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Narrative Medizin – Erzählende Medizin

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Edited By Martin Frei-Erb

Evidenzbasierte Medizin ist im klinischen Alltag nicht immer von Nutzen, da vor allem chronisch kranke Patienten oft komplexe Krankheitsbilder mit einer individuellen Mischung aus körperlichen, psychischen und sozialen Problemen zeigen. Wie bewältigen Patienten und ihre Angehörigen den Alltag mit solchen Krankheitssituationen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen findet der behandelnde Arzt kaum in Publikationen der quantitativen Forschung. Durch aufmerksames Zuhören erfährt er, wie Patienten ihre Krankheit erleben und empfinden, was für eine Bedeutung sie ihr zumessen und wie sie ihr Leiden in ihrer persönlichen Lebensgeschichte positionieren. Das patientenzentrierte Setting der Narrativen Medizin stärkt das Verhältnis zwischen Patient und Arzt und ermöglicht einen offeneren, persönlicheren Umgang, was dem behandelnden Arzt neue diagnostische und therapeutische Wege eröffnet.
Die Beiträge in diesem Buch stammen aus der interdisziplinären Vortragsreihe zur Narrativen Medizin der Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin KIKOM an der Universität Bern im Herbstsemester 2010.

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MICHAEL DEPPELER dialog-gesundheit – Die Geschichte von den vergessenen Patienten 63

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63 dialog-gesundheit – Die Geschichte von den vergessenen Patienten MICHAEL DEPPELER Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Albert Einstein (1879–1955) Es war einmal eine Frage…. Die Geschichte von den vergessenen Patienten – oder ist es einfach ein neues Kapitel? – hat vor fast 10 Jahren begonnen. Es ist aber auch eine Geschichte der aussterbenden Hausärzte. Doch alles der Reihe nach. Im Herbst 2003 wurde die damalige FIHAM (Fakultäre Instanz für Haus- arztmedizin) vom Dekan der Faktultät (Prof. Emilio Bossi) anlässlich der Vorbereitungen zum 20-Jahre-Jubiläum der FIHAM folgendes gefragt: Braucht es in 10 Jahren noch Hausärzte? Nach dem ersten starken Entsetzen realisier- ten wir, dass diese Frage nicht nur eine Flutwelle spontaner Emotionen son- dern auch ein weites Meer von Gedanken erschloss. Also beschlossen wir von der FIHAM, uns dieser Frage zu stellen. Gemeinsam mit Rudolf Pulver (Per- spektive, Bern) organisierten wir zwei stürmische Workshops. Schon bald einmal wurde klar, dass man die Geschichte und Zukunft der Hausärzte nicht vom gesamten Gesundheitssystem und auch nicht von den gesellschaftlichen Entwicklungen trennen konnte. Auf grossen Plakaten (See- und Landkarten gleich) versuchten wir, die verschiedenen Mitwirkenden im Gesundheitssystem darzustellen, die verschiedenen Verbindungen und Ver- netzungen, aber auch die Abhängigkeiten. Das ganze erinnerte weniger an «Schiffe versenken» als an eine vielfarbige Karte mit Schiffsrouten und verschiedenen Inseln, kleineren und grösseren, auch grosse Kontinente wurden sichtbar. Eine eigene Welt tat sich vor uns auf. Mit einem Mal wurde...

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