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Chronobiologie

Zeitordnung von Lebensvorgängen

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Edited By Brigitte Ausfeld-Hafter

Leben ist ohne den Begriff der Zeit undenkbar; täglich erfahren wir sie durch den Wechsel von Licht und Dunkelheit oder von Aktivität und Ruhe. Die Buchbeiträge befassen sich in einer interdisziplinären Annäherung mit der Zeitordnung, der das Leben unterworfen ist, nämlich der Chronobiologie.
Der Band bietet Einblicke in die Auseinandersetzung mit der Chronobiologie aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Philosophie, der Anthroposophischen Medizin, der Homöopathie, der Lichttherapie und weiteren Forschungsgebieten.
Die Beiträge stammen aus der im Herbstsemester 2009 an der Universität Bern durchgeführten interdisziplinären Vortragsreihe.

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URSULA WOLF Von der Bedeutung innerer und äusserer Rhythmen für den Menschen 95

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95 Von der Bedeutung innerer und äusserer Rhythmen für den Menschen URSULA WOLF Begriffe rund um den Rhythmus Die Begriffe «Takt» und «Rhythmus» werden oft gleichgesetzt oder verwech- selt. Sie unterscheiden sich jedoch essentiell. Takt ist vom Lateinischen «tan- gere» abgeleitet und bedeutet «berühren, stossen, schlagen». Takt bedeutet die Wiederholung eines Gleichen. Dies kann das Vorrücken des Zeigers an einer Uhr sein oder die stetige Wiederholung einer bestimmten Bewegung einer Maschine. Der Takt hat seine Domäne im Bereich der Mechanik. Er ist ein essentieller Bestandteil der von Menschen hervorgebrachten aber unbelebten Instrumente und Maschinen. Rhythmus leitet sich ab vom Griechisch-Latei- nischen «rheein» und bedeutet «fliessen». Rhythmus ist im Gegensatz zum Takt, der die Wiederholung des Gleichen bedeutet, die Wiederholung von Ähnlichem. Deutlich wird dies am Tag- und Nachtrhythmus, bei dem Tag und Nacht im sich wiederholenden Wechsel stehen; die Dauer von Tag und Nacht jedoch immer etwas variieren. Die Domäne des Rhythmus ist der Be- reich des Lebendigen, dessen essentielles Merkmal er ist. Dass Takt und Rhyth- mus wesensverschieden sind, zeigt sich auch beispielsweise in der Musik. Auch wenn ein Musikstück in einem bestimmten Takt zum Beispiel Dreiviertel- oder Siebenachtel-Takt, notiert ist, wird es von guten Musikern rhythmisch, das heisst nicht taktisch gespielt, wodurch die Musik lebendig ertönt. Wird Musik rein taktisch gespielt, wirkt sie auf die Zuhörenden starr, unbeweglich und ertötend. Der Rhythmus selbst entsteht zwischen Polaritäten. Er ent- steht beispielsweise im Wechsel von hell-dunkel, laut und leise, schnell...

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