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Gender im Fokus historischer Perspektiven

«Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»

Edited By Gabriele Förster

Aus historischer Perspektive wird in diesem Sammelband ein Blick auf Geschlecht bzw. Gender geworfen, wobei unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen zu Wort kommen – die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Germanistik sowie die Erziehungswissenschaft. Die Zeitspanne reicht hierbei vom Mittelalter bis in die Neueste Geschichte. Alle Beiträge sind vor dem Hintergrund der im Herbst 2014 und 2015 stattgefundenen Forschungskolloquien «Gender im Fokus» des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZfG) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald entstanden.

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Die „Natur der Dinge“ im Wahllokal. Gründe für Exklusion und Inklusion der Frauen beim Wahlrecht in den USA und in Preußen 1800–1920

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Abstract In the 19th century political elections were designed as a pure “men play” (Bourdieu). The previous research emphasizes the connection between the exclusion of women and the definition of gender roles. These discursive lessons are important because they reveal the contingency of gender, but they run risk to underestimate the power of physical violence.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden politische Wahlen mit dem Anspruch auf Allgemeinheit in nahezu allen Ländern Europas und Nordamerikas durchgeführt. Warum gestaltete sich diese Praxis überall als ein reines „Männerspiel“, wie Pierre Bourdieu die den Männern vorbehaltenen Sphären nannte? Die Frage erscheint umso interessanter, als das Partizipationsrecht zwar immer weiteren Gruppen zugesprochen wurde, etwa den Armen, Angehörigen anderer Ethnien oder den Ungebildeten, Frauen jedoch in aller Regel nicht in diese „universale“ Logik einbezogen wurden. Die bisherige Forschung betont den Zusammenhang zwischen der Exklusion von Frauen und der diskursiven Festlegung von Geschlechterrollen in der Moderne.1 Doch so wichtig die diskursiven Lektionen für die Genderforschung sind, weil sie in besonderer Weise die Gemachtheit und Kontingenz von Geschlechterzuschreibungen aufzeigen, so laufen sie zuweilen doch Gefahr, die Macht der Dinge, des Körpers – der physischen Gewalt zu unterschätzen. Mit dem Blick auf Dinge und Körper orientiere ich mich an Ansätzen, die auf die Bedeutung der Materialität in der Gesellschaft hinweisen.2 Insbesondere berufe ich mich auf←177 | 178→ Bourdieu, der von der scheinbaren „Natur der Dinge“ spricht und davon, wie tief Machtverhältnisse in...

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