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Gender im Fokus historischer Perspektiven

«Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»

Gabriele Förster

Aus historischer Perspektive wird in diesem Sammelband ein Blick auf Geschlecht bzw. Gender geworfen, wobei unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen zu Wort kommen – die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Germanistik sowie die Erziehungswissenschaft. Die Zeitspanne reicht hierbei vom Mittelalter bis in die Neueste Geschichte. Alle Beiträge sind vor dem Hintergrund der im Herbst 2014 und 2015 stattgefundenen Forschungskolloquien «Gender im Fokus» des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZfG) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald entstanden.

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„Da war eine Fähnrich unter den Weibern, die hatte ihre Gage wie ein Gefreiter.” Frauen im aktiven Kriegsgeschehen im 16. und 17. Jahrhundert1

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Abstract Historical stories of women challenging gender roles while fighting armed in war were a desideratum for a long time, especially for the German speaking areas of the Holy Roman Empire. This essay explores ways in which women escaped the constraining societal boundaries and used the military society as a means of extending the scope for their actions.

Frauen und Krieg sind Begriffe, welche auch im 21. Jahrhundert für Debatten sorgen. Die sozial konstruierte Dichotomie zwischen Frau und Frieden verus Mann und Krieg beginnt erst im 21. Jahrhundert allmählich zu bröckeln. Eine weibliche Verteidigungsministerin in der Bundesrepublik Deutschland wird daher heute als Zeichen einer Öffnung der „Männerinstitution Militär“ gesehen. Dass die Partizipation von Frauen jedoch nicht erst ein Phänomen der Moderne ist, haben Militärhistoriker lange Zeit nicht thematisiert. Die wenigen kämpferischen Figuren der Geschichte, die im allgemeinen Gedächtnis verankert sind, vermitteln den Eindruck von Einzelerscheinungen, aber auch den Verdacht einer Verklärung.2 So ist Jean d’Arc als Paradebeispiel einer solchen Volksheldin zu nennen. Die französische Nationalheldin wird nicht nur in französischen Texten als „heroinenhafteste aller Heroinen aller Zeiten“3 gesehen, sondern auch im europäischen Kontext avanciert sie zu einer beliebten Figur. Andere Beispiele von sogenannten femme fortes reichen in das biblische Zeitalter4 zurück oder in den mythologischen Bereich antiker Sagen5.←91 | 92→

Dennoch finden sich in den Quellen Indizien, welche eine aktive Teilhabe von Frauen im Krieg in der Frühen...

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