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Das Orientbild in der deutschsprachigen Reiseliteratur des 20. und 21. Jahrhunderts

Zwischen Realität und Imagination

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Karolina Rapp

Die Autorin beschäftigt sich mit den einschneidenden – traumatisierenden wie faszinierenden – Stationen der Kulturbegegnung von Ost und West. Sie untersucht die vielschichtigen Facetten des Orients als einerseits rein diskursiven, andererseits geografisch und historisch realen, wenngleich imaginär überfrachteten Topos. Die Analyse des mythischen und modernen Orientbildes in der deutschsprachigen Reiseliteratur ist eine Rückbesinnung auf die Fähigkeit der westlichen wie der östlichen Kultur, Offenheit gegenüber anderen Kulturen zu beweisen. Die Autorin macht auf kulturelle Überlagerungen, Wechselwirkungen und Synthesen aufmerksam und zeigt dadurch, dass das Eigene stets Teil am Anderen hat(te).

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II. Forschungsmethode

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II.   Forschungsmethode

Die Kategorie des Orients ist im 20. und 21. Jahrhundert durch physisch-geographische Aspekte gekennzeichnet und besitzt gleichzeitig eine geistesgeschichtliche, kulturspezifische und religiöse Zuschreibung. Relevant für die in dieser Arbeit analysierten Texte ist es, den Orient als Kultur-Erdteil auch aus geographischer Sicht zu betrachten. Die ersten Geographen, die den Orient als physische und kulturelle Ganzheit begriffen, waren Ewald Banse (1883–1953) und Alfred Hettner (1859–1941). Sie verbanden die wissenschaftliche Geographie, eine wissenschaftliche Untermauerung der Konstruktion von Kulturerdteilen mit einem kulturhistorischen Raum.8 Durch diese Verbindung von Kultur und Raum ergeben sich starke Berührungspunkte mit den Forschungsinteressen der Kulturgeographie. In dieser Arbeit werden hauptsächlich die Geopoetik von Kenneth White9 und die imaginative Geographie von Edward Said als Forschungsmethoden angewandt. Die Literaturwissenschaftlerin Magdalena Marszałek bemerkt:

Geopoetik ist ein Begriff, der aus dem literarischen Diskurs stammt. […] Aus der literaturwissenschaftlichen Perspektive lässt sich der Begriff in doppelter Weise profilieren: zum einen werden darunter sämtliche, auch historische Strategien und Techniken des Entwerfens von Orten, Regionen, Territorien und Landschaften in der Literatur verstanden. Die Geopoetik geht einher mit dem Bewusstsein der Performativität jeglicher Repräsentation des geographischen Raums – der kartographischen, typonomischen oder narrativen, die auch dort am Werk ist, wo die symbolischen Konstruktionen unter dem Deckmantel neutraler Deskription versteckt sind. Zum anderen und im engen Sinne kann man von der Geopoetik als Genre sprechen, als Bezeichnung für gegenwärtige Schreibweisen. ← 17 | 18 → 10

In seinem Essay...

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