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Studien zur «Biblia pauperum»

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Edited By Hanna Wimmer, Malena Ratzke and Bruno Reudenbach

Die Handschriften der um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstandenen Bibelbearbeitung, die als Biblia pauperum bezeichnet wird, enthalten nicht einen fortlaufenden Text, sondern eine Folge von Bildern alt- und neutestamentlicher Ereignisse, die mit biblischen und exegetischen Texten kombiniert sind. Die «Studien zur Biblia pauperum» befassen sich mit dem allgemeinen Anlagekonzept dieser typologisch angelegten Folge, vor allem aber mit einer Analyse der Seitendispositionen und der damit immer wieder neu organisierten Anordnung von Bildern und Texten sowie mit der exemplarisch an einer Handschrift untersuchten Praxis des Umschreibens und Weiterbearbeitens der Texte. Die damit vorgeführte Vielfalt an Erscheinungsformen und das darin erkennbare kreative Potenzial verbieten es, die Geschichte der Biblia pauperum wie bisher als Abkehr von einem verbindlichen Ursprungskonzept und als Verfallsgeschichte zu lesen. Vielmehr wird in diesen Studien die handschriftliche Überlieferungsgeschichte als ein dynamischer Prozess permanenter Neugestaltung und -interpretation erkennbar.
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Bruno Reudenbach - Heilsgeschichtliche Sukzession und typologische Synopse in Manuskripten der Biblia pauperum

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BRUNO REUDENBACH

Heilsgeschichtliche Sukzession und typologische Synopse in Manuskripten der Biblia pauperum

Et sic scriptura est longissima quia in tractando incipit a mundi et temporis exordio in principio genesis et pervenit usque ad finem mundi et temporis scilicet in fine apocalypsis. […] Et quia nullus homo tam longaevus est quod totam possit videre oculis carnis suae nec futura potest per se praevidere providit nobis spiritus sanctus librum scripturae sacrae cuius longitudo commetitur se decursui regiminis universi.

[Die hl. Schrift ist deshalb von so großer Länge, weil sie am Anfang der Genesis die Darstellung mit dem Anfang der Welt und der Zeit beginnt und bis zum Ende von Welt und Zeit, bis zum Schluss der Apokalypse reicht. […] Und weil kein Mensch so lange lebt, dass er das Ganze mit den Augen des Fleisches überblicken und auch nicht die Zukunft vorhersehen kann, hat uns der Heilige Geist das Buch der Heiligen Schrift geschenkt, deren Länge sich nach dem Lauf des Regiments der Welt bemisst.]1

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