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Antinomien der Globalisierung

Über die Gleichzeitigkeit des Ungleichen

von Peter Nitschke (Autor:in)
Monographie 304 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Dedication
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • I. Das Ungleichzeitige in der Globalisierung
  • II. Das „Neuland“ in der Kommunikation
  • III. Arm und Reich
  • IV. Kulturkämpfe
  • V. Die Demokratie und ihre Feinde
  • VI. Masseneinwanderung
  • VII. Entsicherungen
  • Ausblick auf die Globalisierung
  • Register

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Vorwort

Die Vorgänge in der Gegenwart lassen sich kennzeichnen durch „eine noch nie dagewesene Periode industrieller Aktivität […], eine Orgie der Börsenspekulation, Finanzschwindel, Abenteurertum der Aktienkompanien“. So urteilte Karl Marx 1871.1 Wenn wir heute Erscheinungsformen dieser Art der Globalisierung zurechnen, dann sieht man, dass sich bestimmte Dinge nicht geändert, wohl aber in ihrem Ausmaß verdichtet und dramatisch verschärft haben. Die Globalisierung als Phänomen ist in diesem Sinne eben nicht so neu, wie viele Interpreten meinen. Was neu ist, sind allerdings die Zuschreibungsmuster und das Begreifen ihrer Zusammenhänge für die tägliche Existenz eines jeden Einzelnen. Davon handeln die folgenden Überlegungen und Ausführungen.

Auch wenn es viele Einzeltheorien aus den diversen Wissenschaftsdisziplinen wie der Ökonomie, der Völkerrechtslehre, der Soziologie, der Geschichte, Philosophie und nicht zuletzt der Politikwissenschaft zur Globalisierung mittlerweile gibt, so existiert dennoch nicht die alles umfassende Theorie der Globalisierung. Diese kann auch gar nicht bis dato formuliert werden, weil die interpretatorischen Zusammenhänge zu stark pfadabhängig sind von den jeweils spezifischen Fragestellungen aus den einzelnen Wissenschaften. Die folgende Argumentation und Beweisführung geht daher auch nicht von dem einen Interpretationsmodell für Globalisierung aus, sie hat, das sei hier ausdrücklich eingestanden, noch nicht einmal eine richtige Theorie dafür, jedenfalls keine der gängigen aus dem Bereich der Internationalen Beziehungen. Denn auch die Theorien der IB sind in diesem Zusammenhang oft nicht mehr als schöne Modellbeschreibungen, meist unterkomplex in ihren hermeneutischen Zugängen, trotz der dann schön etikettierten Systemrelevanz.

Stattdessen wird hier unter dem Paradigma einer durchaus postmodernen Dialektik der Dekonstruktion und Rekonstruktion eine eher skeptische Beweisführung gesucht: skeptisch gegenüber den eigenen Leitlinien der Politikwissenschaft, skeptisch gegenüber den verordneten ←9 | 10→Selbstilluminationen des westlichen Okzidentalismus. Das bedeutet, Interpretamente spielen eine Rolle, die eher in diesem Zusammenhang vernachlässigt werden. Zum Beispiel die Berücksichtigung von Fakten, die verstörende Dinge anzeigen, die man nicht aufnehmen möchte, weil sie mit dem Modell bzw. der (richtigen) Theorie nicht zusammenpassen. Ausdrücklich wird im Folgenden die Herstellung von Zusammenhängen gesucht, die ansonsten (als Fakten) eher disparat erscheinen. Daher auch das gewählte Leitbild für den Inhalt dieser Untersuchung. Keineswegs wird hier der Anspruch erhoben, die Globalisierung vollständig erklären zu können. Mit dem Paradigma von den Antinomien der Globalisierung geht es zunächst um die Verortung bestimmter Effekte und Erscheinungsformen, die je nach Interpretationslage von Modellanalysen und theoretischen (Vor-)Urteilen des szientistischen Mainstreams von Ökonomen, Soziologen, Politikwissenschaftlern, Historikern etc. die Globalisierung erklären können sollen. Je mehr man aber die vorherrschenden Theorien zur Globalisierung systematisch betrachtet, desto deutlicher wird die Uneinheitlichkeit bzw. Differenz in den analytischen Aussagen, den hermeneutischen Prämissen der jeweiligen Fachdisziplinen (und sogar in den einzelnen Disziplinen). Die Antinomien zeigen also sowohl die Strukturen und Prozesse der Globalisierung an als auch deren Dekonstruktion bzw. systemische (innere) Widersprüchlichkeit.

Denn einerseits wirkt die Globalisierung zwar wie die lang vermisste große Erzählung, als das wahrhaft universale neue Narrativ, was alle postmodernen Dekonstruktionen zu widerlegen scheint, andererseits erweist sich aber gerade die Wissenschaft als nicht wirklich fähig dazu, diese neue große Geschichte von dem Leben der Menschen in einem Welt-Sinnzusammenhang tatsächlich zu beschreiben und sachlogisch zu bearbeiten. Die praktische Politik läuft ihr in diesem Unverständnis folgerichtig hinterher, von einem Missverstehen zum Nächsten. Insofern sind die Krisen dieser Tage nicht zufällig systemische Krisen der zeitgenössischen Politik in einem Weltsinnzusammenhang, den wir mit dem Begriff der Globalisierung wahrscheinlich weiterhin erst noch nur recht unvollständig etikettieren.

Die Unvollständigkeit im Begreifen resultiert vor allem auch daher, dass die Dinge, so wie sie passieren, mit einer ungemeinen Dynamik die Lebenswelten von Menschen und ihren Gesellschaften, Staaten, Kulturen ←10 | 11→durchfluten. Zugleich aber erscheinen sie in ihren faktischen Ausdrucksformen oft so disparat, dass die Sinnzusammenhänge schwer zu verorten sind.

Da viele Erscheinungsformen in der Globalisierung nicht nur disparat, sondern geradezu konträr ablaufen, ist der heuristische Ansatz der folgenden Beweisführungen von dem Effekt der Gleichzeitigkeit des Ungleichen ausgehend. Oder besser: Die ungleiche Gleichzeitigkeit der Dinge, wie sie passieren. Das führt auch zu einer speziellen Methodik in der Darstellung der Phänomene und ihrer Analyse. Zwar kommen theoretische Interpretamente immer wieder zu Wort, jedoch wird das Augenmerk zentral auf die Erscheinungsformen selbst gerichtet, also den Dingen, die da in der globalen Konstellation passieren. In gewisser Hinsicht also eine sehr empirische Beweisführung, die (notwendigerweise) bei einem globalen Sinnzusammenhang mit strukturellen Daten argumentiert. Da man aber nie sicher sein kann, ob die angenommen Struktur tatsächlich zu den gewählten Aussageformen passt, sind permanent konkrete Beispiele zur Anschauung hinzugezogen worden. Das Allgemeine muss sich am Konkreten in seiner Signifikanz erweisen. Mitunter mag das konkrete Beispiel auch nur einen vorläufigen Hinweis geben auf eine allgemeine Charakteristik in der globalen Erscheinungsform. Die gewählten Beispiele liefern skeptisch betrachtet nur anschauliches Material für Vermutungen, dass es sich grundsätzlich so verhält. Denn immerhin gibt es diese Beispiele. Und da es sie gibt, ist zu fragen, was dies bedeutet. Insofern sind die ausgewählten Beispiele nach dem Verständnis des hobbesschen Nominalismus zunächst einmal nur Merkzeichen für Etwas, was in der Welt passiert.

Die Beschäftigung des Verfassers mit diesen Merkzeichen geht auf eine Betrachtung dieser Phänomene zurück, die mittlerweile seit etwa 20 Jahren andauert. Im Wesentlichen wurde das Staunen über die Vorgänge der Globalisierung gestärkt und geschärft durch die Beobachtungen und Kommentare, die Thomas L. Friedman in seiner preisgekrönten Abhandlung hierzu Ende der 1990er Jahre quasi nebenbei notiert hat.2 Seitdem hat der Verfasser permanent Daten und Interpretamente zu diesen Phänomenen gesammelt. Die Antinomien der Globalisierung versuchen daher die Anzeige ←11 | 12→von solchen (möglichen) Merksätzen zur Globalisierung zu konkretisieren, welche die Widersprüchlichkeit des ganzen Phänomens heuristisch widerspiegelt.

Viele Effekte werden in der Presse bzw. den neuen Internetmedien ebenfalls systematisch beobachtet und kommentiert, daher ist der Zugriff auf die Daten und Interpretamente von diesen Medien in der Begleitfunktion mit grundiert worden. Die Zeitzeugenschaft für die Analyse hängt in hohem Maße von diesen Medien ab, von der Art und Weise, a) welche Informationen sie vermitteln, b) auf welche Weise dies geschieht. Über die Jahre hinweg wurden hier unterschiedliche Formate hinsichtlich der Tageszeitungen, der Fachjournale sowie der wissenschaftlichen Publikationen benutzt. Herausgekommen ist dabei so etwas wie eine Beschreibung der Globalisierung im Stadium ihrer Verdichtung – nämlich der letzten zehn bis fünfzehn Jahre. Der Verfasser hat in diesem Zeitraum in regelmäßigen Abständen Vorlesungen und Seminare zur Globalisierung im Allgemeinen und bestimmten Themen im Besonderen abgehalten, um Inhalte und Theoreme fortlaufend überprüfen und spezifizieren zu können. Zweifellos ist dies kein abgeschlossener Prozess.

Für sachkundige Ratschläge bei der Korrekturlesung danke ich an dieser Stelle meinem Mitarbeiter, Dr. Martin Schwarz, für seine pointierten Hinweise, auch wenn ich diesen in der Sache nicht immer gefolgt bin. Frau Seul A Lee, MA., und Herr Rami Johann, MA., haben die gesamten Text ebenfalls in der Korrekturlesung akribisch mitverfolgt. Zu guter Letzt danke ich dem Lektor des Verlags, Herrn Dr. Hermann Ühlein, für seine Ermunterung zu dieser Ausgabe und Geduld hinsichtlich der Umsetzung in der Bearbeitung. Die Endphase des Schreibens bis in den Herbst 2020 hinein wurde, wie alles global, auch von der Pandemie-Konstellation okkupiert. Das ist aber für das Verständnis von der Komplexität der Globalisierung kein Nachteil, weil doch gerade die Pandemie alle Widersprüchlichkeiten im Umgang mit der Globalisierung im Guten wie im Negativen schonungslos bloßgestellt hat.

Vechta, im Februar 2021               Peter Nitschke


1Marx (1871): 594/595.

2Vgl. Friedman (1999).

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I. Das Ungleichzeitige in der Globalisierung

Die Globalisierung ist unser aller Schicksal. Dieser Satz hat angesichts der Corona-Pandemie des Jahres 2020 seine allumfassende Bedeutung. So erfolgreich die Globalisierung in der Vernetzung der Handelskontakte auch ist und war, so schafft sie damit zugleich eine Anfälligkeit für die Gesellschaften, die es einem Virus ermöglichen sich rasant um den ganzen Globus hin auszubreiten. Was auf dem Huanan Seafood Market in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im November 2019 begann, nämlich der Übersprung des Corona-Virus vom Tier auf den Menschen, hat in kürzester Zeit den lokalen Ausgangsort verlassen und sich zu einer weltweiten Pandemie entwickelt. Insofern sind der „weltweite Reiseverkehr und die globalen Handelsströme […] das beste Einfallstor für Pandemien.“1

So wenig, wie man den Effekten einer Pandemie entrinnen kann, so kann man auch nicht der Globalisierung aus dem Wege gehen. Sie ist in ihren Erscheinungsformen umfassend. Man kann sie ignorieren, verachten, dagegen sein – die Globalisierung hat trotzdem ihre Gewalt über unsere Existenz. Wer für sie ist, wer sie bejaht, mag besser leben – einfacher wird es dadurch allerdings dann auch nicht.

Die Globalisierung ist ein derart umfassender Vorgang, dass hierdurch unser aller Leben gründlich verändert wird. In manchen Ländern geschieht diese Veränderung schleichend langsam, geradezu homöopathisch dosiert, dass die Zeitgenossen gar nicht so recht bemerken, was um sie herum (und vor allem: mit ihnen selbst) passiert. In anderen Ländern ist das andere Extrem vorherrschend – eine rapide Geschwindigkeit der Veränderungen in der Gesellschaft, ihrer ökonomischen Strukturen und ihrer politischen Zuständigkeiten. In der Mitte zwischen beiden Extremen befinden sich Staaten, und deren gibt es viele, in denen sich die Globalisierung mit einem Vor- und Zurückspringen ihrer Leistungen, aber auch ihrer Zumutungen, bemerkbar macht. Die Bundesrepublik Deutschland ist so ein Land in der Position der Mitte. Deshalb wird im Folgenden von Deutschland vergleichend auch stets ←15 | 16→die Rede sein. Denn die Globalisierung demonstriert ihre Effekte in jedem Land – und jedes Land hat existenziell hierunter zu leiden, seine Strukturen zu verändern und Vorteile zu verteidigen. Deutschland ist hier symptomatisch in seinem Verhalten gegenüber der Globalisierung: Sie wird sowohl zielstrebig angenommen als auch emphatisch abgelehnt. Ein hochentwickeltes Land wie Deutschland, eine Industrienation, ein globaler Exporteur mit Ambitionen auf Platz 2 im Weltexportgeschäft, hat im Kontext der Globalisierung Gewinner wie (eindeutige) Verlierer aufzuweisen. Aber dies gilt für (fast) alle hochentwickelten Staaten dieser Welt in gleicher Weise. Auch hiervon wird die Rede sein.

Es gibt aber auch eindeutige Gewinner der Globalisierung: Die (bisher) reichen Industrienationen gehören nur bedingt dazu, auf jeden Fall aber die Schwellenländer der Modernisierung. Länder wie Südkorea, Brasilien, Indien und vor allem China profitieren in einem Ausmaß vom globalen Handel und seinen Infrastrukturen, dass sie ökonomisch, gemessen am klassischen Wachstum der alten Industrienationen Europas oder auch dem Aufstieg der USA als Welthandelsmacht, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in einer Dynamik begriffen sind, welche die herkömmlichen Maßstäbe für die Entwicklung einer Gesellschaft in der Zeitperspektive außer Kraft setzten. Nie wurde derart schnell ein so hohes Niveau im Wirtschaftswachstum erzielt, wie in China oder Indien im Gefolge der Globalisierung. Die Globalisierung bricht auf der Zeitachse mit einer derartigen Wucht auf die sozialen wie kulturellen Infrastrukturen dieser Länder ein, dass der Begriff Wandel in revolutionären Attributen diskutiert werden muss.

Ebenso profitieren auch kleinere Länder (wie etwa Panama) durchaus von der Globalisierung, indem sie im weltumfassenden Handel bestimmte Produktpaletten und Ressourcen gewinnbringend platzieren und damit eine Verbesserung des Lebensstandards ihrer Bevölkerung erzielen, die in dieser Geschwindigkeit unter den herkömmlichen Bedingungen einer lediglich nationalisierten Marktwirtschaft so nicht möglich gewesen wäre.2 ←16 | 17→Das führt allerdings auch zu Abhängigkeiten von den Geschehnissen des Weltmarktes und seiner Finanzsysteme. Insbesondere die Finanzkrise von 2008/09 hat deutlich gemacht, welche gravierenden Folgen Kredit- und Kapitalprobleme an einem Ende des Globus (hier in den USA) auf den Rest der Welt, insbesondere auch auf Europa hat. Global betrachtet erscheinen die Länder dieser Erde wie eine wechselseitige Transfergemeinschaft, bei der eine einzelne Nation mit ihrem Wirtschaftssystem mitunter nur noch in der Fiktion der klassischen Staatstheorie oder des so genannten Völkerrechts die Kontrolle über die Handlungsoptionen in Politik und Wirtschaft behält. Die Faktizität der Ereignisse, ihre Ausweitung auf eine Variabilität von Faktoren mit weltumspannender Perspektive, die daraus resultierende Veränderung der Strukturen, in denen entschieden oder nicht entschieden wird, führt psychologisch zu einer Konstellation, bei der viele Zeitgenossen den Eindruck haben, nicht mehr zu verstehen, was da eigentlich passiert.

Die Konfusion wächst mit der Zahl der Deutungen zur Globalisierung. Angesichts eines derart umfassenden Phänomens, das in seiner Breitenwirkung allenfalls mit der Entstehung der Industrialisierung oder der Völkerwanderung in der Spätantike gleichgesetzt werden kann, verwundert es nicht, dass auch mit dem zeitlichem Abstand zum Beginn der Debatte über die Globalisierung, die in den frühen 1990er Jahren weltweit einsetzte, der Interpretationsbedarf nicht geringer, sondern eher noch größer geworden ist. Das gilt ganz besonders für die jetzige Konstellation, wo die Globalisierung erkennbar in eine Phase quasi erratischer Stockung oder gar Verkrümmung geraten ist, die nicht nur, aber eben auch mit dem Präsidenten im Weißen Haus zu tun hat.

In den politikwissenschaftlichen Lehrbüchern zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung kam das Thema Globalisierung gar nicht vor. ←17 | 18→Auch noch gegen Ende des letzten Jahrhunderts waren es erst wenige Wissenschaftler, zumeist Ökonomen, die das neue Phänomen diskutierten. In der praktischen Politik agierte man zwar bereits global, aber es darf bis heute bezweifelt werden, ob die derzeitigen Entscheidungsträger in der Politik wirklich realisiert haben, was dies alles bedeutet. Denn die aktuellen Prozesse und Phänomene der Verweigerung gegenüber der Globalisierung sind auch Indikator für eine gewisse kognitive Missachtung, gar Fehldeutung der Globalisierung in ihren Grundstrukturen bzw. richtungsweisenden Tendenzen, die zugegebenermaßen oft ambivalent oder auch ausgesprochen kontrastreich ausfallen.

Als zutreffendstes Statement zur Globalisierung hat man recht früh eine Interpretation zum Standard gemacht, welche die Verflechtung der bis dato nationalen Ökonomien nicht nur zu einem internationalen, sondern globalen Marktgeschehen kennzeichnet. Die heterogene Durchdringung (fast) sämtlicher Märkte wäre hier das vorherrschende Kriterium, an und mit dem man Globalisierung messen könnte. Doch dieser offenkundige und zweifellos im Weltmaßstab beeindruckende Aspekt hat andererseits auch Effekte bewirkt, die krasse dysfunktionale Phänomene beinhalten. Im Prinzip muss man sich jedes Land in der Globalisierung im Einzelnen ansehen und hierbei noch sektoral gliedern in einzelne Politikfelder, um adäquat beurteilen zu können, ob und wie sich die Globalisierung positiv oder eben auch negativ auf den jeweiligen Staat auswirkt. Vieles wirkt hier tatsächlich antinomisch.

Biographische Angaben

Peter Nitschke (Autor:in)

Peter Nitschke studierte Neuere Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Münster. Er war Gastprofessor am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und ist seit 1997 Professor für Wissenschaft von der Politik an der Universität Vechta. Er hat zahlreiche Publikationen zur Politischen Ideengeschichte und Politischen Theorie sowie zur Europäischen Integration und zur Globalisierung veröffentlicht.

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Titel: Antinomien der Globalisierung