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Gemeinsamkeit schaffen in der Interaktion

Diskursmarker und Lautelemente in zürichdeutschen Erzählsequenzen

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Fabienne Tissot

Welche Funktionen haben «kleine Wörter» wie Diskursmarker und Lautelemente in der Interaktion? Wo und zu welchem Zweck verwenden sie junge Frauen in Gesprächen untereinander? Die empirische Studie untersucht an einem Korpus von Alltagsgesprächen Deutschschweizer Gymnasiastinnen diese genuin mündlichen Phänomene. Als minim referentielle Objekte befinden sie sich an gesprächsorganisatorisch unklaren Stellen und bewegen sich in Bezug auf ihren Status zwischen Laut, Floskel und grammatikalisiertem Element. Die detaillierte mikroanalytische Untersuchung zeigt, wie damit in Kombination mit interaktionalen und diskursiven Verfahren verstärkt und gezielt Gemeinsamkeit in der Interaktion geschaffen werden kann.
Theoretisch in der Soziolinguistik, methodisch in der Konversationsanalyse und der Interaktionalen Linguistik angesiedelt, findet die Arbeit Anschluss an interaktionale Forschungsrichtungen sowie an die internationale Jugendsprachforschung und zeigt neue Wege für dialektologische Fragestellungen auf.

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Teil II: Modellierung

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Teil II Modellierung 6. Variabilität in der Soziolinguistik Fragestellungen und damit Untersuchungsgegenstände sind immer kon­ textualisiert: In wissenschaftlichen Theorien und Konzepten und damit zusammenhängend in histo ri schen, sozial-politischen Dis kursen. Im fol­ genden Kapitel sollen die Unter suchungs objekte verortet werden: Von ei­ ner ganz kurzen Beschreibung des makrosozio lo gi schen Kontextes zu da­ mit zu sam men hängenden (sozio-)linguistischen Konzepten zur Er fas sung sprachlicher Variabilität im Konzept des sprachlichen Stils. Vor diesem Hin ter grund werden De fi ni tio nen aus Grammatik und interaktionaler Lin­ guistik dar ge stel lt, ihre Relevanz in der kommunikativen Dia lek tologie (mit Fokus auf die Schweiz) sowie in der Jugend- und Mäd chen-/Frauen sprach- forschung sind zu diskutieren. 6.1 Mehrsprachigkeit und sprachliche Variabilität im gesellschaftlichen Kontext Die Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts unterscheidet sich von früheren Ge sell schaften: Sie zeichnet sich durch eine immer stärkere Globalisierung aus, die einher geht mit – oder bestimmt ist von – kürzeren, schnelleren Kommunika ti ons wegen und dem Zu sam men rücken von ehemals (weit) auseinander liegenden Räu men. Mit der Ver stär kung glo baler Bewegun gen und Kontakte geht aber genauso eine ver stärkte Konzen tra tion auf lokale Gegebenheiten und Traditionen einher. Antho ny Gid dens sieht denn die grös ste Herausforderung der globa li sier ten Gesellschaft auch in der Dialek­ tik zwi schen dem Lokalen und dem Globalen (vgl. Giddens...

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