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Verständigung und Versöhnung nach dem «Zivilisationsbruch»?

Deutschland in Europa nach 1945

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Edited By Corine Defrance and Ulrich Pfeil

Im Jahre 1945 stand Deutschland ohnmächtig und geächtet vor den Trümmern seiner Politik. Rassischer Weltanschauungskrieg und systematische Vernichtung der europäischen Juden waren ein zivilisatorischer Bruch und belegten die Deutschen mit einer moralischen Schuld. So ist die deutsche Nachkriegsgeschichte vor allem die Geschichte der schwierigen Auseinandersetzung mit der eigenen verbrecherischen Vergangenheit. Für die Deutschen galt es, das Vertrauen ihrer Nachbarn neu zu gewinnen, um den Weg zurück in den Kreis der zivilisierten Völker zu finden. In Politik und Zivilgesellschaft wuchsen schnell erste Initiativen, die auf Verständigung und Versöhnung abzielten. Mentale Demobilisierung und Abbau von Feindbildern gehörten zu den Aufgaben, um nach dem Krieg ein friedvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft herzustellen. In einer breiten Gesamtschau beleuchtet dieser Band, wie über symbolische Gesten, an Erinnerungs- und Gedenkorten, durch Organisationen und Institutionen, über Aktionsfelder und Handlungsformen, bisweilen unter wissenschaftlicher Anleitung, Prozesse eingeleitet wurden, die in den meisten Fällen – aber nicht immer – zur Verständigung zwischen den Deutschen und ihren europäischen Nachbarn beitrugen. Dabei zeigen die Beiträge, dass Versöhnung nicht «besiegelt» werden kann, sondern eine nie endende politische, soziale und kulturelle Arbeit darstellt.
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Friedenspädagogik in der Bundesrepublik Deutschland. Grundlagen, Entwicklung und aktuelle Diskurse

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Friedenspädagogik in der Bundesrepublik Deutschland

Grundlagen, Entwicklung und aktuelle Diskurse

Alexander THATTAMANNIL-KLUG

1.  Was ist Friedenspädagogik?

Sowohl Friedenserziehung als auch Friedenspädagogik definieren sich über ihre Vorhaben, durch Forschung, Erziehung und Bildung zum Abbau von Gewalt und Ungerechtigkeit und der Überwindung von Krieg beizutragen sowie die Etablierung von sozialer Gerechtigkeit und gewaltfreier Konflikttransformation zu unterstützen. Dieses umfassende Vorhaben drückt sich in vielfältigen Zugängen und Ansätzen der Friedenserziehung1 und den vielen Bezugsdisziplinen der Friedenspädagogik2 aus. Daher existieren auch verschiedene Wege, das Feld der Friedenspädagogik zu beschreiben. Häufig geschieht dies dadurch, dass einzelne (historisch gewachsene) Felder der Friedenserziehung dargestellt und ← 735 | 736 → die jeweiligen friedenspädagogischen Hintergründe beschrieben werden3. Oder es wird die Friedenspädagogik mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen verglichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten4. In diesem Beitrag soll versucht werden, die Disziplin Friedenspädagogik zu skizzieren, indem Grundannahmen und Grundkonzepte der Disziplin vorgestellt werden. Ziel ist es, den Kern friedenspädagogischer Überlegungen fassbar zu machen. In weiteren Kapiteln wird die (fehlende) Institutionalisierung der Friedenspädagogik dargestellt und die Entstehung und Entwicklung der Disziplin in Deutschland in groben Zügen nachgezeichnet.

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