Lade Inhalt...

Resilienz und Stressempfinden bei Fernstudierenden

von Carolin Paul (Autor:in)
Dissertation 248 Seiten

Zusammenfassung

Zur Exploration der Resilienz als Grundlage für mögliche Maßnahmen der Prävention- und Gesundheitsförderung bei Fernstudierenden in Assoziation mit studienbezogenen sowie intrapersonellen Aspekten der Mehrbelastung soll diese Publikation einen Beitrag leisten. Zur Generierung der Daten wurde ein retrospektives Querschnittsdesign, unter der Verwendung der Resilienzskala (RS-13), der Perceived Stress Scale (PSS), der Satisfaction with Life Scale (SWLS) und einem Teil des Stress- und Coping-Inventars (SCI) als standarisierte Messverfahren gewählt.
Als zentrales Ergebnis der Untersuchung ist zu berichten, dass die Teilnahme an einem Fernstudium einen direkten Zusammenhang zwischen Stress und Resilienz intendiert. Auf dieser Basis, sowie weiterer bestätigter Hypothesen, erweitert diese Publikation den Forschungsstand hinsichtlich der Beschreibung des Gesundheitszustandes im Zusammenhang mit einem stressevozierten Belastungspotenzials durch ein Fernstudium.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Zusammenfassung
  • Abstract
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Einleitung
  • 1.1 Ausgangspunkt der Arbeit
  • 1.2 Leitendes Forschungsinteresse
  • 1.3 Aufbau der Forschungsarbeit
  • 2. Theoretische Fundierung
  • 2.1 Weiterbildung unter dem Anspruch des lebenslangen Lernens
  • 2.1.1 Lebenslanges Lernen und Weiterbildung – Konkretisierungen der Begriffe
  • 2.1.2 Makroebene: Anspruch an die berufliche Weiterbildung durch Politik und Gesellschaft
  • 2.1.3 Mesoebene: Anspruch an die berufliche Weiterbildung durch den Arbeitsmarkt
  • 2.1.4 Mikroebene: Anspruch an die berufliche Weiterbildung durch das Individuum
  • 2.2 Annäherung an das Konzept der „Resilienz“
  • 2.2.1 Resilienz – Begriffliche Konkretisierung
  • 2.2.2 Modellhafte Darstellung der Entstehung von Resilienz
  • 2.2.3 Charakterisierung des Risikofaktorenkonzepts
  • 2.2.4 Charakterisierung des Schutzfaktorenkonzepts
  • 2.2.5 Das Zusammenspiel von Risiko- und Schutzfaktoren bei der Entstehung von Resilienz
  • 2.2.6 Diskussion der Resilienzfaktoren im Erwachsenenalter
  • 2.2.7 Beispielhafte Darstellung ausgewählter Schutzfaktoren
  • 2.2.7.1 Positive Emotion
  • 2.2.7.2 Optimismus
  • 2.2.7.3 Religiosität und Spiritualität
  • 2.2.7.4 Coping
  • 2.2.7.5 Soziale Unterstützung
  • 2.2.8 Zwischenfazit zur Darstellung des Konstrukts der Resilienz
  • 2.3 Stress
  • 2.3.1 Definition von Stress
  • 2.3.2 Potenzielle Stressoren für Fernstudierende
  • 2.3.3 Modelle zur Erklärung der Stressentstehung
  • 2.3.3.1 Physiologisches Stressmodell
  • 2.3.3.2 Transaktionales Stressmodell
  • 2.3.3.3 Belastungs- und Beanspruchungskonzept
  • 2.3.3.4 Arbeitspsychologisches Stressmodell
  • a) Bedingungsbezogene Stressoren und personenbezogene Risikofaktoren
  • b) Bedingungsbezogene und personenbezogene Ressourcen
  • c) Bewertungs- und Bewältigungsprozesse
  • d) Stressfolgen
  • 2.3.3.5 Verdeutlichung der Stressspirale des arbeitspsychologischen Stressmodels am Beispiel von Fernstudierenden
  • 2.3.4 Stressempfinden
  • 2.3.4.1 Stressempfinden am Arbeitsplatz
  • 2.3.4.2 Stressempfinden von Studierenden in Deutschland
  • 2.3.5 Folgen von stressbedingten Belastungen
  • 2.3.5.1 Überblick der Belastungsfolgen
  • 2.3.5.2 Alkohol und Nikotinkonsum als Folge von Stress auf behavioraler Ebene
  • 2.3.5.3 Burnout als eine Folge von Belastungen und Stress
  • 2.3.6 Die Auswirkungen von Stress auf wirtschaftlicher Ebene
  • 2.4 Ansätze zur Implementierung von Entlastungs- und Copingstrategien im Rahmen der Resilienzförderung
  • 2.4.1 Gesundheitspolitische Einordnung der Resilienz für die Gesundheitsförderung
  • 2.4.2 Zur Notwendigkeit der Resilienzforschung im Rahmen der Gesundheitsförderung
  • 2.4.3 Allgemeine Ziele und Strategien der Resilienzförderung
  • 2.4.4 Entwicklung von Resilienz als Teil der Erwachsenenbildung
  • 2.4.5 Zwischenfazit – Stärkung des Individuums als Basis für die Resilienzförderung
  • 3. Fernstudium und Lebensrealitäten von Fernstudierenden in Deutschland
  • 3.1 Charakteristik eines Fernstudiums
  • 3.2 Fernstudium in Assoziation mit den Vor- und Nachteilen dieser Studienform
  • 3.3 Abbruchquoten in einem Fernstudium
  • 3.4 Fernstudienangebote in Deutschland
  • 3.5 Fernstudierende als „nicht-traditionell Studierende“
  • 3.6 Lebensrealitäten von Fernstudierenden
  • 3.6.1 Grundsätzliche Strukturdaten bei Fernstudierenden
  • 3.6.2 Fernstudium im Kontext der Geschlechtergerechtigkeit
  • 3.6.3 Zeitdimensionen im Kontext von Beruf, Familie und Fernstudium
  • 3.6.4 Soziale Ungleichheit im Kontext eines Fernstudiums
  • 3.6.5 Finanzielle Situation Fernstudierender
  • 3.7 Charakterisierung Fernstudierender entsprechend ihres Lernverhaltens
  • 3.7.1 Lernverhalten und Lernstrategien bei Fernstudierenden
  • 3.7.2 Förderliche Rahmenbedingungen des lebenslangen Lernens
  • 3.7.3 Implikationen zwischen Bildung und Stress im höheren Alter
  • 3.8 Zwischenfazit – Zusammenfassung der Lebensrealitäten in Assoziation mit Stress
  • 4. Forschungshypothesen
  • 4.1 Übersicht der Forschungshypothesen
  • 4.2 Forschungshypothesen und Kontextualisierung
  • 5. Methodisches Vorgehen der Untersuchung
  • 5.1 Begründung des Untersuchungsdesigns
  • 5.2 Skalen des Gesamtfragebogens zur Datenerhebung
  • 5.2.1 Ausschlussfragen
  • 5.2.2 Demografische Items
  • 5.2.3 Erfassung von Resilienz (RS-13)
  • 5.2.4 Wahrgenommener Stress (PSS)
  • 5.2.5 Lebenszufriedenheit (SWLS)
  • 5.2.6 Copingstrategien (SCI)
  • 5.2.7 Erfassung des triangulativen Settings „Fernstudium – Beruf – Familie“
  • 5.3 Gütekriterien des Erhebungsinstruments
  • 5.3.1 Objektivität
  • 5.3.2 Übersicht über die Reliabilitäten der verwendeten Skalen
  • 5.3.3 Weitere Limitationen
  • 5.4 Ein- und Ausschlusskriterien der Studienteilnehmer
  • 5.5 Einhaltung ethischer Richtlinien
  • 5.5.1 Ethische Überlegungen hinsichtlich der Forschungsdurchführung
  • 5.5.2 Ethische Überlegungen hinsichtlich der Forschungsthematik
  • 6. Beschreibung der Untersuchungsdurchführung und Datenauswertung
  • 6.1 Vorbereitung und Pretest
  • 6.2 Stichprobenrekrutierung und Untersuchungsablauf
  • 6.3 Auswertung der verwendeten Skalen
  • 6.3.1 Auswertung der Resilienzskala (RS-13)
  • 6.3.2 Auswertung der Perceived Stress Scale (PSS)
  • 6.3.3 Auswertung der Satisfaction with Life Scale (SWLS)
  • 6.3.4 Auswertung des Stress- und Coping-Inventars (SCI)
  • 6.4 Auswertung des Datensatzes mittels statistischer Berechnungen
  • 6.4.1 Testung der Hypothesen 1, 3a, 3b, 7a, 7b, 8a, 8b, 9a und 9b
  • 6.4.2 Testung der Hypothesen 2a, 2b, 4a, 4b, 5a und 5b
  • 6.4.3 Testung der Hypothesen 6a und 6b
  • 6.5 Besonderheiten und Einschränkungen einer Online-Erhebung
  • 7. Ergebnisse der Untersuchung
  • 7.1 Rücklaufquote
  • 7.2 Allgemeine Beschreibung der Stichprobe
  • 7.2.1 Soziodemografische Verteilung der Stichprobe
  • 7.2.2 Beschreibung der beruflichen und privaten Rahmenbedingungen
  • 7.3 Deskriptive Auswertung der Skalen
  • 7.3.1 Auswertung der Resilienzskala (RS-13)
  • 7.3.2 Deskriptive Auswertung der Perceived Stress Scale (PSS)
  • 7.4 Darstellung der Hypothesenauswertung
  • 7.4.1 Auswertung der Hypothesen
  • 7.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
  • 8. Interpretation der Ergebnisse
  • 8.1 Diskussion der Kohorte
  • 8.2 Diskussion der deskriptiven Statistik
  • 8.2.1 Diskussion des subjektiven Gesundheitszustandes
  • 8.2.2 Diskussion der Resilienz
  • 8.2.3 Diskussion des Stressempfindens
  • 8.3 Interpretation der Forschungshypothesen
  • 8.4 Weitere Diskussionspunkte
  • 8.5 Tendenzen der Resilienz und des subjektiven Stressempfindens
  • 9. Schlussfolgerung
  • 9.1 Ansätze zur Gesundheitsförderung von Fernstudierenden
  • 9.2 Weiterführender Forschungsbedarf
  • 9.3 Optimierungsmöglichkeiten der Datenerhebung
  • 10. Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Anhang
  • Reihenübersicht

1. Einleitung

Lernen begleitet Menschen ein Leben lang. Dieses Faktum wurde bereits in der Antike von Solon, einem athenischen Staatsmann und Lyriker (640–560 v.Chr.) wie folgt postuliert: „So lange du lebst – lerne. Warte nicht, dass das Alter die Weisheit bringt“ (Aphorismen, 1997–2019). Lebenslanges Lernen ist der Ausgangspunkt der vorliegenden Forschungsarbeit, welche nachfolgend einleitend vorgestellt wird.

1.1 Ausgangspunkt der Arbeit

Lebenslanges Lernen und die damit verbundene bildungspolitische Programmatik haben sich erst in den 1970er Jahren zu einem berufs- und bildungspolitischen Handlungsfeld entwickelt (Nuissl & Przybylska, 2014). Ein Spezifikum unserer modernen und hochkomplexen Lebens- und Arbeitswelt ist ein ständiger Wandel der vorausgesetzten Fach- und Methodenkompetenzen an den Arbeitnehmer, um Arbeitstätigkeiten erfüllen zu können. Bedingt wird dies durch eine zunehmende Diversifizierung und Digitalisierung von Gesellschaft und Arbeitswelt, welches lebensbegleitende Lernprozesse unabdingbar macht.

Psychische Erkrankungen nehmen im Zusammenhang mit den stetigen Anpassungsleistungen und beruflichen Herausforderungen eine bedeutende Rolle ein. So schätzen Wittchen und Jacobi (2005) in einem Review, bestehend aus 27 inkludierten Studien über die Situation in Europa ein, dass fast jede zweite erwachsene Person im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung leidet. Dabei nehmen stressbedingte Erkrankungen, bestehend aus einer Diskrepanz zwischen subjektiv wahrgenommenen Anforderungen und den zur Verfügung stehenden Bewältigungsressourcen, eine Hauptrolle ein (Wittchen & Jacobi, 2006). Auch seitens der Politik wird eine wachsende Bedeutung der Beachtung eines positiven, psychosozialen Arbeitsumfeldes eingeräumt sowie die Forderung aufgestellt, dass „dringend etwas gegen psychosoziale Risiken unternommen werden sollte“ (Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, 2015, S. 2).

Im Zusammenhang mit stressevozierten Erkrankungen innerhalb der Berufstätigkeit bedarf es einer Untersuchung verschiedener Risikogruppen um daraus ableitend Empfehlungen zur Gesunderhaltung der Arbeitnehmer beizutragen. Fernstudierende sind triangulativen Belastungssituationen, bestehend aus Studium, Beruf und privaten Verpflichtungen ausgesetzt. Obwohl es sich ←15 | 16→bei Stress im Studium um ein wachsendes Forschungsfeld handelt, wurden Fernstudierende bisher nur wenig berücksichtigt (Apolinario-Hagen, Groenewold, Fritsche, Kemper, Krings & Salewski, 2018). Die Angebote der Fernlehre erfreuen sich jedoch wachsender Beliebtheit. So wurde über Steigerungsraten der Immatrikulationen von bis zu 70 % berichtet (Gonschior, 2015; Heimann, 2007), weswegen es sich lohnt, diese Kohorte in der Forschung dezidiert in den Fokus zu rücken.

Studierende an Fernhochschulen stehen unter einem erheblichen psychosozialen Belastungsdruck, bedingt durch die besondere Charakteristik dieser Studienform. Neben den Anforderungen, welche mit dem Studium einhergehen, sind die Studierenden mit beruflichen und familiären Herausforderungen im Besonderen konfrontiert, da diese zumeist ihr Studium in einem höheren Lebensalter absolvieren. Ein familiäres Umfeld mit Strukturen und Anforderungen aus einer Partner- und Elternschaft sind für diese Kohorte keine Seltenheit.

Apolinario-Hagen und Kollegen (2018) identifizieren, dass derzeit „weder Daten zum Gesundheitszustand noch ein spezielles, auf die Bedarfe und Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittenes bzw. niederschwelliges Gesundheitsförderungsprogramm für Fernstudierende“ (S. 151) in diesem speziellen Setting vorliegt. Als eine mögliche Konzeption der Gesundheitsförderung bei Fernstudierenden, könnte das Konstrukt der Resilienz angeführt werden, mit dem Ziel der individuellen Bewältigung von belastenden Situationen und einer daraus resultierenden Förderung der psychischen Gesundheit. Der Begriff Resilienz genießt mit der inflationären Verbreitung von populärwissenschaftlichen Ratgebern heute eine starke Verbreitung in der Bevölkerung und gilt als eine leicht zu erlernende Basiskompetenz um das eigene Selbst zu optimieren. Ratgeber versprechen unter anderem innerhalb von 30 Minuten alle relevanten Fähigkeiten zu vermitteln, um das „eigene Resilienzkonzept zu entdecken und weiter zu entwickeln“ (Siegrist & Luitjens, 2011, S. 7). Wissenschaftliche Konturen und Inhalte von Resilienz gehen jedoch bei diesen oberflächlichen Ansätzen in eine informelle Beliebigkeit über.

Neben dem Vorhandensein einer Vielzahl von Ratgebern, finden sich auch in der Bildungspraxis Angebote mit dem Ziel der Stärkung von Resilienz, jedoch „bleibt die wissenschaftliche Betrachtung von Resilienz im Bereich der Erwachsenenbildung dahinter zurück“ (Höfler, 2016, S. 102). Zur Exploration der Resilienz als Grundlage für mögliche Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung bei Fernstudierenden in Assoziation mit studienbezogenen Aspekten der Mehrbelastung soll die hier vorliegende Arbeit einen Beitrag leisten.

←16 |
 17→

1.2 Leitendes Forschungsinteresse

Die vorliegende Forschungsarbeit verfolgt mehrere Ziele. Zunächst sollen Belastungsfaktoren, welche mit dem Fernstudium einhergehen, ermittelt werden. Resilienz kann ein Konzept sein, welches hierbei eine bedeutende Rolle spielt. Dabei ist dieses von Positivität geprägt, da es einen affirmativen Ausblick bietet, der sich beispielsweise darin zeigt, dass aus kritischen Lebensereignissen potenziell Gutes und Positives resultieren kann. Hinzukommend haben Individuen die Möglichkeit, selbst Einfluss auf die eigene Lebenszufriedenheit nehmen zu können. Daraus ergibt sich das folgende zentrale Forschungsinteresse:

Inwieweit hat das Vorhandensein von Resilienz Einfluss auf zentrale Belastungsfaktoren in einem Fernstudium?

Wie wirken sich die Anforderungen des Fernstudiums auf das Stressempfinden der Studierenden aus?

Welche demografischen Aspekte beeinflussen den empfundenen Stress und die Resilienz?

Das eben angeführte Forschungsinteresse soll dazu beitragen, den Wissensstand über das gesundheitsbezogene Verhalten Fernstudierender zu erweitern, um daran anschließend Optimierungs- und Interventionsvorschläge abzuleiten. Durch diese Herangehensweise soll die vorliegende Arbeit einen Beitrag auf gesundheitswissenschaftlicher Ebene zum großem Themengebiet des lebenslangen Lernens leisten.

1.3 Aufbau der Forschungsarbeit

Die vorliegende Forschungsarbeit gliedert sich wie folgt. Die theoretische Fundierung unterteilt sich in vier übergeordnete Inhaltsbereiche: den Bereich der Weiterbildung unter dem Anspruch des lebenslangen Lernens, der Darstellung des Resilienzkonzeptes, verschiedener Implikationen von Stress im Zusammenhang mit einem Fernstudium und der Darstellung möglicher Ansätze von Entlastungs- und Copingstrategien. In einem weiteren Schritt werden die Besonderheiten eines Fernstudiums aufgezeigt und Fernstudierende werden unter dem Begriff der „nicht-traditionell Studierenden“ charakterisiert. Aus den Ausführungen der Kapitel 2 und 3 werden anschließend die Forschungsfragen in Kapitel 4 formuliert.

Der empirische Teil der Arbeit (Kapitel 5) beginnt mit der Begründung des retrospektiven Querschnittsdesigns mit einem Messzeitpunkt und einer systematischen Beschreibung der Fragebogenkonstruktion. In diesem Zusammenhang ←17 | 18→werden die Güterkriterien der durchgeführten quantitativen Erhebung sowie die Einhaltung der verpflichtenden Prinzipien des wissenschaftsethischen Handelns beschrieben.

In Kapitel 6 erfolgt die genaue Darstellung der Untersuchungsdurchführung. Dazu werden der durchgeführte Pretest, die Stichprobenrekrutierung, die Auswertung der einzelnen Skalen und die, zur Analyse der jeweiligen Forschungshypothesen benötigten, statistischen Berechnungen erläutert. Anschließend werden die Ergebnisse der Forschungsfragen präsentiert (Kapitel 7). Die in Kapitel 2 und 3 dargestellten theoretischen Aspekte werden in der Interpretation der Ergebnisse im Rahmen des Kapitels 8 aufgegriffen.

Kapitel 9 dokumentiert die Darstellung des Erkenntnisgewinns fundierend auf den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit. Im abschließenden Kapitel 10 werden die zentralen Inhalte der Arbeit zusammengefasst und reflektiert dargestellt.

2. Theoretische Fundierung

Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen theoretischen Bezugspunkte, auf welche sich die Forschungsarbeit stützt. Zunächst erfolgt dazu eine Darstellung des Anspruches des lebenslangen Lernens mittels einer Differenzierung in die Makro-, Meso- und Mikroebene. Nachfolgend wird der Begriff „Resilienz“ mit seinen vielfältigen Konzeptualisierungen beschrieben. Der zweite für die Arbeit zentrale Begriff „Stress“ wird mit seinen Entstehungstheorien definiert und die Entwicklung von Stress bei Fernstudierenden an diesen Theorien reflektiert. Eine weiterer Themenkomplex befasst sich mit Präventions- und Copingansätze im Rahmen der Erwachsenenbildung, welche einen stresspräventiven Effekt bei Fernstudierenden implizieren.

2.1 Weiterbildung unter dem Anspruch des lebenslangen Lernens

Es steht außer Frage, dass ein lebenslanger Lernprozess aufgrund von verschiedenen Veränderungen auf gesellschaftlicher, politischer und industrieller Ebene schon immer existent gewesen ist. Aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung und einer damit verbundenen Diversifizierung und Digitalisierung von Gesellschaft und Arbeitswelt gewinnt das lebensbegleitende Lernen jedoch zunehmend an Bedeutung (Fogolin, 2017). Während einst die berufliche Erstausbildung eine solide Basis für den Berufsverlauf bis zum Ausscheiden aus der Erwerbstätigkeit garantierte, ist heute eine ständige Anpassung der spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten notwendig.

Details

Seiten
248
ISBN (PDF)
9783631820698
ISBN (ePUB)
9783631820704
ISBN (MOBI)
9783631820711
ISBN (Hardcover)
9783631819661
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (August)
Schlagworte
Lebenslanges Lernen Fernstudierende Copingstrategien Gesundheitsförderung Stressfolgen
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2021. 248 S., 28 s/w Abb., 42 Tab.

Biographische Angaben

Carolin Paul (Autor:in)

Carolin Paul schloss das Masterstudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Technischen Universität München ab. Dort promovierte sie anschließend im Jahr 2019.

Zurück

Titel: Resilienz und Stressempfinden bei Fernstudierenden