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Hybridisierung und Ausdifferenzierung

Kontrastive Perspektiven linguistischer Medienanalyse

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Edited By Stefan Hauser and Martin Luginbühl

Hybridisierung und Ausdifferenzierung sind zwei Prozesstypen, die für die massenmediale Textsortengeschichte von grundlegender Bedeutung sind: So werden für ein Medium neue Textmuster nicht von Grund auf neu entwickelt, sondern es werden oftmals Merkmale bereits existierender Textsorten übernommen, adaptiert und transformiert. In der Folge entstehen neue Textsorten, die entweder bestehende Textsorten ablösen und somit etablierte Kommunikationspraktiken ersetzen oder es kommt zu einer Ergänzung des bisherigen Textsortenrepertoires. In beiden Fällen ist es notwendig, die Aufmerksamkeit nicht nur auf einzelne, d.h. isoliert betrachtete Textsorten, sondern auch auf ganze Systeme von Textsorten zu richten; erst so werden die Auswirkungen von Hybridisierung und Ausdifferenzierung auf den «kommunikativen Haushalt» erkennbar.
Dieser Band vereinigt medienlinguistische Beiträge zu Fragen der Textsorten-Hybridisierung und Ausdifferenzierung im Bereich von Online-Medien (Online-Zeitungen und -Zeitschriften, Webforen, Facebook-Profilen, User-Kommentaren, Infografiken) und traditionellen Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen und Radio). Viele der Beiträge gehen auch medienvergleichend vor.
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Neue Medien, neue Formen? Hybridisierung als Aspekt sozialen Wandels

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SUSANNE TIENKEN

Ziel dieses Beitrags ist es, das Konzept von Hybridisierung im Kontext neuer Medien im Hinblick auf die Vermischung von „sozialen Sprechweisen“ und von Interaktionsrollen sowie hinsichtlich der Bedeutung medialer Affordanzen auszuloten. Im Rückgriff auf kulturwissenschaftlich verankerte Hybridisierungskonzepte soll entlang ausgewählter Beispiele aus dem Bereich medizinischer Wissensvermittlung im Netz aufgezeigt werden, inwiefern Hybridisierung als Aspekt sozialen Wandels betrachtet werden kann. Verwendet wird dabei ein Datenset, das in einem kontrastiven qualitativen Verfahren einer Kodierung unterzogen wurde. Die Analyse zeigt, dass mediale Affordanzen die Vermischung der Perspektiven von medizinischen Experten und Laien sowie den Austausch von Erfahrungen ermöglichen, was zu veränderten Wissensansprüchen, Darstellungen von Wirklichkeiten und Handlungsorientierungen führt.

1. Einleitung: Neue Medien, neue Formen

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