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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Habbo Knoch

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Die Diskussion wurde mit Fragen nach dem zeitlichen und ideellen Entstehungskontext der Public History eröffnet. Mit „Geschichte und Zukunft. Didaktische Reflexionen über veröffentlichtes Geschichtsbewußtsein“1 sei zu einem frühen Zeitpunkt ein Werk publiziert worden, das das Phänomen der öffentlichen Geschichte im Geist der philosophisch-gesellschaftstheoretischen Konzeption der Frankfurter Schule untersuche, was in der Konsequenz die Frage aufwerfe, ob die Public History nicht eigentlich aus Deutschland komme. Knoch betonte, dass in mehreren Gesellschaften zeitlich parallele Entwicklungen zu erkennen seien, im Zuge welcher man sich kritisch mit den Rahmenbedingungen historischen Wissens und seiner Produktion beschäftigt habe, um auf diese Weise Herrschafts- und Machtstrukturen zu durchbrechen. Auch wenn er die Austauschbeziehungen zwischen den damals beteiligten Akteuren nicht untersucht habe, verwies der Referent auch vor dem Hintergrund der Emigration wesentlicher Vertreter der Frankfurter Schule in die USA in den 1930er Jahren darauf, dass es insgesamt für diese Art von Bewegung wie die Public History in den USA der 1970er Jahre eine postmarxistisch geprägte Form der Dechiffrierung von Herrschaftssystemen gegeben habe.2

Die nächste Frage bezog sich im Zusammenhang mit der zeitlichen Verortung der Public History darauf, ob die Eventkultur der Public History tatsächlich eine neuere Entwicklung darstelle oder ob nicht vielmehr nur die Zugänglichkeit für ein breites Publikum neu sei. Der Referent belegte mit Beispielen aus dem 19. Jahrhundert, dass in der Tat hohe Kontinuitäten etwa im Bereich der historischen Empfindsamkeit erkennbar seien, wenn auch er sich in seinem...

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