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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Christoph Kühberger

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Ausgangspunkt der Diskussion war die Feststellung, dass es bereits Ende der 1970er Jahre von Seiten der Geschichtsdidaktik Versuche gegeben habe, die Stoffmenge zu begrenzen. Dabei seien vor allem die Begriffe „Relevanz“ und „Exemplarität“ heiß diskutiert worden. Die Relevanzdebatte sei nach Ansicht des Referenten interessant, weil insbesondere der angloamerikanische Raum für historische Lernprozesse das Erkennen der Relevanz durch die Schüler/-innen selbst als Kategorie setze. Allerdings sei es in einer postmodernen Gesellschaft gar nicht so einfach festzustellen, was relevant ist. Wenn es darum gehe, historisch denken zu lernen, ergänzte Christoph Kühberger, sei es ihm egal, an welchen Beispielen dies gelernt werde. Davon abgesehen gebe es einen „darüber liegenden“ moralisch-gesellschaftlichen Auftrag, der für die Geschichte des 20. Jahrhunderts eine rasche Einigung auf bestimmte Stoffgebiete ermögliche, die unbedingt im Geschichtsunterricht vorkommen sollten. Interessanter sei die Relevanzdebatte bei „abgekühlter Geschichte“, wie zum Beispiel der Ur- und Frühgeschichte. Hier werde in den Lehrplänen sehr schnell bereitwillig aussortiert. Kühberger merkte an, dass die Frage, was „Grundwissen“ sei, ihm auch immer wieder von österreichischen Lehrerinnen und Lehrern gestellt werde, die mündliche Maturaprüfungen durchführen müssten. Er empfehle dann zu bedenken, dass bei den eigenen Erwartungen zu positivistisch reproduzierbarem Wissen oft dort über das Ziel hinaus geschossen werde, wo man sich selbst besonders gut auskenne. Deshalb sei es interessant, Beispiele mit vermeintlich abseitigen Wissensbeständen (wie etwa zum Alten Ägypten) durchzuspielen, um sich besser in die Prüflinge hineinversetzen zu können...

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