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Wissen als Gut

Ein Beitrag zur Grundlegung der sozialen Erkenntnistheorie

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Rainer Kamber

In der orthodoxen erkenntnistheoretischen Tradition ist der Begriff des Wissens mit dem der Wahrheit verknüpft und Wissen wird in hohem Masse individualistisch konzipiert. Individualistisch heisst, dass Wissen nicht von einem epistemischen Subjekt zum anderen weitergegeben werden kann. Die traditionellen Quellen des Wissens sind die Wahrnehmung, die Erinnerung und die Schlussfähigkeit und nur Wissensansprüche auf diesen Grundlagen gelten überhaupt als evaluationsfähig. Dadurch macht sich die orthodoxe Tradition vulnerabel für Skeptizismus und epistemische Paradoxien. In der vorliegenden Arbeit zeichnet der Autor die wesentlichen Linien der erkenntnistheoretischen
Orthodoxie im Zusammenhang mit der Zeugenschaft nach und diskutiert die gewichtigen Einwände gegen die entsprechenden Doktrinen. Auf der Grundlage einer neuartigen Gütertheorie des Wissens zeigt der Autor, inwiefern nicht bloss Zeugenschaft, sondern auch die klassischen erkenntnistheoretischen Kategorien wie Rechtfertigung und Berechtigung sozialen Gehalt haben.

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Inhaltsverzeichnis

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Einleitung ................................................................................................ 11 Kapitel 1: Zeugenschaft und der Individualismus und Veritismus in der orthodoxen Erkenntnistheorie ..................................... 19 1. Das Regularitätsmodell der Zeugenschaft .......................................... 21 2. Das epistemische Dilemma des Regularitätsmodells ......................... 24 3. Eine externalistische und veritistische Konzeption ............................ 29 3.1 Veritistischer Wert ....................................................................... 29 3.2 Das bayesianistische Inferenzmodell der Zeugenschaft ............... 32 4. Der sekundäre epistemische Rang der Zeugenschaft .......................... 37 5. Nichtreduktive Doktrinen: Zeugnis als natürliche Wissensquelle ...... 39 6. Rechtfertigung und Berechtigung in der Zeugenschaft ...................... 46 6.1 Aussagenbasierte Modelle ........................................................... 47 6.2 Spieltheoretische, rationalitätsbasierte Modelle ........................... 51 6.3 Moralische und vertrauensbasierte Modelle ................................ 54 6.4 Diskussion .................................................................................... 57 7. Der Wissensbegriff, Informanten und Informationsquellen ............... 59 Kapitel 2: Methodologien der Zeugenschaft: Die Produktion zeugnisbasierten Wissens in der qualitativen Sozialforschung und in der Kriminologie ............................. 67 1. Die sozialen Aspekte epistemischer Kooperation und die Sozialforschung ..................................................................... 67 2. Informanten und Interviews in der empirischen Sozialforschung ...... 72 2.1 Das qualitative methodologische Paradigma ............................... 77 2.2 Schlüsselinformanten ................................................................... 83 2.3 Informanten und Experten in der Kriminologie ........................... 86 2.4 Diskussion der Fallstudien ........................................................... 92 8 Kapitel 3: Die Güter epistemischer Individuen ..................................... 99 1. Was epistemische Gegenstände wertvoll macht für Individuen ....... 100 2. Epistemische Güter in Erkenntnistheorien ....................................... 107 2.1 Wahre Meinung .......................................................................... 107 2.2 Das Gut der Nicht-Zufälligkeit wahrer Meinung ....................... 115 2.2.1 Der Güterstatus internalistischer Indikatoren ................... 119 2.2.2 Der Güterstatus externalistischer Indikatoren ................... 122 2.3 Diskussion .................................................................................. 128 2.4 Das Gut des Wissens .................................................................. 129 Kapitel 4: Die Güter epistemischer Gemeinschaften ........................... 135 1. Das grundlegende epistemische Gut in Gemeinschaften .................. 141 1.1 Epistemische Gemeinschaften, Kooperation und Arbeitsteilung...................................................................... 142 1.2 Das grundlegende epistemische...

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