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Survival of Utopias – Weiterlebende Utopien

Life Reform and Progressive Education in Austria and Hungary – Lebensreform und Reformpädagogik in Österreich und Ungarn

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Edited By András Németh, Claudia Stöckl and Beatrix Vincze

Life reform and progressive education developed various utopias and projected new ways of cultural, social, religious and political living. This book studies how these utopias lived on until World War II, how they still affect present life in Austria and Hungary, and it examines continuities and differences within the political, educational and cultural movements of both countries. The main focus lies on interrelations between educational utopias and strategies and the development of a collective identity in times of radical political and social changes.

Lebensreform und Reformpädagogik entwarfen Utopien für das kulturelle, soziale und religiöse Leben. Dieses Buch untersucht das Weiterleben dieser Utopien bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges, ihre Wirkungen bis in die Gegenwart in Österreich und Ungarn und beleuchtet Kontinuitäten und Differenzen innerhalb der (bildungs-)politischen und kulturellen Strömungen beider Länder. Im Zentrum steht die Frage nach Zusammenhängen zwischen pädagogischen Utopien und Strategien und den Entwicklungen von kollektiver Identität in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche und Verunsicherungen.

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Kein Ort. Nirgends. Zu den Merkmalen utopischen Denkens (Eva Borst)

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Eva Borst

Kein Ort. Nirgends.1 Zu den Merkmalen utopischen Denkens

Das Traurige an unserer Zeit ist aber nicht,was sie nicht erreicht, sondern was sie nicht versucht.Im Versuch liegt der echte Idealismus.(Ludwig Marcuse 1950)

Es erfordert wohl schon einiges an Mut, ein Projekt über Utopien zu verfolgen in einer von „utopischem Gewissen und utopischer Ahnung völlig entblößten“ (Bloch 1978, S. 365) und auf nichts weiter als den schnellen Erfolg hin ausgerichteten Welt. Auch wenn sich das Thema auf den Zeitraum der 1920er und 1930er Jahre beschränkt, auch wenn es inhaltlich auf die Reformpädagogik eingegrenzt ist, so lässt sich dennoch nicht von der Hand weisen, dass in der Auseinandersetzung mit Utopien – ungeachtet ihres Entstehungszeitraums – stets etwas aufgehoben ist, das sich über die historische Zeit hinaus in die Zukunft fortsetzt und auf die menschliche Vorstellungskraft aufs äußerste anregend wirkt. In diesem Sinne ist es durchaus legitim, dem Thema über „Weiterlebende Utopien“ eine doppelte Bedeutung beizulegen: einerseits spricht es nämlich die utopischen Momente in den zeitgenössischen pädagogischen Reformversuchen selbst an; andererseits aber kann der Begriff durchaus im Rahmen der erziehungswissenschaftlichen Disziplin ganz allgemein als Antizipation von noch nicht realisierten Möglichkeiten aufgefasst werden (vgl. Hopfner im gleichen Band). Hier freilich beginnen schon die Schwierigkeiten, die unwiderruflich mit dem Begriff der Utopie als solchem verbunden sind. So vielseitig und facettenreich der Begriff ist, so umstritten ist er auch. Das macht sich besonders dort bemerkbar,...

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