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Zeitgeschichte – Zeitverständnis

Gesammelte Aufsätze Herausgegeben von Barbara Hanke

von Wolfgang Jacobmeyer (Autor:in) Barbara Hanke (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 278 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Zur Einleitung
  • Luther und die Reformation in den Geschichtsbüchern der DDR und der Bundesrepublik Deutschland
  • Von „öden Verzeichnissen“ zu „erhabenen Beyspielen“. Beobachtungen an deutschen Unterrichtsmaterialien aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • Sprachlehrbücher als ein neuer Gegenstand der internationalen Schulbuchforschung
  • Konditionierung von Geschichtsbewußtsein: Schulgeschichtsbücher als nationale Autobiographien
  • „Da mußte fest und nachhaltig eingegriffen werden“.1 Urteile deutscher Schulgeschichtsbücher des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu den Teilungen Polens
  • Die polnische Widerstandsbewegung im Generalgouvernement und ihre Beurteilung durch deutsche Dienststellen
  • Katyn 1943: Lernpotentiale eines „Wendepunktes“
  • Das Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete 1939–1945
  • Politischer Kommentar und Rundfunkpolitik. Zur Geschichte des Nordwestdeutschen Rundfunks. 1945–1951
  • Jüdische Überlebende als „Displaced Persons“. Untersuchungen zur Besatzungspolitik in den deutschen Westzonen und zur Zuwanderung osteuropäischer Juden 1945–1947
  • Tauroggen in Krasnogorsk? Die Selbstlegitimation des Nationalkomitees „Freies Deutschland“ und seine Nachkriegsrezeption
  • Arbeit und Bedeutung der Flüchtlingsbeiräte in den Kommunen Westfalens
  • Verzeichnis der Erstabdrucke
  • Reihenübersicht

Über das Buch

Der Band versammelt Aufsätze zur Schulbuchforschung, zur deutschen Zeitgeschichte, zur polnischen Geschichte sowie zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen. Die Beiträge dokumentieren nicht nur die zentralen Arbeitsfelder Wolfgang Jacobmeyers, sondern auch den Anspruch, bei der Aneignung von Geschichte stets zwei Perspektiven miteinander zu verbinden: geschichtswissenschaftliche Forschung und geschichtsdidaktische Kompetenz.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Zur Einleitung

Als sich Wolfgang Jacobmeyer 2005 in den Ruhestand verabschiedete, dürfte allen, die ihn kannten, klar gewesen sein, dass er sich nicht zur Ruhe setzen würde. Einige Jahre später präsentierte er mit seiner beeindruckenden Gattungsgeschichte des deutschen Schulgeschichtsbuches ein Werk, welches, wie es in einer Rezension heißt, einen „Quantensprung“ der historischen Schulbuchforschung darstellt und das, wie es weiter heißt, auch als Summe eines Gelehrtenlebens gelesen werden könne: „Eines Gelehrtenlebens, welches sich immer an der Schnittstelle zwischen geschichtsdidaktischer und geschichtswissenschaftlicher Forschung bewegte.“1 Überblickt man das Gesamtwerk von Wolfgang Jacobmeyer, dann fällt neben der disziplinären Zweigleisigkeit auch die Vielfältigkeit seiner Schriften ins Auge.2 Nach seiner Promotion über die Anfänge der polnischen Untergrundbewegung im Zweiten Weltkrieg3 arbeitete er für einige Jahre als wissenschaftlicher Referent am Institut für Zeitgeschichte in München. 1985 erfolgte an der Universität Hannover die Habilitation über die Geschichte der Displaced Persons in Westdeutschland 1945–1951.4 Im Anschluss an seine langjährige Tätigkeit als stellvertretender Direktor des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig war Wolfgang Jacobmeyer schließlich viele Jahre Ordinarius für Neuere und Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und dass er zu dieser Zeit längst intensiv an einer Geschichte des deutschen Schulgeschichtsbuches arbeitete, durfte erfahren, wer dort bei ihm studierte.5

Die Forschungsschwerpunkte, die sich auf diesem wissenschaftlichen Lebensweg herausgebildet haben, sind keinesfalls als „Phasen“ zu begreifen, die einander ablösten, sondern vielmehr als Arbeitsfelder, die oft miteinander verwoben waren und sich immer wieder gegenseitig befruchtet haben. Dabei handelt es sich erstens um das Arbeitsfeld der Schulbuchforschung, welche nach wie vor eine der zentralen Aufgaben der Geschichtsdidaktik darstellt.6 Wolfgang Jacobmeyers Arbeiten zur Entwicklung, zu den Narrationen und Funktionen von Schulgeschichtsbüchern bilden ein wichtiges Fundament der geschichtsdidaktischen Schulbuchforschung. Sie werden breit rezipiert und immer wieder zitiert. Neben seinen grundlegenden Beiträgen zur identitätsstiftenden Funktion von Schulgeschichtsbüchern7 umfassen die Schriften im Bereich der Schulbuchforschung historisch-vergleichende Analysen, fächerübergreifende Untersuchungen und komparatistisch angelegte Studien.8 Und schließlich das schon genannte, dreibändige Werk, welches als Gattungsgeschichte, als Edition, als biographisches Nachschlagewerk und als Systematisierung die historische Schulbuch- und Bildungsforschung maßgeblich vorangebracht hat.9 Das Buch, das einen Zeitraum von 250 Jahren umfasst, eröffnete erstmals den Blick auf eine lange Entwicklungslinie deutscher Schulbuchgeschichte. Dass sein Werk nicht nur ein breites thematisches und methodisches Spektrum abdeckt, sondern auch der historischen Tiefenschärfung dient, verdeutlichte noch mal der 2018 zusammen mit Holger Thünemann herausgegebene Band zur Geschichte des Geschichtsunterrichts, mit dem Wolfgang Jacobmeyer erneut einen wichtigen Beitrag zur Disziplingeschichte leistete.10

Als zweites Arbeitsfeld ist die zeitgeschichtliche Forschung zu nennen. Wolfgang Jacobmeyers Studie zu den Displaced Persons war eine der ersten Forschungsarbeiten, die sich dieser lange Zeit „vergessenen“ Gruppe annahm,11 und sie darf nach wie vor als ein Standardwerk zu diesem Thema gelten. Als Herausgeber der Reihe „Zeitgeschichte – Zeitverständnis“, die über viele Jahre die Nachwuchstagungen der Konferenz für Geschichtsdidaktik dokumentierte, bot er vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein Publikationsorgan, das fachdidaktische, geschichtskulturelle und zeithistorische Perspektiven miteinander verbindet.12

Auf dem dritten Arbeitsfeld, der Polnischen Geschichte, tritt diese Verflechtung von Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik vielleicht am stärksten hervor. Steht zu Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit primär die geschichtswissenschaftliche Dimension im Vordergrund,13 so reflektiert Wolfgang Jacobmeyer das Thema im Zuge seiner Tätigkeit am Georg-Eckert-Institut zunehmend auch als geschichtsdidaktisches und geschichtspolitisches „Problem“,14 welches z.B. nach Lernpotentialen oder Deutungsmustern befragt werden kann. Zugleich rücken die deutsch-polnischen Beziehungen ins Zentrum seiner Forschung,15 die er vor allem im Spiegel des Mediums Schulbuch analysiert hat.

Zusammenfassung

Der Band versammelt Aufsätze zur Schulbuchforschung, zur deutschen Zeitgeschichte, zur polnischen Geschichte sowie zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen. Die Beiträge dokumentieren nicht nur die zentralen Arbeitsfelder Wolfgang Jacobmeyers, sondern auch den Anspruch, bei der Aneignung von Geschichte stets zwei Perspektiven miteinander zu verbinden: geschichtswissenschaftliche Forschung und geschichtsdidaktische Kompetenz.

Details

Seiten
278
ISBN (PDF)
9783631829905
ISBN (ePUB)
9783631829912
ISBN (MOBI)
9783631829929
ISBN (Hardcover)
9783631826584
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (August)
Schlagworte
Geschichtsdidaktische Schulbuchforschung Deutsch-polnische Beziehungen Nachkriegszeit Polnische Geschichte Geschichtsbewusstsein Historische Urteilsbildung
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. 278 S., 14 Tab.

Biographische Angaben

Wolfgang Jacobmeyer (Autor:in) Barbara Hanke (Band-Herausgeber:in)

Wolfgang Jacobmeyer studierte in Hamburg, Göttingen und Oxford. Nach seiner Promotion 1971 arbeitete er als wissenschaftlicher Referent am Institut für Zeitgeschichte in München. 1985 erfolgte an der Universität Hannover die Habilitation. Im Anschluss an seine langjährige Tätigkeit als stellvertretender Direktor des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig war er von 1991 bis 2005 Ordinarius für Neuere und Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

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Titel: Zeitgeschichte – Zeitverständnis