Show Less

Lehren und Lernen in deutschsprachigen Grenzregionen

Series:

Edited By Anemone Geiger-Jaillet

In diesem Sammelband werden neue und innovative Ansätze im Bereich der Sprachenausbildung und des Sprachenlernens vorgestellt. Dreizehn Autoren aus neun Ländern schildern die Entwicklung von Modellen für die schulische Zwei- und Mehrsprachigkeit in deutschsprachigen Grenzregionen. Sie untersuchen unter anderem die Beziehung von schulischer und frühkindlicher Mehrsprachigkeit und zeigen verschiedene Unterrichts- und Vermittlungsmethoden. Dabei werden sämtliche Altersstufen und verschiedene Sprachkombinationen berücksichtigt.
Eine reichhaltige Linksammlung zu jedem Beitrag sowie eine Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache ergänzen den Band.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

MONIKA JÄGER-MANZ, Baja Deutsch-Ungarische Zweisprachigkeit an Bildungseinrichtungen Ungarns – Schwerpunkt Kindergarten 183

Extract

MONIKA JÄGER-MANZ, BAJA Deutsch-ungarische Zweisprachigkeit an Bildungseinrichtungen Ungarns – Schwerpunkt Kindergarten 1. Sprachverlust und Sprachwechsel der deutschen Minderheit in Ungarn Obwohl in Ungarn seit mehr als 300 Jahren eine deutsche Minderheit lebt, kann Anfang des 21-sten Jahrhunderts über keine natürliche deutsch-ungarische Zweisprachigkeit mehr gesprochen werden. Infolge historischer und politischer Ereignisse wie Sprachverbot, Enteignung und Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand auch die deutschsprachige primä- re Sozialisation der Kinder in den Familien. Die deutsche Minderheit ist aus dem deutschen Monolinguismus über die Zweisprachigkeit zur Einsprachigkeit (Ungarisch) gelangt. Das hatte auch einen Sprach- wechsel in der Kindererziehung zur Folge: Kinder ungarndeutscher Herkunft wachsen seit Jahrzehnten monolingual Ungarisch auf. Erhe- bungsergebnisse aus dem Jahr 2002 stellen nur einige Ausnahmefälle dar, die durch überdurchschnittliches Identitätsbewusstsein der Eltern und konsequente, intensive Kindererziehung in deutscher Sprache in den Sprachinseln erfolgen können (vgl. Jäger-Manz 2004). Im familiä- ren Milieu der 102 untersuchten bilingualen Familien einer Region verfügen insgesamt fünf Kinder über hohe produktive Deutschkompe- tenzen (dialektale und/oder Standardkenntnisse), die anderen Kinder 184 Monika Jäger-Manz haben passive Deutschkenntnisse, die im institutionellen Rahmen durch weitere Sprachkompetenzen gefördert werden sollen. 2. Gesetzlicher Hintergrund der bilingualen Erziehung Zweisprachige Kindergärten, die für die Angehörigen der deutschen Minderheit gegründet wurden, können auch von Kindern der ungari- schen Mehrheit sowie anderen Minderheiten besucht werden. Das Gesetz über die Rechte der nationalen und ethnischen Minderheiten von 19931 erklärt die Bildung und Erziehung der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.