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Survival of Utopias – Weiterlebende Utopien

Life Reform and Progressive Education in Austria and Hungary – Lebensreform und Reformpädagogik in Österreich und Ungarn

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Edited By András Németh, Claudia Stöckl and Beatrix Vincze

Life reform and progressive education developed various utopias and projected new ways of cultural, social, religious and political living. This book studies how these utopias lived on until World War II, how they still affect present life in Austria and Hungary, and it examines continuities and differences within the political, educational and cultural movements of both countries. The main focus lies on interrelations between educational utopias and strategies and the development of a collective identity in times of radical political and social changes.

Lebensreform und Reformpädagogik entwarfen Utopien für das kulturelle, soziale und religiöse Leben. Dieses Buch untersucht das Weiterleben dieser Utopien bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges, ihre Wirkungen bis in die Gegenwart in Österreich und Ungarn und beleuchtet Kontinuitäten und Differenzen innerhalb der (bildungs-)politischen und kulturellen Strömungen beider Länder. Im Zentrum steht die Frage nach Zusammenhängen zwischen pädagogischen Utopien und Strategien und den Entwicklungen von kollektiver Identität in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche und Verunsicherungen.

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Das neue Körpergefühl in der Lebensreform (Karin Kicker-Frisinghelli)

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Karin Kicker-Frisinghelli

Das neue Körpergefühl in der Lebensreform

Dem Körper und dem Leib wurden in der Zeit der Lebensreform als wesentliches Merkmal der menschlichen Existenz eine neue und veränderte Aufmerksamkeit zuteil. Entgegen der christlich-abendländischen Traditionen versuchte man einen anderen, neuen Zugang zum Körper und zum Leib zu gewinnen, man wollte sich befreien von traditionellen Ideologien und Negationen des Leibes und/oder des Körpers. Diese Wende passierte sowohl in der Philosophie als auch in der Lebensreformbewegung, beide griffen das Thema des Körpers auf. Doch muss hier eingangs schon festgehalten werden, dass Philosophie und Lebensreform in unterschiedlichen Tempi und aus unterschiedlichen Bezugsrahmen heraus agierten. Die Lebensreformbewegung reagierte auf junge und aktuelle Probleme: Industrialisierung, Verstädterung, der gesellschaftliche Wandel an sich. Die Philosophie wiederum ist historisch in einen viel größeren Zeithorizont einzuordnen, in dem man bereits über den Körper und den Leib nachdenkt, dieser geht zurück bis in die griechische Antike (vgl. Böhme 2001, S. 149). Der Beitrag greift zunächst die Hinwendung zum Leib aus Sicht der Philosophie auf und zeichnet hier skizzenhaft das neue Denken über den Leib nach. In einem zweiten Schritt wird auf das neue Körpergefühl aus Sicht der Lebensreformbewegung eingegangen, bevor in einem das Thema abrundenden dritten Teil exemplarisch Ausformungen dieses neuen Denkens innerhalb der Reformpädagogik aufgegriffen werden.

Philosophie: ein neues Denken über den Leib

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