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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900

Mit einem Blick auf Osteuropa

Christoph F. Lorenz

Das Lexikon enthält Informationen über Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen «Fantasy» und Science Fiction im 20. und 21. Jahrhundert. Überblicksartikel befassen sich darüber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropäischen Werken und angloamerikanischer Fiktion.

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Skandinavische Science Fiction und Fantasy nach 1900 (Niels Penke)

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Niels Penke

Skandinavische Science Fiction und Fantasy nach 1900

Bevor sich im 20. Jahrhundert auch Science Fiction und Fantasy als Genres in den skandinavischen Literaturen etablierten, verfügten diese bereits über reiche Traditionen an utopistischer und phantastischer Literatur. Als wirkmächtiger Vorläufer gilt Ludvig Holberg „Niels Klim“ (lat. „Nicolai Klimii Iter Subterraneum“, 1741), der 15 Jahre nach Jonathan Swifts „Gulliver’s Travels“ in Form einer Unterweltsreise alternative Gesellschaftsmodelle reflektiert und daher auch als ein Wegbereiter der Science Fiction verstanden werden kann, wie Jacob Christian Bies „Den ifra Maanen hiemkomne Politicus“ (1772, dt. „Der vom Mond heimgekehrte Politicus“). Auch in Johan Herman Wessels „Anno 7603“ (1781) oder Johan Nordahl Bruns „Republikken paa Øen“ (1793, dt. „Die Inselrepublik“) fand die Utopie Fortsetzungen, die Teile späterer Science Fiction antizipierten.

Bernhard Severin Ingemann und Jonas Love Almqvist sind u. a. im Bereich traditioneller phantastischer Literatur zu nennen, die neben den Volksmärchen der Norweger Asbjørnsen und Moe sowie der altisländischen eddischen Dichtung einen beständigen Fundus für die (produktive) Rezeption von Genre-Literatur in Skandinavien darstellt. Hans Christian Andersen, der verschiedene Science Fiction-Motive in seinen Märchen verwendete (u. a „Lykkens Kalosker“ und „Om Aartusinder“), kann ebenso als Vorläufer gelten wie Henrik Wergelands satirisches Drama „De sidste kloge“ (1835, dt. „Die letzten Weisen“), dessen Handlung in ferner Zukunft auf dem Planeten Terranova situiert ist.

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