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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900

Mit einem Blick auf Osteuropa

Christoph F. Lorenz

Das Lexikon enthält Informationen über Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen «Fantasy» und Science Fiction im 20. und 21. Jahrhundert. Überblicksartikel befassen sich darüber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropäischen Werken und angloamerikanischer Fiktion.

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Adamow, Grigori (Matthias Schwartz)

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Matthias Schwartz

Adamow, Grigori

Biographie

Grigori Adamow ist das Pseudonym von Grigori Borisovitsch Gips (1886–1945), des neben Alexander Beljaew wohl beliebtesten sowjetischen Science Fiction-Autors der Stalinzeit. Als jüngster Sohn von sieben Kindern aus einer Arbeiterfamilie in der ukrainischen Schwarzmeerstadt Cherson stammend, ging er ohne Schulabschluss schon mit 15 Jahren zu revolutionären Untergrundzirkeln, wurde wegen seiner Aktivitäten zu mehreren Jahren Verbannung verurteilt, flüchtete, beteiligte sich an Terroranschlägen und kam erneut für drei Jahre in Haft, ehe er begann als Journalist für die Bolschewiki zu arbeiten1. Nach der Oktoberrevolution 1917 arbeitete er im Volkskommissariat für Lebensmittelversorgung und im zentralen Staatsverlag Gosisdat, bis er sich Ende der 1920er Jahre vermehrt dem Wissenschaftsjournalismus und den industriellen Großprojekten zuwandte, für Maxim Gorkis Zeitschrift „Naschi dostishenija“ („Unsere Errungenschaften) schrieb und ein erstes Buch über den sozialistischen Aufbau, „Die vereinten Kolonnen“ („Sojedinennye kolonny“, 1931) veröffentlichte. Aus dieser intensiven ingenieurstechnischen Beschäftigung entstanden ab 1934 drei kleinere „wissenschaftlich-fantastische“ Erzählungen, die im Stil der damaligen Wissenschaftspopularisierung den Aufbau des Sozialismus am Beispiel der Industrialisierung des Landes beschreiben. Im Mittelpunkt der Erzählungen stehen die technischen Einzelheiten der Energiegewinnung mit Hilfe der Gezeiten („Die Erzählung Diegos“, russ. „Rasskas Diego“, 1934), in der Polarregion („Die Havarie“, russ. „Awarija“, 1935) oder durch Sonnenenergie in der zentralasiatischen Wüste Karakum (Die „Oase der Sonne“, russ. „Oasis Solnza“, 1936).

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