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«Nur fliegend fängt man Worte ein»

Eva Strittmatters Poetik

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Beatrix Brockman

Mit diesem Band erscheint die erste umfassende und kritische Auseinandersetzung mit dem veröffentlichten Werk von Eva Strittmatter (1930-2011), populäre Dichterin und Briefautorin in der ehemaligen DDR. Er zeigt auf, wie wichtig die Position Strittmatters als Lyrikerin zu nehmen ist, insbesondere da ihr Werk von einer umfassenden theoretischen Struktur untermauert ist. Ihre Gedichte zeichnen sich aus durch eine durchdachte Prosodie und einen vielschichtigen Aufbau; das öffnet ihnen den Zugang zu einer Vielfalt von Lesern.
Beginnend mit einer Betrachtung von Strittmatters Prosaschriften, zeigt die Studie die Entwicklung Eva Strittmatters als Dichterin und die zunehmend theoretische Fundierung ihrer Texte auf. Hauptpunkte, die in diesem Band angesprochen werden, sind die Metapoetik und linguistische Aspekte, die Emanzipation durch Sprache – von der Sklavensprache zur Sprachfähigkeit –, Naturlyrik und Intertextualität. Diese Studie stellt die bisherige Annahme, dass es sich bei Eva Strittmatter um eine ostdeutsche Dichterin von minderer Signifikanz handelt, in Frage und demonstriert, dass ihr ein Platz in der ersten Reihe der großen deutschen Dichterinnen gebührt.

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Kapitel VI Eva Strittmatters Naturlyrik - Nur ein Zwiegesang von Gras und Grillen?

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Kapitel VI Eva Strittmatters Naturlyrik – Nur ein Zwiegesang von Gras und Grillen? Nach seinem Tod fing eine Amsel an, unser Haus zu belagern. […] eine Amsel, die Monat für Monat beim Haus blieb, war es ein Zeichen? Die Amsel war sein Vogel, er liebte sie über alle anderen Vögel. Wir sagten: die Vateramsel ist da. — Eva Strittmatter1 Ich liebe Robert Frost, der schrieb: „The woods are lovely, dark, and deep But I have promises to keep, And miles to go before I sleep.“ — Eva Strittmatter2 In der DDR verliefen die Strömungen der Naturlyrik genau gegensätzlich zu denen in der Bundesrepublik Deutschland. Als die Naturlyrik in der Zeit von 1960 bis 1980 dort dominierte, befand sich Eva Strittmatter in der Hochphase ihres lyrischen Schaf fens.3 In ihren Naturgedichten, für die 1 Eva Strittmatter: Die Vateramsel ist da. Nachwort. In: Erwin Strittmatter: Vor der Verwandlung. Berlin: Aufbau-Taschenbuch, 1995). 2 Eva Strittmatter, Poesie und andere Nebendinge, 125. 3 Die Lyrik in der DDR entwickelt sich „von der Gesellschaftslyrik (1945–1965), gefolgt von der Naturlyrik (1960–1980) die von der Sprachlyrik abgelöst wird (1980–1990)“, während die Abfolge im Westen „von einer Dominanz der Natur- lyrik (1945–1960) über eine Dominanz der Sprachlyrik (1955–1970) hin zu einer Dominanz der Gesellschaftslyrik (1965–1975) verlief.“ Gottfried Willems: Naturlyrik, Gesellschaftslyrik, Sprachlyrik. Zur Entwicklung der deutschen Lyrik in Ost und West 152 Kapitel VI Strittmatter – besonders in ihren ersten Publikationen – bekannt und ver- kannt wurde, beschwört die Dichterin nur selten...

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