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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Meik Zülsdorf-Kersting

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Ähnlich wie der Vortrag drehte sich auch ein signifikanter Teil der anschließenden Diskussion um die theoretische Ausschärfung historischer Sachurteile, ihre epistemologischen Voraussetzungen und ihre Beziehung zu Werturteilen. Mehrere Kommentatoren unterstrichen den im Vortrag betonten engen Zusammenhang von Analyse, Sachurteil und Werturteil. Sowohl die Identifikation vermeintlicher Fakten als auch das Setzen von Beziehungen zwischen einzelnen Sachverhalten (etwa in Form von Ursache-Wirkung-Beziehungen) sei entscheidend von gegenwärtigen Prämissen geprägt. Der Referent stimmte diesen Einschätzungen zu. Schon Aussagen zur Faktizität eines Sachverhaltes seien Wirklichkeitszuschreibungen, auch Kausalitätsbeziehungen würden nicht an den Quellen abgelesen, sondern vielmehr auf Basis theoretischer Setzungen konstruiert. Nicht erst beim Werturteil nehme also die Subjektivität des historisch Denkenden Einfluss. Das in bildungsadministrativen Vorgaben vertretene Verständnis historischer Sachurteile dagegen sei ein realistisch-positivistisches, welches von feststehenden und zu identifizierenden „Fakten“, auf die geschichtswissenschaftliche Theorien „angewandt“ würden, ausgehe. Auf die Nachfrage, ob das vom Referenten im Gegensatz dazu vertretene konstruktivistische Verständnis historischer Urteile überhaupt noch Raum lasse für dezidiert moralische Urteile über historische Sachverhalte, erläuterte Meik Zülsdorf-Kersting, dass dies der Ort historischer Werturteile sei. Jedoch blieben diese in den im Vortrag dokumentierten Materialien konturlos und unterbelichtet. Zwar werde bekenntnishaft eine Reflexion der Urteilsmaßstäbe gefordert, jedoch bleibe für den Praktiker unklar, wie dies umzusetzen sei.

Der Umgang mit Werturteilen war auch Gegenstand eines zweiten Diskussionsblocks, der die Rolle der Werturteile in Schulgeschichtsbüchern zum Gegenstand hatte. Grundsätzlich, so Zülsdorf-Kersting, hätten...

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