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Slawische Kulturgeschichte

Entwicklungen, Tatsachen und Persönlichkeiten

von Helmut Schaller (Autor:in)
Monographie 338 Seiten
Reihe: Symbolae Slavicae, Band 37

Zusammenfassung

Dieser Band behandelt die wichtigsten Entwicklungen, Tatsachen und Persönlichkeiten der slawischen Kulturgeschichte. Der Autor befasst sich nicht nur mit den slawischen Sprachen und Literaturen, sondern untersucht auch die Geschichte der Religion und des Bildungswesens. Er analysiert weitere Bereiche der geistigen und materiellen Kultur der slawischen Völker, der Kunst, der Musik, der Volkskultur, der Baukunst und dem Städtebau. In einem kurzen Ausblick stellt der Autor abschließend die Fragen der slawischen Emigration und Immigration innerhalb und außerhalb Europas dar.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Allgemeines zur slawischen Kulturgeschichte
  • I. Die slawischen Völker und Sprachen – Voraussetzungen für Staat, Religion und Nationalbewusstsein
  • II. Vor- und frühgeschichtliche Überlieferung der slawischen Völker: Mythologie und Volkskunde
  • III. Die geistige Kultur der slawischen Völker
  • 1. Schriftsysteme und schriftliche Zeugnisse: Die Sprachkultur der slawischen Völker
  • 2. Das Bildungswesen der slawischen Völker: Schulen, Universitäten und Akademien
  • 3. Die slawischen Völker und ihre Religion: Orthodoxie und „westliches Christentum“
  • 4. Die Entwicklung der slawischen Literaturen von den Anfängen bis zur Gegenwart
  • 5. Die Volksdichtung der slawischen Völker
  • 6. Theater, Film und Pressewesen der slawischen Völker
  • 7. Kirchenmusik, Volksmusik und Kunstmusik bei den Slawen
  • IV. Die materielle Kultur der slawischen Völker
  • 1. Volkskunst, Plastik und Malerei.
  • 2. Ländlicher Hausbau, Architektur und Städtebau
  • V. Ausblick: Slawische Kulturgeschichte, Immigration und Emigration.
  • Namenregister

Allgemeines zur slawischen Kulturgeschichte

Mehr zufällig scheinen die Berührungen slawischer und nichtslawischer Völker im kulturellen Bereich zu sein, wobei neben persönlichen Begegnungen Kontakte mit slawischen Kulturphänomenen auch durch slawische Wörter zustande kommen, wobei es sich meist um eine mehr oder weniger periphere Art der Begegnung handelt. Tiefergehend sind sicher Begegnungen mit den Literaturen der slawischen Völker, mit ihrer Musik, Malerei und auch Architektur. Am stärksten sind jedoch die Berührungen im politischen Bereich, wo die Medien alle aktuellen Ereignisse direkt übertragen, dabei aber auch immer wieder gewisse, wenn auch nur kurze und oberflächliche Einblicke in das Leben und die Kultur slawischer Völker ermöglichen, die aber auch neugierig machen können.

So hat jeder Deutsche schon von „böhmischen Dörfern“ gehört, wobei es um unbekannte, unverständliche Dinge und Begriffe geht, vor allem weil tschechische Familien- und Ortsnamen für deutsche Ohren fremd klingen. Ähnlich verhält es sich mit den „Potjomkinschen (nicht Potemkinschen!) Dörfern“, die in Russland zu suchen sind. Im übertragenen Sinne geht es hier um „Blendwerk“, „leeren Schein“, eine Redewendung, die auf die von Potemkin auf der Krim anlässlich einer Reise der russischen Zarin Katharina II. im Jahre 1787 rasch aufgebauten und zum Schein bevölkerte Dörfer zurückgeht, eine Aktion, die der Zarin einen blühenden Zustand des Landes vorspiegeln sollte. Heute weisen eine ganze Reihe sachbezogener Bezeichnungen auf die engen Beziehungen im kulturellen Bereich zwischen Deutschland und Russland hin, so das bekannte „Russische Brot“, eine Dauerbackware aus geschlagenen Eiern, Puderzucker, Zuckerfarben und Mehl, das in Blechformen zu Buchstaben oder Zahlen gegossen und dann gebacken wird. Bekannt ist auch das „Russische Bad“, ein Dampfbad, das auch als „Russisch-römisches Bad“ bezeichnet wird. Spätestens bei der „russischen Schrift“ tritt eine Barriere auf, da die Russen und auch andere slawische Völker für ihre Druck- und Schreibschrift eigene Schriftzeichen, die sogenannten „kyrillischen Buchstaben“ verwenden. Andere sachbezogene Bezeichnungen, die bei uns bekannt sind, sind der „Russenkittel“ oder die „Russenbluse“, eine von russischen Bauern getragene weite, von einem Gürtel zusammengehaltene Bluse mit auffallend langen Ärmeln und einem aufrecht stehenden niedrigen Kragen. Auch die „Russenstiefel“ sind in Deutschland bekannt, sie reichen als Schaftstiefel bis an die Knie, sie sind bei Frauen aus rotem Leder und über Russland hinaus auch in Polen und auf dem Balkan zu finden. Einen festen Platz in der auf Russland bezogenen Terminologie hat auch der „Samovar“. Nachdem ←11 | 12→die Russen im 18. Jahrhundert auf den besonderen Geschmack von Tee gekommen waren, wurde sehr bald der „samovar“ als Gerät für die Zubereitung von Tee zum Mittelpunkt des russischen Hauses. Zu nennen ist die „matroška“, eine hölzerne Steckpuppe, verschiedene russische Speisen, so der „borschtsch“ und die „soljanka“, letztere hat in der früheren DDR unter russischem Einfluss eine weite Verbreitung gefunden. Weitaus seltener finden sich solche sachbezogenen Bezeichnungen bei Völkern aus dem west- und südslawischen Bereich. Meist sind es Speisen oder das „Böhmische Kristall“, ein wasserhelles, bleifreies Kali-Kalk-Silikat-Glas mit auffallend starkem Glanz, das im 17. Jahrhundert in Böhmen entwickelt worden war1. Anzuführen ist auch die Tradition der Bemalung von Eiern, die auf heidnische Zeit zurückgeht, bei den slawischen Völkern wurden verschiedene Muster der Bemalung entwickelt. Solche künstlerisch gestalteten Eier gelten als Glücksbringer und sollen vor Unheil schützen.

In Deutschland war man sich erst nach den historischen Ereignissen von 1989 und 1990 vor allem in den alten Bundesländern bewusst geworden, dass im vereinigten Deutschland auch eine slawische Minderheit beheimatet ist, nämlich die Sorben. Im Jahre 1987, als die DDR noch bestand, war von „sozialistischen Bürgern sorbischer Nationalität“ die Rede2, die damals nach amtlichen Angaben noch 100 000 Personen ausmachten, die als politisch integriert, kulturell aber eigenständig vorgestellt wurden. Nach der Vereinigung, Anfang 1991, war davon die Rede, dass eine slawische Minderheit auf der Suche nach ihrer Identität sei, die Sorben nunmehr um ihren Status im neuen Deutschland zu kämpfen hätten3. Mehr als ein Jahr später, im April 1992 wurde über die Bewohner der Ober- und Niederlausitz geschrieben, dass eine „von der DDR gehätschelte Minderheit“ sich neu zu behaupten habe, nachdem die Erhaltung der slawischen Kultur der Sorben für Sachsen und Brandenburg unter ganz anderen Vorzeichen stehe4. Was die Geschichte der Sorben oder Wenden, wie man sie früher bezeichnete, ←12 | 13→angeht, geben uns zahlreiche geographische Bezeichnungen, so z. B. das „Hannoversche Wendland“ in Norddeutschland, aber auch nicht wenige Ortsnamen in Nordostbayern wie etwa „Windischengrün“, „Windischenlaibach“ oder „Großwendern“ Hinweise auf frühere slawische Bewohner. Sogar der männliche Vorname „Wendelin“, heute wohl kaum mehr anzutreffen, sollte so viel wie der „kleine Wende“ bedeuten5. Wie eng Deutschland mit der slawischen Welt verbunden war, zeigt auch die Bezeichnung „Wendische Städte“ als einem gemeinsamen Namen der mit Lübeck verbundenen Hansestädte. Zu ihnen gehörten Lüneburg, Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald. Die Gesamtheit der „Wendischen Städte“ bildete das „Wendische Drittel“, später das „Wendische Viertel“ der Hanse, deren Zusammenkünfte auch als „Wendische Städtetage“ bekannt waren. Im Jahre 1377 gründeten die Städte Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar sogar einen „Wendischen Münzverein“.

Geht man in der deutschen Geschichte noch weiter zurück, so stößt man sogar auf einen „Wendenkreuzzug“, einen mit polnischer und dänischer Hilfe unternommenen Feldzug sächsischer Fürsten, die anstelle ihrer Beteiligung am Zweiten Kreuzzug (1147–1149) mit allerdings nur geringem Erfolg gegen die heidnischen Stämme, insbesondere die slawischen Stämme der Abodriten und Lutitzen vorgegangen waren.

Sicher waren es auch bisher nicht nur Turgenev, Tolstoj und Dostoevskij, die das Interesse an der russischen Literatur wach hielten, sondern in neuester Zeit auch die russischen Nobelpreisträger Boris Pasternak (1958), Alexander Solženicyn (1970) und der Lyriker Joseph Brodsky (1987) geboren 1940 in Leningrad und 1972 aus der Sowjetunion ausgewiesen. Für die Tschechen ist Jaroslav Seifert (1984), für die Polen die Lyrikerin Wisława Szymborska (1996) und aus dem Bereiche Jugoslawiens Ivo Andrić (1961) als Nobelpreisträger für Literatur zu nennen. Inzwischen wurde im Jahr 2015 der Literaturnobelpreis auch an die weißrussische Schriftstellerin Svetlana Alexijevič (geb. 1949) verliehen6. Sie alle haben mit der höchsten Auszeichnung, die ein Schriftsteller erhalten kann, das Interesse an slawischen Literaturen wesentlich gefördert. Es ist aber auch die Musik der slawischen Völker, insbesondere der Russen und der Tschechen, die ←13 | 14→sich auf Dauer einen festen Platz auch außerhalb der slawischen Welt erobert haben. Komponisten wie Skrjabin, Šostakovič und Prokof’ev gehören ebenso zum bekannten Repertoire wie die beiden tschechischen Komponisten Dvořak und Smetana. Šostakovič schrieb sogar während der deutschen Belagerung Leningrads – angesichts des „langen Wartens auf den Tod“ – in der bis Anfang 1944 insgesamt 900 Tage eingeschlossenen Stadt seine 7. Sinfonie, die seitdem als die „Leningrader“ bezeichnet wird.

Wie eng die Beziehungen zwischen slawischen und westeuropäischen Völkern, so zwischen Russen und Deutschen mitunter werden konnten, zeigt das Beispiel des russischen Schriftstellers Fedor Tjutčev (1803–1873), der sich im 19. Jahrhundert in diplomatischer Mission in der bayerischen Landeshauptstadt München aufhielt und zu dessen ehrendem Gedenken am 11. Dezember 2003 in Anwesenheit des russischen Außenministers ein Denkmal in München enthüllt wurde. Anton Čechov (1860–1904), der in Badenweiler verstarb, hatte eine ganz besondere Wirkung auf Catherine Mansfield, Virginia Wolf in England, Ernest Hemingway und Dorothy Parker in den USA7.

Bereits seit dem Mittelalter besteht auch im Wortschatz eine auffallende Wechselwirkung zwischen slawischen und nichtslawischen Sprachen, wie bereits Johann Wolfgang von Goethe zutreffend feststellte, dass sich „der Sprache zu so manchen neuen Begriffen auch unzählig fremde Wörter nöthiger und unnöthiger Weise mit aufdrängen“8 Gerade russische Wörter finden sich heute im Deutschen und Englischen, aber auch im Französischen in nicht geringer Zahl, angefangen beim russischen Musikinstrument der „Balalajka“, bei der Heldenerzählung der „Byline“, dem dreispännigen Gefährt der „Trojka“ bis hin zu den bekannten russischen Windhunden, die als „Barsoj“ bezeichnet werden, was nichts anderes als „der Schnelle“ bedeutet. Auch im englischen Wortschatz findet sich die „balalaika“ als Bezeichnung für das russische Zupfinstrument, ebenso auch im Französischen, während die „Byline“ offensichtlich auf den ←14 | 15→deutschsprachigen Raum beschränkt blieb, denn das englische Wort „byline“ hat eine ganz andere Bedeutung, nämlich „Nebenlinie“ der Bahn oder „Verfasserangabe“, steht also nicht in Beziehung zum Russischen, während der „Barsoi“ und die „Trojka“ auch den Engländern und Franzosen bekannt wurden. Das Wort „Trojka“ konnte aber auch in Zusammenhang mit der politischen Gruppierung um Stalin mit Zinov’ev und Kamenev im Jahre 1922 in der jungen Sowjetunion gegen Trotzky/Trockij gerichtet in anderen europäischen Ländern bekannt geworden sein. Der Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre weltweit bekannt gewordene Typ eines sowjetischen künstlichen Erdsatelliten wurde überall als „Sputnik“ bezeichnet, ist aber in den neuesten englischen und französischen Wörterbüchern bereits nicht mehr zu finden. Gleiches gilt auch für die beiden Hauptschlagworte der letzten Epoche der Sowjetunion, nämlich „glasnost’“ und „perestrojka“, denen heute nur mehr eine zeitgeschichtliche Bedeutung zukommt. Andere aus dem Russischen übernommene Wörter scheinen selbst im Deutschen nur mehr eine regional begrenzte Verbreitung zu haben, nämlich die „Datscha“ oder „Datsche“ als Bezeichnung für ein aus Holz gebautes Wochenendhaus, von der Bedeutung des Wortes her ursprünglich eine von Fürsten in Russland verliehene Schenkung. Gleiches gilt wohl auch für die „Soljanka“ als Bezeichnung für eine russische Suppe, stark gewürzt, aus Fleisch und Fisch, Gemüse, saueren Gurken und saurer Sahne zubereitet. Im Gegensatz zur „soljanka“ ist der „Russische Salat“, zusammengesetzt aus Mohrrüben, weißen Rüben, grünen Bohnen, Pilzen, Sardellen, Schinken, Gurken sowie weiteren Zutaten weithin bekannt9. Eine andere russische Suppenart, nämlich der „Borschtsch“ ist auch in Frankreich als russische Spezialität beliebt geworden, wenngleich dort auch die Schreibung zwischen „borchtch“ und „bortch“ schwankt, mit diesem Wort aber sicher eine „potage russe caracterisée par un chou, de la betterave et de la créme sigre“ gemeint ist. Der „Propusk“ als eine russische Bezeichnung für einen Passagierschein hat nur in der deutschen Nachkriegssprache Eingang gefunden, während zwei andere, bereits kurz erwähnte russische Begriffe in aller Welt bekannt wurden, nämlich „glasnost’“ und „perestrojka“. Bedeutet das Wort „glasnost’“ so viel wie „Öffentlichkeit“, „Offenlegen politischer und wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse“, um der Bevölkerung der zu Ende gehenden Sowjetunion die Möglichkeit einer besseren Durchschaubarkeit parteiamtlicher Maßnahmen seit etwa 1985 vorzugeben, so bedeutete „perestrojka“ bereits die unter Gorbačev in Angriff genommene Umgestaltung im innen- und wirtschaftspolitischen Bereich der damaligen Sowjetunion.

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Auffallend seltener sind solche Bezüge im Bereiche des Lexikons zu anderen slawischen Völkern. Da ist für Polen die „Polonaise“ zu nennen, die ursprünglich ein polnischer Tanz war, auch in Italien sprach man von einem „polacca“ als einem polnischen Tanz. Nicht genannt seien hier abwertende deutsche umgangssprachliche Bezeichnungen für Polen, wie sie vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus üblich waren. Anzuführen ist in diesem Zusammenhang jedoch der „Boheme“, abwertend für Angehörige von Künstlerkreisen verwendet, die ganz offensichtlich außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft standen und auch heute noch stehen. Das Wort geht sicher auf das mittelalterliche „bohemus“ zurück, das einen „Böhmen“ bezeichnete, aber andererseits nicht mit einem „Bohemisten“ verwechselt werden darf, womit ein Wissenschaftler bezeichnet wird, der sich mit tschechischer Sprache und Literatur befasst.

Nicht nur die jüngste Vergangenheit, sondern auch die Geschichte der slawischen Völker scheint vielfach verborgen und geheimnisvoll zu sein, denkt man nur an die alle Lebensbereiche und auch die auswärtigen Beziehungen Russlands bestimmende Idee von „Moskau als dem Dritten Rom“. Bereits in der Antike glaubte man, dass Rom nicht untergehen werde und diese Auffassung wurde auch vom Christentum übernommen, wenngleich in den Auseinandersetzungen zwischen Rom und Byzanz Ostrom als das neue, daher für die Zukunft vielversprechendere Rom verstanden wurde, eine Auffassung, die seit dem 9. Jahrhundert allgemein verbreitet war. Nachdem das Kiever Russland/Kievskaja Rus, die erste ostslawische Staatsbildung, im Jahre 988 christianisiert worden war, hatte sich auch dort nach byzantinischem Vorbild ein „theokratisches“ Staatswesen entwickelt und nach dem Fall von Konstantinopel/Byzanz als dem „Zweiten Rom“ im Jahre 1453 wurde nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen die Vorstellung von einem „Ewigen Rom“ nicht nur weiter aufrecht erhalten, sondern im 16. Jahrhundert sogar die Formel von Moskau als dem „Dritten Rom“ aufgebracht, die dann unter Ivan IV., dem „Schrecklichen“ zur bestimmenden politisch-religiösen Ideologie weiter entwickelt wurde, was zur Folge hatte, dass das Moskauer Reich sogar als identisch mit einem „wahren“ christlichen Reich auf Erden gesehen wurde10.

In das Bewusstsein der Westeuropäer, ganz besonders der Deutschen, sind zunächst die Russen, dann aber auch die anderen slawischen Völker vor allem durch ihre kulturellen Leistungen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts getreten. Schon unter Katharina II. waren in den Jahren 1763 und 1764 die ←16 | 17→Wolgadeutschen angesiedelt wurden, mit einer weiteren Einwanderungswelle unter Zar Alexander I. in den Jahren 1804 bis 1824 waren nochmals zahlreiche Deutsche nach Russland gekommen. Doch bereits früher lebten Deutsche in Moskau, Sankt Petersburg und in der Hafenstadt Odessa. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es insgesamt 300 deutsche Siedlungen, die meisten von ihnen im Schwarzmeergebiet, gefolgt vom Wolgagebiet und einigen wenigen deutschen Siedlungen in der Umgebung von Sankt Petersburg. Im 19. Jahrhundert kamen dazu noch die Wolhynien- Deutschen und seit 1881 siedelten Deutsche auch im asiatischen Teil Russlands, im Ural und in Sibirien. Ende des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die Lage der Deutschen in Russland aufgrund einer staatlichen Politik der Russifizierung. Eine nur kurze Epoche stellte die Bildung einer „Wolgadeutschen Republik“ im Jahre 1918 dar, die infolge der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges wieder beseitigt wurde und die Wolgadeutschen zwangsdeportiert wurden.

Eine besondere Rolle spielten in der Geschichte der slawischen Kulturen die Städte Lemberg/L’vov, Lwów und Tschernowitz, Czernowitz/Černovcy/Cernăuţi als multikulturelle Zentren. Das 1256 begründete Lemberg, heute kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Westukraine und immer wieder als „Klein-Paris des Ostens“ gerühmt, galt als ein Zentrum polnischer Kultur und Geisteslebens, während das Umland stets ukrainisch sprachig blieb. Die dortige Universität ging auf das 1661 gegründete Jesuitenkolleg zurück. Mit der polnischen Teilung kam die Stadt 1772 an Österreich. Lenberg wurde ein Mittelpunkt polnischen Lebens, aber auch ein Zentrum des nationalen Erwachens der Ukrainer. Neben Polen und Ukrainern lebten in Lemberg auch Armenier, Deutsche und Juden. Vergleichbar war die Situation in Czernowitz, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Bukowina. Die Stadt war 1774 von Österreich besetzt worden, anlässlich seiner 100-jährigen Zugehörigkeit zu Österreich 1875 wurde auf Veranlassung Kaiser Franz-Josephs von Österreich die östlichste deutschsprachige Universität begründet Tschernowitz war abwechselnd österreichisch, ukrainisch und rumänisch.

Aus deutscher Sicht kann hier die russische Kolonie „Alexandrowka“ in Potsdam genannt werden, die als Blockhaussiedlung für ehemalige russische Kriegsgefangene des Jahres 1812 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bis 1827 eingerichtet wurde, nachdem diese Soldaten in den Befreiungskriegen einen russischen Sängerchor gebildet hatten. Aus Verehrung gegenüber Russland hatte Friedrich Wilhelm III. auch eine „Alexander-Nevskij-Kirche“ in der Nähe der russischen Siedlung sowie eine Kirche mit dem Namen „Peter und Paul“ in russischem Stil errichten lassen.

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1982 wurde darauf hingewiesen, dass Goethe und Beethoven gleichbedeutend mit deutschem Schöpfergeist seien, was entsprechend für Shakespeare in England, Cervantes in Spanien, Dante und Michelangelo in Italien gelte. Man wisse aber sehr gut, dass diese Namen nur die Höhepunkte kultureller Entwicklungen in diesen Ländern darstellten, d. h. man benutze sie als „bequeme Symbole“, als eine Art „Kurzschrift“. Vom westeuropäischen Standpunkt aus wird bei diesem „Blick auf die russische Literatur und Kulturgeschichte“ dies noch deutlicher, wenn man an die russische Tradition denkt, wo Dostoevskij und Tolstoj, gelegentlich auch Puškin, als gleichbedeutend mit russischer Kultur gesehen werden – als gäbe es sonst keine russische Literatur, insbesondere vor dem 19. Jahrhundert. Wörtlich heißt es hier in dem angeführten Vortrag des Jahres 1982 weiter: „Das ist ein großer Fehler, nicht nur für das Verständnis der russischen Kultur im Allgemeinen, sondern auch für das Verständnis der Werke der großen Genies selbst, weil sie ganz und gar innerhalb einer bestimmten kulturellen und geschichtlichen Tradition gewirkt haben.“11

In einer Darstellung der Geschichte der österreichischen Slawistik12 wurde festgestellt, dass in der Entwicklung einer Wissenschaft wie auch in der Kulturgeschichte überhaupt die Leistungen einzelner Persönlichkeiten im Gegensatz zum Schriftsteller in erster Linie die Summe wissenschaftlicher Werke, darüber hinaus aber auch das wissenschaftsorganisatorische Wirken ausschlaggebend seien, was genau auf das Lebenswerk des führenden österreichischen, aus Kroatien stammenden Slawisten Vatroslav Jagić (1838–1923) zutrifft, der für das Bildungswesen der österreichisch-ungarischen Monarchie, aber auch im Rahmen der Nationalkulturen der Kroaten und der Serben außerordentliche Leistungen erbracht hat. Von ihm wurde die Slawische Philologie als eine gesamtslawische Kulturwissenschaft verstanden, die nicht nur die slawische Sprach- und Literaturwissenschaft aus gegenwärtiger und historischer Sicht umfassen sollte, sondern auch die Geschichte der Lebensweise mit allen Eigentümlichkeiten des Volkslebens in seinen Erscheinungsformen darstellen sollte. Vatroslav Jagić, der an den Universitäten Odessa, Berlin, Petersburg und zuletzt Wien lehrte, stand unter dem Einfluss der damals geführten Diskussion, welche Grundsätze eine philologische Wissenschaft zu verfolgen hätte. Jagić ging es dabei vor allem um ←18 | 19→die Verbindung der Philologie im engeren Sinne mit einer enzyklopädischen Wissenschaft im Hinblick auf die Tatsache, dass Philologie einen „komplizierten Organismus verschiedener Objekte“ darstellte. Schon damals stand außer Zweifel, dass ein wesentlicher Teil der Kultur eines Volkes von seiner Sprache getragen wird und damit auch weitere Verbreitung erfahren konnte, eine Erkenntnis, die für die Kulturen der slawischen Völker in vollem Umfange zutrifft.

Bereits im Jahre 1815 hatte der bayerische Germanist und Mundartforscher Johann Andreas Schmeller (1785–1852) das Russische als eine der vier europäischen Sprachen der Politik, der Wissenschaft und der Kunst neben dem Französischen, Englischen und Deutschen bezeichnet und war damit seiner Zeit um fast ein Jahrhundert vorausgeeilt.13 Erst während eines Festbanketts anlässlich des Internationalen Historikerkongresses in Berlin am 10. August 1908 hielt der Klassische Philologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorf (1848–1931) eine damals vielbeachtete Rede, in der er darauf hinwies, dass bereits in absehbarer Zeit auch das Russische unter die offiziellen Kongresssprachen Aufnahme finden müsse.14 Für eine stärkere Berücksichtigung des Russischen als Wissenschaftssprache hatte sich in diesem Sinne auch der führende Berliner Klassische Philologe Hermann Diels (1848–1922) eingesetzt.

Der vor allem als Begründer der Byzantinistik an der Universität München bekannt gewordene Karl Krumbacher (1856–1909) hat dem um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einsetzenden Interesse an russischer Sprache und Literatur durch seine 1908 erschienene programmatische Schrift mit dem Titel „Der Kulturwert des Slavischen und die Slavische Philologie in Deutschland“ Rechnung getragen15. Es waren die engen Beziehungen zwischen byzantinischer und slawischer Welt, die Krumbacher zu seinen grundlegenden Überlegungen führten, denn je mehr er sich den Blick über alle Gebiete der byzantinischen Kultur verschaffte, umso bedeutungsvoller erschienen ihm ihre Beziehungen zur umgebenden Welt und ihre Wirkungen bis in die Gegenwart hinein. Krumbacher erkannte die Fortsetzung byzantinischen Geistes in der Welt der Slawen, die erst infolge der Durchdringung mit byzantinischer Kultur den Aufstieg und den Zusammenhang mit der europäischen Kultur finden konnte. Zugleich erkannte Krumbacher aber auch die gewaltige Bedeutung, welche die slawische Welt mit ←19 | 20→ihrer Kultur für Europa Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte. In der erwähnten Programmschrift wies Krumbacher auch darauf hin, dass die politische, kirchliche und soziale Geschichte der slawischen Völker einen so integrierenden Faktor europäischer Volks- und Staatsgeschichte darstellte, dass ohne ihre Kenntnis manche wichtigen Gebiete der Vergangenheit des mittleren und westlichen Europa undeutlich blieben. Nach der Meinung Krumbachers konnte man den sichtbarsten Ausdruck religiöser Sonderentwicklung der Slawen in ihrer Schrift sehen, da eben die orthodoxen Slawen, die Russen, Weißrussen, Ukrainer, Bulgaren, Makedonier und Serben die kyrillische Schrift gebrauchen, während die römisch-katholischen und reformierten Slawen, die Polen, Tschechen, Slowaken, Slowenen und Kroaten die lateinische Schrift verwenden. Im Übrigen sei nach Krumbacher die religiöse Trennung der Welt der Slawen für die politische und geistige Entwicklung „von der nachhaltigsten Bedeutung“ gewesen, sie bilde den Schlüssel für die wichtigsten Tatsachen der nationalen Bildung in Vergangenheit und Gegenwart.16

Die Bedeutung des Studiums von Sprache, Literatur, Kunst und Geschichte der slawischen Völker hängt demnach direkt zusammen mit dem Reichtum ihrer geistigen und materiellen Kultur. Von großer Bedeutung sei die Beschäftigung mit der slawischen Kultur aber auch wegen der wechselseitigen Beziehungen der slawischen Völker zu ihren Nachbarn, worauf zahlreiche slawische Lehnwörter in verschiedenen europäischen Sprachen hinweisen. Nach Krumbacher verdienten neben der Geschichte und ihren geographischen und ethnographischen Grundlagen vor allem die slawischen Literaturen Beachtung:

„Die Russen haben sich weniger durch ihre künstlerische Vollendung ihrer Werke als durch ihren gedanklichen und sittlichen Inhalt, die haarscharfe Neuheit der Beobachtung, besonders die hingebende Beschäftigung mit den Kleinbürger-, Bauern- und Arbeiterklassen, endlich die ernste, oft düstere, aber doch immer wieder optimistische Lebensanschauung und die fast ausnahmslose Lauterkeit der Gesinnung einen gesicherten Platz in der Weltliteratur erobert und dadurch auch die unverbesserlichen Anhänger der Legende von der Minderwertigkeit des Slawentums Lügen gestraft. Werke von Puschkin, Gogol, Turgenjew, Dostojewskij, Tolstoj, Tschechow, die ein neues und reichhaltiges Spiegelbild des neueren Russland bieten, gehören zum unveräußerlichen Bestande der geistigen Bildung unserer Zeit. Aber auch die Polen und Tschechen besitzen sehr beachtliche Dichter (z. B. Sienkiewicz, Vrchlický), wenn sie auch neben den mächtigen Stimmen der Russen sich bei uns noch weniger Gehör zu verschaffen vermochten. Unbestrittene Vorzüge hat die Volkspoesie der Slawen, besonders der Russen und der Serben.“17

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Aber auch zu den Bildenden Künsten und zur Musik der slawischen Völker finden sich bei Krumbacher grundlegende Ausführungen: „Auf dem Gebiet der bildenden Künste hingen die Slawen bis in die neueste Zeit von der Fremde ab, teils von der byzantinischen und auch sonstigen orientalischen, teils von der deutschen und von der italienischen Kunst. Die ältere slawische Kunst ist aber immerhin für die historische Forschung von Bedeutung als Fortsetzung und Weiterbildung fremder Schöpfungen. Erst in der neuesten Zeit sind Russen, Polen und Tschechen in den Wettbewerb mit den Romanen und Germanen eingetreten. Eine ganz eigenartige starke Begabung besitzen die Slawen für die Musik. Diese Anlage hat offenbar eine ausgesprochen nationale Färbung. Wenn nicht alles täuscht, ist es die schon oben erwähnte Mittelstellung zwischen der abendländischen und der asiatischen Welt, die gerade in der slawischen, besonders der russischen Musik und zwar nicht bloß in der volksmäßigen vernehmbar zum Ausdruck kommt. Man denke nur an Glinka und Tschaikowskij.“18

War Krumbacher als Byzantinist und zugleich engagierter Vertreter einer Wissenschaft der Kulturen der slawischen Völker, so gab es mit dem polnischen Slawisten Alexander Brückner (1856–1939)19 auch einen Vertreter seines Volkes, der die Kenntnis slawischer Kultur nicht nur in den Jahren 1881 bis 1924 an der Universität Berlin vermittelte, sondern auch in anderen europäischen Ländern entscheidend gefördert hat. So wurde seine 1901 in Leipzig erschienene „Geschichte der polnischen Literatur“ in deutscher Sprache bereits 1909 in einer weiteren Auflage veröffentlicht, was von einem damals zunehmenden Interesse der Deutschen an der polnischen Literatur zeugte. Seine 1905 in Leipzig erschienene „Geschichte der russischen Literatur“ wurde 1908 in englischer Übersetzung in New York und London veröffentlicht, eine spanische Übersetzung folgte 1929, während Brückners „Geschichte der polnischen Literatur“ 1905/06 in tschechischer Übersetzung in Prag erschien. Alexander Brückner war entsprechend den weitgefassten Maßstäben seines Berliner Vorgängers Vatroslav Jagić über den engeren Bereich der Sprach- und Literaturwissenschaft hinaus ←21 | 22→für eine kulturgeschichtliche Darstellung der Welt der Slawen tätig geworden, wovon eine ganze Reihe weiterer Veröffentlichungen Zeugnis ablegen.

Aber nicht nur die russische und polnische, sondern auch die bulgarische Kultur und Wissenschaft wurden nach Deutschland vermittelt. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1878 war in Europa das Interesse an den Bulgaren erwacht und Vatroslav Jagić hatte deshalb in Berlin einen Vortrag gehalten, der 1880 veröffentlicht wurde und in dem er u. a. ausführte: „Seit dem letzten russisch-türkischen Kriege und den darauf folgenden diplomatischen Verhandlungen ist das Interesse Europas für ein Volk erwacht, dessen Name früher nur selten genannt wurde – die Bulgaren. Es gibt jetzt schon eine große Anzahl von Schriften in allen europäischen Sprachen, welche die Leser über das Land und das Volk belehren wollen…“20

Als führender Vermittler bulgarischer Kultur in Deutschland ist der Leipziger Romanist und Balkanphilologe Gustav Weigand (1860–1930)21 zu sehen, der sich zunächst mit dem Rumänischen befasste, dann sich immer mehr Fragestellungen der Balkansprachen zuwandte und schließlich auch Bulgarien in seine Forschungen mit einbezog. Weigand gelang es 1906 mit der Unterstützung des bulgarischen Staates in Leipzig ein „Institut für Bulgarische Sprache“ zu begründen und 1907 veröffentlichte er in Leipzig die erste bulgarische Grammatik in Deutschland, ferner zusammen mit dem Bulgaren Alexander Doritsch/Dorič (1887–1961)22 bulgarisch-deutsche und deutsch-bulgarische Wörterbücher. Noch während des Ersten Weltkrieges, als das deutsche Interesse an Bulgarien aus militärpolitischen Gründen besonders stark ausgeprägt war, begründete Weigand eine eigene Reihe mit dem Titel „Bulgarische Bibliothek“, in der in deutscher Sprache geistes- und wirtschaftswissenschaftliche Themen behandelt wurden. Zum Teil handelte es sich auch um Übersetzungen bulgarischer Autoren, die in Leipzig vom Verlag Ivan Parlapanoff seit 1916 herausgegeben wurden 23.

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Im Jahre 1920, also kurz nach der staatlichen Neugestaltung der ost- und südosteuropäischen Welt in der Folge des Ersten Weltkrieges, hatte der Breslauer Slawist Paul Diels (1882–1963)24 eine kurze Beschreibung der slawischen Völker unter dem Titel „Die Slawen“ veröffentlicht, die als wissenschaftlich-gemeinverständliche Darstellung angelegt war und in erster Linie auch als eine kulturgeschichtliche Beschreibung zu sehen ist. Im Jahre 1963, bereits nach dem Tod von Paul Diels, erschien seine weitaus umfangreichere Darstellung mit dem Titel „Die slavischen Völker“. Behandelt wurden hier u. a. das Zusammengehörigkeitsgefühl der slawischen Völker, vor allem der Panslawismus, die Religionsgeschichte und Kirchenpolitik, die Geschichte von Unterricht und Wissenschaft, die Bildende Kunst, die Musik und das Recht.25

Mit der Darstellung eines Volkes in Zusammenhang mit Landschaft und Kultur hatte der Prager Slawist und Balkanologe Gerhard Gesemann (1888–1948) im Jahre1935 erstmals auch die geographische Komponente in die kulturgeschichtliche Forschung eingebracht.26 In seiner 1936 erschienenen „Kultur der slawischen Völker“ unterscheidet er in der Darstellung der Kultur der Südslawen, der Bulgaren, Kroaten und Slowenen vier geographische Bereiche der Balkanhalbinsel, die für ihn zugleich auch „Kulturräume“ bedeuteten, nämlich zunächst die Adriaküste, als geographischer und kultureller Raum nur ein schmaler Küstenstreifen, den kontinentalen Block, das geographische und ethnische Kernstück des Balkans, den ostbalkanischen Raum, dessen südliche Hälfte die Rhodopen, dessen nördliche Hälfte das Balkangebirge einnimmt und das durch die Flussebenen von Mariza und Donau gekennzeichnet ist. Schließlich ←23 | 24→führt Gesemann noch das pannonische Becken, nördlich von Sava und Donau mit den historischen Landschaften Nordslawoniens, Nordkroatiens, Syrmium (Srem) und die Vojvodina an, ein Gebiet das nach seiner Auffassung zur mitteleuropäisch-deutschen Kulturzone zu rechnen sei. Aufgrund dieser geographischen Voraussetzungen unterschied Gesemann fünf balkanische Kulturzonen, nämlich eine altbalkanische oder balkano-byzantinische Zivilisation, ein „patriarchalisches Sozialregime“, die türkisch-orientalischen Einschlüsse, die romano-slawische Adriakultur und die mitteleuropäisch-pannonische Kultur mit den drei Untergruppen einer alpin-slowenischen, subalpin-kroatischen und vojvodinisch-serbischen Kultur.27

Details

Seiten
338
ISBN (PDF)
9783631809242
ISBN (ePUB)
9783631809259
ISBN (MOBI)
9783631809266
ISBN (Hardcover)
9783631798669
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (März)
Schlagworte
Slawische Völker slawische Sprachen slawische Literaturen geistige Kultur materielle Kultur Emigration Immigration
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. 338 S., 13 s/w Abb.

Biographische Angaben

Helmut Schaller (Autor:in)

Helmut Wilhelm Schaller studierte Slawische Philologie, Balkanphilologie sowie Ost- und Südosteuropäischen Geschichte an der Universität München, wo auch seine Promotion und Habilitation erfolgte. Er war Universitätsprofessor an der Philipps-Universität Marburg und Dr.honoris causa an der Universität Sofia. Derzeit ist er ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste in München.

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Titel: Slawische Kulturgeschichte