberale, antiautoritäre Lebensentwürfe, zum anderen haben die Emigrantinnen und Emigranten durch die Reflexion der Erfahrung von Migration und Exil neue Schreibweisen und Kunststile entwickelt, die dynamische, demokratische Weltkonzeptionen zum Ausdruck bringen. Mit dem Sammelband sollen diese Werke als Zeugnisse des Exils in den Blick genommen und neue Konzepte und Möglichkeiten globaler Vernetzung diskutiert werden.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Sonja Arnold und Lydia Schmuck (Marbach): Thematische Einleitung
  • Gesine Müller (Köln): Robert Müllers Hybridisierungsvisionen im Kontext brasilianischer und karibischer Literatur- und Kulturtheorie
  • Sonja Arnold (Marbach): Deutschsprachige Literaturen in südbrasilianischen Archiven
  • Carol Colffield (São Paulo): O Embaixador Apátrida: os exílios de Ernst Feder a partir de seus escritos, 1933–1957
  • Kristina Michahelles (Petrópolis): Stefan Zweigs »geistige Einheit der Welt« und das Adressbuch des Exils
  • Maria Luiza Tucci Carneiro (São Paulo): Janelas d’Alma. História e memória dos refugiados e exilados do nazismo Arqshoah/Brasil
  • Géraldine Meyer (Zürich): Kunst im brasilianischen Exil. Lasar Segalls Bilder der Innerlichkeit
  • Patrícia da Silva Santos (Belém): Canções, lendas e mitos do exílio: José Antonio Benton e a tradução cultural de manifestações populares brasileiras
  • Cordula Greinert (Mainz): ZwischenWeltenSpielen / ZwischenWeltenSammeln. Der Nachlass P. Walter Jacobs und der »Freien Deutschen Bühne«
  • Leticia Hornos Weisz (Montevideo): Prácticas traductoras en el exilio J. Hellmut Freund en la revista uruguaya Entregas de La Licorne
  • Hannah Gerlach (Potsdam): »Eine kleine Geschichte von den besseren Wilden.«
  • Linda Maeding (Madrid/Bremen): »Der böse Geist Europas«. Unzeitgemäße Betrachtungen aus dem lateinamerikanischen Exil von Gustav Regler und Paul Zech
  • Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

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Sonja Arnold und Lydia Schmuck (Marbach)

Thematische Einleitung

Im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen zahlreiche deutschsprachige Emigranten und Exilanten aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nach Lateinamerika – vor allem nach Brasilien, Argentinien, Uruguay und Mexiko – und fanden dort Zuflucht vor Krieg und Vertreibung oder vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Die Geflüchteten waren vor allem Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Künstlerinnen und Künstler oder Theaterschaffende, die sich dortigen Intellektuellenkreisen anschlossen, neue Zirkel gründeten, im Journalismus oder Verlagswesen tätig waren oder auch als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Aufnahmeland arbeiteten.1 Dadurch haben sie nicht nur das Geistesleben und die Wissenschaft vor Ort beeinflusst, sondern wurden auch in besonderer Weise von dortigen Ideen und Infrastrukturen geprägt und haben wiederum auf ihre Herkunftsländer zurückgewirkt. Sie fungierten in direkter oder auch indirekter Weise als Mittlerinnen und Mittler zwischen den Kontinenten, etwa durch die Übersetzung lateinamerikanischer Werke ins Deutsche oder deutschsprachiger Literatur ins Spanische oder Portugiesische, den Vertrieb lateinamerikanischer Literatur in Europa und umgekehrt oder auch durch ←7 | 8→ Briefwechsel mit den in Europa verbliebenen Kollegen, Freunden und Verwandten. So war etwa Anatol Rosenfeld, der wegen seiner jüdischen Herkunft nach São Paulo flüchtete, dort mit der Sparte »Deutschsprachige Literatur« der Tageszeitung O Estado de São Paulo betraut war und zudem an der Schule für dramatische Kunst (Escola de Arte Dramática, EAD) in São Paulo lehrte, nicht nur entscheidend für die Rezeption deutschsprachiger Literatur (v.a. Thomas Manns) und Theatertheorie (v.a. der Theatertheorie Bertolt Brechts) in Brasilien, sondern auch für die Vermittlung brasilianischer Autoren in den deutschsprachigen Raum (z.B. Mário de Andrade, Augusto dos Anjos und Nelson Rodrigues) verantwortlich.2 Lasar Segall, Gründungsmitglied der Dresdner Sezession, wanderte ebenfalls nach São Paulo aus und war dort Mitbegründer der Sociedade Pró-Arte Moderna (SPAM), die wiederum auf die europäischen Modernisten zurückwirkte,3 und Werner Bock, der nach Buenos Aires (und später nach Montevideo) emigrierte, fungierte als Wegbereiter der Estudios Alemanes, einer Reihe des argentinischen SUR-Verlags zur Vermittlung der deutschsprachigen Theorie, in der u.a. Texte von Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Max Horkheimer auf Spanisch erschienen.4 Zudem veröffentlichte er zahlreiche Artikel zur deutschsprachigen Literatur, hielt Vorlesungen an der Universität ←8 | 9→ Montevideo und übertrug Werke argentinischer Schriftsteller (Jorge Luis Borges, Eduardo Mallea) ins Deutsche.5

Die Emigranten und Exilanten, die zudem oft über Drittstaaten – vor allem über Frankreich,6 aber auch über Spanien, Portugal und Italien – nach Lateinamerika kamen, sind somit in doppelter Hinsicht als ›ZwischenWeltenSchreiber‹ im Sinne Ottmar Ettes7 zu verstehen: Zum einen repräsentieren sie durch ihre Lebensgeschichte die Idee einer dynamischen, vernetzten Welt, eines dynamischen, vernetzten Denkens, sodass ihre Werke als Orte verstanden und analysiert werden können, an denen sich Dynamik, Begegnung und Migration manifestieren. Zum anderen haben sie häufig ihre eigene Situation reflektiert und – geprägt durch die Erfahrungen von Migration und Exil und die damit einhergehende Konfrontation mit verschiedenen Welten und Kulturen – dynamische, »rhizomatische«8 oder »vektorielle«9 Konzepte von Identität, Raum und Wissen entwickelt oder neue Formen der Medialisierung oder Ästhetisierung geschaffen, um diesen neuen Eindrücken und Erlebnissen Ausdruck zu verleihen. Damit spielen die deutschsprachigen Exilanten in Lateinamerika nicht nur eine zentrale Rolle als kulturelle Mittler zwischen Europa und Lateinamerika, sondern können zugleich als Vorreiter der Überwindung kolonialer Konzepte verstanden werden, denen es gelungen ist, ein »geistige[s]; Band zwischen der Alten und Neuen Welt« zu knüpfen und – wie Marlen Eckl über Anatol Rosenfeld schreibt – »die literarischen Zeugnisse beider Kulturen [der brasilianischen ←9 | 10→ und der deutschen im Falle Rosenfelds] jenseits einer bevormundenden, kolonialen Mentalität einander anzunähern«.10

Die Werke dieser Autorinnen und Autoren können dadurch weder im Rahmen der territorialen (nationalstaatlichen) Grenzen des Ortes, an dem sie verfasst wurden, begriffen und analysiert werden, noch sind sie einer wissenschaftlichen Teildisziplin zuordenbar, da sie sowohl romanistische und germanistische, als auch geschichtswissenschaftliche (oder historische) und kulturwissenschaftliche Themen umfassen. Vielmehr müssen diese Werke vor dem Hintergrund der Konzepte von ›Weltliteratur‹11 oder ›Literaturen der Welt‹ bzw. einer ›viellogischen Philologie‹12 analysiert werden.

Ziel des vorliegenden Sammelbandes ist es, die Werke der deutschsprachigen Exilantinnen und Exilanten, die zwischen 1933 und 1945 auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus in Europa nach Lateinamerika kamen, nicht – wie in der bisherigen Forschungsliteratur üblich – als deutsche oder deutschsprachige Werke des Auslandes zu betrachten, sondern gezielt als Produkte transnationalen Schreibens und zudem eines Schreibens zwischen der Alten und der Neuen Welt in den Blick zu nehmen. Dadurch soll nicht nur die Rolle der Exilantinnen und Exilanten als transatlantische Kulturvermittler herausgearbeitet werden, sondern auch ihr Beitrag zu neuen, dynamischen Konzepten von Identität, Raum und Wissen, die statische oder kolonialgeprägte Konzeptionen kritisch hinterfragen oder sogar überwinden. Als Forschungsgegenstand sollen ←10 | 11→ dabei vor allem Archivmaterialien dienen, anknüpfend an das Konzept ›globaler Archive‹,13 das im Kontext des Forschungs- und Erschließungsprojekts Global Archives am Deutschen Literaturarchiv Marbach entwickelt wurde und vor dessen Hintergrund der Sammelband entstanden ist.

Ein Großteil der Beiträge geht auf die Sektion »(Ibero-)Romanisch-Germanische ZwischenWelten. Exilliteratur als Zeugnis und Motor einer vernetzten Welt« auf dem XXXV. Romanistentag 2017 in Zürich zurück. Die dortigen Diskussionen haben nochmals die Virulenz einer alternativen Literaturgeschichtsschreibung bezüglich der Rolle der Exilliteratur gezeigt, die transatlantische Netzwerke, weltliterarische Theorien, translinguale sowie ökonomische und globale Phänomene in den Blick nimmt. Die Etablierung eines internationalen Forschungsnetzwerks, jenseits eines binationalen Prinzips, kristallisierte sich dabei als Desiderat heraus. Dementsprechend versammelt der vorliegende Sammelband Beiträge von internationalen Forscherinnen und Forschern mit dem Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Exil in Lateinamerika in deutscher, spanischer und portugiesischer Sprache.

Gesine Müllers Beitrag gibt zu Beginn den theoretischen Rahmen vor, indem sie anhand von Oswald de Andrades Anthropophagischem Manifest und Édouard Glissants Konzept der Kreolisierung Modelle der Hybridisierung aufzeigt, die für die reichhaltige Theorieproduktion rund um den karibischen Raum relevant sind. Bei der Analyse von Robert Müllers Roman Tropen, der gleichsam als Sinnbild dieses ›Laboratorium[s]; der Moderne‹ gelten kann, laufen Theorieproduktion und literaturwissenschaftliche Analyse zusammen.

Den Bogen zur brasilianischen Theorie- und Literaturproduktion schlägt Sonja Arnold mit ihrem Beitrag zu deutschsprachigen Literaturen in südbrasilianischen Archiven. Im Fokus steht hier die deutschsprachige literarische und kulturelle Produktion während des Exils mit einem Schwerpunkt auf der reichhaltigen südbrasilianischen Archivlandschaft. Dabei stehen vor allem die ←11 | 12→ Bewegungsmuster der einzelnen Akteure, globale Netzwerke sowie der transatlantische Wissenstransfer vor der Folie einer weltliterarisch ausgerichteten Literaturkonzeption im Vordergrund.

Im Anschluss richtet Carol Colffield das Augenmerk spezifischer auf den Journalisten und Schriftsteller Ernst Feder, der sich seit 1941 im brasilianischen Exil befand und ein enger Vertrauter Stefan Zweigs war. Anhand von Feders kritischer Auseinandersetzung mit der NS-Politik, seinem journalistischen und politischen Engagement sowie der Nachzeichnung seiner kulturellen und politischen Netzwerke in Brasilien wird seine Rolle als Mittler zwischen den Welten akzentuiert sowie im Anschluss die Rolle der in seinem Fall erfolgten Remigration in den Blick genommen.

Kristina Michahelles beleuchtet detailliert ein Kapitel aus dem Leben des weltberühmten Weggefährten Feders: Stefan Zweig, dessen letztes Adressbuch, das als Faksimile-Ausgabe im Jahr 2014 in portugiesischer und englischer Fassung (Memória Brasil/Casa Stefan Zweig) und 2015 in einer deutschen Version (Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin) erschien und das über die im Exil gepflegten Freundschaften und errichteten Netzwerke Auskunft zu geben vermag. Dabei sind es vor allem die Lücken und fehlenden Namen, die auf den Bruch mit der ›Alten Welt‹ hindeuten und Zweigs Integrationsversuche in das ›Land der Zukunft‹ aus einem anderen Blickwinkel beleuchten.

Das künstlerische Schaffen im brasilianischen Exil aus kunsthistorischer Perspektive steht in Géraldine Meyers Beitrag zum jüdischen Künstler Lasar Segall im Mittelpunkt. Segall, der selbst nie direkt Opfer eines Pogroms wurde, stellt die Tragödie der Shoah in absentia mit seinen Bildern der Innerlichkeit dar. Meyer arbeitet in ihrer Analyse ausgewählter Einzelwerke stilistische Merkmale und Motive heraus, die Segalls Kunst als zwischen den Welten oszillierendes Ineinanderschieben verschiedener autobiografischer und kultureller Erfahrungsmuster begreifbar werden lassen.

Lasar Segall und das Konzept der »Janelas d’Alma« (Fenster der Seele) stehen auch im Beitrag von Maria Luiza Tucci Carneiro im Mittelpunkt, in dem das digitale Archiv Arqshoah und das damit verbundene Erinnerungskonzept vorgestellt wird. Seine zwischen 1936 und 1947 entstandenen Werke beschreibt sie nicht nur als ausdrucksstärkste Darstellungen des Leids der Geflüchteten und Exilierten, sondern auch als früheste Formen des Protests gegen Erniedrigung und Unterdrückung durch totalitäre Regime. Insofern verkörpert Segall für sie eine Symbolfigur der Juden in der Diaspora. Das Projekt besteht aus einer Datenbank, welche die Wege jüdischer Exilanten, die auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus nach Brasilien gekommen sind, dokumentiert und die als ←12 | 13→ Grundlage für die wissenschaftliche Aufarbeitung des Exils deutschsprachiger Kulturschaffender in Brasilien dient.

Eine kulturelle Verschmelzung mit Versatzstücken aus der brasilianisch-indigenen Kultur zeigt Patrícia da Silva Santos anhand der Werke José Antonio Bentons auf, der 1934 unter seinem ursprünglichen Namen Hans Elsas ins brasilianische Exil gelangte. Anhand einer Analyse der bislang von der literaturwissenschaftlichen Forschung kaum beachteten Romane Die Söhne Tamangos und Calangro, oder das Friedensfest der Tiere zeigt Santos die Auseinandersetzung mit der indigenen Kultur und deren produktive Anverwandlung im eigenen literarischen Schaffen auf. Bentons Auseinandersetzung mit oralen indigenen Erzähltraditionen wird damit als Suche nach kulturellen Wurzeln von der Warte des Entwurzelten aus lesbar.

Eine ähnliche Grundkonstellation lässt sich für das deutschsprachige Exil in Argentinien herausarbeiten, das Cordula Greinert anhand des Nachlasses Paul Walter Jacobs und der Freien Deutschen Bühne beleuchtet. Im Zentrum ihres Beitrags stehen Archivalien aus dem Paul Walter Jacob Archiv. In der Zusammenführung von Exil-Theater und Exil-Archiv entwickelt sie die theoretischen Konzepte des ›ZwischenWeltenSpielens‹ und ›ZwischenWeltenSammelns‹, die für die Analyse der fruchtbaren Exiltheaterszene am Río de la Plata und die Notwendigkeit transnationaler Theoriebildung und dezentraler Archive von entscheidender Bedeutung sind.

Die zentrale Rolle kultureller Verschmelzungen am Río de la Plata zeigt sich auch beim Blick auf das Exil in Uruguay. Leticia Hornos Weisz zeigt anhand der Übersetzungen von Hellmut Freund auf, welche Rolle die philologische Auseinandersetzung mit der translingualen und -kulturellen Situation des Exils für die eigene Verortung der Exilerfahrung spielen kann. Dabei war vor allem auch der Austausch zwischen den Exilantinnen und Exilanten in Buenos Aires und Montevideo von großer Wichtigkeit, beispielsweise durch das einflussreiche Radioprogramm Die Stimme des Tages / La voz del día, das auch in Montevideo zu einer zunehmenden Vernetzung der Exilantinnen und Exilanten führte.

Eine Form der Auseinandersetzung mit der literarischen und kulturellen Vielfalt des Ursprungslands bilden auch die Texte Paul Zechs, die in der Forschung in jüngster Zeit vor allem wegen ihrer mangelnden Authentizität in der Kritik standen. Zech, der vorgab, viele der Orte selbst bereist zu haben, wurde von zahlreichen Forschern des Plagiats und der mangelnden Authentizität bezichtigt. Indem Hannah Gerlach den Fokus auf bislang unveröffentlichtes Archivmaterial und den Publikationsprozess legt, lässt sich von Zech jedoch vielmehr das Bild eines kritisch reflektierenden Autors zeigen, der sich mit verschiedenen kulturellen Einflüssen auseinandersetzt.

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Der »böse Geist Europas«, der Zech in seinem dichterischen Schaffen nicht losließ, bildet die Grundlage der Auseinandersetzung mit Europa und der Verschmelzung mit indigenen Stoffen. Dass diese Form der literarischen und kulturellen Verschmelzung kein Einzelphänomen war, zeigt Linda Maeding anhand der Parallele zum Werk Gustav Reglers, der sich im Exil in Mexiko befand, und für den die Vermischung von europäischer Geschichte sowie mexikanischer Archäologie und vorstaatlicher Geschichte zum zentralen Bestandteil seiner Werke wurde. In der hybriden Kreuzung verschiedener (kultureller) Räume und Zeiten wird eine Erfahrung von Exil lesbar, die sich binären Deutungsmustern entzieht und die Notwendigkeit einer »viellogische[n]; Philologie« verdeutlicht.

Unser besonderer Dank gilt der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung, Hamburg, die mit ihrer großzügigen Beihilfe zur Drucklegung die Publikation des Sammelbandes überhaupt erst ermöglicht hat.

Literaturverzeichnis

Arnold, Sonja / Schmuck, Lydia: »Globale Archive / Globale Überlieferung: Exilliteratur und weltliterarische Netzwerke«. In: Archive und Museen des Exils. Hrsg. von Sylvia Asmus / Doerte Bischoff / Burcu Dogramaci. de Gruyter: Berlin/Boston 2019, S. 178–198.

Arnold, Sonja: »Von deutsch-brasilianischer Literatur zur Transkultur. Weltliteratur, Exil und Globale Archive«. Germanistische Mitteilungen 44(1), 2018, S. 79–94.

Asmus, Sylvia / Eckl, Marlen (Hrsg.): »… mehr vorwärts als rückwärts schauen …«. Das deutschsprachige Exil in Brasilien 1933–1945/»… olhando mais para frente …«. O exílio de língua alemã no Brasil. Hentrich & Hentrich Verlag: Berlin 2013.

Beccari, Vera d’Horta: Laser Segall e o Modernismus Paulista. Brasiliense: São Paulo 1984.

Bock, Werner: Momento y eternidad: ensayos sobre literatura alemana. SUR: Buenos Aires 1957.

Bock, Werner: Idea y amor: de Goethe a Hesse. Ed. Américalee: Buenos Aires 1952.

Borsò, Vittoria: Lateinamerika anders denken. Literatur Macht Raum. University Press: Düsseldorf 2015.

Borsò, Vittoria: »Europäische Literaturen versus Weltliteratur – Zur Zukunft von Nationalliteratur«. Jahrbuch der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2004, S. 233–250.

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Deleuze, Gilles / Guattari, Félix: Capitalisme et schizophrénie 2: Mille plateaux. Éd. de Minuit: Paris 1997.

Eckl, Marlen: »Das geistige Band zwischen Alter und Neuer Welt – Publizisten, Schriftsteller, Übersetzer und Theaterschaffende als Kulturvermittler«. In: Asmus, Sylvia / Eckl, Marlen (Hrsg.): »… mehr vorwärts als rückwärts schauen …«. Das deutschsprachige Exil in Brasilien 1933–1945/»… olhando mais para frente …«. O exílio de língua alemã no Brasil. Hentrich & Hentrich Verlag: Berlin 2013, S. 10–33.

Eckl, Marlen: »Das Paradies ist überall verloren.« Das Brasilienbild von Flüchtlingen des Nationalsozialismus. Vervuert: Frankfurt a.M. 2010.

Biographische Angaben

Lydia Schmuck (Band-Herausgeber:in) Sonja Arnold (Band-Herausgeber:in)

Sonja Arnold promovierte an der Universität Freiburg mit einer Arbeit zum autobiografischen Gedächtnis im Werk Max Frischs. Danach war sie DAAD-Lektorin in Brasilien. Es folgte ein Postdoc-Projekt an der Universität zu Köln und eine Tätigkeit als Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal. Aktuell ist sie Wissenschaftliche Koordinatorin am Deutschen Literaturarchiv Marbach. Lydia Schmuck promovierte an der Universität Basel mit einer Monografie zur literarischen Konstruktion des spanisch-portugiesischen Kulturkontakts. Anschließend war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg mit einem Postdoc-Projekt zur Europaidee im spanischen und portugiesischen Essay. Seit 2016 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Literaturarchiv Marbach.

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