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Lehren und Lernen in deutschsprachigen Grenzregionen

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Edited By Anemone Geiger-Jaillet

In diesem Sammelband werden neue und innovative Ansätze im Bereich der Sprachenausbildung und des Sprachenlernens vorgestellt. Dreizehn Autoren aus neun Ländern schildern die Entwicklung von Modellen für die schulische Zwei- und Mehrsprachigkeit in deutschsprachigen Grenzregionen. Sie untersuchen unter anderem die Beziehung von schulischer und frühkindlicher Mehrsprachigkeit und zeigen verschiedene Unterrichts- und Vermittlungsmethoden. Dabei werden sämtliche Altersstufen und verschiedene Sprachkombinationen berücksichtigt.
Eine reichhaltige Linksammlung zu jedem Beitrag sowie eine Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache ergänzen den Band.

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KAREN MARGRETHE PEDERSEN, Sønderborg Das Erlernen von Minderheiten- und Nachbarsprachen im Lichte von Sprachnationalismus und -pluralismus im deutsch-dänischen Grenzraum 57

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KAREN MARGRETHE PEDERSEN, SØNDERBORG Das Erlernen von Minderheiten- und Nachbarsprachen im Lichte von Sprachnationalismus und -pluralismus im deutsch-dänischen Grenzraum 1. Historischer Kontext Fast zweihundert Jahre war Sprachnationalismus die vorherrschende Auffassung der Machthaber in der deutsch-dänischen Grenzregion gewesen. Sie baut auf der national-romantischen Vorstellung, dass eine Nationalsprache einer nationalen Identität entspricht, und dass beide untrennbar miteinander verbunden sind. Diese Einheit wurde dadurch unterstrichen, dass Hochdeutsch in Schleswig-Holstein, und Standarddänisch in Dänemark auf einen Ehrenplatz gehoben wurden. Diese Grenzregion umfasst heute das Gebiet von der Königsau im Norden bis zur Eider im Süden, das ursprüngliche Herzogtum Schles- wig. Die vorherrschende Sprachnorm hat dazu geführt, dass Dialekte wie Sønderjysk (Südjütisch) sowie Regionalsprachen wie Nieder- deutsch mit der Zeit in der Öffentlichkeit einen niederen Status erhal- ten haben. Sie haben den standardisierten Nationalsprachen weichen müssen, und dieser Prozess findet noch immer sowohl im Elternhaus als auch im öffentlichen Leben statt. Dies gilt auch für die traditionelle Mehrsprachigkeit, die in bestimmten Gebieten in der deutsch-däni- schen Grenzregion Sønderjysk, Niederdeutsch, Hochdeutsch, Stan- darddänisch und Nordfriesisch umfassen konnte. Trotz eines verbreiteten Sprachnationalismus entspricht die Erst- sprache im Elternhaus im Grenzgebiet nicht immer der nationalen Zugehörigkeit. Im südlichen Teil des Herzogtums vollzog sich ein Sprachwandel bereits vor der Zeit des Sprachnationalismus, erst von 58 Karen Margrethe Pedersen Sønderjysk (Südjütisch) zu Niederdeutsch und später zu Hochdeutsch. Als der dänische König in den 1850’er...

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