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Wald- und Ressourcenpolitik im Siebenbürgen des 18. Jahrhunderts

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Dorin-Ioan Rus

Das Buch analysiert die Rezeption der Wälder und der Umweltprobleme Siebenbürgens im Zeitalter der Aufklärung. Es erweitert die Hypothese einer allgemeinen Holzkrise um die Feststellung, dass es gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch in Siebenbürgen Bestrebungen zur Schonung des Waldes gab. Die vom Staat getroffenen Maßnahmen seit der Übernahme des Landes durch die habsburgische Verwaltung ab 1688 stießen auf den Widerstand der politischen Stände. Der Autor untersucht, wie mit dem Wald und den Ressourcen in Zeiten des österreichischen Merkantilismus umgegangen wurde. Der Schwerpunkt des Buches ist die Analyse der Wahrnehmung des Waldes in Siebenbürgen im Vergleich mit anderen Waldgebieten des Habsburgischen Reiches im karpatischen Raum.

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Kapitel IV Siebenbürgens Waldpolitik im 18. Jahrhundert zwischen Ausbeutung und Nachhaltigkeit im europäischen Vergleich

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Kapitel IVSiebenbürgens Waldpolitik im 18. Jahrhundert zwischen Ausbeutung und Nachhaltigkeit im europäischen Vergleich

IV.A. Wald zwischen Berg- und Festungsbau

IV.A.1 Festungsbau

IV.A.1.1 Die Rolle des Waldes in einem Verteidigungssystem

Die Auswirkungen des Krieges auf Wälder und auf die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt wurden in der Fachliteratur noch nicht ausreichend untersucht. Es ist jedoch bekannt, dass in der Regel Kriege auch von Kampfzonen entfernte Waldgebiete erheblich beeinträchtigt haben. Direkte Schäden sind nur ein Aspekt dieser Bedrohungen.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Holz die wichtigste Ressource für jede Kriegsmaterialkategorie, wobei es gleichzeitig Baustoff- und Energieträger war. Das Schmelzen von Metallen, die Waffenproduktion, der Transport, der Bau von Festungen und Belagerungsanlagen sowie der Bau von Schiffen erhöhten weitgehend die Nachfrage nach Holz zu Kriegszeiten.

Neben der Nachfrage nach Holz für militärischen Nachschub spielte der Wald eine schützende Rolle nicht nur in Grenzgebieten sondern auch in geschlossenen taktischen und operativen Zonen oder diente als Basis für kleine Kampfgruppen. Es ist nicht verwunderlich, dass Krieg nicht nur zu Menschenopfern, sondern auch zu beträchtlichen Ressourcenverlusten und massiver Abholzung geführt hat. Wälder waren immer ungeeignet für militärische Operationen mit großen Formationen, weil diese nicht richtig eingesetzt werden konnten. Eines der bekanntesten Beispiele in diesem Zusammenhang war die katastrophale Niederlage der römischen Armee im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Ch. Diese bittere Erfahrung...

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