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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Waltraud Schreiber

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Einen Schwerpunkt der Diskussion bildete die Sachkompetenz im Kompetenzmodell der Gruppe FUER-Geschichtsbewusstsein, deren Rolle im historischen Denkprozess vom Auditorium sehr unterschiedlich eingeschätzt wurde. So wurde diese einerseits sehr wohlwollend mit der Rolle der Diagnosekompetenz des Lehrers in Andreas Helmkes Angebots-Nutzungs-Modell von Unterricht verglichen, die dort als Katalysatorvariable bezeichnet wird.1 Dieser Einschätzung konnte die Referentin durchaus zustimmen: Der für kompetenzorientierten Geschichtsunterricht typische Umgang mit Wissen sei ein anderer als in klassischem lernzielorientiertem Unterricht. Der vertiefte Umgang mit exemplarischem Wissen anstelle der breiten Aneignung historischer Einzelinformationen könne durchaus eine Katalysatorwirkung für andere Kompetenzbereiche entfalten. Ähnlich argumentierte Schreiber auch bezüglich der Frage, ob sich Wissen und Kompetenzen wirklich trennscharf voneinander abgrenzen ließen oder ob sich Kompetenzen nicht besser als „good knowledge“ im Sinne Benő Csapós konzeptionieren ließen.2 Historisches Denken, so Waltraud Schreiber, äußere sich vor allem in der Fähigkeit zur Kategorisierung von Wissen sowie im Überblicken von Zusammenhängen, wie es sich in der Sachkompetenz äußere, und nicht schon im Verfügen über einzelne Wissenspartikel um ihrer selbst willen. Ob man diesen Unterschied nun als Unterschied von Wissen und Kompetenzen bezeichne oder ihn anders fasse, sei letztlich eine semantische Frage. Grundsätzlichere Kritik dagegen schwang in der an einen früheren Kommentar ← 153 | 154 → Bernd Schönemanns erinnernden Einschätzung der Sachkompetenz mit:3 Diese ergebe sich im Gegensatz zu den drei übrigen Kompetenzbereichen nicht aus Jörn Rüsens Regelkreis historischen Denkens, sondern sei vielmehr auf einer Metaebene...

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