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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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„ich war aus dem leben da draußen in den mauern da drinnen“. Raum – Macht – Geschlecht in den Texten von Gabriele Stötzer

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← 340 | 341 →EWA MATKOWSKA(Universität Wrocław)

„ich war aus dem leben da draußen in den mauern da drinnen“.Raum – Macht – Geschlecht in den Texten von Gabriele Stötzer

Abstract: Der Beitrag hat die Raumkonstruktionen in ausgewählten Texten von Gabriele Stötzer zum Thema. Die Autorin (geb. 1953) zählte zur alternativen Kunstszene in Erfurt und Berlin. Sie wurde 1976 aus politischen Gründen verhaftet, verbrachte ein Jahr im Frauengefängnis Hoheneck. Stötzer veröffentlichte in der DDR ausschließlich in nicht offiziellen Zeitschriften. Sie gründete eine künstlerische feministische Frauengruppe innerhalb der alternativen Szene Erfurts. Raum ist für die Dichterin sowohl konkrete Topographie als auch symbolischer Raum. Die literarische Ausgestaltung der Räumlichkeit dient der Thematisierung von Isolation und Ausgrenzung. Der weibliche Körper wird zum Raum, in dem männliche Machtdiskurse inszeniert werden.

Keywords: Gabriele Stötzer, DDR-Literatur, Frauenliteratur, politische Repression, weibliches Schreiben

Für das Nachwort zu Gabriele Stötzers1 Band Ich bin die Frau von gestern, der 2005 in der Reihe „Die Verschwiegene Bibliothek“ erschienen ist, wählte Joachim Walther den Titel Untertauchen um aufzutauchen2, der eine Aussage der Autorin paraphrasiert: „Es war für mich eine Lebensnotwendigkeit, in mein Geschlecht unterzutauchen.“3 Das weibliche Element des lebensspendenden ← 341 | 342 →Wassers bildet den Kern der Metapher. „Das ‚Eintauchen in das eigene Geschlecht‘, um festen Grund zu finden, sich unten am Grund abzustoßen und verändert wieder aufzutauchen“4, so schlüsselt...

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