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Philologische Studien zu den Papstbriefen des «Codex epistolaris Karolinus»

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Tina Orth-Müller

Der Codex epistolaris Karolinus überliefert eine Sammlung von 99 Papstbriefen, die auf Betreiben Karls des Großen im Jahr 791 zusammengestellt wurde und als bedeutendes Zeugnis für die päpstlich-fränkischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts gilt. Nach einer allgemeinen Einleitung zu Inhalt und Überlieferung der Sammlung werden im ersten Teil der Arbeit ausgewählte Briefe interpretiert und ihre epistolographische Gestaltung näher beleuchtet. Im zweiten Teil steht die Sprache der mitunter schwer verständlichen Papstbriefe im Mittelpunkt, die in umfangreichen Studien zu Wortschatz, Syntax und Stilistik analysiert wird, um einen Eindruck von der Latinität Roms im 8. Jahrhundert zu vermitteln. Eine Auswahl von dreizehn Briefen liegt erstmals in Übersetzung vor.

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Teil II: Studien zu Wortschatz, Formenlehre, Syntax und Stilistik 133

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133 Teil II: Studien zu Wortschatz, Formenlehre, Syntax und Stilistik 134 135 Die Briefe des Codex Karolinus bieten die Möglichkeit, den päpstlichen Briefstil in der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts auf seine sprach- lichen und stilistischen Charakteristika hin zu untersuchen. Dies ist nicht nur im Hinblick auf die päpstliche Briefsprache von Interesse, sondern auch für die Erforschung der Latinität Italiens im achten Jahr- hundert, da die Briefe des Codex Karolinus neben Urkunden und den Papstviten des Liber Pontificalis in dieser Zeit fast die einzigen Quellen für die Latinität Mittel- und Süditaliens, speziell Roms sind. Eine Diktatuntersuchung im klassischen Sinne hat GUNDLACH im Zuge der Edition der Briefe ansatzweise vorgenommen und in seinem Aufsatz über den Codex Karolinus, der im selben Jahr wie die Edition erschien, veröffentlicht1. GUNDLACH stützte sich bei seiner Untersu- chung auf die Verwendung bestimmter Wörter und Formeln und die Häufigkeit ihres Vorkommens innerhalb des Codex Karolinus. Ergeb- nis seiner Untersuchung war, daß sich die Sprache der Briefe ab COD. Karol. 64 merklich ändert. Im Anschluß daran hat KEHR in seiner Re- zension der GUNDLACHschen Ausgabe einige philologische Anmerkun- gen zusammengetragen und dabei auf Analogien im Sprachgebrauch des Codex Karolinus zu dem Liber Diurnus und dem Liber Pontificalis verwiesen2. Als Mangel der GUNDLACHschen Ausgabe bezeichnete KEHR die fehlende Erläuterung wichtiger Termini wie auch seltener und griechischer Wörter3. Im folgenden soll daher bei der sprachlichen Untersuchung die Erklärung seltener Wörter miteinbezogen werden,...

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