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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Draußen, auf der Flucht. Raum- und Geschlechterkonstruktionen in frühen Narrationen über Flucht und Vertreibung

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Abstract: Der Beitrag untersucht die Verflechtung der Kategorien ‚Raum‘, ‚Bewegung‘ und ‚Geschlecht‘ in frühen fiktionalen und autobiographischen Texten über Flucht und Vertreibung. Besonderes Interesse gilt dabei der Konstruktion des Draußen, das in soldatischen Narrativen die Kriegserfahrung verdichtet, in Fluchterzählungen aus ziviler Perspektive hingegen komplexe Erfahrungsmuster räumlicher, sozialer und kultureller Mobilität zum Ausdruck bringt. Es wird gezeigt, dass die im populären Diskurs über die Zwangsmigrationen der Deutschen zumeist kategorial geschiedenen Erlebnisräume von Männern und Frauen in den behandelten Texten als vielfach in- und miteinander verschränkt erzählt werden.

Keywords: deutsche Literatur, Flucht und Vertreibung, Raum, Bewegung, Geschlecht, Draußen, Kriegserfahrung

Raum, so Hartmut Böhme, ist niemals einfach da, sondern er ist zunächst „ein materieller, […] Anstrengung erfordernder Raum“ und muss, um überhaupt gedacht werden zu können, er-fahren, das heißt, durch Bewegung erschlossen und ausgerichtet werden.1 Auf wenige Themen der Literatur trifft dies so sehr zu wie auf Narrationen über Flucht und Vertreibung,2 die von erzwungener Mobilität und Krieg, von Grenzen und Grenzüberschreitungen, von Selbst- und Fremdverortung in geographischen, historisch-kulturellen, politischen und sozialen, realen wie imaginären Räumen handeln. In Böhmes Schreibweise von Raum-Er-Fahrung schwingen zugleich, wohl nicht intendiert, Implikationen mit, die der folgende Beitrag entfalten möchte, indem er die Verflechtung von ← 179 | 180 →‚Raum‘, ‚Bewegung‘ und ‚Geschlecht‘ in den Blick rückt. Wie werden die vielfältigen Kriegs- und Migrationserfahrungen von Frauen und Männern in ihren...

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