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Narrative des Erasmus-Auslandsaufenthaltes: Freizeit, Liebe, Institution

Linguistische Studien zum sprachlichen Handeln in deutschen und spanischen Interviews

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Vasco da Silva

Die Studie zeigt auf, wie ehemalige Erasmusstudierende ihre Auslandserfahrungen im narrativen Interview sprachlich wiedergeben. Schwerpunkt dieser Erzählungen ist dabei die bisher noch nicht beachtete Frage nach im Ausland eingegangenen Zweierbeziehungen mit Zielkulturangehörigen. Methodisch durch Konversationsanalyse und Funktionale Pragmatik unterstützt, untersucht der Autor das sprachliche Handeln der Interviewten vor dem Hintergrund institutioneller Einflüsse. So wird deutlich, wie sich das Freizeitverhalten von Erasmusstudierenden und der Wunsch nach Kontakten zu Zielkulturangehörigen gegenseitig bedingen. Ausführlich diskutiert der Autor im Hintergrund wirkende Wissensbestände und ihren Einfluss auf die Erzählungen im narrativen Interview.

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6. Sprachliche Handlungen im narrativen Interview

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6.    Sprachliche Handlungen im narrativen Interview

Die bisherige Betrachtung der Erzählungen zeigte, wie die Sprecherinnen und Sprecher ihre Paarbeziehung im Lichte des Erasmus-­Auslandsaufenthaltes darstellen. Die propositionale, d. h. inhaltliche Wissensbasis wurde dabei stets aus einer interaktionistischen Perspektive heraus betrachtet. Entsprechend wurden die sprachlichen Mittel diskutiert, welche die Erzähler_innen einsetzen, um ihre Geschichten dem Zuhörer zu verdeutlichen. Im folgenden Kapitel werde ich weniger auf einzelne sprachliche Mittel, als vielmehr auf eine rekurrente Form des sprachlichen Handelns eingehen, welche prominent im Datenmaterial vorhanden ist und weiter oben bereits anklang: Der Gegenstand ‚Erasmus‘, welcher vielschichtig die Narrationen durchzieht, wirkt verschiedentlich auf die Erzählungen ein. Ich werde zeigen, wie die Sprecherinnen und Sprecher diese (normierende) Hintergrundfolie nutzen, um verschiedene Positionen argumentativ auszubauen. Ziel dieses Kapitels ist die Darstellung einer sprachlichen, oft wiederkehrenden Handlung in den narrativen Interviews: die Distanzierung. Zuvor nähere ich mich den Argumentationen im narrativen Interview aus theoretischer Sicht.

6.1.       Argumentationen im narrativen Interview

Argumentationen144 sind sprachliche Manifestationen der Bemühungen, um ein Nachvollziehen eigener Positionen beim Zuhörer zu erwirken, die in einer repetitiven Art und Weise als sprachliche Handlungen von den Sprecherinnen und Sprechern eingesetzt werden. Dabei verfolgen sie eine mit ihren Äußerungen verbundene Absicht, die auf ihre Zuhörer_innen zu ← 209 | 210 → geschnitten ist. Die generelle Bedeutung von Argumentationen in narrativen Interviews verdeutlichen Lucius-­Hoene; Deppermann:

„Der pragmatische Charakter des autobiografischen Erzählens wird vielleicht nirgends so greifbar wie in der H...

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