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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

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Edited By Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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„Diese Karikatur habt ihr hier gut interpretiert!“ Guter Geschichtsunterricht – ein Fallbeispiel

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1.   Einleitung

Als ein wesentliches Kriterium von Unterrichtsqualität wird die kognitive Aktivierung der Lernenden betrachtet. Je intensiver und vertiefter Lernende über einen fachspezifischen Unterrichtsinhalt nachdenken, desto besser sei der Unterricht.1

Eine bewährte Möglichkeit, um Schüler/-innen im Geschichtsunterricht zum Nachdenken zu bringen, ist der Vergleich. Dies hat die Lehrerin beim Thema „Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs“ umgesetzt, indem sie den Schüler/-innen zuerst im Klassenverband einen Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm „Der Kalte Krieg in Farbe“ präsentiert, der den Atombombenabwurf der Amerikaner auf Hiroshima zeigt.2 Anschließend projiziert sie ihnen auf der Leinwand die Karikatur „Tour du monde: Tandem oder Einrad“ von Jean Leffel,3 und sie fordert sie zum Vergleich auf: ← 229 | 230 →

Die Schüler/-innen diskutieren zuerst in Partnerarbeit. Sie finden unter anderem heraus, dass auf der Karikatur Truman und Stalin abgebildet sind, dass die beiden zuerst miteinander unterwegs sind, sich dann aber trennen. Danach beginnen sie über den Grund ihrer Trennung nachzudenken:

Nach der rund zweiminütigen Aufgabenbearbeitung durch die Schüler/-innen in Kleingruppen wertet die Lehrerin die Aufgabe in einem Klassengespräch aus. Zuerst werden inhaltliche und formale Merkmale der Karikatur besprochen, und anschließend wird die Quelle im historischen Kontext interpretiert und hinsichtlich ihres Aussage- und Erkenntniswertes beurteilt. Diskutiert wird unter anderem, was der bessere Platz auf dem Tandem sei: ← 230 | 231 →

Danach sollen die Schüler/-innen einen Bezug herstellen zwischen dem Dokumentarfilm und der Karikatur, und Barbara meldet sich sofort:...

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