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Geschichte(n) fiktional und faktual

Literarische und diskursive Erinnerungen im 20. und 21. Jahrhundert

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Barbara Beßlich and Ekkehard Felder

Die Beiträge des Bandes gehen auf eine Tagung in Budapest zurück, die im September 2014 stattgefunden hat. Gemeinsames, erkenntnisleitendes Thema ist die Frage nach «Sprachlichen Konstruktionen von Geschichte zwischen Faktualität und Fiktionalität» mit besonderem Blick auf Umbruchs- und Krisenzeiten. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge analysieren und interpretieren Texte vom frühen 20. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert, in denen künstlerische, politische, ideologische und gesellschaftliche Krisenzeiten thematisiert werden.
In den linguistischen Beiträgen geht es um gemeinsame Geschichte und ihre Konstruktion im Spiegel von Diskursen. Korpuslinguistische und diskursanalytische Ansätze stehen im Vordergrund. Von besonderer Bedeutung ist in zahlreichen Beiträgen das sogenannte Budapester Korpus. Dabei handelt es sich um ein deutsch-ungarisches thematisches Textkorpus, das im Rahmen einer vom DAAD-geförderten Partnerschaft zwischen Budapest und Heidelberg entstand. Es zeigt die verschiedenen Perspektiven, die in beiden Länder zueinander und zu ihrer gemeinsamen Geschichte sprachlich konstruiert werden. An diesem Korpus werden diskursanalytische und grammatische Fragestellungen im Sprachvergleich untersucht.
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Künstlerbilder in der Krise Carl Sternheims Erzählung Gauguin und van Gogh (1916/24) und die literarische van Gogh-Rezeption im frühen 20. Jahrhundert

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Künstlerbilder in der Krise Carl Sternheims Erzählung Gauguin und van Gogh (1916/24) und die literarische van Gogh-Rezeption im frühen 20. Jahrhundert

Abstract: In seinen frühen Texten zu Vincent van Gogh vor dem Ersten Weltkrieg reflektiert Carl Sternheim am Beispiel des niederländischen Malers über die Bedingungen für und Funktionen von Kunst in der bürgerlichen Gesellschaft. Van Gogh wird als modernes Malergenie gefeiert und auch als Gegenkünstler zu den von der bürgerlichen Elite präferierten Künstlern installiert. Spätestens nach dem Ersten Weltkrieg war van Gogh indessen auch in bürgerlichen Kreisen akzeptiert. Sternheims Erzählung Gauguin und van Gogh (1916/24) reagiert auf diesen gewandelten Rezeptionsrahmen. Der Text stellt keine ungebrochene Fortsetung von Sternheims früher van Gogh-Verehrung dar, sondern erweitert jenes Künstlerbild um eine kulturkritische Dimension. In der Analyse und Interpretation der Erzählung sowie der früheren van Gogh-Texte werden die kunsthistorischen und rezeptionsgeschichtlichen Zusammenhänge herausgearbeitet, die maßgeblich für das Verständnis von Sternheims van Gogh-Bild nach dem Ersten Weltkrieg sind.

Keywords: Carl Sternheim, Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Julius Meier-Graefe, Künstlerbilder, Künstlererzählung, Kulturkritik, Expressionismus

Der 1867 in Banat geborene, zwischen Berlin und Paris pendelnde Schriftsteller, Kunsthistoriker, Kunstsammler und Impressionismus-Apologet Julius Meier-Graefe gehört zu den herausragenden Vermittlern und Verteidigern der Kunst Vincent van Goghs im Wilhelminischen Deutschland. Bereits 1893 kaufte er als einer der ersten in Deutschland ein Gemälde...

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