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Schulentwicklung

Bildungspolitische Wunschvorstellung oder pädagogische Realität?

Silke Fischer

Die hier durchgeführte Querschnittsstudie evaluiert erstmalig, ob Schulen sich erfolgreich eigenständig – wie bildungspolitisch gefordert –, in sogenannte «problemlösende» Organisationseinheiten transformieren können, um ihren Unterricht im Rahmen der Schulentwicklung kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse dieser Studie stellen hierbei vor allem die Nachhaltigkeit von Schulentwicklung in Frage, da weder die Lehrpersonen noch Schulleitungsmitglieder an den evaluierten Berufsfachschulen der Meinung waren, dass Schulentwicklung den Unterricht und die beruflichen Fähigkeiten der Einzellehrperson überhaupt beeinflusst. Begründet liegt dieses Ergebnis u.a. in der von den Schulen vorgenommenen Implementierungsstrategie. So wird das Lehrerkollegium allgemein zu wenig in Entscheidungsprozesse involviert und beispielsweise nur unzureichend über den Zielerreichungsgrad und Maßnahmen abgeschlossener Schulentwicklungsprojekte informiert.

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5.3.3 Gesamtfazit Ergebnisse Untersuchungsbereich II. Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess

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5.3.3 Gesamtfazit Ergebnisse Untersuchungsbereich II. Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keine der befragten Schulorganisationen eine eigene Zielsetzung/Konzeption für die Bereiche schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung entwickelt hat, welche sich vom Schulprogramm unterscheidet. Von daher kann davon ausgegangen werden, dass dieses grundsätzlich die Entscheidungs- und Handlungsgrundlage in den Bereichen schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung an den befragten Schulen im Kanton Zürich bilden sollte (s. auch Kap. 1.1 Problemstellung – Schulentwicklung durch (schulinterne) Lehrerweiterbildung?).

Die Auswertung der Experteninterviews im Segment der schulinternen Lehrerweiterbildung ergab, dass die Mehrheit der befragten Schulen ihre schulinterne Weiterbildung nicht systematisch nach einem übergeordnetem Konzept, wie beispielsweise dem Schulprogramm, ausrichten, sondern punktuell, inhaltliche Weiterbildungsschwerpunkte bzw. -inhalte auswählen. Im Allgemeinen ist in diesen Auswahlprozess nur die Schulleitung, partiell unterstützt durch einige schulleitungsnahe Lehrpersonen, wie z.B. die SEG oder den „Konventsvorstand“, involviert. Die Entscheidung über die Auswahl der schulinternen Weiterbildungsinhalte erfolgt ausschliesslich durch die Schulleitung, wobei die Bedürfnisse der Lehrpersonen hier lediglich eine untergeordnete Rolle spielen.

Diese Ergebnisse decken sich im Wesentlichen mit denen des quantitativen Teils der Untersuchung. Insofern, dass hauptsächlich schulleitungsnahe Lehrkräfte in den Auswahlprozess der Weiterbildungsinhalte einbezogen sind, hat die Funktionsstelle einen wesentlichen Einfluss darauf, inwiefern ← 239 | 240 → die Lehrpersonen in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess integriert sind. Überraschend ist aber, dass es zwischen der erweiterten Schulleitung und dem Team der schulinternen Lehrerweiterbildung keine signifikanten Unterschiede bezüglich deren Einbindung in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess gibt. Dieses Resultat könnte damit erklärt werden, dass das Team der schulinternen Lehrerweiterbildung partiell auch aus Mitgliedern der erweiterten Schulleitung besteht (vgl. Kap. 5.2.2.3 Team schulinterne Lehrerweiterbildung). Von daher ist es auch nicht erstaunlich, dass Lehrpersonen mit Funktionsstelle über mehr Wissen über die Ziele/das Konzept der schulinternen Lehrerweiterbildung verfügen als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle und zukünftig auch mehr in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess einbezogen werden möchten.

Kongruent hierzu ist, dass die Lehrpersonen ebenfalls angaben, dass das Kollegium als Ganzes äussert gering bzw. überhaupt nicht am Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess innerhalb der schulinternen Lehrerweiterbildung beteiligt war. Allerdings bewerten die Lehrpersonen den Einbezug des Kollegiums in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess als wichtig, weshalb geschlussfolgert werden kann, dass sich die Lehrpersonen hier ein gewisses Mitspracherecht wünschen. Zudem gaben die Lehrpersonen an, dass ihnen die Ziele/das Konzept am Konvent erläutert wurden. Angesichts der Tatsache, das es an den meisten Schulen keine Ziele/kein Konzept im Bereich der schulinternen Weiterbildung gibt, kann davon ausgegangen werden, das es sich hierbei um die Weiterbildungsinhalte handelt. Dass die Lehrenden diese Erläuterungen schlechter bewerten als im Bereich Schulentwicklung könnte darauf zurückzuführen sein, das am Konvent allgemein weniger über schulinterne Lehrerweiterbildung als über Schulentwicklung gesprochen wird. Da die Bedürfnisse der Lehrpersonen bei der Auswahl der Weiterbildungsinhalte nur eine unwesentliche Rolle spielen, decken sich folglich deren Weiterbildungsbedürfnisse nicht mit den ausgewählten Inhalten.

Die Resultate im Segment der Schulentwicklung decken sich generell mit denen der schulinternen Lehrerweiterbildung. So erfolgt auch hier die Ziel-/Konzeptformulierung ausschliesslich durch die Schulleitung, welche z.T. durch das Team Schulentwicklung unterstützt wird. Die Vorarbeiten hierzu werden von der Schulleitung teilweise an Projekt- bzw. Arbeitsgruppen ausgegliedert. Anregungen für die Ziel-/Konzeptformulierung oder auch für einzelne Schulentwicklungsprojekte erhalten diese dann zum einen von der Schulleitung selbst, aber auch von Seiten der Lehrpersonen, aus den Resultaten der externen Schulevaluation und den Vorgaben der ← 240 | 241 → Bildungsdirektion. Somit wird das Kollegium als Ganzes nicht mit in den Prozess der Ziel-/Konzeptentwicklung einbezogen, weshalb auch der Konvent innerhalb der Schulentwicklung nur zur Informationsweitergabe genutzt wird. Folglich besteht für Lehrpersonen ausserhalb der (erweiterten) Schulleitung sowie für das Kollegium als Ganzes keine Möglichkeit sich aktiv am Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess zu beteiligen. Dennoch besteht aber für interessierte Lehrpersonen die Möglichkeit sich im Bereich Schulentwicklung im Team Schulentwicklung oder auch projektbezogen zu engagieren, wobei das Interesse der Lehrpersonen laut Aussage der Experten hieran sehr gering ist.

Die quantitativen Ergebnisse unterstützen auch hier die Resultate der qualitativen Befragung. Da die Ziel-/Konzeptformulierung durch die Schulleitung erfolgt, hat die Funktionsstelle auch einen Einfluss darauf, inwieweit Lehrpersonen in den Prozess der Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess mit einbezogen sind, wobei es zwischen den Mitgliedern der erweiterten Schulleitung und denen des Teams Schulentwicklung keine signifikanten Unterschiede gibt, was dafür spricht dass das Team Schulentwicklung zumindest teilweise auch in diesen involviert ist. Wie auch im Segment der schulinternen Lehrerweiterbildung verfügen Lehrpersonen mit Funktionsstelle auch über mehr Wissen über die Ziele/das Konzept und möchten in der Zukunft auch mehr in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess eingebunden sein als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle. Daher war das Kollegium auch hier nur geringfügig bzw. nicht am Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess beteiligt. Der Einbezug des Kollegiums wird auch hier von den Lehrenden als bedeutsam angesehen. Die Lehrpersonen sind auch hier der Meinung, dass die Ziele/das Konzept von Schulentwicklung ihnen am Konvent erläutert werden, da aber nicht alle Schulen über profunde Zielsetzungen bzw. eine Konzeption innerhalb der Schulentwicklung verfügen, könnten auch hier Schulentwicklungsprojekte gemeint sein. ← 241 | 242 →

5.4 Untersuchungsbereich III. Abstimmung

5.4.1 Ergebnisse quantitative Untersuchung

5.4.1.1 Hypothesenüberprüfung III. Abstimmung

Zur Berechnung von H6 wurde ein einseitiger t-Test bei einer Stichprobe mit einem Testwert gleich fünf gerechnet.

H6: Die Ziele/Konzepte von schulinterner Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung sind aufeinander abgestimmt (Testwert>5).

Tabelle 35: Werte H6.

Illustration

(Quelle: Eigene Darstellung).

Der beobachtete Mittelwert ist niedriger als fünf. H6 kann daher nicht angenommen werden. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Ziele/das Konzept von schulinterner Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung aufeinander abgestimmt sind, was auf Optimierungspotential in der Abstimmung schliessen lässt. Ein t-test zeigte jedoch auch, dass der beobachtete Wert nicht signifikant niedriger als fünf ist (t(227)=-.514, p>.05).

H7 wurde mit einem einseitigen t-Test bei einer Stichprobe mit einem Testwert gleich fünf überprüft.

H7: Schulinterne Lehrerweiterbildung ist ein geeignetes Mittel, um die Ziele von Schulentwicklung zu erreichen (Testwert>5). ← 242 | 243 →

Tabelle 36: Werte H7.

Illustration

(Quelle: Eigene Darstellung).

Die Zustimmung zu dieser Frage ist nicht signifikant höher als der festgelegte Richtwert von fünf (t(227)=1.014, p>.20). Die Ergebnisse zeigen daher, dass die Lehrpersonen insgesamt nicht davon überzeugt sind, dass die schulinterne Lehrerweiterbildung ein geeignetes Mittel zur Erreichung der Ziele von Schulentwicklung ist. H7 muss daher verworfen werden.

5.4.1.2 Schulinterne Weiterbildung als Hilfe zur Umsetzung Schulentwicklungsziele/-konzept

Im Mittel sind die Lehrpersonen nicht hinreichend davon überzeugt, dass ihnen die schulinterne Lehrerweiterbildung bei der Umsetzung der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes wirklich hilft. Der Mittelwert der Befragten zu entsprechendem Item ist höchst signifikant niedriger als der zuvor festgelegte kritische Wert von fünf (M=4.66, SD=1.42, t(237)=-3.699, p=.000***). Alle Funktionsstelleninhaber stimmen diesem Item zwar in höherem Masse zu als die restlichen Lehrpersonen, allerdings ist deren Zustimmung selbst bei den Mitgliedern des Teams Schulentwicklung nicht signifikant grösser als fünf (MSE=5.30, SD=1.57, t(9)=.61, p>.20). Während bei der erweiterten Schulleitung und den Mitgliedern des Teams der schulinternen Weiterbildung die Mittelwerte lediglich deskriptiv niedriger als fünf sind, ist der Mittelwert bei den Lehrkräften mit sonstigen Funktionsstellen jedoch hoch signifikant niedriger als fünf (Msonstige=4.57, SD=1.37, t(73)=-2.724, p=.004**).

5.4.1.3 Zusammenfassung Ergebnisse quantitative Untersuchung

Tabelle 37 zeigt untenstehend die Ergebnisse der quantitativen Untersuchung für den Bereich III. Abstimmung. ← 243 | 244 →

Tabelle 37: Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich III. Abstimmung.

Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich III. Abstimmung allgemein
 
Die Ziele/Konzepte von Schilw und SE sind nicht aufeinander abgestimmt.
Schilw ist kein geeignetes Mittel, um die Ziele von SE zu erreichen.
Die Lehrpersonen glauben nicht, dass ihnen Schilw bei der Umsetzung der SE-Ziele/des -konzeptes hilft.
 
Hauptergebnisse:
Die Ziele/Konzepte von Schilw und SE sind nicht aufeinander abgestimmt.
Schilw ist kein geeignetes Mittel ist, um die Ziele von SE zu erreichen
Die Lehrpersonen glauben nicht, dass ihnen Schilw bei der Umsetzung der SE-Ziele/des -Konzeptes hilft.
 

(Quelle: Eigene Darstellung).

5.4.2 Ergebnisse qualitative Untersuchung

5.4.2.1 Abstimmung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung und Ziele/Konzept Schulentwicklung

In Bezug auf eine Abstimmung der thematischen Inhalte im Rahmen der schulinternen Weiterbildung und Schulentwicklung äusserten sich die meisten Experten positiv, weshalb davon auszugehen ist, dass die gewünschte und theoretisch geforderte Verbindung zwischen schulinterner Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung (s. Kap. 2.6.1 Hypothesen, 5.3.2.1 Ausrichtung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung am Schulprogramm) zumindest den meisten Experten oberflächlich bekannt ist. So ist auch der Experte von Schule D im Hinblick auf die Inhalte der Meinung, dass „schulinterne Weiterbildung […] den Auftrag im Rahmen von der Schulentwicklung“ habe „seinen Beitrag dazu beizutragen […].“ [Experte Schilw Schule D].

Allerdings beziehen sich die Aussagen der Experten A und D punktuell nur auf konkrete Einzelbeispiele von Weiterbildungsinhalten und nicht auf das Schulprogramm als übergeordnete Konzeption der Schulentwicklung. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die Bedeutsamkeit der Abstimmung der Zielsetzungen/Konzepte in beiden Segmenten von den Experten, mit Ausnahme des Experten E, aller Voraussicht nach eher nicht registriert wird. Darüber hinaus erscheint eine kontinuierliche, systematische Abstimmung der Inhalte in beiden Segmenten an den befragten ← 244 | 245 → Schulen mit Ausnahme der Schule C eher unwahrscheinlich. Letzteres unterstützen auch die Ergebnisse aus Kapitel 5.3.2.1 Ausrichtung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung am Schulprogramm unterstützen.

„Das machen wir und zwar gezielt, indem z.B. die Weiterbildung, die wir angeboten haben, im selben Jahr als wir das Schulprogramm verabschiedet haben, da haben wir das zusammen genommen. Da haben wir die Erarbeitungsphase des Schulprogrammes auch als Thema für die interne Weiterbildung genommen, das ist dann auch der Abschluss gewesen. […]. […].“ [Experte Schilw Schule A].

Die Antwort des Experten an Schule D bezieht sich ebenfalls auf die Schulentwicklungsprojekte, nicht aber auf die Ziele des Schulprogrammes, welche dieser vorhergehend auch als „Papiertiger“ bezeichnete (vgl. Kapitel 5.3.2.1 Ausrichtung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung am Schulprogramm).

„Ja, als konkretes Beispiel haben wir da das Schulseminar im Mai. Da haben wir als Schwerpunkt digitale Medien und die Didaktik, darauf aufbauend bieten wir sicher im Bereich Schilw etwas an. Das macht Sinn.“ [Experte Schilw Schule D].

Der Experte der schulinternen Weiterbildung an Schule E gibt an, dass seine Schule die schulinternen Weiterbildungsthemen heute stark am Schulprogramm ausrichtet, dies in der Vergangenheit jedoch nicht immer so gehandhabt wurde. Dies untermauert auch die Aussage dieses Experten im Kapitel 5.3.2.2 Ziel-/Konzeptentwicklung schulinterne Lehrerweiterbildung.

„Wie gesagt, wir stehen jetzt ja am Anfang des Prozesses, weil wir das pädagogische Leitbild ja noch nicht so lange haben. Aber im Moment haben wir natürlich unsere Themen sehr danach ausgerichtet, […]. Wir haben uns schon stark an diesen Themen orientiert. […]. Ich weiss aber, dass das früher [Anmerkung SF: Gemeint ist das Jahr 2011.] nicht unbedingt so war. […].“ [Experte Schilw Schule E].

Der Experte an Schule C stellt hingegen in diesem Zusammenhang nochmals heraus, wie auch bereits in Kapitel. 5.2.2.11 Wissen Ziele/Konzept Schulentwicklung beschrieben, dass seine Schule kein übergeordnetes Schulprogramm oder Konzept hat, sondern dass Schulentwicklung immer projektbezogen stattfindet.

„[…]. Wir haben auch nicht ein Schulprogramm oder ein Konzept, ein übergreifendes, was die Schulentwicklung als Zentrum hat, sondern wir arbeiten im Moment immer sehr, gerade als Schulentwicklung, sehr projektbezogen. […]“ [Experte Schilw Schule C]. ← 245 | 246 →

Dies begründet er mit dem relativ frühen Entwicklungsstadium, in welchem sich Schulentwicklung an seiner Schule befindet: „[…] aber unsere Schulentwicklung ist eigentlich relativ jung. […]“ [Experte SE Schule C]. Trotzdem werden die schulentwicklungsbezogenen Projekte an den Zielen der Personalentwicklung sowie an denen der schulinternen Weiterbildung ausgerichtet.

„[…] Was jetzt dieses Jahr […] eben das Wissensmanagement ist, das spiegelt sich natürlich dann eben auch in den Zielen der Personalentwicklung und der internen Weiterbildung […]. Als Bildungsunternehmen haben wir da die Anbindung von Personal- und Schulentwicklung eng gemacht […].“ [Experte Schilw Schule C].

Da Schulentwicklung nach Rolff (1998) u.a. den Bereich der Personalentwicklung beinhaltet (s. Kap. 3.4 Schulentwicklung nach Rolff; 3.4.1 Konstitutive Bereiche der Schulentwicklung), kann davon ausgegangen werden, dass an Schule C die Inhalte der schulinternen Lehrerweiterbildung und der Schulentwicklung zumindest teilweise aufeinander abgestimmt werden.

Dagegen gibt der Experte von Schule B an, dass dies im Segment Schulentwicklung gemacht werden könnte und dort allgemein viele Projekte in Angriff genommen werden, wobei hier nicht auf den Bereich der schulinternen Weiterbildung eingegangen wird. „[…] Es ist eigentlich kein Problem, dass wir das miteinander abstimmen könnten. Im Bereich Schulentwicklung machen wir eigentlich relativ viel.“ [Experte SE Schule B]. Somit ist an Schule B eine permanente, systematische Abstimmung beider Bereiche bisher noch nicht wirklich existent, obwohl die schulinternen Weiterbildungsinhalte grösstenteils von der Schulentwicklungsgruppe bzw. der Schulleitung autonom vorgegeben (s. 5.3.2.2 Ziel-/Konzeptentwicklung schulinterne Lehrerweiterbildung) werden.

Zwischenfazit

Eine Verbindung zwischen den beiden Bereichen schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung wird von den meisten Experten erkannt. Allerdings wird die Bedeutsamkeit in Bezug auf die Abstimmung der Zielsetzung/Konzepte sowie der Inhalte beider Segmente nicht von allen Experten gesehen. Insgesamt kann aufgrund der getätigten Aussagen der Experten geschlussfolgert werden, dass eine systematische, inhaltliche Abstimmung beider Bereiche z.T. zwar punktuell an manchen Schulen angestrebt wird bzw. auch erfolgt, aber nur an Schule E eine systematische Ausrichtung der Weiterbildungsinhalte am Schulprogramm erfolgt. ← 246 | 247 → Ob sich diese Abstimmung allerdings angesichts des kurzen Anwendungszeitraumes an Schule E bereits in der Schulkultur von Schule E wiederspiegelt und allen Lehrpersonen bekannt ist, erscheint fragwürdig.

5.4.2.2 Beurteilung Abstimmung Ziele/Konzept Schilw und Ziele/Konzept Schulentwicklung

Angesichts seiner nicht eindeutigen Aussage im vorhergehenden Kapitel 5.4.2.1 Abstimmung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung und Ziele/Konzept Schulentwicklung wurde einzig der Experte von Schule B zu einer Beurteilung der Abstimmung der Konzepte in den Segmenten schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung befragt. Der Experte von Schule antwortete folgendermassen:

„Ich persönlich finde das sehr wichtig. Da können die Lehrpersonen natürlich am allermeisten mitwirken und wenn wir das im Rahmen von Schilw vorantreiben könnten, finde ich das sehr gut für die Schulentwicklung.“ [Experte Schilw Schule B].

Zwischenfazit

Eine Abstimmung der Ziele/des Konzeptes von schulinterner Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung wird vom Experten der Schule B für sinnvoll befunden.

5.4.2.3 Kontinuierlicher kollegialer Austausch schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung

Ein kontinuierlicher kollegialer Austausch zwischen dem Team schulinterne Weiterbildung und Schulentwicklung ist gemäss des Experten an Schule A gegeben, da sich die Schulleitung wie auch der „Konventsvorstand“, welcher an Schule A für die Organisation und Durchführung der schulinternen Weiterbildung verantwortlich ist (s. Kap. 5.2.2.3 Team schulinterne Lehrerweiterbildung), einmal im Jahr zum „Retraite“159 trifft. „[…] Das sind eben die gleichen, mit denen wir Retraite haben. Das sind eben die Retraite und da ist der Konventsvorstand ja auch eingebunden. […]“ [Experte Schilw Schule A]. Somit findet der Austausch zwischen beiden Teams an Schule A einmal im Jahr an einer schulexternen Tagung statt. ← 247 | 248 →

An den Schulen C und D zeigen sich teilweise Schnittstellen beider Teams. So wird Schulentwicklung an Schule C von der Leiterin der „Human-Resources-Abteilung“ nach den Vorstellungen der Schulleitung geplant (vgl. Kap. 5.3.2.8 Ziel-/Konzeptentwicklung Schulentwicklung). Der Experte dieser Schule ist somit der Meinung, dass ein regelmässiger Austausch stattfindet: „Ja, auf jeden Fall, schon alleine, weil wir im gleichen Team sind. Frau […] ist ja auch meine Vorgesetzte.“ [Experte Schilw Schule C]. An Schule D ist dieser Austausch so organisiert, dass der Experte der schulinternen Lehrerweiterbildung gleichermassen auch Teil des Teams Schulentwicklung ist. „Der ist so organisiert, dass ich als Schilw-Verantwortlicher Teil von der Schulentwicklungsgruppe bin. Den Link sollte ich darstellen.“ [Experte Schilw Schule D]. Aufgrund der Konstellation der Teams, welche z.T. aus nur ein bis zwei Mitgliedern, bestehend aus dem Vorgesetzten und dem jeweiligen Verantwortlichen, gebildet wurden, ist es jedoch zweifelhaft, ob ein zweckmässiger Ideenaustausch auf Augenhöhe auch wirklich stattfinden kann.

Hingegen erfolgt an den Schulen B und E kein regelmässiger Wissenstransfer zwischen den Verantwortlichen beider Segmente. „Ja, das gibt es eigentlich in dem Sinne nicht so. […]“ [Experte Schilw Schule E]. Der Experte von Schule B begründet dies jedoch damit, dass das Team der schulinternen Lehrerweiterbildung lediglich organisatorische Aufgaben wahrnimmt und über keinerlei Entscheidungskompetenzen verfügt (s. Kap. 5.2.2.3 Team schulinterne Lehrerweiterbildung; 5.3.2.2 Ziel-/Konzeptentwicklung schulinterne Lehrerweiterbildung).

„Nein, so kann man das eigentlich nicht sagen. Wir treffen uns im Rahmen von QEL und Schilw so nicht. […]. Ein Austausch findet eigentlich weniger statt. Aber noch einmal: Wir sind eigentlich eher die Organisatoren von Schilw, wir sind nicht für die Themenauswahl verantwortlich. […]. Ich denke aber, dass die Schulleitung das aufeinander abstimmt“. [Experte Schilw Schule B].

Die Verantwortung über die Abstimmung dieser Bereiche wird vom Experten der Schule B an die Schulleitung delegiert. Gemäss der getätigten Aussage dieses Experten in Kapitel 5.3.2.1 Ausrichtung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung am Schulprogramm kann allerdings geschlussfolgert werden, dass sich die schulinterne Lehrerweiterbildung an Schule B nicht am Schulprogramm orientiert, weshalb hier keine kontinuierliche Abstimmung beider Segmente gegeben ist. ← 248 | 249 →

In Anlehnung an die Aussage des Experten von Schule B stellt sich aber auch generell für die Schulen die Frage, ob nicht ein kollegialer Austausch zwischen dem Team Schulentwicklung und dem Team schulinterne Lehrerweiterbildung als ausführende Organe wünschenswert wäre oder ob die Abstimmung beider Segmente weiterhin allein durch die Schulleitung erfolgen sollte?

Zwischenfazit

Grundsätzlich bestehen an rund der Hälfte der befragten Schulen (A, C, D) Schnittstellen zwischen dem Team schulinterne Lehrerweiterbildung und dem Team Schulentwicklung. Allerdings bestehen die Teams der Schulentwicklung an den Schulen C und D nur aus einer bzw. zwei Person, wobei diese Personen in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen, weshalb ein wirklich ideenanreichender Austausch beider Teams fragwürdig erscheint. An den übrigen Schulen (B und E) findet kein permanenter teamübergreifender Austausch statt. Die Verantwortung für eine Abstimmung beider Bereiche wird vom Experten der Schule B an die Schulleitung delegiert.

5.4.2.4 Beurteilung eines kontinuierlichen kollegialen Austausches schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung

Aufgrund ihrer negativen Antwort im vorherigen Kapitel 5.4.2.3 Kontinuierlicher kollegialer Austausch schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung wurden die Experten der Schulen B und E hinsichtlich ihrer Bewertung eines solchen inhaltlichen Austausches noch einmal befragt. Beide Experten würden die Implementierung eines solchen Austausches an ihren Schulen befürworten. Der Experte von Schule E sieht in einem diesbezüglichen Austausch vor allem den Vorteil, dass dieser seiner Schule, die aus mehreren Schulstandorten besteht, helfen würde, ein „Wir-Gefühl“ zu entwickeln.

„Ich fände das sehr gut. Ich denke mal, wenn sich unsere Schule da mehr Gedanken macht, dann würde das der ganzen Integration mehr helfen, das man sich mehr als eine Schule versteht… […]. […]. Wir sind da wirklich auch in einer Situation, wo die Schulentwicklung unbedingt mehr gefördert werden muss, um da eben auch ein Wir-Gefühl zu entwickeln usw.“ [Experte Schilw Schule E] ← 249 | 250 →

Zwischenfazit

Die Schulen, an denen kein kontinuierlicher Austausch bzw. keine Schnittstellen zwischen den Bereichen schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung besteht, würden die Implementierung eines solchen befürworten.

5.4.2.5 Ziel-/Konzepterreichung Schulentwicklung durch schulinterne Lehrerweiterbildung

Die Frage danach, inwieweit die schulinterne Lehrerweiterbildung bei der Erreichung der Ziele respektive des Konzeptes von Schulentwicklung eine Rolle spielt, war für die meisten Experten der schulinternen Lehrerweiterbildung mühevoll zu beantworten. „Das ist schwierig zu beantworten. […].“ [Experte Schilw Schule A]. Dies kann vor allem auch darauf zurückgeführt werden, dass aus Kapitel 5.3.2.1 Ausrichtung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung am Schulprogramm und 5.2.2.11 Wissen Ziele/Konzept Schulentwicklung klar hervorgeht, dass nicht alle Schulen in diesen beiden Segmenten über ein Konzept verfügen, an welchem sie sich orientieren.

Grundsätzlich verneinen aber nur die Experten der Schulen D und E dieses Item deutlich. Der Experte an Schule E begründet seine Antwort damit, dass die Zuständigkeiten an seiner Schule im Bereich der Schulentwicklung nicht eindeutig geklärt sind, da die Schule diverse Standorte hat.

„Das ist schwierig. Ich denke, das geht nicht so Hand in Hand, weil eben die Schulentwicklung… ja…, weil sich da niemand so in dem Sinne für die Schulentwicklung verantwortlich fühlt. […].“ [Experte Schilw Schule E].

An Schule D beurteilt der Experte dieses aus seiner Perspektive als Mitglied des Teams Schulentwicklung, da dieser noch nicht lange für die schulinterne Weiterbildung zuständig ist.

„Das finde ich eine spannende Frage. Das kann ich nicht sagen, weil ich noch nicht so lange dabei bin, […]. Aber ich als Mitglied der Schulentwicklungsgruppe kann sagen, es läuft eigentlich getrennt voneinander. […].“ [Experte Schilw Schule D].

Der Experte an Schule A verweist lediglich auf einen Einzelfall im Bereich ICT, wo durch schulinterne Weiterbildungskurse ein Schulentwicklungsziel erreicht wurde. „[…] Am Beispiel der ICT war es ganz klar etwas aus der Schulentwicklung […].“ [Experte Schilw Schule A]. Dies scheint jedoch auch an Schule A eher die Ausnahme als die Regel zu sein. ← 250 | 251 →

Dagegen mutmasst der Experte an Schule B unsicher: „Ich denke, sie werden wahrscheinlich besser erreicht, aber nicht voll umfänglich erreicht.“ [Experte Schilw Schule B]. Weitere Bezüge zu seiner Schule bzw. zu konkreten Schulentwicklungszielen und Weiterbildungsinhalten konnte der Experte aber nicht geben. Einzig der Experte von Schule C konnte hier in vollem Masse zustimmen: „Ja, auf jeden Fall. […]. Ja! [Experte Schilw Schule C]. Allerdings sollte hier bedacht werden, dass der Experte dieser Schule aus dem Bereich Schulentwicklung in Kapitel 5.2.2.11 Wissen Ziele/Konzept Schulentwicklung angab, dass es an Schule C kein Gesamtkonzept im Bereich Schulentwicklung gibt. Zudem konnte keiner der Experten Angaben über das Ausmass machen, in welchem dieses erfolgt.

Zwischenfazit

Die Beantwortung dieses Items kennzeichnete sich durch grosse Unsicherheit von Seiten der Experten. Rund die Hälfte der befragten Experten gaben an, das die schulinterne Lehrerweiterbildung überhaupt keine Rolle bei der Zielerreichung im Bereich Schulentwicklung spiele (Experten Schulen D und E). Die anderen Experten konnten hierzu nur vage Angaben machen, was darauf schliessen lässt, dass dies in der schulischen Praxis generell eher nicht der Fall sein wird. Lediglich ein Experte (Experte Schule C) war der Meinung, dass die schulinterne Lehrerweiterbildung an seiner Schule eine Rolle bei der Erreichung der Schulentwicklungsziele spiele, obwohl an dieser Schule kein Gesamtkonzept für Schulentwicklung existiert. Keiner der befragten Experten konnte dies aber kontinuierlich anhand von entsprechenden Beispielen und implementierten Verfahrensweisen belegen.

5.4.2.6 Ist schulinterne Lehrerweiterbildung ein geeignetes Mittel, um die Schulentwicklungsziele/das -konzept zu erreichen?

Alle befragten Experten sind einstimmig der Ansicht, dass die schulinterne Lehrerweiterbildung ein geeignetes Mittel ist, um die Schulentwicklungsziele bzw. das -konzept zu erreichen. Die Experten der Schulen A, C und E halten dies sogar für besonders wichtig. „Ja, halte ich für sehr wichtig. […].“ [Experte Schilw Schule E]. So bezeichnet der Experte von Schule A dies sogar als „Bedingung“.

„Ich finde, das ist eine Bedingung. Sonst würde ich ja Ziele für die Schule setzten, die entweder für die einzelnen nicht relevant sind, oder wo ihre Zusammenarbeit keine Bedeutung hat.“ [Experte Schilw Schule A]. ← 251 | 252 →

Der Experte von Schule C beschreibt dies als „Win-Win-Konstellation“, da der Weiterbildungsbedarf der Lehrpersonen mit den übergeordneten Zielen der Schule verbunden wird.

„Auf jeden Fall, ja. Es ist von mir aus gesehen eine Winning-Konstellation, weil einerseits diese Nähe eben zur Schulentwicklung […] eigentlich erst ermöglicht, dass man einerseits die Lehrpersonen einzeln begleitet [Anmerkung SF: Gemeint ist, dass man den Weiterbildungsbedarf der einzelnen Lehrpersonen in Mitarbeitergesprächen ermittelt.], aber andererseits eben auch […] die Ziele der Schulentwicklung mit reinnimmt. Ich denke, es ist eine optimale Kombination. […].“ [Experte Schilw Schule C].

Auch der Experte an Schule D sieht positive Seiten dieser Kombination, äussert sich aber nicht ganz so enthusiastisch: „Ich denke schon, ja, das Potential da ist.“ [Experte Schilw Schule D]. Somit wird die schulinterne Lehrerweiterbildung als eine adäquate Massnahme zur Erreichung der Schulentwicklungsziele bzw. des -konzeptes von allen Experten anerkannt.

Zwischenfazit

Schulinterne Lehrerweiterbildung wird als ein geeignetes Mittel gesehen, um die Ziele/das Konzept der Schulentwicklung zu erreichen.

5.4.2.7 Zusammenfassung Ergebnisse qualitative Untersuchung

Eine Zusammenfassung der qualitativen Ergebnisse des Untersuchungsbereichs III. Abstimmung zeigt im Folgenden kurz Tabelle 38.

Tabelle 38: Übersicht qualitative Resultate Untersuchungsbereich III. Abstimmung.

Übersicht qualitative Resultate Untersuchungsbereich III. Abstimmung allgemein
 
Eine Verbindung zwischen den beiden Bereichen Schilw und SE wird von den meisten Experten erkannt.
Die Bedeutsamkeit in Bezug auf die Abstimmung der Zielsetzung/Konzepte sowie der Inhalte der Segmente Schilw und SE wird von den Experten nicht gesehen.
Eine inhaltliche Abstimmung der Bereiche Schilw und SE erfolgt an den Schulen nur punktuell.
Eine systematische Ausrichtung der schulinternen Weiterbildungsinhalte am Schulprogramm erfolgt an den befragten Schulen i.d.R. nicht. ← 252 | 253 →
 
Grundsätzlich bestehen an rund der Hälfte der befragten Schulen Schnittstellen zwischen dem Team Schilw und dem Team SE.
Es besteht grundsätzlich kein kontinuierlicher, kollegialer Austausch zwischen dem Team Schilw und dem Team SE.
Die Verantwortung für die Abstimmung der Bereiche Schilw und SE liegt allein bei der Schulleitung.
Die Experten würden die Implementierung eines kontinuierlichen, kollegialen Austausches zwischen dem Team Schilw und dem Team SE befürworten.
 
Schilw spielt im Rahmen der Erreichung der SE-Ziele bzw. des -konzeptes, keine bzw. nur eine geringe Rolle.
Schilw wird als ein geeignetes Mittel gesehen, um die Ziele/das Konzept der SE zu erreichen.
 
Hauptergebnisse:
Die Bedeutsamkeit in Bezug auf die Abstimmung der Zielsetzung/Konzepte sowie der Inhalte der Segmente Schilw und SE wird von den Experten nicht gesehen.
Eine systematische Ausrichtung der schulinternen Weiterbildungsinhalte am Schulprogramm erfolgt an den befragten Schulen i.d.R. nicht.
Es besteht kein kontinuierlicher, kollegialer Austausch zwischen dem Team Schilw und dem Team SE.
Die Verantwortung für die Abstimmung der Bereiche Schilw und SE liegt allein bei der Schulleitung.
Schilw spielt im Rahmen der Erreichung der SE-Ziele bzw. des -konzeptes, keine bzw. nur eine geringe Rolle.
Schilw wird als ein geeignetes Mittel gesehen, um die Ziele/das Konzept der SE zu erreichen.
 

(Quelle: Eigene Darstellung).

5.4.3 Gesamtfazit Ergebnisse Untersuchungsbereich III. Abstimmung

Die Ergebnisse dieses Untersuchungsbereichs zeigen, dass an den befragten Schulen die Ziele/Konzepte der schulinternen Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung nicht aufeinander abgestimmt sind. Die Bedeutsamkeit einer Abstimmung wurde sowohl von den Experten, wie auch von den befragten Lehrpersonen, nicht erkannt. Von daher ist es auch nicht erstaunlich, dass eine systematische Ausrichtung der schulinternen Weiterbildungsinhalte am Schulprogramm an den befragten Schulen i.d.R. nicht erfolgt und eine inhaltliche Abstimmung dieser beiden Bereiche, wenn ← 253 | 254 → überhaupt, nur punktuell stattfindet. Die schulinterne Lehrerweiterbildung spielt demnach im Rahmen der Erreichung der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes derzeit an den teilnehmenden Berufsfachschulen keine bzw. nur eine äusserst geringe Rolle.

Allerdings wird eine Verbindung zwischen den Segmenten schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung von den Experten sehr wohl gesehen, weshalb diese der Meinung sind, dass die schulinterne Weiterbildung ihren „Beitrag“ innerhalb der Schulentwicklung zu leisten habe (s. 5.4.2.1 Abstimmung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung und Ziele/Konzept Schulentwicklung). Aus diesem Grund wird die schulinterne Lehrerweiterbildung von diesen auch als geeignetes Mittel angesehen, um die Ziele/das Konzept der Schulentwicklung zu erreichen. Demgegenüber wird diese Fragestellung von den Lehrpersonen jedoch verneint. Überdies sind die Lehrpersonen auch nicht der Meinung, dass die schulinterne Lehrerweiterbildung bei der Umsetzung der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes in irgendeiner Art und Weise hilfreich sei. Gegensätzlich zu der obigen Auffassung der Experten hat die schulinterne Lehrerweiterbildung demnach nach Meinung der Lehrpersonen keinen „Beitrag“ innerhalb der Schulentwicklung zu leisten.

Grundsätzlich besteht an den teilnehmenden Schulen kein kontinuierlicher, kollegialer Austausch zwischen dem Team schulinterner Weiterbildung und dem Team Schulentwicklung, obwohl es an den Schulen B und D Schnittstellen zwischen diesen gibt. Die Verantwortung für die Abstimmung beider Bereiche obliegt daher allein der Schulleitung. Die Experten würden die Implementierung eines solchen regelmässigen Austausches zwischen den beiden Teams jedoch befürworten.

5.5 Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit

5.5.1 Ergebnisse quantitative Untersuchung

5.5.1.1 Hypothesenüberprüfung IV. Nachhaltigkeit

Die Items 5.1, 5.2, 5.3 und 5.4 zur Überprüfung von H8 wurden ebenfalls einem einseitigen t-Test bei einer Stichprobe mit einem Testwert von gleich fünf unterzogen. ← 254 | 255 →

H8: Der Zielerreichungsgrad von Schulentwicklung ist den Lehrpersonen unzureichend bekannt (Testwert<5).

Tabelle 39: Werte H8.

Illustration

(Quelle: Eigene Darstellung).

Wie Tabelle 39 zeigt, ist 5.1. als einziges Item (höchst) signifikant (t(238)=-5.11, p=.000***). Den Lehrpersonen ist der aktuelle Stand der Zielerreichung der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes unzureichend bekannt, d.h. sie beantworten jene Frage mit einem Mittelwert von signifikant niedriger als fünf. Geringere Defizite zeigen sich bei den anderen Items, die alle einen Mittelwert von grösser als fünf aufweisen. Demnach sind den Lehrpersonen Informationen über die Zielerreichung abgeschlossener Schulentwicklungsprojekte an ihrer Schule ausreichend zugänglich und Ansprechpersonen zur Zielerreichung abgeschlossener Schulentwicklungsprojekte allgemein bekannt. Des Weiteren vertreten die Lehrkräfte die Ansicht, von der Schulleitung bzw. dem Schulentwicklungsteam bisher ausreichend gut über den Zielerreichungsgrad der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes informiert worden zu sein. Jedoch ist anzumerken, dass sämtliche beobachtete Mittelwerte zwar über dem festgelegten kritischen Wert von fünf liegen, allerdings diesen nicht ← 255 | 256 → signifikant übertreffen. Dies lässt somit auf Verbesserungspotenzial auch bei diesen Items schliessen. Da lediglich Item 5.1 Signifikanz erreichte, kann H8 allerdings nur teilweise bestätigt werden.

H9 wurde mit einem einseitigen t-Test bei unabhängigen Stichproben nachgeprüft.

H9: Lehrpersonen mit Funktionsstelle informieren sich mehr über Schulentwicklung als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle.

Tabelle 40: Werte H9.

Illustration

(Quelle: Eigene Darstellung).

Wie man aus Tabelle 40 entnehmen kann, ergeben sich für beide Items höchst signifikante Werte. Lehrpersonen mit Funktionsstelle sprechen öfters mit dem Kollegium über Schulentwicklungsthemen (Mmit=5.51 vs. Mohne=4.44, t(230)=4.20, p=.000***) und informieren sich auch öfters persönlich über Schulentwicklung (Mmit = 5.68 vs. Mohne=4.65, t(230)=3.84, p=.000***) an ihrer Schule. H9 kann somit angenommen werden.

Auch H10, die Item 2.5 abbildete, wurde mit einem einseitigen t-Test bei unabhängigen Stichproben überprüft.

H10: Lehrpersonen mit Funktionsstelle halten eine regelmässige Information über den Stand der Zielerreichung der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes für wichtiger als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle. ← 256 | 257 →

Tabelle 41: Werte H10.

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(Quelle: Eigene Darstellung).

Der vorgenommene t-Test zeigt kein signifikantes Ergebnis (p>.05). Lehrpersonen ohne Funktionsstelle halten eine regelmässige Information über den Stand der Zielerreichung der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes für nicht signifikant weniger wichtig als Lehrpersonen mit Funktionsstelle (t(229)=.61, p>.20). Als Konsequenz kann H10 nicht bestätigt werden.

Bei den Hypothesen H11a und H11b kam ein t-Test bei einer Stichprobe zur Überprüfung der Items 6.5, 6.6 und 6.7 für H11a und 6.1, 6.2 sowie 6.3 für H11b zur Anwendung.

H11a: Schulinterne Lehrerweiterbildung beeinflusst die berufliche Situation der Lehrpersonen positiv (Testwert>5).

H11b: Schulentwicklung beeinflusst die berufliche Situation der Lehrpersonen positiv (Testwert>5).

Tabelle 42: Werte H11a und H11b.

Illustration

← 257 | 258 →

Illustration

(Quelle: Eigene Darstellung).

Die Überprüfung der Hypothesen H11a und H11b ergab für alle Items umgekehrte Ergebnisse. Die Zustimmung der Teilnehmenden zu allen Items war nicht signifikant höher als der im Vorfeld festgelegte Testwert von fünf, sondern höchst signifikant bzw. hoch signifikant (Item 6.6) niedriger. Die befragten Lehrpersonen sind somit nicht der Ansicht, dass die schulinterne Lehrerweiterbildung allgemein ihren Unterricht, ihre beruflichen Fähigkeiten als Lehrpersonen und/oder ihren schulischen Alltag verbessert. Die kongruent konstruierten Items zum Thema Schulentwicklung zeigen sogar eine tendenzielle noch geringerer Zustimmung (s. Mittelwerte). H11a und H11b können somit nicht angenommen werden. Im Gegenteil: Die Ergebnisse offenbaren erhebliche Defizite bezüglich der wahrgenommenen Effektivität von schulinterner Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung hinsichtlich der Verbesserung der beruflichen Situation als Lehrperson.

5.5.1.2 Unterstützung Umsetzung Inhalte Schulentwicklung/Lehrerweiterbildung Unterricht

Weiterhin wurde untersucht, inwiefern die Lehrpersonen Unterstützung bezüglich der Umsetzung von Schulentwicklung/Lehrerweiterbildung in ihren Unterricht wünschen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Lehrende hier generell keinen besonders grossen Bedarf sehen und stattdessen unabhängig bleiben möchten. Ein einseitiger t-test zum Vergleich von Mittelwerten zeigt eindeutig, dass Lehrende generell keine bzw. nur eine geringe Unterstützung bei der Umsetzung der Inhalte der Schulentwicklung in ihrem Unterricht wünschen (Item 6.4: M=3.75, SD=1.58, t(239)= -12.196, p=.000***, M=3.75, SD=1.58, p=.000*** (Testwert von fünf)). Auch bei der schulinternen Lehrerweiterbildung zeigt sich das gleiche ← 258 | 259 → Bild: Lehrkräfte legen keinen grossen Wert darauf, Unterstützungsleistungen bei der Implementierung von Inhalten der schulinternen Lehrerweiterbildung in ihrem Unterricht zu erhalten (Item 6.8: M=3.87, SD=1.61, t(240)=-10.892, p=.000*** (Testwert von fünf)).

Das Antwortverhalten der Funktionsstelleninhaber (Team erweiterte Schulleitung (Item 6.4: M=3.45, SD=2.02, t(10)=-2.54, p=.015*; Item 6.8: M=3.72, SD=1.79, t(10)=-2.35, p=.020*)), Q-Team (Item 6.4: M=3.70, SD=1.77, t(9)=-2.327, p=.023*; Item 6.8: M=4.10, SD=1.73, t(9)=-1.646, p=.067) und Team schulinterne Lehrerweiterbildung (Item 6.4: M=4.25, SD=1.22, t(11)=-2.138, p=.028*; Item 6.8: M=4.25, SD=1.42, t(11)= -1.827, p=.048*)), unterscheidet sich hier nur unwesentlich von den übrigen Lehrkräften. Allein die sonstigen Funktionsstelleninhaber wünschen sich signifikant bzw. marginal signifikant weniger Unterstützung bei der Implementierung der Inhalte der Schulentwicklung als die Lehrenden ohne Funktionsstelle (Mdiff=-.59, ptwo-tailed=.012*) und die Lehrkräfte im Team schulinterne Lehrerweiterbildung (Mdiff=-.88, ptwo-tailed=.076).

5.5.1.3 Zukünftige Information Zielerreichungsgrad Schulentwicklung

Im Durchschnitt möchten alle Lehrer zukünftig gut von der Schulleitung bzw. dem Team Schulentwicklung über den Zielerreichungsgrad der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes informiert werden. Dies äussert sich statistisch darin, dass die Antwort auf die entsprechende Frage den Wert von fünf signifikant übersteigt (M=5.24, SD=1.52, t(237)=2.431, p=.008**). Am wenigsten möchten die Lehrpersonen ohne Funktionsstelle über den Zielerreichungsgrad der Schulentwicklung informiert werden (M=4.9752, SD=1.58358). Deren Informationsbedarf ist bei einem einseitigen Mittelwertvergleichstest signifikant niedriger als jener der erweiterten Schulleitung (Mohne vs. MSL, t(130)=-1.87, p=.032*).

5.5.1.4 Bekanntheit Massnahmen abgeschlossener Schulentwicklungsprojekte

Die Massnahmen aus abgeschlossenen Schulentwicklungsprojekten sind den Lehrern eher unterdurchschnittlich gut bekannt und hoch signifikant niedriger als der Schwellenwert von fünf (M=4.68, SD=1.59, t(239)=-3.131, p=.001**). Zweiseitige Posthoc-Tests machen deutlich, dass diese den Lehrpersonen ohne Funktionsstelle signifikant weniger bekannt sind als den Mitgliedern der erweiterten Schulleitung (Mdiff=-1.17, p=.017*), ← 259 | 260 → den Mitgliedern des Teams Schulentwicklung (Mdiff=-1.53, p=.003**) und den Lehrpersonen mit sonstigen Funktionsstelle (Mdiff=-.45, p=.047*), jedoch nicht als den Mitgliedern des Teams der schulinternen Lehrerweiterbildung (Mdiff=-.13, p>.40). Weiterhin sind die Mitglieder des Schulentwicklungsteams signifikant besser über abgeschlossene Schulentwicklungsprojekte informiert als die Mitglieder des Teams der schulinternen Lehrerweiterbildung (Mdiff=1.40, p=.036*). Die Ergebnisse lassen somit insgesamt auf ein Informationsdefizit hinsichtlich abgeschlossener Schulentwicklungsprojekte und deren Massnahmen seitens der Lehrkräfte ohne Funktionsstelle, aber auch seitens der Lehrkräfte im Team der schulinternen Lehrerweiterbildung schliessen.

5.5.1.5 Zusammenfassung Ergebnisse quantitative Untersuchung

Tabelle 43 resümiert an dieser Stelle die quantitativen Ergebnisse des Untersuchungsbereichs IV. Nachhaltigkeit.

Tabelle 43: Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit.

Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit allgemein
 
Den Lehrpersonen ist der Zielerreichungsgrad der SE-Ziele/des -konzeptes unzureichend bekannt.
Den Lehrpersonen sind Informationen über den Zielerreichungsgrad abgeschlossener SE-Projekte in ausreichendem Masse zugänglich.
Den Lehrpersonen sind Ansprechpersonen zur Zielerreichung abgeschlossener SE-Projekte allgemein bekannt.
Die Lehrpersonen wurden bisher ausreichend über den Zielerreichungsgrad abgeschlossener SE-Projekte informiert.
 
Lehrpersonen mit Funktionsstelle informieren sich persönlich mehr über SE als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle.
Lehrpersonen mit Funktionsstelle sprechen mit Kollegen öfter über SE als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle.
Lehrpersonen mit/ohne Funktionsstelle halten eine regelmässige Information über den Stand der Zielerreichung der SE-Ziele/des -konzeptes gleichermassen für wichtig.
Alle Lehrpersonen möchten zukünftig über den Zielerreichungsgrad der SE-Ziele/des -konzeptes informiert werden.
Massnahmen abgeschlossener SE-Projekte sind den Lehrpersonen unzureichend bekannt. ← 260 | 261 →
 
Hauptergebnisse:
Den Lehrpersonen ist der Zielerreichungsgrad der SE-Ziele/des -konzeptes unzureichend bekannt.
Die Lehrpersonen wurden bisher ausreichend über den Zielerreichungsgrad abgeschlossener SE-Projekte informiert.
Lehrpersonen mit/ohne Funktionsstelle halten eine regelmässige Information über den Stand der Zielerreichung der SE-Ziele/des -konzeptes gleichermassen für wichtig.
Massnahmen abgeschlossener SE-Projekte sind den Lehrpersonen unzureichend bekannt.
 
Übersicht quantitative Resultate Schilw Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit
 
Schilw verbessert den Unterricht der einzelnen Lehrperson nicht.
Schilw verbessert die beruflichen Fähigkeiten der einzelnen Lehrperson nicht.
Schilw verbessert den beruflichen Alltag der Lehrpersonen nicht.
Lehrpersonen wünschen sich keine Unterstützung bei der Umsetzung von Schilw-Inhalten in ihrem Unterricht
 
Hauptergebnisse:
Schilw hat keinen (positiven) Einfluss auf die berufliche Situation (Unterricht, berufliche Fähigkeiten, beruflicher Alltag) der einzelnen Lehrpersonen.
Lehrpersonen wünschen sich keine Unterstützung bei der Umsetzung von Schilw-Inhalten in ihrem Unterricht.
 
Übersicht quantitative Resultate SE Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit
 
SE verbessert den Unterricht der einzelnen Lehrperson nicht.
SE verbessert die beruflichen Fähigkeiten der einzelnen Lehrperson nicht.
SE verbessert den beruflichen Alltag der Lehrpersonen nicht.
Lehrpersonen wünschen sich keine Unterstützung bei der Umsetzung von SE-Inhalten in ihrem Unterricht.
 
Hauptergebnisse:
SE hat keinen (positiven) Einfluss auf die berufliche Situation (Unterricht, berufliche Fähigkeiten, beruflicher Alltag) der einzelnen Lehrpersonen.
Lehrpersonen wünschen sich keine Unterstützung bei der Umsetzung von SE-Inhalten in ihrem Unterricht.
 

(Quelle: Eigene Darstellung). ← 261 | 262 →

5.5.2 Ergebnisse qualitative Untersuchung

5.5.2.1 Verbesserung Unterricht der einzelnen Lehrperson durch Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung

Dieses Interviewitem (s. Item 1d. in Kap. 5.2.2.1.3 Inhalt) wurde von den Probanden bezüglich des Inhalts der schulinternen Lehrerweiterbildung anstatt auf die Ziele/das Konzept bezogen beurteilt. Dies erscheint insofern nicht überraschend, da bereits in Kapitel 5.3.2.2 Ziel-/Konzeptentwicklung schulinterne Lehrerweiterbildung festgestellt wurde, dass die meisten der befragten Schulen (Schule A, B, C, D) ihre schulinterne Weiterbildung nicht nach einem übergeordneten Konzept ausrichten. Die Mehrheit der befragten Experten ist sich indes sicher, dass die Inhalte der schulinternen Lehrerweiterbildung auch Einzug in den Unterricht der einzelnen Lehrperson finden und diesen auch optimieren. Allerdings lassen sich die Aussagen der Experten nicht durch konkrete Zahlen anhand durchgeführter Erhebungen fundieren.

Der Experte von Schule D begründet seine Aussage damit, dass die inhaltlichen Inputs der schulinternen Weiterbildung oftmals von der Lehrerschaft selber stammen (s. Kap. 5.3.2.2 Ziel-/Konzeptentwicklung schulinterne Lehrerweiterbildung) und folglich dann auch im Unterricht umgesetzt werden. Als Beispiele hierfür nennt er die Inhalte der letzten Weiterbildungen (vgl. Kap. 5.2.2.4 Inhalte schulinterner Lehrerweiterbildung).

„Ja, auf jeden Fall. Schulseminar digitale Medien, je nachdem dann auch die Dropbox […] oder die Facebook-Seite oder What’s-App-Sachen werden dann auch genutzt […]. Also, wenn man die Basis fragt, viele Inputs kommen ja auch von der Basis, der Lehrerschaft. Und wenn man das aufnimmt und umwandelt, dann wird das auch genutzt.“ [Experte Schilw Schule D].

In gleicher Weise argumentiert auch der Experte von Schule C. Aus seiner Aussage geht auch hervor, dass aufgrund der privaten Trägerschaft von Schule C (Kap. 5.4.1 Vorstellung der partizipierenden Schulen) eventuell mehr Mittel zur Unterstützung der schulinternen Weiterbildung und somit auch der Lehrpersonen zur Verfügung stehen als bei den anderen Schulen in kantonaler Trägerschaft. Inhaltlich bezieht er sich allerdings auf eher kurzfristige Unterstützungsaktivitäten, wie z.B. Krisenintervention, anstatt auf strategische Ziele der schulinternen Weiterbildung. ← 262 | 263 →

„Verbessert ihn, würde ich jetzt sagen, wesentlich, weil wir eben wirklich sehr dadurch, dass wir eben auch die Mittel und die Möglichkeit haben, […], in diesem Fall die Berufsfachschule, auch spezifisch nach ihren Bedürfnissen zu fragen, wo aus pädagogischer Sicht, wo aus methodisch-didaktischer Sicht Bedarf besteht, persönliche Begleitung und, und, und… […]. Da ist man natürlich schon sehr nahe am Unterricht und an dem, was eigentlich auch der aktuelle Bedarf ist. Also auch ad hoc Interventionen, Kriseninterventionen, das wird alles sehr unterstützt und begleitet.“ [Experte Schilw Schule C].

Entgegen dieser Aussagen der Experten C und D wurde aber in Kapitel 5.3.2.2 Ziel-/Konzeptentwicklung schulinterne Lehrerweiterbildung von diesen herausgestellt, dass die Bedürfnisse der Lehrkräfte im Hinblick auf die schulinternen Weiterbildungsinhalte eine eher untergeordnete Rolle spielen. Von daher müsste eine Optimierung des Unterrichts unabhängig von den Bedürfnissen der Lehrerschaft beurteilt werden.

Hingegen unterscheidet der Experte von Schule A zwischen schulinternen Weiterbildungsinhalten, welche direkt bzw. indirekt den Unterricht der Lehrpersonen beeinflussen. Seiner Meinung nach ist der Einfluss der Weiterbildungsinhalte demnach unterschiedlich stark: „Ich überlege jetzt einfach, weil es nicht immer gleich ist. […].“ [Experte Schilw Schule A]. Als Beispiel für einen indirekten Einfluss auf den Unterricht der einzelnen Lehrkraft nennt er das Thema „Gewalt-/Suchtprävention“.

„[…]. Andere Jahre, wir hatten ja mal das Thema Gewalt-/Suchtprävention […], dort ist es weniger fasslich. Aber auch dort würde ich sagen, weil wir aufgrund von dem Interventionsschemen entwickelt haben, die im Moment mehr oder weniger unbestritten sind. Also, welche die Leute auch anwenden würden, wenn sie das hätten oder auch anwenden, wenn es einen Konflikt gibt.“ [Experte Schilw Schule A].

Ebenso hat der Experte von Schule E diesbezüglich positive Rückmeldungen von der Lehrerschaft an seiner Schule bekommen. „[…]. Ja, das hoffen wir natürlich schon. Da haben wir auch ganz gut Rückmeldung bekommen, dass da die Anregungen aufgenommen werden. […].“ [Experte Schilw Schule E]. Wogegen die Aussage des Experten von Schule B zwar in dieser Beziehung zwar hoffungsvoll, aber auch sehr unsicher erscheint. „Ich hoffe es, ich glaube schon, dass ein Grossteil der Lehrpersonen etwas mitnimmt und dieses auch anwendet.“ [Experte Schilw Schule B]. ← 263 | 264 →

Zwischenfazit

Da die meisten der befragten Schulen, mit Ausnahme von Schule E, ihre schulinterne Lehrerweiterbildung nicht nach einem Konzept ausrichten, kann geschlussfolgert werden, dass ein Zusammenhang zwischen den Zielen/Konzept von schulinterner Weiterbildung und einer Optimierung des Unterrichts der Einzellehrperson nicht erkannt wurde. Folgendes lässt sich aber in Bezug auf eine Verbesserung des Unterrichts anhand der Inhalte der schulinternen Weiterbildung festhalten: Alle Experten sind der Ansicht, dass die Inhalte der schulinternen Lehrerweiterbildung den Unterricht verbessern. Allerdings konnten von Seiten der Experten keine empirischen Daten vorgelegt werden, welche diese Sichtweise untermauern. Zudem erscheint die Aussage des Experten von Schule A plausibel, dass bestimmte Weiterbildungsinhalte den Unterricht unterschiedlich stark beeinflussen.

5.5.2.2 Modifizierung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung bzw. Unterstützungsleistungen zur Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson

In Kapitel 5.5.2.1 Verbesserung Unterricht der einzelnen Lehrperson durch Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung wurde dargestellt, dass sich der Experte von Schule B entgegen der anderen Experten im Hinblick auf die vorhergehende Fragestellung besonders unsicher äusserte. Deshalb wurde allein dieser Experte zu einer Modifizierung der Ziele oder des Konzeptes der schulinternen Lehrerweiterbildung bzw. zu entsprechenden Unterstützungsleistungen befragt, welche die Lehrkräfte erhalten sollten, damit der Unterricht der Einzellehrperson sich durch diese verbessern könnte (s. Item 6d in Kapitel 5.2.2.1.3 Inhalt).

Der Experte von Schule B konnte zu der Modifizierung der Ziele oder des Konzeptes an seiner Schule allerdings nichts beitragen: „Nein, eine Idee habe ich eigentlich nicht. […].“ [Experte Schilw Schule B].

Zwischenfazit

Zu einer erfolgreichen Modifizierung der Ziele/des Konzeptes der schulinternen Lehrerweiterbildung bzw. zu gewünschten Unterstützungsleistungen konnte von Seiten des Experten B nichts beigetragen werden. ← 264 | 265 →

5.5.2.3 Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten durch Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung

Dieses Item 4d wurde ebenso wie Item 1d in Kapitel 5.5.2.1 Verbesserung Unterricht der einzelnen Lehrperson durch Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung von den Experten nicht hinsichtlich der Zielsetzung/der Konzeption der schulinternen Lehrerweiterbildung beantwortet, sondern im Hinblick auf die jeweiligen Weiterbildungsinhalte. Dies spricht auch hier dafür, dass ein Zusammenhang zwischen den Zielen/dem Konzept der schulinternen Weiterbildung und einer Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen von den Experten nicht erkannt wurde. Alle Probanden äusserten sich dahingehend positiv, dass die Inhalte bzw. die schulinternen Lehrerweiterbildung allgemein zu einer Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten160 der Lehrkräfte beitragen.

Von der Mehrheit der Probanden (Experte Schilw Schule A, D und E) wurde dahingehend aber lediglich der soziale Aspekt der schulinternen Lehrerweiterbildung, welcher sich positiv auf die kollegiale Zusammenarbeit auswirkt, herausgestellt und nicht die Fachlichkeit bzw. gemäss Rolff (2006) die Unterrichtsentwicklung an sich in den Vordergrund gestellt (s. Kap. 3.4.1.3 Unterrichtsentwicklung).

Nach Meinung des Experten von Schule D wirkt sich der oben bereits erwähnte soziale Aspekt vor allem auf die Schulkultur seiner Schule aus:

„Unbedingt! Auch der Austausch mit den Lehrern ist sicher noch spannend, wenn man sich beruflich am Abend in einem Kurs austauscht oder so. Dass die Leute mal wieder zusammensitzen, das geht wirklich in die Schulkultur rein, […].“ [Experte Schilw Schule D].

Für den Experten von Schule A ist der soziale Aspekt primär aufgrund der verschiedenen Schulhäuser seiner Schule wichtig. Da sich so Lehrpersonen im Rahmen der schulinternen Weiterbildung Lehrpersonen begegnen, die sich im normalen Schulalltag nur selten sehen.

„Das müssten sie ja… Aber ich glaube der Haupteffekt von der Veranstaltung ist immer der soziale Aspekt, weil wir ja verschiedene Schulhäuser haben. […]. Dass man ← 265 | 266 → mit Leuten zusammenarbeitet, die man schon ganz lange nicht mehr gesehen hat und das überlagert natürlich alles andere. […].“ [Experte Schilw Schule A].

Darüber hinaus wird seiner Meinung nach durch das Konzept der schulinternen Lehrerweiterbildung aber auch die Berufsidentität der Lehrkräfte bezüglich des Lehrberufs gefördert, was besonders für Berufskundelehrer161, welche vorher einer anderen Profession nachgingen, von Bedeutung ist.

„[…] Aber was auch noch wichtig ist, ist die Förderung der beruflichen Identität, […]. Dass es eine Berufsidentität gibt, die bedeutet, ich verstehe mich z.B. im FaBe-Bereich [Anmerkung SF: Gemeint ist der Bereich der Fachpersonen Betreuung.162] als Lehrperson so oder so und nicht als Psychologin in der Schule, um es pointiert zu sagen oder Sozialarbeiter, sondern als Lehrperson. […].“ [Experte Schilw Schule A].

Auch der Experte von Schule E bezieht sich in seiner Aussage rein auf diesen Aspekt, welcher seiner Ansicht nach das Schulklima langfristig positiv beeinflusst.

„[…]. Wir sind da meistens auch gemeinsam weggefahren und haben da so viel gemeinsam erlebt. Das man eben auch nach Jahren immer noch darüber spricht: „Weisst du noch damals in…?“ Das waren wirklich Highlights der Zusammenarbeit und hat zusammen geschweisst und dazu geführt, dass man an einem Strick zieht… und zusammen eigentlich Lernprozesse der Lernenden fördern möchte.“ [Experte Schilw Schule E].

Der Experte von Schule B betont in seiner Antwort, dass sich die anstehende schulinterne Weiterbildung inhaltlich komplett auf den Bereich Teambuilding fokussiert. „[…]. In unserer nächsten Schilw im Juni geht es beispielsweise rein um Teambuilding und Austausch und das bringt sehr, sehr viel. […].“ [Experte Schilw Schule B].

Allein der Experte von Schule C beschreibt im Rahmen der Optimierung der Arbeitsmarktfähigkeit der Lehrpersonen durch die Ziele/das Konzept der schulinternen Weiterbildung auch weitere Themen aus dem Bereich der Personalentwicklung (s. Kap. 3.4.1.2 Personalentwicklung) sowie bildungspolitische Inhalte. ← 266 | 267 →

„Eindeutig! Vom Selbst- und Zeitmanagement bis zur Arbeitsorganisation und eben auch bildungspolitische, in unserem Fall […] Themen. […].“ [Experte Schilw Schule C].

Zwischenfazit

Angesichts der gegebenen Antworten der Experten kann auch hier geschlussfolgert werden, dass eine Verbindung zwischen den Zielen/Konzept von schulinterner Lehrerweiterbildung und einer Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen von den Experten nicht erkannt wurde. In Bezug auf eine Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten durch die Weiterbildungsinhalte lässt sich folgendes festhalten: Die Experten bewerten vor allem den sozialen Aspekt der schulinternen Lehrerweiterbildung für die Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen als bedeutsam. Die thematischen Weiterbildungsinhalte scheinen demgegenüber eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.

5.5.2.4 Verbesserung Unterricht der einzelnen Lehrperson durch Ziele/Konzept Schulentwicklung

Dieses Interviewitem war für die befragten Experten besonders schwer zu beantworten, was sich auch darin zeigt, dass sich die Antworten der Experten nicht auf die implementierten Ziele oder das Konzept von Schulentwicklung, sondern im Fall von Schule B und C auf die Inhalte der schulinternen Weiterbildung respektive auf Massnahmen der Abteilung Personalentwicklung bezogen und bei den Schulen A und E einzig der formale Aspekt des Lernendenfeedbacks des Qualitätsmanagementsystems aufgegriffen wurde. Insofern wurde eine Verbindung zwischen der Ziel- bzw. des Konzeptformulierung im Bereich Schulentwicklung und einer Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson von den Experten nicht erkannt.

Nach Meinung des Experten von Schule B haben die Inhalte von Schulentwicklung nur einen Einfluss auf den Unterricht der Einzellehrperson, wenn dieser direkt angesprochen wird, wie dieses im Fall von Unterrichtsentwicklung der Fall ist. „Den Unterricht der einzelnen Lehrpersonen beeinflusst es wenig, wenn dieser nicht direkt thematisiert wird. […].“ [Experte SE Schule B]. Als Beispiel beschreibt er eine schulinterne Weiterbildung, welche Präsentationstechniken zum Inhalt hatte: „[…]. Wir haben da eine Schilw mal gehabt: Wie präsentiert man besser? […]. Das war da so ein Punkt. […].“ [Experte SE Schule B]. ← 267 | 268 →

Als Begründung für die geringen Auswirkungen der Inhalte von Schulentwicklung auf den Unterricht der Einzellehrperson führt der Experte von Schule B die inhaltliche Gewichtung der Schulleitung an.

„[…]. Man legt eben wahrscheinlich mehr Gewicht auf Reglemente und Vorschriften vom Kanton, welche von der Schulleitung als wichtiger angesehen werden, als vielleicht auf Schulentwicklung im Unterricht selber. […].“ [Experte SE Schule B].

Überdies weist er der Lehreraus- und -weiterbildung und demnach nicht der Schulentwicklung im Bereich Unterrichtsentwicklung eine erhöhte Verantwortungsfunktion in dieser Beziehung zu.

„[…]. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass jede einzelne Lehrperson mal einen Didaktikkurs besucht hat, […], hat Weiterbildung gemacht. Also sollte man erwarten können, dass der Unterricht dementsprechend gut ist. […].“ [Experte SE Schule B].

Auch an Schule C hat die Schulentwicklung wenig zur Weiterentwicklung des Unterrichts beigetragen: „[…]. Das haben wir [Anmerkung SF: Gemeint ist die Personalabteilung.] jetzt selbst weiterentwickelt, da hat die Schulentwicklung wenig unterstützt, […].“ [Experte SE Schule C]. An Schule C hat die Personalabteilung für einen bestimmten Ausbildungsberuf alle Unterrichtsmaterialen standarisiert.

„[…] Unsere ganze […]-Ausbildung ist standardisiert. Das erste Semester ist fertig, das zweite Semester kommt, […]. Somit findet Schulentwicklung natürlich überall ein bisschen statt. […].“ [Experte SE Schule C].

Die Aussagen der Experten der Schulen A und D beziehen sich, wie anfangs schon erläutert, auf den inhaltlichen Bestandteil Lernendenfeedback des implementierten Qualitätsmanagementsystems (s. Kap. 5.2.2.7 Organisation Schulentwicklung). Nach Auffassung beider Experten ist diese Massnahme vornehmlich für eine Steigerung der Unterrichtsqualität im Bereich Schulentwicklung verantwortlich.

„Die Lehrpersonen müssen ja auch Feedbacks machen, die dann den Unterricht immer wieder reflektieren. Sie müssen sich selber Ziele machen. Durch das gibt es auch eine Steigerung im Unterricht. […].“ [Experte SE Schule A].

So antwortete auch der Experte von Schule D:

„[…] Ich würde mal so sagen, das ganze Qualitätsmanagementsystem beinhaltet als eine Massnahme, dass man sich ständig verbessern will und ein Instrument dafür ← 268 | 269 → sind die Befragungen bei den Lernenden. Das fliesst dann ja an die Lehrpersonen zurück. […].“ [Experte SE Schule D].

Zwischenfazit

Gemäss der Aussagen der befragten Experten wurde ein Zusammenhang zwischen den Zielen/dem Konzept der Schulentwicklung und einer Optimierung des Unterrichts der einzelnen Lehrperson von diesen nicht erkannt. Vielmehr sehen die befragten Experten die Inhalte der schulinternen Lehrerweiterbildung, sofern sich diese auf den Bereich der Unterrichtsentwicklung beziehen und das Instrument des Lernendenfeedbacks als direkte Antriebskräfte für eine Optimierung des Unterrichts der Einzellehrperson.

5.5.2.5 Modifizierung Ziele/Konzept Schulentwicklung bzw. Unterstützungsleistungen zur Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson

Aufgrund der negativen Beurteilung des Einflusses von Schulentwicklung auf den Unterricht der Einzellehrperson im vorhergehenden Kapitel 5.5.2.4 Verbesserung Unterricht der einzelnen Lehrperson durch Ziele/Konzept Schulentwicklung wurde der Experte von Schule B noch einmal zur Modifizierung der Ziele/des Konzeptes von Schulentwicklung bzw. nach Unterstützungsleistungen zur Optimierung des Unterrichts der einzelnen Lehrkraft befragt. Von einer Befragung des Experten von Schule C wurde hier abgesehen, da Schulentwicklung an dieser Schule gemäss seiner Aussage in Kapitel 5.2.2.11 Wissen Ziele/Konzept Schulentwicklung keine Ziele/kein Konzept hat.

Nach Ansicht des Experten von Schule B hat weder Schulentwicklung, noch die schulinterne Lehrerweiterbildung einen Einfluss auf den Unterricht der Einzellehrperson. Ob jemand ein guter oder schlechter Lehrer ist, entscheiden seiner Meinung nach bestimmte charakterliche Eigenschaften, welche jedoch durch die Einstellung einer Lehrperson zum Thema Qualität beeinflusst und weiterentwickelt werden können.

„Eine Unterrichtsverbesserung kann nur erreicht werden, wenn die Lehrperson die Qualität ernst nimmt. […]. Ich sage immer nach meinen eigenen Erfahrungen, die Lehrperson vorne ist auch ein Schauspieler und wenn er/sie das nicht ist, neben dem Fachwissen, dann hat er auch keinen guten Unterricht. Die Lehrperson muss sich natürlich auch selber entwickeln. In der Schule und Schilw da kann man noch so viel bringen. […].“ [Experte SE Schule B]. ← 269 | 270 →

Zwischenfazit

Nach Ansicht des Experten von Schule B spielen somit die Ziele/das Konzept von Schulentwicklung sowie auch diesbezügliche Unterstützungsleistungen keine Rolle für die Verbesserung der Unterrichtsqualität der Einzellehrperson.

5.5.2.6 Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten durch Ziele/Konzept Schulentwicklung

Die Probanden zeigten hier ein ähnliches Antwortverhalten wie schon bei Item 1e in Kapitel 5.5.2.4 Verbesserung Unterricht der einzelnen Lehrperson durch Ziele/Konzept Schulentwicklung. Demnach scheinen die Einflüsse im Sinne einer Aufwertung, welche die Ziele/das Konzept von Schulentwicklung auf den Unterricht und die beruflichen Fähigkeiten der Lehrkraft allgemein haben, sich aus Expertensicht nicht oder nur geringfügig zu unterscheiden. Auch hier beziehen sich die Antworten vielfach nicht auf die implementierten Ziele/das Konzept von Schulentwicklung, sondern auf die persönliche Einstellung des Probanden (Experte B) und die Bestandteile des Qualitätsmanagementsystems (Experten A und D). Des Weiteren gaben die Experten der Schulen B und D an, dieses Item besonders „heikel“ in der Beantwortung zu finden.

Der Experte von Schule B bezeichnete jedoch im Vergleich zu Item 1e diese Fragstellung als „ganz heikel“. „Das ist eine ganz heikle Frage, nicht nur schwierig, sondern ganz heikel. […].“ [Experte SE Schule B]. Er legitimiert diese Äusserung damit, dass auch Lehrer, welche den Standards nicht genügen und demnach ihre beruflichen Fähigkeiten nicht weiterentwickeln oftmals lange unentdeckt bleiben.

„[…] Wenn man in der Industrie nicht genügt, dann muss man gehen. Aus, Punkt, fertig. Wenn man hier nicht genügt, dann dauert es ganz lange bis das erkannt wird […] und bis die Person dann entlassen wird. […].“ [Experte SE Schule B].

Aber auch wie bereits bei den vorhergehenden Item 1e ist der Experte von Schule B der Auffassung, dass die einzelne Lehrkraft sich nur aus eigener Überzeugung selber weiterentwickeln kann. Demnach haben seiner Meinung nach Schulentwicklung oder auch die Vorgaben der Schulleitung keinen Einfluss auf eine Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrperson (s. Kap. 5.5.2.5 Modifizierung Ziele/Konzept Schulentwicklung bzw. Unterstützungsleistungen zur Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson). ← 270 | 271 →

„[…]. Ich glaube einfach, dass nur durch sich selber entwickeln, also die Lehrperson muss den Mut haben, sich immer wieder selber zu entwickeln. Da kann die Schulleitung nicht viel machen. Sie kann höchstens Möglichkeiten zur Weiterbildung, […], anbieten. […].“ [Experte SE Schule B].

Ferner deklariert auch der Experte der Schule D diese Fragestellung als „schwierig“. „Das ist schwierig. […].“ [Experte SE Schule D]. Sein Antwortverhalten gleicht daher sehr dem bereits vorher beantworteten Item 1e. Auch hier bezieht er sich wieder auf die Instrumente des Qualitätsmanagementsystems: „[…] Anders gesagt, wir haben ja einige Instrumente, die da eingreifen, [].“ [Experte SE Schule D]. Ausserdem schreibt er der Lehrerausbildung, wie auch schon Experte B bei der Beantwortung von Item 1e, hier eine Verantwortungsfunktion zu. Da die Ausbildung „[…] gewisse Anforderungen hat […].“ [Experte SE Schule D]. Allerdings trägt seiner Ansicht nach die Ausbildung zur Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Einzellehrperson bei und neben den oben bereits erläuterten Feedbackinstrumenten, eben nicht die Ziele/das Konzept von Schulentwicklung, weshalb es an seiner Schule quantitative Zielsetzungen bezüglich des Ausbildungsstandes der voll ausgebildeten Lehrpersonen gibt.

„[…]. Dass man die in dem Sinn auch überprüft und eigentlich auch dranbleibt, dass die, die das nicht ganz erfüllen, daran arbeiten oder auch die Ausbildung machen. […]. Generell schon, ja, weil wir eine Zielsetzung bezüglich der Ausbildung, des Ausbildungsstandes, haben und das auch verfolgt wird.“ [Experte SE Schule D].

Auch die Antwort des Experten von Schule A bezieht sich nicht auf die Ziele/das Konzept von Schulentwicklung, sondern wie bereits zuvor (s. Item 1e in Kapitel 5.2.2.1.3 Inhalt) auf Feedbackinstrumente des implementierten Qualitätsmanagementsystems, durch welche vor allem die Kommunikation unter den Lehrkräften gefördert wird.

„Ich denke schon. Wir haben ja auch kollegiales Feedback, wir haben verschiedene Teams, je nachdem gibt es ja auch die FIB-Gruppe [Anmerkung SF: Gemeint ist die fachkundige, individuelle Begleitung.], die Weiterbildungsgruppe, es gibt verschiedene Bereiche, wo sie dann auch im Team arbeiten müssen und die Kommunikation gefördert wird. […].“ [Experte SE Schule A].

Der Experte von Schule C ist ebenfalls der Ansicht, dass vor allem die Kommunikation der Lehrer gefördert wird. „Zur Kommunikation sicherlich, […].“ [Experte SE Schule C]. Zudem erscheint dem Experten von Schule C vor allem die dynamische Schulkultur seiner Schule förderlich ← 271 | 272 → für die Entwicklung der Lehrpersonen zu sein, welche hierdurch vielfach für Projekte gewonnen werden können.

„Wir bleiben ja ein dynamisches Umfeld und ich denke, das ist förderlich, […]. […]. Das macht es uns natürlich auch einfach, diese Leute für unsere Projekte zu begeistern […].“ [Experte SE Schule C].

Inwieweit das dynamische Umfeld auf die Ziele/das Konzept von Schulentwicklung zurückzuführen ist, konnte durch den Experten von Schule C indes nicht beantwortet werden.

Zwischenfazit

Gemäss der Aussagen der Probanden scheinen diese zwischen Item 1e und Item 4e nur geringfügige Unterschiede zu sehen. Eine Verbindung zwischen den Ziele bzw. dem Konzept der Schulentwicklung und den beruflichen Fähigkeiten der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt. Vielmehr werden für die Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Einzellehrperson Faktoren, wie beispielsweise die Einstellung sowie der Ausbildungsstand der Lehrkräfte und das Instrument des kollegialen Feedbacks herangezogen. Der Gedanke eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, wie ihn die Schulentwicklung vorsieht (s. Kap. 3.3 Schulentwicklung heute), scheint daher nicht bei allen Experten präsent zu sein. An Schule C wird vor allem die Dynamik des schulischen Umfeldes als Ursache für die Weiterentwicklung der beruflichen Handlungskompetenz der Lehrkräfte gesehen.

5.5.2.7 Zusammenfassung Ergebnisse qualitative Untersuchung

Eine Zusammenfassung über die soeben dargestellten Resultate des Untersuchungsbereichs IV. Nachhaltigkeit bieten nachstehend die Tabelle 44.

Tabelle 44: Übersicht Resultate qualitative Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit.

Übersicht qualitative Resultate Schilw Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit
 
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von Schilw und der Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt.
Die Inhalte von Schilw verbessern den Unterricht der Einzellehrperson positiv.
Verschiedene Schilw-Inhalte beeinflussen den Unterricht unterschiedlich stark. ← 272 | 273 →
 
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von Schilw und der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurde von den Experten nicht erkannt.
Vor allem der soziale Aspekt von Schilw ist für die Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen bedeutsam.
Die fachlichen Weiterbildungsinhalte spielen hinsichtlich einer Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen eine eher untergeordnete Rolle.
 
Hauptergebnisse:
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von Schilw und der Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt.
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von Schilw und der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurde von den Experten nicht erkannt.
Die Inhalte von Schilw verbessern den Unterricht der Einzellehrperson positiv.
Vor allem der soziale Aspekt von Schilw ist für die Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen bedeutsam.
 
Übersicht qualitative Resultate SE Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit
 
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von SE und der Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt.
Die Inhalte von SE haben nur einen Einfluss auf den Unterricht, wenn diese sich direkt auf den Bereich der Unterrichtsentwicklung beziehen.
Das Instrument des Lernendenfeedbacks wird innerhalb der SE als direkte Antriebskraft für eine Optimierung des Unterrichts der Einzellehrperson gesehen.
 
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von SE und der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurde von den Experten nicht erkannt.
Für die Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurden vor allem Faktoren, wie z.B. der Ausbildungsstand, die Einstellung der Lehrperson und das dynamische Umfeld der Schule, verantwortlich gemacht.
Das Instrument des kollegialen Feedbacks wird innerhalb der SE als direkte Antriebskraft für eine Optimierung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen gesehen.
 
Hauptergebnisse:
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von SE und der Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt.
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von SE und der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurde von den Experten nicht erkannt.
 

(Quelle: Eigene Darstellung). ← 273 | 274 →

5.5.3 Gesamtfazit Ergebnisse Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit

Im Allgemeinen muss festgehalten werden, dass die Lehrpersonen im Rahmen der quantitativen Untersuchung angaben, das ihnen Informationen und Ansprechpersonen in Bezug auf den Zielerreichungsgrad von Schulentwicklung zwar zugänglich sowie allgemein bekannt sind, der Zielerreichungsgrad der Schulentwicklungsziele/des -konzeptes selber ihnen aber nur unzureichend bekannt ist. Dies lässt darauf schliessen, dass die Lehrpersonen diese Informationskanäle hinsichtlich des Zielerreichungsgrades aus eigenem Antrieb in nicht ausreichender Art und Weise nutzen. Überraschend erweist sich vor diesem Hintergrund auch das Ergebnis, dass die Lehrkräfte angaben, bisher ausreichend gut über den Zielerreichungsgrad abgeschlossener Schulentwicklungsprojekte informiert worden zu sein, woraus geschlussfolgert werden könnte, dass Informationen hierüber den Lehrpersonen nicht besonders wichtig seien.

Konträr hierzu gaben jedoch die Lehrpersonen mit bzw. ohne Funktionsstelle gleichermassen an, regelmässige Informationen über den Stand der Zielerreichung für wichtig zu halten und auch zukünftig über diesen informiert werden zu wollen. Des Weiteren informieren sich Lehrpersonen mit Funktionsstelle mehr über Schulentwicklung und thematisieren diese auch öfter mit Kollegen, was die These unterstützt, dass Lehrpersonen mit Funktionsstelle über mehr Wissen in diesem Bereich verfügen als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle (s. Kap. 5.3.1.1 Hypothesenüberprüfung II. Ziel-/Konzeptentwicklung). Allerdings sind den Lehrkräften Massnahmen aus abgeschlossenen Schulentwicklungsprojekten nur unzureichend bekannt, was Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Schulentwicklungsprojekten im Allgemeinen aufwirft.

Die Ergebnisse dieses Untersuchungsbereichs offenbaren aber auch z.T. widersprüchliche Aussagen zwischen den interviewten Experten und den restlichen Lehrpersonen der Schulen. Hierbei muss zuerst festgehalten werden, dass eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von schulinterner Lehrerweiterbildung und dem von Schulentwicklung in Verbindung mit einer Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson sowie einer Optimierung der beruflichen Fähigkeiten von Lehrpersonen von den Experten nicht erkannt wurde (s. Kap. 5.3.2.1 Ausrichtung Ziele/Konzept schulinterne Lehrerweiterbildung am Schulprogramm), weshalb sich die folgenden Aussagen der Experten meist lediglich auf die Inhalte der schulinternen Weiterbildung und Schulentwicklung beziehen. Die Aussagen der ← 274 | 275 → übrigen Lehrpersonen beziehen sich dabei auf schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung allgemein (vgl. Kap. 5.2.1.1.3 Inhalt).

Aus den Aussagen der interviewten Experten geht hervor, dass diese der Ansicht sind, dass die Inhalte der schulinternen Lehrerweiterbildung, sowohl den Unterricht der Einzellehrperson, wie auch die beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen, entscheidend verbessern. Konträr zu dieser Sichtweise sind allerdings die Lehrpersonen der Meinung, das die schulinterne Weiterbildung allgemein weder den Unterricht der Einzellehrperson noch die beruflichen Fähigkeiten dieser in irgendeiner Art und Weise optimieren. Allerdings beziehen sich die qualitativ interviewten Experten in ihren Aussagen vor allem auf den sozialen Aspekt der schulinternen Lehrerweiterbildung, nicht auf die fachlichen Inhalte, was darauf schliessen lässt, dass diese eher von geringer Bedeutung sein dürften. Überdies sind die Lehrenden der Ansicht, dass die schulinterne Weiterbildung allgemein ebenfalls keinerlei positive Auswirkungen auf ihren beruflichen Alltag als Lehrperson hat.

Eine ähnliche Diskrepanz zeigt sich auch im Bereich der Schulentwicklung, wobei die Experten ihre Aussagen hier noch weiter spezifizierten. So wird von den Experten die schulinterne Lehrerweiterbildung, sofern sich diese auf den Bereich der Unterrichtsentwicklung bezieht, sowie das Instrument des Lernendenfeedback als förderlich für eine Optimierung des Unterrichts der Einzellehrperson im Rahmen der Schulentwicklung angesehen. Zur Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrenden durch Schulentwicklung werden hier von den Experten Faktoren, wie z.B. die Einstellung, der Ausbildungsstand sowie das Instrument des kollegialen Feedbacks, genannt. Die Lehrpersonen sind hier, wie auch bei der schulinternen Lehrerweiterbildung der Ansicht, dass Schulentwicklung allgemein weder den Unterricht der Einzellehrperson, noch die beruflichen Fähigkeiten und den beruflichen Alltag dieser verbessert.

Insgesamt offenbaren diese Ergebnisse erhebliche Defizite in Bezug auf die Effektivität und Nachhaltigkeit von schulinterner Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung. Die Schulen scheinen ihre schulinterne Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung wenig strategisch zu planen, sondern eher auf operativer Ebene kurzfristig Projekte zu initiieren. Die Lehrpersonen scheinen daher insgesamt erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit dieser Instrumente zu haben, weshalb es auch nicht weiter überraschend erscheint, dass sich diese keine Unterstützung bei der Umsetzung von Inhalten der schulinternen Lehrerweiterbildung und Schulentwicklung in ihrem Unterricht wünschen. ← 275 | 276 →

5.6 Gesamtüberblick Untersuchungsergebnisse

Tabelle 45 fasst zum Schluss noch einmal die Hauptresultate dieser Untersuchung zusammen, bevor diese dann im folgenden Kapitel 7.1 Diskussion der Ergebnisse noch einmal alle Ergebnisse umfassend erörtert werden.

Tabelle 45: Übersicht Hauptresultate insgesamt.

Übersicht Hauptresultate insgesamt
 
Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich I. Wissen/Allgemeines
 
Vollzeitlehrkräfte verfügen über mehr Wissen im Bereich Schilw als Teilzeitlehrkräfte.
Die Ziele/das Konzept von Schilw sind den Lehrpersonen unzureichend bekannt.
 
Vollzeitlehrkräfte verfügen in Bezug auf die Ansprechpersonen im Bereich SE über mehr Wissen als Teilzeitlehrkräfte.
Die Ziele/das Konzept von SE sind den Lehrpersonen bekannt
 
Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich I. Wissen/Allgemeines
 
Die Wichtigkeit von Schilw zeigt sich dadurch, dass diese der Schulleitung direkt unterstellt ist.
Die schulinternen Weiterbildungsinhalte werden von der Schulleitung vorgegeben.
Die Mitglieder des Teams Schilw, welche nicht der (erweiterten) Schulleitung angehören, sind für die Organisation und Planung von Schilw verantwortlich.
Der Wissensstand der Lehrkräfte im Bereich Schilw allgemein an Schulen mit kantonaler Trägerschaft ist äusserst gering.
Der Wissensstand der Lehrkräfte an Schulen mit kantonaler Trägerschaft bezüglich der Zielsetzung/des Konzeptes im Bereich Schilw, wenn vorhanden, ist äusserst gering.
Der Wissensstand der Lehrkräfte an SWchulen mit kantonaler Trägerschaft bezüglich der schulinternen Weiterbildungsschwerpunkte ist äusserst gering. ← 276 | 277 →
 
Die Wichtigkeit von SE zeigt sich dadurch, dass diese der Schulleitung direkt unterstellt ist.
Die SE-Projekte werden von der Schulleitung vorgegeben.
Die Mitglieder des Teams SE, welche nicht der (erweiterten) Schulleitung angehören, sind lediglich für die Organisation und Planung von SE-Projekten verantwortlich.
Die Bedürfnisse der Lehrpersonen sind im Rahmen von SE bedeutend, spielen aber bei der Projektauswahl nur an einer Schule eine zentrale Rolle.
Die SE-Projekte betreffen alle Bereiche der Schulorganisation und nicht schwerpunktmässig den Bereich der Unterrichtsentwicklung.
Der Wissensstand der Lehrkräfte im Bereich SE allgemein an Schulen mit kantonaler Trägerschaft ist sehr heterogen.
Der Wissensstand der Lehrkräfte an Schulen mit kantonaler Trägerschaft bezüglich der Zielsetzung/des Konzeptes im Bereich SE ist, wenn vorhanden, äusserst gering.
Der Wissensstand der Lehrkräfte an Schulen mit kantonaler Trägerschaft bezüglich der initiierten SE-Projekte ist sehr heterogen.
Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Wissensstand der Lehrkräfte im Bereich SE und dem Anstellungspensum sowie der Projektbeteiligung.
Es besteht aus Expertensicht eine gewisse Hohlschuld im Sinne einer Eigenverantwortung im Bereich SE bezüglich des Einholens von Informationen.
 
Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich II. Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess
 
Die Funktionsstelle hat einen Einfluss darauf, inwieweit Lehrpersonen in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess von Schilw einbezogen sind.
Lehrpersonen mit Funktionsstelle verfügen über mehr Wissen über die Ziele/das Konzept von Schilw als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle.
Der Einbezug des Kollegiums in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess im Bereich Schilw wird von den Lehrpersonen als wichtig beurteilt.
Das Kollegium als Ganzes war insgesamt nur äusserst gering am Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess im Bereich Schilw beteiligt.
Die meisten Lehrpersonen bewerten die Erläuterungen der Ziele/des Konzeptes am Konvent im Bereich Schilw signifikant schlechter als im Bereich SE.
Die Inhalte von Schilw decken sich nicht mit den Weiterbildungsbedürfnissen der Lehrpersonen. ← 277 | 278 →
 
Die Funktionsstelle hat einen Einfluss darauf, inwieweit Lehrpersonen in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess von SE einbezogen sind.
Lehrpersonen mit Funktionsstelle verfügen über mehr Wissen über die Ziele/das Konzept von SE als Lehrpersonen ohne Funktionsstelle.
Der Einbezug des Kollegiums in den Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess im Bereich SE wird von den Lehrpersonen als wichtig beurteilt.
Das Kollegium als Ganzes war insgesamt nur äusserst gering am Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess im Bereich SE beteiligt.
Die meisten Lehrpersonen bewerten die Erläuterungen der Ziele/des Konzeptes am Konvent im Bereich SE signifikant besser als im Bereich SE.
 
Übersicht qualitative Resultate Untersuchungsbereich II. Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess
 
Die meisten der befragten Schulen richten ihre schulinterne Lehrerweiterbildung nicht nach übergeordneten Zielen bzw. einem Konzept, wie z.B. dem Schulprogramm, aus.
Die Bedeutsamkeit der Ausrichtung aller schulinternen Weiterbildungsaktivitäten am Schulprogramm als übergeordnete Zielsetzung bzw. Konzeption scheint nicht allen Experten bewusst zu sein.
Die meisten der befragten Schulen betreiben schulinterne Lehrerweiterbildung nur punktuell anhand unterschiedlich gewählter Weiterbildungsschwerpunkte.
Die Entscheidungskompetenz über die Auswahl der schulinternen Lehrerweiterbildungsinhalte liegt allein bei der Schulleitung.
Die Bedürfnisse der Lehrpersonen spielen bei der Auswahl der schulinternen Weiterbildungsinhalte nur eine untergeordnete Rolle.
Es besteht für Lehrpersonen nicht die Möglichkeit sich direkt am Auswahlprozess der schulinternen Weiterbildungsinhalte zu beteiligen.
 
Die Entscheidungskompetenz über die Ziel-/Konzeptentwicklung im Segment SE liegt allein bei der Schulleitung.
Es besteht für die Lehrpersonen nicht die Möglichkeit sich direkt am Ziel-/Konzeptentwicklungsprozess im Bereich SE zu beteiligen.
Grundsätzlich besteht für alle Lehrpersonen aber die Möglichkeit sich an SE, z.B. im Team SE und/oder projektbezogen, zu beteiligen.
Das Interesse der Lehrpersonen sich an SE zu beteiligen ist gering.
 
Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich III. Abstimmung
 
Die Ziele/Konzepte von Schilw und SE sind nicht aufeinander abgestimmt.
Schilw ist kein geeignetes Mittel ist, um die Ziele von SE zu erreichen
Die Lehrpersonen glauben nicht, dass ihnen Schilw bei der Umsetzung der SE-Ziele/des -Konzeptes hilft. ← 278 | 279 →
 
Übersicht qualitative Resultate Untersuchungsbereich III. Abstimmung
 
Die Bedeutsamkeit in Bezug auf die Abstimmung der Zielsetzung/Konzepte sowie der Inhalte der Segmente Schilw und SE wird von den Experten nicht gesehen.
Eine systematische Ausrichtung der schulinternen Weiterbildungsinhalte am Schulprogramm erfolgt an den befragten Schulen i.d.R. nicht.
Es besteht kein kontinuierlicher, kollegialer Austausch zwischen dem Team Schilw und dem Team SE.
Die Verantwortung für die Abstimmung der Bereiche Schilw und SE liegt allein bei der Schulleitung.
Schilw spielt im Rahmen der Erreichung der SE-Ziele bzw. des -konzeptes, keine bzw. nur eine geringe Rolle.
Schilw wird als ein geeignetes Mittel gesehen, um die Ziele/das Konzept der SE zu erreichen.
 
Übersicht quantitative Resultate Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit
 
Den Lehrpersonen ist der Zielerreichungsgrad der SE-Ziele/des -konzeptes unzureichend bekannt.
Die Lehrpersonen wurden bisher ausreichend über den Zielerreichungsgrad abgeschlossener SE-Projekte informiert.
Lehrpersonen mit/ohne Funktionsstelle halten eine regelmässige Information über den Stand der Zielerreichung der SE-Ziele/des -konzeptes gleichermassen für wichtig.
Massnahmen abgeschlossener SE-Projekte sind den Lehrpersonen unzureichend bekannt.
 
Schilw hat keinen (positiven) Einfluss auf die berufliche Situation (Unterricht, berufliche Fähigkeiten, beruflicher Alltag) der einzelnen Lehrpersonen.
Die Lehrpersonen wünschen sich keine Unterstützung bei der Umsetzung von Schilw-Inhalten in ihrem Unterricht.
 
SE hat keinen (positiven) Einfluss auf die berufliche Situation (Unterricht, berufliche Fähigkeiten, beruflicher Alltag) der einzelnen Lehrpersonen.
Die Lehrpersonen wünschen sich keine Unterstützung bei der Umsetzung von SE-Inhalten in ihrem Unterricht. ← 279 | 280 →
 
Übersicht qualitative Resultate Untersuchungsbereich IV. Nachhaltigkeit
 
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von Schilw und der Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt.
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von Schilw und der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurde von den Experten nicht erkannt.
Die Inhalte von Schilw verbessern den Unterricht der Einzellehrperson positiv.
Vor allem der soziale Aspekt von Schilw ist für die Erhöhung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen bedeutsam.
 
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von SE und der Verbesserung des Unterrichts der Einzellehrperson wurde von den Experten nicht erkannt.
Eine Verbindung zwischen den Zielen/dem Konzept von SE und der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten der Lehrpersonen wurde von den Experten nicht erkannt.
 

(Quelle: Eigene Darstellung).


147 Vgl. hierzu Mayring und Fenzl, 2014, S. 534ff.

148 Vgl. Pepels, 2004, S. 294f.

149 Aronson, Wilson und Akert (2004) unterscheiden hierbei zwischen der „Generalisierbarkeit auf Situationen“ und der „Generalisierbarkeit auf Personen“ (S. 48ff.).

150 Anmerkung SF: Zur Hervorhebung des Signifikanzniveaus wird dieses zusätzlich wie folgt gekennzeichnet: *signifikant, **hoch signifikant, ***höchst signifikant.

151 Zur Interpretation von Signifikanzniveaus s. Field, 2009, S. 50ff.

152 Die inhaltlichen Oberthemen der schulinternen Lehrerweiterbildung der letzten Jahre an den einzelnen Schulen können Kapitel 5.4.1 Vorstellung der partizipierenden Schulen entnommen werden.

153 Das QMS von Schule D findet hier keine Erwähnung, da, wie in Kapitel 5.3.3 Die Hauptuntersuchung dargestellt, kein Interview mit einem Experten für Schulentwicklung dieser Schule erfolgte.

154 Die QEL besteht mehrheitlich aus zwei bis fünf Lehrpersonen und Mitgliedern der Schulleitung (Kanton ZH, 2005, Art. 9). Ihre Aufgabe ist es, die Qualitätsentwicklung zu planen, zu koordinieren und zu steuern (Kanton ZH, 2005, Art. 10, Abs. 1; s. auch Kap. 3.5.1.2 Bestandteile von Qualitätsmanagement).

155 Die Schwerpunkte der Schulentwicklungsprojekte der letzten Jahre an den einzelnen Schulen können auch Kapitel 5.4.1 Vorstellung der partizipierenden Schulen entnommen werden.

156 Anmerkung SF: Gemeint sind hier die Schulentwicklungsziele, welche gleichzeitig auch als Zielsetzungen der schulinternen Lehrerweiterbildung dienen.

157 Bestimmte Entwicklungen im Bildungssystem werden von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich vorgegeben und müssen im Rahmen der Schulentwicklung von den Schulen umgesetzt werden. Hier ist jedoch die Ziel- bzw. Konzeptentwicklung gemeint, welche die Schulen selber vornehmen und die im jeweiligen Schulprogrammen der Bildungsinstitution festgehalten werden (vgl. Kap. 1.1 Problemstellung – Schulentwicklung durch (schulinterne) Lehrerweiterbildung?).

158 Hier sind Kenntnisse in Bezug auf Evaluations- und Auswertungsmethoden etc. gemeint.

159 Anmerkung SF: Gemeint ist hiermit eine mehrtägige Tagung ausserhalb des Schulortes, die sich jeweils zu Anfang des Schuljahres ereignet.

160 Anmerkung SF: Gemeint ist hier die berufliche Handlungskompetenz (s. Kapitel 1.3 Komplementarität der Schweizer Lehrerbildungsphasen, 1.6 Synopse der Zielsetzungen, Aufgaben und Inhaltsbereiche von Lehrerweiterbildung, 3.4.1.3 Unterrichtsentwicklung).

161 Siehe auch <http://www.berufsberatung.ch/dyn/6010.aspx?id_funktion=3042&id_branch=257>, Stand 10. Mai 2015.

162 Für weitere Informationen siehe <http://www.fachperson-betreuung.ch>, Stand 10. Mai 2015.