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Lehren und Lernen in deutschsprachigen Grenzregionen

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Edited By Anemone Geiger-Jaillet

In diesem Sammelband werden neue und innovative Ansätze im Bereich der Sprachenausbildung und des Sprachenlernens vorgestellt. Dreizehn Autoren aus neun Ländern schildern die Entwicklung von Modellen für die schulische Zwei- und Mehrsprachigkeit in deutschsprachigen Grenzregionen. Sie untersuchen unter anderem die Beziehung von schulischer und frühkindlicher Mehrsprachigkeit und zeigen verschiedene Unterrichts- und Vermittlungsmethoden. Dabei werden sämtliche Altersstufen und verschiedene Sprachkombinationen berücksichtigt.
Eine reichhaltige Linksammlung zu jedem Beitrag sowie eine Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache ergänzen den Band.

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CLAUDINE BROHY, Freiburg Die zweisprachige Maturität im deutsch-französischen Sprachgrenzraum in der Schweiz 33

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CLAUDINE BROHY, FREIBURG Die zweisprachige Maturität im deutsch- französischen Sprachgrenzraum in der Schweiz 1. Einleitung Die Schweiz bildet mit ihren 26 Kantonen, vier Amtssprachen, ihrer alemannischen Diglossie, ihren zahlreichen Migrationssprachen und Englisch als obligatorischer Fremdsprache ein komplexes Bildungs- mosaik. Daher beschränke ich mich im folgenden Beitrag auf eine Schulstufe (Sekundarstufe II, postobligatorische Schule), einen Schul- typ (Gymnasium1), einen Abschluss (zweisprachige Matura)2 und eine Region (deutsch-französische Sprachgrenze). Die Zahl gymnasialer Abschlüsse ist in der Schweiz relativ nied- rig, sie umfasst durchschnittlich nur ca. 20% einer Jahrgangsstufe. Der Unterschied zwischen den Kantonen ist aber groß, von 11% in Ap- penzell Innerrhoden bis 33,5% in Genf (2001). Dies hat zur Folge, dass die Maturanden mit der Hochschulreife quasi ohne Numerus clausus ihr Studium an den Schweizer Universitäten beginnen können (auer Medizin). In der Schweiz gibt es ganz unterschiedliche zweisprachige Schulmodelle, wobei die Intensität des Zielsprachengebrauchs, der Zeitpunkt des Einsetzens des Unterrichts und der obligatorische oder fakultative Status der Zweisprachigkeit wichtige Variablen sind. Ob- wohl zuweilen gewerkschaftliche, sprachenrechtliche, finanzielle und psychologische Einwände gegen den frühen zweisprachigen Unter- 1 In Bezug auf die verwendeten Termini herrscht Polysemie (Kantonsschule, Mittelschule, Gymnasium, collège, lycée, gymnase, liceo, gimnasi, scola chan- tunala etc.). 2 Die Situation der zweisprachigen Berufsmaturität wird hier nicht berücksichtigt. 34 Claudine Brohy richt erhoben werden, so ist die zweisprachige Matura3 davon nicht berührt: Diese Schulstufe hat landesweit den gröten Zuwachs an zweisprachigen Modellen, wobei sowohl die Landessprachen...

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