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Vom gedruckten Sprichwörterbuch zur interaktiven Sprichwortdatenbank

Überlegungen zum linguistischen und lexikographischen Konzept mehrsprachiger Sprichwortdatenbanken

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Hrisztalina Hrisztova-Gotthardt

Dieses Buch wurde von der Universität Pécs als beste Publikation des Jahres 2010 ausgezeichnet.
Unbegrenzter Speicherplatz, Möglichkeit zu ständiger Aktualisierung und vielfältige Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten – dies sind nur einige Vorteile der digitalen Wörterbücher im Vergleich zu traditionellen Druckwerken. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, auf dem aktuellen Stand der Sprichwortforschung das Konzept multilingualer Sprichwortdatenbanken zu entwickeln. Im ersten Teil der Arbeit geht die Autorin grundlegenden theoretischen und empirischen Fragen nach wie z.B.: Wie lassen sich die Termini «Sprichwort» und «Sprichwörterbuch» möglichst genau definieren? Welche exemplarischen Lösungen bietet die Parömiographie des Deutschen, Ungarischen und Bulgarischen, die bei der Erstellung eines Sprichwörterbuches bzw. einer Sprichwortdatenbank beachtet werden sollen? Im zweiten Teil werden die Anforderungen an den Aufbau und die Funktionsweise mehrsprachiger Sprichwortdatenbanken systematisiert. Die Arbeit schliesst mit Vorschlägen zur technischen Realisierung des Konzepts, die Software-Entwicklern beim Entwurf der konkreten Applikationen als nützliche Hinweise seitens der Sprichwortforscher dienen sollen.

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3. Ein- und mehrsprachige Sprichwörterbücher und -sammlungen im Überblick

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3.1. Diachroner Überblick zur Parömiographie der Neuzeit Obwohl die Sprichwörterbücher eine sehr lange Geschichte aufweisen – die ältesten „Sammlungen“ in Form von einfachen Sprichwort- aufzeichnungen sind bereits auf sumerischen Tafeln in Keilschrift verfasst – herrscht auf dem Gebiet der Parömiographie „ein ziemlich chaotisches Bild“ (Mieder 1984: 308; Grzybek 1992: 195). Das mag wohl daran liegen, dass zwischen Lexikographie und Parömiologie immer noch eine tiefe Kluft besteht. Einerseits gingen die Sprich- wörtersammler nicht als Lexikographen, sondern als Moralprediger, Lehrer und Amateursammler an ihre Arbeit und ließen dementspre- chend wissenschaftliche Probleme außer Acht (Mieder 1984: 1033). Andererseits wurden die Forschungsresultate der Parömiologen und Kulturhistoriker von Lexikographen nicht gebührend beachtet (vgl. Mieder 2006a: 281). Dessen ungeachtet zeugt die kontinuierlich wachsende Anzahl von Sammlungen davon, dass das Interesse am Sprichwort und seiner schriftlichen Überlieferung keineswegs nach- lässt. Die folgenden Ausführungen sollen mittels eines diachronen Überblicks und einer kritisch angelegten Analyse ausgewählter Sprichwörterbücher konkrete Einblicke in die Entwicklung der Parö- miographie gewähren. In Zentrum dieses Abschnittes steht ein kurzer geschichtlicher Überblick zur Parömiographie des Deutschen, Ungarischen und Bulga- rischen.1 Die Auseinandersetzung mit der Problematik der Selektion 1 Die sprachlichen Belege, anhand deren im nächsten Teil dieser Arbeit der Auf- bau und die Funktionsweise mehrsprachiger Sprichwortdatenbanken erläutert werden, entstammen dem Deutschen, Ungarischen und Bulgarischen. Demnach 32 und Organisation des sprachlichen Materials in den im Folgenden untersuchten ein-, zwei- und mehrsprachigen Sammlungen erfolgt aus der Überlegung, dass eine eingehende...

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