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Gemeinsamkeit schaffen in der Interaktion

Diskursmarker und Lautelemente in zürichdeutschen Erzählsequenzen

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Fabienne Tissot

Welche Funktionen haben «kleine Wörter» wie Diskursmarker und Lautelemente in der Interaktion? Wo und zu welchem Zweck verwenden sie junge Frauen in Gesprächen untereinander? Die empirische Studie untersucht an einem Korpus von Alltagsgesprächen Deutschschweizer Gymnasiastinnen diese genuin mündlichen Phänomene. Als minim referentielle Objekte befinden sie sich an gesprächsorganisatorisch unklaren Stellen und bewegen sich in Bezug auf ihren Status zwischen Laut, Floskel und grammatikalisiertem Element. Die detaillierte mikroanalytische Untersuchung zeigt, wie damit in Kombination mit interaktionalen und diskursiven Verfahren verstärkt und gezielt Gemeinsamkeit in der Interaktion geschaffen werden kann.
Theoretisch in der Soziolinguistik, methodisch in der Konversationsanalyse und der Interaktionalen Linguistik angesiedelt, findet die Arbeit Anschluss an interaktionale Forschungsrichtungen sowie an die internationale Jugendsprachforschung und zeigt neue Wege für dialektologische Fragestellungen auf.
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5. Analyseschritte

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5.        Analyseschritte

5.1      Grundsätzliches Vorgehen

Wie dargestellt basiert diese Studie auf empirischen Daten, die im Rahmen des Projektes Jugendsprache in der Deutschschweiz erhoben wurden. Die Aufnahmen der Gespräche erfolgten durch die Jugendlichen, hier durch die Sprecherinnen, selbst.52 Auch wenn im Rahmen des Projektes mit jeder Gruppe von Gesprächsteilnehmenden zu Beginn und gegen Ende der Aufnahmephase Interviews geführt worden sind, kann hier dennoch nicht von einer ethnographischen Studie gesprochen werden, denn aufgrund der angestrebten Breite der Datenerhebung des Projektes an mehreren Standorten wurde auf eine teilnehmende Beobachtung verzichtet. Diese ist aber unabdingbare Voraussetzung, um eine dichte, emisch basierte ethnographische Beschreibung von Gruppeninteraktion zu erfassen.

Die vorliegende Studie arbeitet folglich stark datenzentriert, erarbeitet die Fragestellungen wie in der (ethnomethodologischen) Konversationsanalyse üblich aus der Analyse der Daten und folgt – zwar nicht vollständig auf methodischer, aber auf theoretischer Ebene – den Grundsätzen des ethnographischen Arbeitens und damit einem phänomenologisch orientierten Forschungsansatz was Datenauswahl und Analyse betrifft: „Ethnographic analysis is iterative, building on ideas throughout the analysis“ (Fetterman 1989: 80). Die grundlegenden Analyseschritte – und damit auch der Aufbau der Arbeit – folgen im Groben und übertragen auf die linguistischen Daten den von Denzin vorgeschlagenen sechs Schritten im interpretativen Prozess:

         (1)  Framing the research question (Kap. 1–5).

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