Show Less
Restricted access

Der inklusive Blick

Die Literaturdidaktik und ein neues Paradigma

Series:

Daniela A. Frickel and Andre Kagelmann

Das neue bildungspolitische Paradigma der Inklusion fordert die Literaturdidaktik heraus, ihre Theorien, Inhalte und Methoden einer Revision zu unterziehen. Es gilt, Grundlagen und Konzepte zu entwickeln, die Prozesse inklusiver Realisation fundieren und gestalten. Die Beiträge in diesem Band zielen auf einen interdisziplinären Dialog zwischen der Fachdidaktik Deutsch und der Förderpädagogik sowie zwischen der Literatur- und Sprachdidaktik und loten die Herausforderungen und Möglichkeiten einer ’inklusiv denkenden und agierenden‘ Literatur- bzw. Deutschdidaktik mehrperspektivisch und fächerübergreifend aus.

Show Summary Details
Restricted access

Gerhard Rupp - Der inklusive Blick auf das Lernen von Sprache, Literatur und den Umgang mit Medien – kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Deutschdidaktik

Extract

| 37 →

Gerhard Rupp (Bochum)

Der inklusive Blick auf das Lernen von Sprache, Literatur und den Umgang mit Medien – kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Deutschdidaktik

Abstract: Inclusion as a new paradigm leads to an extension of Deutschdidaktik as cultural studies. Content and pedagogical knowledge is transformed and newly shaped. New forms of collective and collaborative learning and interacting and various learning channels are highlighted. Teachers of German are required to the training of sensory perception and to the transmission of values, too.

„Blinde haben einen viel besseren Tastsinn“, sagt der Duisburger Gynäkologe Frank Hoffmann – und genau das könne man doch zur Früherkennung von Brustkrebs nutzen. Zumal eine Mammografie für Frauen unter 50 Jahren bei den meisten Krankenkassen vor zehn Jahren aus dem Leistungskatalog rausflog. […] Da kam Hoffman die Idee, sich der besonderen Fähigkeiten von Blinden zu bedienen. Gemeinsam mit dem Berufsförderungswerk (BFW) in Dürn […] kreierte er im Jahr 2007 ein neuartiges Ausbildungskonzept zur medizinischen Tastuntersucherin (MTU), wonach Blinde lernen, ihren bereits geschulten Tastsinn im Rahmen einer zertifizierten neunmonatigen Aus- oder Weiterbildung weiter zu verfeinern. Das Projekt „Discovering Hands“ war geboren. […] Auf den Oberkörper der Patientin werden fünf Orientierungstreifen mit Erhöhungen geklebt, die den Torso und die Brüste in einzelne Sektionen unterteilen. Die MUT weiß durch die Markierungen genau, in welchem Bereich sie sich befindet und geht dann im von Hoffmann scherzhaft betitelten „MTU-Walzer“ Punkt für Punkt immer zwei Schritte vor, einen zur...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.