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Verständigung und Versöhnung nach dem «Zivilisationsbruch»?

Deutschland in Europa nach 1945

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Edited By Corine Defrance and Ulrich Pfeil

Im Jahre 1945 stand Deutschland ohnmächtig und geächtet vor den Trümmern seiner Politik. Rassischer Weltanschauungskrieg und systematische Vernichtung der europäischen Juden waren ein zivilisatorischer Bruch und belegten die Deutschen mit einer moralischen Schuld. So ist die deutsche Nachkriegsgeschichte vor allem die Geschichte der schwierigen Auseinandersetzung mit der eigenen verbrecherischen Vergangenheit. Für die Deutschen galt es, das Vertrauen ihrer Nachbarn neu zu gewinnen, um den Weg zurück in den Kreis der zivilisierten Völker zu finden. In Politik und Zivilgesellschaft wuchsen schnell erste Initiativen, die auf Verständigung und Versöhnung abzielten. Mentale Demobilisierung und Abbau von Feindbildern gehörten zu den Aufgaben, um nach dem Krieg ein friedvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft herzustellen. In einer breiten Gesamtschau beleuchtet dieser Band, wie über symbolische Gesten, an Erinnerungs- und Gedenkorten, durch Organisationen und Institutionen, über Aktionsfelder und Handlungsformen, bisweilen unter wissenschaftlicher Anleitung, Prozesse eingeleitet wurden, die in den meisten Fällen – aber nicht immer – zur Verständigung zwischen den Deutschen und ihren europäischen Nachbarn beitrugen. Dabei zeigen die Beiträge, dass Versöhnung nicht «besiegelt» werden kann, sondern eine nie endende politische, soziale und kulturelle Arbeit darstellt.
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Die Berghof Foundation. Verständigung und Versöhnung durch Konflikttransformation

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Die Berghof Foundation

Verständigung und Versöhnung durch Konflikttransformation

Beatrix AUSTIN

Seit über 40 Jahren engagiert sich die Berghof Foundation als unabhängige Institution für Konflikttransformation, Friedensforschung, Politikberatung und Friedenspädagogik. Konflikttransformation wird dabei als ein komplexer Prozess verstanden, „der die Beziehungen, Einstellungen, Verhaltensweisen, Interessen und Diskurse in gewaltanfälligen Konflikten konstruktiv verändern will“1. Von großer Wichtigkeit ist, dass auch die grundlegenden Strukturen, Kulturen und Institutionen berücksichtigt werden, die gewaltträchtige, politische und gesellschaftliche Konflikte begünstigen und bedingen. Die zugrundeliegenden Prozesse sind komplex, mehrdimensional und verlaufen kaum linear. In diesem Gefüge kommt auch der Vergangenheitsarbeit, von der Kulturen, Institutionen und Individuen tief geprägt werden können, eine bedeutsame Rolle zu. Über die Jahrzehnte hat sich die Berghof Foundation auf diese vielfältigen Herausforderungen durch Forschung, Praxis und Beratung eingelassen.

Der folgende Beitrag lässt daher die allgemeinen Entwicklungslinien der Stiftungsgeschichte Revue passieren und wertet ← 769 | 770 → einige zentrale Forschungs- und Praxisarbeiten zu den Themenbereichen Umgang mit der Vergangenheit und Versöhnung aus, die von der Berghof Foundation unternommen, begleitet und gefördert wurden.

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